The Ivy Years – Bevor wir fallen – Sarina Bowen

Kurzbeschreibung

Die Liebe kann dich heilen … aber auch zerstören.

Seit einem Sportunfall ist Corey Callahan auf den Rollstuhl angewiesen, doch ihren Platz am renommierten Harkness College will sie auf keinen Fall aufgeben! Gleich an ihrem ersten Tag trifft sie auf Adam Hartley, der sich beim Eishockey das Bein gebrochen hat und deshalb im behindertengerechten Wohnheim einquartiert wurde – im Zimmer direkt gegenüber. Corey weiß augenblicklich, dass sie das in Schwierigkeiten bringen wird: Adam ist gutaussehend, lustig und schlau. Aber er hat eine Freundin. Und auch wenn Corey sich von niemandem besser verstanden fühlt als von Adam und sie sich sicher ist, dass es ihm genauso geht – für sie beide gibt es keine Chance …

Rezension

Wisst ihr, wie lange ich mich auf dieses Buch gefreut habe? Sehr lange. Es sollte eigentlich bereits letztes Jahr erschienen, ist es dann aber nicht und plötzlich war’s dann doch wieder in der nächsten Vorschau. Die Freude war groß, weil es ein noch schöneres Cover bekommen sollte und so wurde es natürlich direkt vorbestellt. So ganz blind war es dann aber doch nicht, weil ich mittlerweile auch ein bisschen picky bei NA-Geschichten bin – aber man hatte mir gesagt, Sarina Bowen schreibt gutes NA, also alles gut… oder eben auch nicht.

Beginnen wir damit, dass Corey im Rollstuhl sitzt. Das ist für NA nicht nur ein interessanter Plot, sondern für viele Menschen schlicht Realität. Ich kann das schwer beurteilen, weil ich mich nicht in der Situation befinde, aber ich fand dennoch, dass ihre Einschränkung immer nur dann eine Rolle gespielt hat, wenn es der Autorin gut in den Kram gepasst hat; genauer gesagt, wenn sie als Entschuldigung dafür diente, dass Corey dieses und jenes eben nicht kann oder nicht unbedingt muss, weil sie auch nicht will. Und wenn sie halt doch will, geht plötzlich alles – ist das nicht wundervoll? Vielleicht ist das zuviel verlangt, aber ich hätte mir zudem ein wenig mehr Input über Coreys Verletzung und deren Folgen gewünscht. Sie ist auf einen Rollstuhl angewiesen, kann aber mit Beinschienen und Krüken sogar Treppen gehen (theoretisch soll sie das, ist aber eine der Sachen, die sie vermeidet)? Bedeutet das, dass die Rückenmarksverletzung nicht endgültig ist? Und wenn das der Fall ist, wieso setzt sie dann nicht alles daran, besser damit klarzukommen? Ich versteh es einfach nicht. Für mich bleiben da zu viele Fragen offen, wodurch es schlichtweg praktisch für die Autorin ist – irgendwie muss man die beiden ja ins gleiche Wohnheim und zum reden kriegen – was bietet sich da besser an, als eine gemeinsame Einschränkung?

Ein weitaus größeres Problem hatte ich generell mit den beiden Protagonisten. Das Buch ist zu 95% aus der Sicht von Corey geschrieben – es bleibt also nicht viel Raum, in Adams Gedanken einzutauchen. Aber selbst bei Corey hatte ich meine Probleme, weil da nicht viel wesentliches rüberkommt, abgesehen von dem, was in schlechten NA-Bücher von vor 5 Jahren Gang und Gebe ist: Erstes Treffen – oh, er ist so heiß! Erster gemeinsamer Abend als Freunde – ich bin verliebt! Erste gemeinsame Nacht – ich liebe ihn! Warum genau das jetzt der Fall ist, blieb mir leider verborgen, denn es gibt schlicht keine Gründe dafür. Hartley (dessen Vorname genau einmal kurz am Anfang erwähnt wird und den ich folglich vergessen/überlesen hatte, sodass ich am Ende, als er tatsächlich mal bei ihm genannt wird, vollends verwirrt war, wer denn nun gemeint ist) ist zweifelsohne ein netter Kerl und wird im Laufe der Geschichte zu einem guten Freund für Corey. Oder halt eben zu einem Zeitvertreib. Durch seine eigene Verletzung ist er nicht so in Partylaune, weswegen er viel Zeit mit Corey und einem Videospiel verbringt. Das ist süß und nett und alles; außerdem gehen beide nach ihrer gemeinsamen Vorlesung zusammen essen und so – was dafür spricht, dass er gern Zeit mit ihr verbringt. Trotzdem schwingt die ganze Zeit das Gefühl mit, dass das eben nicht der Fall wäre, wenn seine Freundin nicht gerade ein Auslandssemester in Europa machen würde. Dann würde er seine Zeit nämlich mit ihr verbringen und keinen weiteren Gedanken an Corey verschwenden. Nunja, passiert, genauso wie es passiert, dass seine Freundin ihn an seinem Geburtstag versetzt und er Trost bei Corey sucht. Voll logisch, nicht wahr? Ebenso die Tatsache, dass die beiden dann natürlich im Bett landen – bietet sich halt an. Ich meine – das kann man alles machen, Hartleys Freundin ist jetzt auch nicht wirklich eine treue Seele und auch wenn diese Art von Betrug natürlich blöd ist, kann man das alles auch so in ein Buch bringen, wenn man eben die richtige Botschaft damit vermittelt. Hier wirkt es allerdings wie ein Mittel zum Zweck oder das Abhaken der Checkliste „Was fehlt noch bis zum großen Drama?“

Abgesehen von ihren undurchschaubaren Handlungen wusste ich bis kurz vor Ende des Buches nicht, was diese beiden Charaktere denn letztendlich ausmacht. Es kam mir vor, als hätten beide vor ihrem Start am Harkness-College kein Leben gehabt; noch schlimmer – keine Persönlichkeit. Beide bleiben absolut flach, man erfährt nicht, was ihnen außer Eishockey wichtig ist, was sie bewegt, was sie beschäftigt. Hartley bekommt gegen Ende des Buches noch ein wenig Familiendrama, was im Buch immer mal wieder dezent angedeutet wird – einfach, damit er auch was eigenes hat, aber das war’s dann halt auch. Ich kenne sie nicht, also fällt es mir schwer, die beiden wirklich zu mögen oder überhaupt eine Haltung zu ihnen zu haben. Und das ist echt ne Leistung, wenn das Buch schon aus der ersten Person geschrieben ist.

Selbst handwerklich wirkt die Geschichte unausgegoren. Szenen werden nicht auserzählt und einfach abgebrochen, wenn man nicht weiß, wie man sie zum Abschluss bringen soll. Übergänge zwischen den Szenen sind vollkommen willkürlich und ergeben einfach keinen Sinn – es gilt einzig und allein, die Geschichte nach vorn zu treiben. Es wirkt wie ein Buch, das kein anständiges Lektorat erhalten hat und soweit ich das rausfinden konnte, ist es das eben auch. Das ist bei Selfpublishern ein bekanntes Problem, macht aber nix, denn Erfolg haben sie ja trotzdem damit. Dass ein deutscher Verlag das dann allerdings ohne Rücksicht auf Verluste einkauft, so lässt, und es als geilen Scheiß verkauft – das ist einfach nur blöd.

Zur Übersetzung mag ich fast gar nix mehr sagen, muss ich aber. Sie ist gut, abgesehen von den Spitznamen. Würde mir ein Kerl permanent mit „Hey, heißer Feger“ oder „Schönste“ kommen (obwohl er eine Freundin hat, die er eben auch so nennt), würde ich mich ihm ganz sicher nicht an den Hals werfen. Aber was weiß ich schon?

Long story short: Liebe kann nicht heilen und dieses Buch erst recht nicht. Im besten Fall ist es ein guter Zeitvertreib, wenn man wirklich viel Langeweile hat und keinen Wert auf irgendwas legt. Außerdem ist es optisch ganz hübsch. Das wars dann aber auch schon.


The Ivy Years – Bevor wir fallen

Broschiert: 352 Seiten || Verlag: LYX; Auflage: 1. Aufl. 2018 (29. März 2018) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3736304501 || ISBN-13: 978-3736304505 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
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Jack – Anthony McCarten

Kurzbeschreibung

Er ist nur noch ein Abglanz seiner selbst und säuft sich in Florida zu Tode: Jack Kerouac, Idol der Beatniks, der einst das Leben seines Freundes Neal Cassady ausschlachtete, um es zum Kultroman der 1950er Jahre zu verdichten. Da steht aus heiterem Himmel eine Literaturstudentin vor seiner Tür. Ihr Traum: als seine erste Biographin sein Leben aufzuschreiben. Jack weigert sich und lässt sich doch von Jans Bewunderung zu einem Blick zurück verführen. Ein Trip, aus dem keiner der Beteiligten heil herauskommt.

Rezension

Ich sah das Buch, las Jack Kerouac und es war um mich geschehen. Und vielleicht war das der Fehler. Aber ich fühlte mich dennoch bestätigt, als ich kurz nach dem Kauf Tinas lobende Worte las. Fakt ist, begeistern konnte es mich nicht wirklich, allerdings hab ich jetzt genug Motivation, um endlich On the road zu lesen.

Die Geschichte ist gut – eine junge Literaturstudentin macht sich auf, um eine Biografie über ihr Idol zu schreiben, doch von dem einstigen Helden der 50er ist nicht mehr viel übrig. Und obwohl es bisher niemand geschafft hat, so nah an ihn heranzukommen, erhält Jan zumindest eine Chance. Was folgt, ist eine spannende Abfolge von Ereignissen, geschickt in drei Teile aufgeteilt.

Ganz anders verhält es sich aber mit der Schreibweise. Auf den ersten 50 Seiten war ich kurz davor, das Buch einfach wegzulegen, weil ich dieses Geschwafel nur schwer ertragen konnte. Ist es denn wirklich so schwer, sich klar auszudrücken?

Davon abhalten konnte mich einzig und allein die Tatsache, dass das Buch nicht sehr lang ist und der zweite Teil eine unverhoffte Wendung versprach – die mir außerordentlich gut gefallen hat. Ab da wurde es tatsächlich besser, wenn auch nicht super gut. Und dann kam der dritte Teil und ich fühlte mich ein bisschen verarscht. Ich meine, ich vestehe, was er damit erreichen wollte und warum er zu dieser Wendung gegriffen hat, aber es ist immer ein bisschen ärgerlich, wenn eine von Anfang an unsympathische Protagonistin einem ans Herz wächst und man dann am Ende feststellen muss, dass die erste Intuition doch die richtige war.

Jetzt ist das natürlich alles Fiktion, ein bisschen was wäre wenn, angereichert mit wenigen tatsächlich existierenden Textschnipseln, die es in Briefen zu lesen gab. Der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte allerdings ist erfunden.

Alles in allem konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen. Ich fühle mich dem guten, alten Jack nicht näher als vorher.


Jack übersetzt von Gabriele Kempf-Allié & Manfred Allié

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten || Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (28. Februar 2018) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3257068565 || ISBN-13: 978-3257068566 || Originaltitel: American Letters

Bis zum Himmel und zurück – Catharina Junk

Kurzbeschreibung

Drama, Crime und Love-Stories. Als Drehbuchautorin kann Katja unzählige Leben leben, ohne selbst große Gefühle zu riskieren. Perfekt also. Okay, manchmal kommt Ratko vorbei, aber Liebe ist das eigentlich nicht. Doch als Katja eine Familienserie entwickeln soll, klappt es mit dem Schreiben plötzlich nicht mehr. Ihre eigene Familie ist nämlich ein Trümmerhaufen. Als sich dann ihre Mutter mit einer erschütternden Neuigkeit meldet, wie aus dem Nichts eine Halbschwester auftaucht und Katja ständig an Joost denken muss, kann sie sich nicht länger vor ihrer eigenen Geschichte verkriechen. Die muss nämlich dringend neu geschrieben werden…

Rezension

Ich weiß gar nicht, welchem Genre ich dieses Buch zuordnen soll. Für typisches New Adult ist die Protagonistin fast zu alt, außerdem ist die Geschichte viel tiefer als bei Büchern aus dem Genre. Für einen Frauenroman allerdings ist Katja wieder zu jung. Es spielt auch eigentlich gar keine Rolle, denn dieses Buch hat mich mitten ins Herz getroffen und nicht mehr losgelassen.

Das Ding ist nämlich – und vielleicht können das viele von euch nicht nachvollziehen – aber das was Katja in diesem Buch passiert, ist eine meiner größten Ängste. Dass meinem Vater, mit dem ich keinen Kontakt mehr habe, irgendwas passiert und plötzlich irgendwas von mir gefordert wird, was ich nicht erfüllen kann oder will. Sogar die Halbschwester hätte ich, allerdings fehlt der Stiefbruder – so weit ich weiß. Es ist also kompliziert, weswegen ich mich aber sehr gut in Katja hinein versetzen konnte.

Die Geschichte springt immer wieder zwischen heute und damals und so erfährt man nicht nur, was jetzt gerade in Katjas Leben passiert, sondern auch wie es vor Jahren zu dem Bruch mit ihrem Vater und dem schwierigen Verhältnis mit ihrer Mutter kam. Es ist keine schöne Geschichte, durchzogen von Schuldgefühlen und unausgesprochenen Worten, verdrängten Gefühlen und Schmerzen. Catharina Junk schafft es trotzdem, Katja trotz ihrer sarkastischen Art sympathisch wirken zu lassen und nachvollziehbar zu gestalten. Sie nimmt sich selbst nicht zu ernst und badet manchmal im Selbstmitleid, aber ohne zu nerven. Manche Szenen sind urkomisch – besonders, wenn andere (z.B. Rathko) bei Katja emotionale Nähe suchen und sie vollkommen analytisch reagiert.

Ein großes Plus des Buches sind auch die Dialoge, die 1:1 aus einem Drehbuch stammen könnten. Hier sitzt wirklich alles. Kein Wunder, denn Catharina Junk ist eben auch Drehbuchautorin. Ganz nebenbei wird immer wieder auf verschiedene Serien angespielt, was nicht nur gut zu Katja passt, sondern auch dem Leser Spaß nicht. Nicht selten denkt Katja sogar in Regieanweisungen oder stellt sich vor, wie diese eine Szene aus ihrem Leben wohl im Film aussehen würde.

An mehreren Stellen im Buch war ich den Tränen nahe, einfach weil Catharina Junk die Gabe besitzt, die wichtigen Szenen wirklich so darzustellen, dass man sie mit fühlt, als wäre man mitten drin. Sie trifft einen ganz besonderen Ton, der nicht gewollt auf die Tränendrüse drückt, sondern unterbewusst reagiert – und natürlich funktioniert das ganze auch in die komische Richtung, sodass traurigschöne und urkomische Szenen im fliegenden Wechsel aufeinander folgen.

Zusammengefasst ist dieses Buch ein einziges ‚Ja. Nein. Uh, doch!‘ im positiven Sinne – ein Wechselbad der Gefühle. Es ist kurzweilig, witzig, emotional und eine wunderbare Geschichte über Familie und Freundschaft. Und wenn wir bei den Serien bleiben: Am ehesten würde ich dieses Buch in eine Kategorie mit This is us bringen.


Bis zum Himmel und zurück

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten || Verlag: Kindler; Auflage: 1 (13. März 2018) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3463406942 || ISBN-13: 978-3463406947

5 Tipps, um deine Lieblingsbücher zu supporten.

Photo by César Viteri on Unsplash

1. Kauf das Buch.

Am besten natürlich im unabhängigen Buchhandel. Geht nicht immer, aber immer öfter, wenn man nur will. Und wenn das Buch nicht vorrätig ist – frag danach. Zum einen wird man es dir bestellen, zum anderen wächst die Aufmerksamkeit der Buchhändler, je öfter sie gefragt werden. Vielleicht ist es nicht da, weil sie dachten, dass es sich nicht verkaufen lässt, aber da kannst du sie eines Besseren belehren. Und wenn das Geld nicht reicht, gibt es ja auch immer noch Bibliotheken. Denn auch wenn man die Bücher ausleiht, unterstützt man damit die Autoren.

2. Lies das Buch.

Logisch, oder? Außerdem ist das der Teil, der wirklich Spaß macht.

3. Schreib eine Rezension.

Hast du einen (Buch-)Blog? Prima, dann weißt du ja, wie das geht. Falls nicht, ist das auch kein Problem – zum Beispiel auf Lovelybooks oder Goodreads kannst du Bücher bewerten und rezensieren, auch ohne dass du einen Blog hast. Gleichzeitig kannst du über die Community neue Freunde finden, die den gleichen Geschmack haben wie du. Und natürlich kann man auch auf Amazon, Thalia, etc. bewerten und Rezensionen einstellen.

Pro-Tipp: Viele Blogger sind davon abgeschreckt, dass Amazon es zur Bedingung macht, dass die eingestellte Rezension nirgendwo anders genauso aufzufinden ist – für die meisten ist das zu viel Aufwand, extra für Amazon noch eine Rezension zu schreiben. Mach es trotzdem, denn auch wenn da nur 2-3 Sätze zum Buch stehen – je mehr Rezensionen da sind, umso besser wirkt sich das auf die Sichtbarkeit aus. Es lohnt sich also, auch wenn man mit Amazon auf Kriegsfuß steht, denn ihr helft damit den Autoren.

4. Geh zu Lesungen.

Das ist manchmal schwierig, ich weiß das selbst, denn ich komme aus einem kleinen Kaff und hier findet nie irgendwas Spannendes statt. Aber wenn du die Möglichkeit hast – geh hin und schau nicht stattdessen den Livestream an, denn auch das zeigt, dass Interesse vorhanden ist.

Pro Tipp: Wenn du willst, dass Autoren auch in deinem Kaff mal vorbeischauen – sprich deine Lieblingsbuchhandlung an. In den meisten Fällen werden Lesungen nämlich von den Buchhändlern angeregt und organisiert und nur wenn sie wissen, dass Interesse vorhanden ist, können sie auch entsprechend reagieren. Einen Versuch ist es allemal wert.

5. Erzähl deinen Freunden davon.

Machst du ja wahrscheinlich eh, wenn es dir gefallen hat, sollte also auch nicht so das Problem sein. Und wenn deine Freunde nicht lesen: Twitter, Instagram & Co. geht halt auch immer – und wer macht nicht gern schöne Bilder von Büchern und steckt andere mit seiner Begeisterung an? Mund-zu-Mund-Propaganda ist die wertvollste Waffe!

Was, wenn wir fliegen – Kim Nina Ocker

Kurzbeschreibung

Eine Trapezkünstlerin lässt sich fallen …

Sophie war Luftartistin – bis zu einem tragischen Sturz. Danach hatte sie sich geschworen, nie wieder an einem Trapez zu turnen. Als bei einem Zirkus ein Mädchen für alles gesucht wird, bewirbt sich Sophie spontan und bekommt prompt den Job – von ihrer Vergangenheit erzählt sie jedoch nichts. Ihr altes Leben geheim zu halten wird allerdings schwieriger als gedacht. Denn plötzlich steht Bo vor ihr: ein charmanter Feuerkünstler, den sie von der Artistenschule kennt. Langsam kommen sich Sophie und Bo näher, und sosehr sie es auch versucht, sie kann seiner Anziehung nicht widerstehen. Doch ihre Vergangenheit scheint sie einzuholen – Denn jemand will um jeden Preis verhindern, dass Sophie wieder auf der Bühne steht.

Rezension

Normalerweise mache ich das nicht. Ich rezensiere keine Bücher von Freunden, einfach weil ich da nicht unbefangen rangehen kann und ja oft ohnehin im Entstehungsprozess schon eingebunden bin, sodass ich das Ergebnis nur gut finden kann. Bei Kim ist das aber nicht so. Wir sind halt schon irgendwie Freunde, aber ich wusste über dieses Buch tatsächlich vorher gar nichts und jetzt, wo ich es gelesen habe, will ich es einfach jedem empfehlen. Ob ihr das jetzt ernst nehmt oder nicht, bleibt euch überlassen. Ich versuche einfach, meine Lobeshymne so gut wie möglich zu begründen.

Zunächst mal geht es irgendwie um Zirkus, das lassen schon Cover und Klappentext vermuten und das war für mich letztendlich auch der Punkt, weswegen ich es unbedingt lesen wollte. Einen New Adult-Roman mit Zirkus-Flair hatte ich noch nicht, gibts glaube ich auch nicht und ich war gespannt, wie es Kim schafft, die magische Atmosphäre eines Zirkuszeltes auf einer Buchseite einzufangen. Das ist ihr wunderbar gelungen. Ein großes Plus gibt’s noch dafür, dass der Zirkus ein reiner Artistenzirkus ist – es gibt mit Ausnahme einer Hundenummer keine Tiere (spielt für viele vielleicht keine Rolle, aber ich find’s großartig!).

Aus einer Schnapslaune heraus bewirbt sich Sophie dann als Mädchen für alles bei dem Zirkus und wird trotzt ihrer ungewöhnlich formulierten Bewerbungsmail tatsächlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das ganze ist so humorvoll dargestellt, das man gar nicht anders kann, als mit einem Grinsen im Gesicht zu lesen. Dass sie dann aber auch die Courage beweist, tatsächlich hinzugehen, zeugt von wahrer Größe. Außerdem spricht es dafür, dass sie ihre Leidenschaft eben doch nicht einfach so aufgeben kann.

Alle Charaktere im Buch sind äußerst liebevoll gestaltet – jeder hat seine Eigenheiten, Ecken und Kanten, aber fast alle sind zudem äußerst liebenswert und bisweilen ein wenig schrullig – typisch Zirkusvolk eben. Besonders Bo sticht dabei hervor, und das nicht nur, weil er eben der Love Interest ist, sondern hauptsächlich deswegen, weil er sich nicht wie ein Arschloch verhält, sondern Sophie wirklich hilft. Er pusht sie bis an ihrer Grenzen, lässt ihr aber auch genug Freiraum, damit sie sich selbst entfalten kann. Zwischen den beiden kracht es oft gewaltig, hauptsächlich aber, weil Sophie nicht genug Vertrauen hat, sich komplett fallen zu lassen.

Und während Sophie immer mehr Gefallen am Zirkusalltag findet, fangen die anonymen Emails wieder an, bei ihr einzutrudeln. Das ganze geht soweit, dass andere Zirkusmitglieder in Gefahr gebracht werden.

Was, wenn wir fliegen ist eine wunderschöne Geschichte über Träume, Schuld, Reue und Liebe und zeigt einmal mehr, dass New Adult auch mit deutschem Setting bzw. deutscehn Charakteren funktionieren kann. Absolute Leseempfehlung für Fans des Genres!


Was, wenn wir fliegen

Format: Kindle Edition || Dateigröße: 1239.0 KB || Seitenzahl der Print-Ausgabe: 368 Seiten || Verlag: beHEARTBEAT by Bastei Entertainment; Auflage: 1. Aufl. 2018 (1. März 2018) || Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l. || Sprache: Deutsch || ASIN: B0787BM8FJ
Taschenbuch: 368 Seiten ||Verlag: Bastei Lübbe Ag; Auflage: 1. Aufl. 2018 (1. März 2018) ||Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3741300853 ||ISBN-13: 978-3741300851 ||Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahre

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Warum ihr alle The Bold Type schauen müsst…

Ich wusste nicht, dass ich eine neue Lieblingsserie brauche – gefunden habe ich sie trotzdem und genau dewegen möchte ich sie euch ans Herz legen. The Bold Type basiert auf der Geschichte von Joanna Coles, Chefredakteurin von Cosmopolitan und CCO für Hearst Magazines. Ich habe die erste Staffel innerhalb von 2 Wochen gleich zweimal gesehen und warte nun sehnsüchtig auf die zweite.

“Don’t say I’m sorry when you have nothing to apologize for.”
– Jacqueline –

Worum geht’s?

Dreh- und Angelpunkt der Serie ist die Redaktion des Scarlet Magazines, eine Zeitschrift für junge Frauen. Neben Jacqueline Carlyle, deren Rolle als Chefredakteurin der von Joanna Coles nachempfunden ist, geht es um Jane Sloan (Autorin), Kat Edison (Social Media Director) und Sutton Brady (Assistentin), eine Gruppe junger Frauen, die der Zuschauer dabei begleitet, ihre eigene Stimme, Identität und Sexualität zu finden.

Die Serie beginnt damit, dass Jane von einer Assistentin zur Autorin befördert wird und nun vor ganz neuen Problemen steht: Mit welchen Artikeln kann sie nicht nur Jacqueline sondern auch die Leser des Magazins davon überzeugen, dass sie eine Stimme hat, die gehört werden muss? Sutton, die seit drei Jahren die Assistenz der Chefredakteurin ist, träumt von einer Karriere im Bereich Fashion, erfüllt dafür aber nicht die nötigen Anforderungen. Außerdem hat sie eine (geheime) Beziehung zu einem Vorstandsmitglied. Und Kat beginnt nach einem zusammentreffen mit der lesbischen, muslimischen Fotografin Adena El-Amin ihre sexuelle Identität zu hinterfragen.

“Go in there with the confidence of an incredibly average white man.”
– Kat –

Warum sollte ich das schauen?

Bist du eine junge Frau am Anfang deines Arbeitslebens oder mitten drin? Dann ist das genau deine Serie. Jacqueline zeigt das Bild einer Chefin, wie sie sein sollte – natürlich fordert sie ihre Schützlinge und das nicht gerade selten und nachgiebig, aber auch nicht um jeden Preis. Es geht ihr nicht allein um den Erfolg des Magazins, sondern vor allem auch darum, das bestmögliche aus Jane herauszukitzeln. Trotz der gegebenen Distanz wirkt sie wie ein Mentorin.

Die Freundschaft der drei Hauptcharaktere ist ein weiterer Punkt, denn sie zeigt, dass Freundschaft zwischen Frauen auch ganz ohne Zickerein und Neid funktionieren kann, indem man sich respektiert und gegenseitig unterstützt. Dann haben nämlich alle was davon. Außerdem glaube ich, dass man sich gut in den drei wiederfinden kann. Die Serie zeigt deutlich, was man erreichen kann, wenn man den Mut hat, dafür zu kämpfen.

Für mich außerdem positiv: ich finde die Serie sehr divers. Abgesehen von macht es aber auch einfach Spaß, die drei auf ihrem Weg zu begleiten.

“First of all, I can screw whoever I want.”
– Sutton –

Für Fans von…

Es ist eine Mischung aus Sex and the City, Gossip Girl und Der Teufel trägt Prada ohne den Teufel. Natürlich ist alles irgendwie hübsch und unerschwinglich, trotzdem kämpfen die Charaktere mit ganz normalen Problemen.

Trailer

“To having adventures. And making mistakes. To sleeping with the wrong people and the right people. And to unleashing holy hell.”
– Jane, Kat, & Sutton –

Die erste Staffel umfasst 10 Folgen á 45 Minuten, ansehen kann man sich das ganze synchronisiert oder OV auf Amazon Prime.