Blood Magic – Tessa Gratton

Es hört sich ganz einfach an: Zeichne einen Kreis … Lege ein welkes Blatt in den Mittelpunkt … Sprich einen Zauberspruch … Und opfere einen Tropfen Blut …

Der letzte Teil ist keineswegs einfach. Aber Silla spürt, dass der Zauber richtig ist. Und richtig war in Sillas Leben nichts mehr, seit ihre Eltern einen grausamen Tod fanden. Erst das geheimnisvolle Zauberbuch, das ein Unbekannter vor ihrer Tür abgelegt hat, scheint Sillas Leben wieder Sinn zu geben. Ein Buch voller Zaubersprüche, die allesamt mit dem Blut des Magiers ausgeführt werden. Als Silla tief in den Strudel ihrer eigenen berauschenden Magie gezogen wird, gibt es nur einen, der sie warnt: Nick,der Junge von nebenan, der ahnt, dass die Blutmagie dunkle, uralte Mächte heraufbeschwört und dass sie Segen sein kann – oder Fluch.

~ Magie gibt es wirklich! Du hast sie im Blut… ~

Manchmal ist das Leben echt komisch. Man folgt Maggie Stiefvater auf Twitter und plötzlich spricht sie von einer Tessa Gratton, die ein wunderbares Buch geschrieben haben soll. Zwei Sekunden später folgt man auch ihr, besucht ihre Homepage, findet raus, dass das Buch „Blood Magic“ heißen wird und nur weniger Monate später erscheint. Die Zusammenfassung klingt gut. Man beschließt, dass man es haben muss…

Und nun hatte ich es. Nur zwei Tage und die knapp 450 Seiten waren durch. Und ich liebe dieses Buch.

Silla lebt mit ihrem Bruder und ihrer Großmutter in Yalehla, einer kleinen Stadt. Ihre Eltern starben im Sommer durch einen schrecklichen Unfall, zumindest ist Silla davon überzeugt. Alle anderen Bewohner der Stadt geben die Schuld jedoch ihrem Vater, denn alles sieht danach aus, als hätte er zunächst seine Frau erschossen und dann sich selbst. Selbst. Sillas Bruder Reese hat den Glauben an seinen Vater verloren.

Als Silla ein Buch mit Zaubersprüchen vor ihrer Haustür findet, dass offenbar von ihrem Vater geschrieben und ihr von dem ominösen Diakon zur Verfügung gestellt wurde, kommt Schwung in die Geschichte. Sie probiert einen der Zaubersprüche auf dem Friedhof aus und wird dabei von Nick beobachtet, dem Nachbarsjungen, der erst vor Kurzem in die Stadt zog. Beide fühlen sich zueinander hingezogen – beide haben Magie im Blut – und beide haben Geheimnisse…

~ Ich heiße Josephine Darly, und ich habe vor, ewig zu leben. ~

Ich glaube, ich erwähnte bereits, dass ich das Buch liebe. Und nicht nur das Buch, auch die Charaktere. Drusilla Kennicot ist exakt der richtige Charakter im richtigen Buch zur richtigen Zeit. Auch wenn alle glauben, dass sie verrückt ist, wie ihr Vater – sie ist es nicht. Sie ist besonders, einmalig, stark und doch gebrochen. Denn ihr wurde alles genommen, was ihr etwas bedeutete. Als sie entdeckt, dass sie zaubern kann, findet sie neuen Halt ihn ihrem Leben.

Nicholas Pardee ist der neue Junge in der Stadt. Er ist anders, denn er kommt aus Chicago, einer Großstadt, in der sich niemand dafür interessiert, wie man sich kleidet oder spricht. Als er Silla allein auf dem alten Friedhof entdeckt und sieht, wie sie einem verwelkten Blatt neues Leben einhaucht, kehren langsam aber sicher die Erinnerungen an seine Mutter, die ihn einst verlassen hat, zurück. Sie gilt als verrückt, doch Nick weiß es besser. Und er weiß, dass es eine Verbindung zwischen ihm, Silla, seiner Mutter und ihrem Vater gibt…

Die Nebencharaktere bestechen vor allem durch ihre Vielfalt. Großmutter Judy, die wie Nick aus Chicago kommt, um sich um die Enkel ihres geschiedenen Mannes zu kümmern, bildet eine Konstante in deren Leben. Reese ist der große Bruder, den man sich wünscht. Obwohl er die Schuld für den Tod seiner Eltern allein bei seinem eigenen Vater sieht, hilft er Silla herauszufinden, was es mit dem Zauberspruchbuch auf sich hat und entdeckt, dass auch er sich möglicherweise getäuscht hat.

Lylith hingegen bringt ein bisschen Pfeffer in die Geschichte, gerade da wo es nötig ist, aber niemals zu viel. Nicks Vater ist der typische Karriere-Mann und mit einer der wenigen Charaktere, die man vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätte. Eric und Wendy als Sillas Freunde runden die Geschichte ab.

~
Wer niemals länger allein auf einem Friedhof war,
kann eigentlich nicht wissen, wer er ist.
~

Ein Highlight im Buch sind die Tagebucheinträge von Josephine und Sillas Vater. Man erfährt unglaublich viel, auch wenn man es zunächst nicht zu deuten weiß. Aber am Ende fügt sich alles zusammen und ergibt eine atemberaubende Geschichte, bei der man nicht aufhören kann, zu lesen.

Abschließend kann ich nur sagen: Ich liebe das Buch. Neben all den Büchern, die sich mit Magie beschäftigen, findet Tessa Gratton in ihrem Erstlingswerk neue Ansätze und bezaubert den Leser mit einer Geschichte, die es bisher so nicht gab. Die immer wiederkehrenden Shakespeare-Zitate sind mein persönliches Highlight und verleihen der Geschichte den nötigen blutigen Touch.

„Blood Magic“ ist eine Stand-Alone Geschichte, was gegenwärtig eher selten ist. Umso überraschender, dass man sich ausgerechnet hier mehr wünscht – aber auch das kann nur ein gutes Zeichen sein.

ツ ツ ツ ツ

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