[Gelesen] Tender Bar (J. R. Moehringer)

+ Kurzbeschreibung

Eine Bar ist vielleicht nicht der beste Ort für ein Kind, aber bei weitem nicht der schlechteste. Vor allem das »Dickens« nicht, mit seinen warmherzigen und skurrilen Figuren: Smelly, der Koch, Bob der Cop mit seiner dunklen Vergangenheit oder Cager, der Vietnam-Veteran. Für den kleinen JR, der alleine mit seiner Mutter wohnt, sie alle sind bessere Väter als seiner es jemals war. JR wird erwachsen, und erfüllt sich seinen Traum: er geht nach Yale. Die Bar wird JR sein Leben lang begleiten. Dort hört er zum ersten Mal Sinatra, sieht Baseballspiele im Fernsehen, und trinkt sein erstes Bier. Und bekommt all das, was er braucht: Mut, Zuversicht und die Gewissheit, dass es nicht immer nur die Guten oder die Bösen gibt, dass Bücher Berge versetzen können und dass man an gebrochenem Herzen nicht stirbt. Ein abwechselnd herzzerreißender und urkomischer Roman über tapfere Kinder, mitfühlende Männer und starke Mütter. Und darüber, dass Träume auch wahr werden können – wenn man für sie kämpft.

+ Rezension

Ich bin froh, dass ich mit Tender Bar gewartet habe, ich glaube nämlich nicht, dass es mir damals, als ich es zum ersten mal gesehen habe, gefallen hätte, geschweige denn, dass ich verstanden hätte, worum es geht. Ich hab vergleichweise lange an dem Buch gelesen, was aber auch einfach daran liegt, dass es JRs Leben von Kleinauf bis zum letztendlich großen Durchbruch als Schriftsteller beschreibt.

Die Höhen in seinem Leben sind rar, die Tiefen dafür umso bedeutungsvoller. Die fehlende Vaterfigur tut ihr übriges und so war ich nicht selten den Tränen nahe. Eine große Konstante ist die Mutter, die zwar nicht immer helfen kann, aber alles in ihrer Macht stehende tut, um ihren Sohn zu unterstützen – und dabei hat sie selbst jede Unterstützung nötig.

So manchmal hätte ich JR gerne eine verpasst, einfach weil er sein Ziel aus den Augen verloren hat und ein Martini oder ein Bier doch so viel verlockender waren, als der Schritt in die richtige Richtung. Aber es ist eben auch nicht einfach, aus seiner Comfort-Zone auszubrechen und so verstehe ich schon, warum die Bar zu seinem Rückzugsort, ja quasi zu seinem zu Hause wurde.

Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Bar und alle Menschen, die mit ihr in direkter Verbindung stehen. Außerdem ist es eine schöne Geschichte für Leser aber auch für Schreiber. Selbst wer sonst nicht gerne Biografien liest, wird sich hiermit anfreunden können. Kurzum: Es ist einfach toll.

Tender Bar ★★★★★

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag; Auflage: 5 (12. Februar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596176158
ISBN-13: 978-3596176151
Originaltitel: Tender Bar

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2 thoughts on “[Gelesen] Tender Bar (J. R. Moehringer)

  1. Hach das klingt so vielversprechend gut. Gerade nach Donna Tartt hab ich ja ein Buch gesucht das so ein bisschen über das Leben eines Menschen erzählt (Das hat mir ja so gut bei ihr gefallen, wie die Dinge einen Menschen immer prägen können). Ich muss gerade durch mein Studium immer viele Biografien lesen und finde sie inzwischen schon etwas langweilig, aber das klingt dann doch mehr als sei es einfach nur eine Geschichte und keine Biografie in dem Sinne, dass es nur um die reine Abhandlung des Lebens geht. Steht jedenfalls schon lange auf meiner Wunschliste. Genauer gesagt als du die Empfehlung dazu bekommen hast.

    1. Es ist wirklich eine tolle Geschichte und es liest sich überhaupt nicht wie eine Biografie. Kanns dir echt nur empfehlen =)

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