Kre-a-tiv

Manchmal tu ich sowas, ich setze mich hin und schreibe was und dann ist es sogar auch noch halbwegs brauchbar, auch wenn ich meistens keine Ahnung habe, wie ich das nun wieder hingedeichselt habe… Have fun =)

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Kennst du das Gefühl, einfach von einer Brücke springen zu wollen und alles ist gut? Weißt du, wie es sich anfühlt, kurz vorm Sprung zu sein, die Leichtigkeit zu spüren und alles hinter sich zu lassen? Wie es ist, diese Freiheit, die du für diesen ganz kurzen Moment spürst, mit jeder Faser deines Körpers aufzusaugen?

Nein?!

Ich schon. Du fragst dich, warum ich dann noch mit dir reden kann… zu Recht, denn schließlich kommt dieses Gefühl erst ganz kurz vor dem ultimativen, dem letzten, dem finalen… dem Tod. Aber ich bin nicht gesprungen.

Die meisten würden sagen, dass man ab diesem Punkt keine Wahl mehr hat. Man muss es tun, es gibt kein Zurück mehr. Der Point of no Return. Warum ich den Konjunktiv benutze? Nunja, würden bedeutet in dem Fall ‚wenn sie noch könnten‘. Können sie aber nicht. Warum? Weil es für sie kein Zurück mehr gab…

Du stehst hier, auf dieser Brücke und du willst es. Du willst springen. Doch tust du es? Denk nach!

Geh noch einen Schritt vor, bis ganz an den Rand. Keine Angst, du stehst noch fest. Es passiert nichts, was du nicht willst. Ob du springst, hängt ganz von dir ab. Willst du? Spürst du den Wind? Recht kühl hier oben, hättest du nicht gedacht. Nein!

Nicht das Gleichgewicht verlieren, sonst wird es doch noch ein Unfall. Und du hörst sie schon, wie sie sagen werden „Noch zum springen war er zu blöd. Ist über seine eigenen Füße gestolpert…“ Das willst du nicht. Du willst es den Idioten beweisen, oder? Du willst ein Statement setzen, ihnen zeigen, wohin sie dich mit ihren dummen Sprüchen und ihren Streichen getrieben haben. Ja, wusste‘ ich‘s doch. Meinst du nicht, dass du ganz schön verbittert bist? Nein? Hm, find ich schon…

Aber gut, du hast dir Gedanken gemacht, nicht? Du hast dir das gut überlegt und es soll so sein. Dann bitte, das ist deine Show. Ich bin nur durch Zufall hier und hab nichts mit dir zu tun.

Nein ehrlich, ich will da nicht mit reingezogen werden. Das ist ganz allein dein Ding. Ich werd einfach gehen und dich das hier durchziehen lassen. Mach ruhig weiter. Schönes Leben noch… oder eben auch nicht.

Entschuldige, aber was willst du von mir? Wie ich das meine? Du kommst hier hoch und willst springen. Also brauch ich dir wohl kein schönes Leben mehr zu wünschen, meinst du nicht? Wär wohl ein bisschen überflüssig, da es wohl eh nur noch ‘ne knappe Stunde dauert. Maximal. Die Wünsche kann ich mir dann doch für jemanden aufheben, der’s gebrauchen kann.

Och komm, meinst du wirklich, es nützt was, wenn du jetzt anfängst zu heulen?

Naja, hast du dir wohl doch nicht soo gut überlegt… Komm mal her, weg da, sonst wird’s doch noch n Unfall.

Du zitterst ja… weißt du, wenn du das jetzt tust, zeigst du niemandem etwas. Glaubst du, die Leute, die dich dein Leben lang schikaniert haben, denken auch nur daran, dass sie der Grund sein könnten? Glaubst du, es interessiert sie überhaupt? Hat es sie je interessiert? Nein? Na siehst du. Und was hast du dann davon? Genau, nichts.

Du glaubst, du musst das jetzt tun, weil du schließlich schon hier oben stehst? Du denkst, es wäre feige, jetzt nein zu sagen? Versteh ich… versteh ich sogar gut. Aber manchmal denken Menschen komisch und manchmal sogar falsch. Dein Leben ist kacke, das kann sein. Doch ist es nicht viel feiger, davor wegzulaufen? Wenn du jetzt springst, hast du keine Probleme mehr, das ist richtig. Aber im Grunde läufst du doch nur weg, weil du Angst hast. Du hast Angst, dich deinen Problemen zu stellen. An ihnen kaputt zu gehen. Das willst du nicht.

Ich sag dir mal was. Du musst keine Angst haben. Du wirst denken, dass du an ihnen zerbrichst, dass du kaputt gehst und dass es niemals wieder gut wird. Und dann wirst du aufstehen, einen Schritt nach vorne gehen. Dann noch einen, ganz langsam, und immer so weiter. Du musst nichts überstürzen. Tu nur langsam. Alles ist gut. Glaubst du nicht? Dann schau mal… es geht doch. Wo ist jetzt dein Problem? Du siehst es nicht mehr? Naja, du bist nach vorne gegangen und hast es hinter dir gelassen. Und ganz nebenbei bist du ein bisschen stärker geworden. Nicht viel, aber mit der Zeit wird es immer mehr, du wirst sehen.

Ich werde dich nun wieder alleine lassen. Du schaffst das schon, du brauchst mich nicht. Du bist stark. Du kannst das allein.

Wer ich bin? Das ist ne gute Frage… kannst du mich sehen? Nein? Dann existiere ich wohl nicht…

Meinst du, ich müsste real sein, nur weil du dich mit mir unterhalten kannst? Das ist ein Trugschluss! Du redest ja auch oft mit dir selbst, oder? Ja, siehst du… vielleicht bin ich ja nur die Stimme in deinem Kopf, auf die du sonst nie hörst…

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