Angst. Panik. Beides ist zum Kotzen. Aber ich bin nicht ängstlich. Gerade eben hab ich Hannahs Angsliste gelesen und bei mir gedacht: “Was’n Scheiß, man kann doch nicht vor allem und jedem im Leben Angst haben! Bei mir ist das nicht so.”
Davon war ich überzeugt. Bis gerade eben, als ich dann dachte, dass ich ja auch mal wieder bloggen könnte, sollte, müsste. Und dann las ich meinen letzten Eintrag. Die Wahrheit ist: Ich habe Angst.
In dem Beitrag gings darum, dass meine Halbschwester mich bei Wer kennt Wen angeschrieben hat und Kontakt mit mir möchte. Dein Eintrag hab ich Samstags geschrieben, glaub ich, am darauffolgenden Sonntag jedenfalls kam die zweite Nachricht von ihr. Nachdrücklicher, ernergischer, bettelnder. Fast schon ein wenig verzweifelt.
Ohne zu überlegen habe ich geantwortet. Impulsiv und intuitiv, nett und höflich, wie ich nunmal bin und für sie hoffentlich positiv. Denn vielleicht… nur ganz vielleicht, möchte ich sie kennen lernen. Aus Neugier. Vielleicht ist sie ja ein bisschen wie ich. Dann käme ich mir mitunter auch nicht so ganz allein auf der Welt vor.
Aber auch das ist jetzt zwei Wochen her und… ich hab einfach nicht nachgeschaut, ob sie genatwortet hat. Ich habs nicht getan und ich hasse mich dafür, dass ich damit höchst wahrscheinlich ihre Hoffnungen zerstöre. Aber vor allem hasse ich mich, weil ich so ein verdammter Schisshase bin. 90% meiner Entscheidungen sind spontan. Und wie das mit spontanen Entscheidungen so ist, sind die oft auch einfach nicht so gut. Im einen Moment bist du mutig und im nächsten hast du Angst vor der eigenen Courage.
Dabei stellt sich doch nur die Frage “Was hab ich zu verlieren?” Ich weiß, was ich verliere, wenn ich mich auf das Mädchen einlasse, das unter Umständen nur Mittel zum Zweck ist, damit mein Erzeuger wieder einmal an mich herankommt. Aber weiß sie das auch?