Von stürmischen Höhen und abgründigen Tiefen.

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Wuthering Heights wird weitgehend als Liebesgeschichte betrachtet – einer der größten und schönsten – und oft in einem Atemzug mit Stolz und Vorurteil genannt. Außerdem ist es Bellas Lieblingsbuch in Twilight und überhaupt eben ein Klassiker. Sollte man gelesen haben, muss man aber auch nicht.

Wir müssen auch nicht darüber diskutieren, ob ich mit meiner Meinung nun recht habe oder nicht (wie ich es diese Woche bereits mehrfach über Twitter tat). Es ist zweifelsohne eine gute Geschichte, aus der man viele Lehren ziehen kann, es ist schön geschrieben und zu recht auch ein Klassiker. Aber…

… es ist keine Liebesgeschichte, zumindest für mich nicht. Cathy und Heathcliff haben nur eine Sache gemeinsam, das ist gleichzeitig ihre einzige gute Eigenschaft: ihre Fähigkeit, zu lieben. Die beiden haben sich gesucht, aber nicht gekriegt. Warum nicht? Weil sie sich nicht zu schätzen wussten, als sie sich hatten. Shit happens.

… die Geschichte hätte nicht so ausgehen müssen, wenn es Ellen Dean nicht gegeben hätte. In einem Wikipedia-Artikel wird sie wie folgt beschrieben: „Die Haushälterin Ellen Dean, genannt Nelly, wird für Heathcliff ein Mutterersatz. Nachdem sie den Jungen zunächst ablehnte, beginnt sie, sein fremdartiges Wesen zu akzeptieren, und kümmert sich um ihn.“ Fakt ist allerdings, dass sie verhindert, dass Cathy und Heathcliff überhaupt eine Chance haben und auch später treibt sie immer und immer wieder einen Keil zwischen die beiden, und macht damit alles nur noch schlimmer. Zudem ist sie ene elendige Petze, mischt sich überall ein, macht Versprechen, die sie nicht einhält und belügt Leute, die ihr vertrauen. Ich an ihrer Stelle wäre vor Scham über mich selbst eingegangen, wenn ich Lockwood diese Geschichte so hätte erzählen müssen.

Es ist eine Tragödie über drei Generationen, die nicht so hätte verlaufen müssen.

 

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5 thoughts on “Von stürmischen Höhen und abgründigen Tiefen.

  1. Ein Klassiker, der noch auf meinem Stapel liegt (wie so vieles anderes :/ ). Ich bin nach deiner Rezension auf jeden Fall noch gespannter.

    1. Also Rezension würde ich das nicht nennen – ich hatte nur das Bedürfnis, ein paar Worte zum Buch zu verlieren ;)

      1. Na dann bin ich eben wegen deiner „paar Worte“ noch gespannter :D

  2. Huhu,
    ich habe das Buch erst letzte Woche gelesen. Schön irgendwie, dass gerade dazu ein Beitrag kommt. :)
    Ich war schon beeindruckt und finde es zurecht einen Klassiker der Weltliteratur. Mir hat die Lektüre durchaus Spass gemacht.
    Zwar sehe ich die Schuld nicht unbedingt bei Nellie, aber ich finde es ist trotzdem eines der garstigsten und bösartigsten Bücher, die es gibt. Von der viel gerühmten Liebesgeschichte habe ich nicht viel gespürt. Wie für Dich, fällt das Buch also nicht unter eine Love-Story.
    Viele Grüße sanne

    1. Na dann passt das ja :) Ich denke halt, dass sich sowohl Heathcliff als auch Cathy nicht mehr vom Wesen her geändert hätten, Nelly aber durchaus die Möglichkeit gehabt hätte, die Dinge anders zu lenken, wenn sie gewollt hätte. Aber vielleicht lag das auch einfach nicht in ihrem Wesen ;)

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