[Gelesen & Gesehen] Twelve

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+ Das Buch

White Mike ist clean. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er kifft nicht. Aber er ist ein erfolgreicher Drogendealer. White Mike war gut in der Schule, auch wenn die Schulzeit seit sechs Monaten vorbei ist. Und obwohl sich manche Leute fragen, was er eigentlich die ganze Zeit treibt, kümmert es keinen, dass sich White Mike ein Jahr Auszeit nimmt, bevor er dann aufs College geht. Vielleicht aber auch nicht. White Mikes Kunden sind Highschool-Schüler, die in den Schulferien gegen die Langeweile kämpfen und dabei viel Geld ausgeben. Während ihre erfolgreichen Eltern im Urlaub oder auf Geschäftsreisen sind, feiern sie in deren New Yorker Villen und Luxusapartments Sex- und Drogenpartys. Es ist kurz nach Weihnachten, und Silvester soll die größte Party aller Zeiten stattfinden … Der Roman Zwölf, den Nick McDonell im Alter von siebzehn Jahren schrieb, wird weltweit als literarische Sensation gefeiert und stand monatelang auf den amerikanischen Bestsellerlisten.

+ Der Film

Spring Break in New York. Während ihre reichen Eltern im Urlaub oder auf Geschäftsreise sind, wollen die gelangweilten Highschool-Kids der Upper East Side exzessiv feiern. Und White Mike (Chace Crawford) versorgt sie mit dem nötigen Stoff. Der 17-Jährige hat nach dem Tod seiner Mutter die High School geschmissen und dealt stattdessen mit Partydrogen. Er selbst rührt das Zeug nicht an, er trinkt noch nicht mal Alkohol. Alle hält er auf Distanz, selbst seine Jugendfreundin Molly (Emma Roberts), obwohl er heimlich in sie verliebt ist. Von seinem Doppelleben ahnt sie nichts. Da bietet ihm sein Dealer Lionel (Curtis Jackson aka 50 Cent) eine neue Droge an: Twelve wirkt wie ein Mix aus Kokain und Ecstasy und macht sofort abhängig. White Mike ist die Sache zu heiß, harte Drogen will er nicht verticken. Doch sein verstrahlter Cousin Charlie (Jeremy Allen White) will sich den Stoff auf eigene Faust besorgen und wird dabei ermordet. Ausgerechnet Mikes bester Freund Hunter (Philip Ettinger) gerät unter Mordverdacht. Währenddessen bereiten sich alle auf die große Geburtstagsfeier von It-Girl Sara (Esti Ginzberg) vor: Es ist die Party, bei der man dabei sein muss. Aber nicht jeder ist erwünscht, und was rauschhaft beginnt, endet in einer Katastrophe…

+ Tacheles

Das Buch ist tatsächlich schon 10 Jahre alt und ich hab es wahrscheinlich mindestens 20 mal gelesen. Das letzte Mal ist zugegebenermaßen schon ein bisschen her, sodass meine Erinnerung nicht mehr ganz so klar ist, aber: Wenn es mir nicht gefallen hätte, hätte ich es nicht so oft gelesen^^

Dementsprechend hab ich mich unheimlich auf den Film gefreut, der 2010 bereits in die Kinos kam. Vor kurzem hab ich mir dann die DVD besorgt und… ja, wurde ernüchtert oder so. DAs beste am Film sind Chace Crawford und Emma Roberts, deren Geschichten aber natürlich extra für den Film ausgeschmückt wurden. Während sie im Buch tatsächlich zunächst nur Freunde sind, ist im Film von Anfang an klar, dass sie über beide Ohren in ihn verliebt ist und ihn haben will. Das wäre an sich nicht so schlimm, wenn das Ende der beiden wenigstens befriedigend wäre.

Ansonsten hat man sich für die Kids der Upper Eastside wohl zu sehr an Gossip Girl orientiert. Ich seh ja ein, dass reiche Kids irgendwie in einer anderen Welt leben, aber muss es immer so total überzogen sein? To-bei-us mit seinen blaulackierten Fußnägeln war echt die Krönung.

Von der Stoty her ist der Film tatsächlich sehr nahe am Buch, was ich an sich sehr mag, aber gefallen hat er mir trotzdem nicht. Ob jetzt Spring Break oder Silvester – Party ist Party, das seh ich nicht so eng. Aber während im Buch die Stimmung gedrückter ist, kommt es im Film fast so rüber, als sei es cool, Drogen zu nehmen und bis zur Besinnungslosigkeit zu feiern. Die Szenen, in denen der Erzähler seine Weisheiten über White Mike zum besten gibt, wirken so lächerlich, dass ich es einfach nicht ernst nehmen kann.

Wenn man das Buch nicht kennt, wird man den Film scheiße finden. Hat man das Buch gelesen, kann man zumindest erahnen, wo der Film hinwill. Aber er kommt einfach nicht an das Buch ran.

+ Buch kaufen

+ Film kaufen

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2 thoughts on “[Gelesen & Gesehen] Twelve

  1. Ich hatte mich vor langer Zeit mal durch’s Buch gequält, weil ich es geschenkt bekommen hab. Konnte mich leider gar nicht überzeugen, mir war das irgendwie zu „dreckig“ und unpersönlich. Den Film hab ich dann auch mal angeschaut (und erst beim Gucken bemerkt, dass ich das Buch kenne), konnte mich aber genauso wenig mitreißen. Chace Crawford war nett anzuschauen ;)

    1. Naja, die knapp 200 Seiten gehen ja schnell und ich mochte es damals wirklich – vllt muss ichs nochmal lesen, ist ja wirklich schon länger her. Aber genau das dreckige hab ich im Film vermisst – der war mich zu oberflächlich. Aber im Grunde hat man nichts verpasst, wenn man beides nicht kennt =)

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