[Dies & Das] Wie viel darf eigentlich eine Lesung kosten?

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Vor ein paar Monaten hat Karla mal gefragt, welcher Preis eigentlich für eine Lesung gerechtfertigt ist – bei ihr ging es inkl. Gebühren und allem um 20 €, was ich damals schon heftig fand.

IMG_9342Zugegeben – ich bin ein bisschen verwöhnt. Als Buchmessenbesucher ist man es ja gewohnt, von einer Lesung zur nächsten zu gehen, ohne irgendwas zu bezahlen. Gerade in Leipzig braucht man sich nur an die Fantasy-Leseinsel zu setzen und kann sich den ganzen Tag eine Lesung nach der nächsten geben.
Alleredings waren wir auch da mal außerhalb des Messegeländes auf einer Lesung in einem alten Schwimmbad – dort haben 5 Autoren gelesen. Dafür 5 € zu bezahlen, fand ich absolut in Ordnung, zumal ich zwei der Autoren nicht kannte.

Sonst hält sich meine Lesungserfahrung aber eher in Grenzen, geschuldet der Tatsache, dass ich zwar nicht weit von Frankfurt und somit ziemlich in der Mitte von Deutschland wohne, aber alle Lesungen, die mich interessieren, doch zu weit weg sind. Einzig als Cassandra Clare in Gießen war, hab ich tatsächlich 7 € für eine Karte bezahlt und mir das angesehen – aber auch nur, weils wirklich direkt um die Ecke war. Bei einer größeren Entfernung hätte ich wie Kosten und Nutzen abwägen müssen, als auch das zeitliche Problem.

Aber was ist denn nun zu teuer und was geht gerade noch?

Als ich letzte Woche in München war, wurde langsam aber sicher bekannt, dass in diesem Sommer George R. R. Martin in Hamburg lesen würde – vermutlich meine erste und letzte Gelegenheit, ihn mal live zu sehen – da kann man nicht guten Gewissens nein sagen. Deswegen habe ich auch gleich zwei Karten bestellt – für je 29 € + Gebühren für Abbuchung und Versand. Ich liege also bei rund 65 € nur für die Karten. Dass ich noch nach Hamburg und wieder zurück sowie irgendwo schlafen muss, ist (noch) nebensächlich. Und eine Begleitung hab ich natürlich auch noch nicht.

Ich glaube, dass es für die Frage keine allgemeingültige Antwort gibt. Es ist immer ein bisschen ahängig davon, wie wichtig einem der Autor ist, welche zusätzlichen Kosten auf einen zukommen (Fahrt + Unterbringung + Verpflegung) und wie man das zeitlich geregetlt kriegt. Die Martin-Lesung ist sonntags Abends, ich fahre mit dem Zug knapp 6 Stunden bis nach Hause, das bedeutet, ich brauche an dem Montag definitiv frei. Wenn das ohnehin schon so ist, kann ich auch bereits Freitags anreisen und mir ein wenig von Hamburg ansehen.  Alles zusammen genommen wird es zwar richtig teuer, aber dafür lohnt sich das Wochenende insgesamt dann auch. Objektiv betrachtet ist es viel zu teuer, subjektiv ist es mir das in dem Fall aber wert.

Ich kann die Frage nur für mich beantworten, und da überwiegt die Hoffnung, dass ich von dieser Lesung wirklich was habe. Ich habe zwar schon gehört (und vermutet) dass er wohl nicht signieren wird, aber das ist bei der Größe der Veranstaltung auch schier unmöglich. Ich hoffe allerdings auf einen amüsanten Abend – Dennis Scheck trifft zwar selten meinen Geschmack, aber er selbst ist ein großer Martin-Fan, deswegen hoffe ich, dass er ihm auch das ein oder andere Detail über die nachfolgenden Bände entlocken kann. Ach ja – und weniger lesen, dafür mehr Fragen beantworten!

Was erwartet ihr bei einer Lesung? Warum besucht ihr überhaupt Lesungen? Wollt ihr den Text hören, Fragen beantwortet bekommen oder den Autor kennen lernen?

 

 

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15 thoughts on “[Dies & Das] Wie viel darf eigentlich eine Lesung kosten?

  1. Also, ich war bis jetzt bei 5 Cassandra Clare Lesungen und wenn man die Reisekosten für 3 London Trips abzieht, dann habe ich so ca. 15 €/Lesung bezahlt. Die beiden deutschen Veranstaltungen haben mich 1x gar nichts gekostet (war auch ’nur‘ eine Signierstunde) und das andere Mal etwas unter 10 €. Bei mir wäre bei 25 € Schluss – ich muss ja auch noch anreisen. Bei Lesungen finde ich es super, wenn Fragen beantwortet werden; Textpassagen müssen für mich nicht vorgelesen werden.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Spaß in HH und eine tolle Lesung! ♥

    1. Dankeschön =)
      Mich nervt das auch eher, wenn gelesen wird – vor allem, wenn erst englisch und dann deutsch gelesen wird, aber die Leute, die kein englisch sprechen, sollen ja schließlich auch was davon haben. Martin ist halt jetzt mal ne Ausnahme – für jemand anderen würde ich nicht so viel Geld ausgeben.

      1. Ich würde auch Ausnahmen machen, gar keine Frage. Es hängt immer davon ab, wer nach Deutschland kommt. Wenn JKR käme, würde ich durch ganz Deutschland reisen, um sie zu sehen :)
        Ich hoffe, du findest eine Begleitperson und eine gute Unterkunft in Hamburg.

      2. Da wäre ich auch sofort dabei^^
        Ach, bestimmt… ich hab noch ein paar Leute im petto xD

  2. Ich besuche sehr gern Lesungen, wenn ich in Berlin oder Umgebung irgendetwas Interessantes finden kann, was eher selten der Fall ist. Im März gehe ich zB zur Lesung von Cornelia Funke, wofür ich 9 Eur bezahlt habe. Da ich viele Lesungen außerhalb der Messe besuche, bin ich es gewohnt Geld dafür zu bezahlen, doch genau wie du gibt es bei mir eine Art Limit. Ich könnte jetzt keinen genauen Preis nennen, aber er liegt vermutlich so bei 15-20 Euro, wobei ich einen Unterschied zwischen deutschen Autoren und ausländischen Autoren mache bzw. solchen, die in Deutschland wohnen und solchen, die aus anderen Ländern kommen.

    Das soll nicht etwa heißen, dass mir deutsche Autoren weniger wert sind. Doch ein deutscher Autor kann innerhalb Deutschlands relativ günstig reisen, weshalb ich nicht einsehe für eine solche Lesung dann 20 Euro oder mehr zu bezahlen. Lieber verzichte ich dann, wie zB bei Andreas Eschbach, der laut eigenen Angaben noch dazu nicht einmal bereit ist mehr als ein Buch zu signieren. Bei Autoren, die beispielsweise aus den USA einfliegen, sodass neben Veranstaltungsort, Unterkunft und Verpflegung noch Flüge im vierstelligen Bereich anfallen, ist das etwas anderes. Da kann ich nachvollziehen, wenn die Lesung etwas teurer ist, weil man solche Kosten ja irgendwie wieder reinholen muss.

    Hinzu kommt natürlich der subjektive Aspekt, den du angesprochen hast. Manche Autoren sind mir natürlich mehr wert als andere. Nur wegen Colleen Hoover habe ich zB so viel Geld in die Hand genommen um dieses Jahr 4 Tage zur LBM zu fahren. Umso frustrierender ist es nun für mich, dass sie nicht mehr kommt, da ich nichts stornieren kann, aber egal.

    Ich kann jedenfalls verstehen, dass du für Martin so viel bezahlst, finde es aber ziemlich traurig, dass er nicht signiert. Ein Buch für jeden wäre doch sicher drin gewesen, schließlich sind die Karten ja limitiert und es können nicht auf einmal 3000 Fans auf eine Signatur warten.

    Hamburg fand ich persönlich nicht so toll und ich war froh, dass wir nicht länger geblieben sind, weil wir abends schon nicht mehr wussten, was wir uns noch anschauen sollen. Aber falls du Musicals magst, kann ich dir sowohl Phantom der Oper als auch König der Löwen sehr empfehlen ;) Und ab Herbst gibt’s Aladdin, sodass ich zumindest dafür auch noch mal nach Hamburg fahren werde.

    1. Ich versteh dich voll und ganz – klingt jetzt vielleicht ein bisschen blöd, aber bei einem deutschen Autor erwarte ich auch einfach eher, dass er für Lesereisen in Deutschland zur Verfügung steht, außerdem halten sich die Kosten tatsächlich in Grenzen. Bei ausländischen Autoren stellt sich halt auch die Frage, ob es überhaupt was bringt, wenn man Autor XY für Unsummen nach Deutschland bringt, ohne das auch nur ein Buch mehr verkauft wird.

      Wieder was anderes ist es halt, wenn einem außer der Lesung wirklich was geboten wird – bei Fitzek zB gibts Live-Musik und was weiß ich nicht alles, aber da bin ich nicht Fan genug^^

      Das mit Hoover ist echt Mist, tut mir auch sehr leid für dich. Da versteh ich auch nich, was da jetzt schief gegangen ist. Erst eine riesen Ankündigung und dann so heimlich, still und leise ‚Ach nee, wird doch nichts’… Das ist kacke. Dann lieber erst keine große Klappe haben und alle überraschen, als plötzlich abzusagen.

      Bei Martin soll es wohl signierte Exempare geben, aber er signiert halt nichts mitgebrachtes. Das find ich ok, lieber hab ich keine Signatur und tolle Erinnerungen als eine Massenabfertigung (wie zB bei Kai Meyer auf der LBM).

    2. Es sei mir die Anmerkung gestattet, dass es NICHT STIMMT, ich sei nicht bereit, mehr als ein Buch zu signieren. Wer sich die Mühe macht, auf meiner Homepage nachzulesen, kann sehen, dass ich lediglich den Vorschlag mache, nur die 3 Lieblingsbücher mitzubringen. Trotzdem kommen zu jeder Lesung auch ein paar Leute mit Koffern und Rucksäcken voller Bücher, und die signiere ich dann natürlich alle auch. Wenn ich schon mal da bin. Ich bin noch nie gegangen, ehe nicht alles signiert war, was signiert werden sollte.

      Die Eintrittspreise legt übrigens immer der Veranstalter fest, darauf hat man als Autor keinen Einfluss.

      1. Danke für den Kommentar und die Klarstellung von der anderen Seite :)
        Ich finde den Vorschlag nicht nur nachvollziehbar, sondern auch sinnvoll; ich kann aber auch verstehen, wenn man alle seine Bücher vom Lieblingsautor signiert haben möchte. Aber das kann ja jeder machen wie er mag.

        Dass die Autoren keinen Einfluss auf die Preise haben, war für mich sowieso klar.

  3. Also ich war einmal in Köln bei einer Lesung von Jojo Moyes. Eine Karte hat da, wenn ich mich recht erinnere 12 € gekostet. Meiner Meinung nach war das noch ganz im Rahmen, da sie etwas über eine Stunde wirklich viel erzählt hat, Fragen beantwortet hat und dann wirklich Jedem noch ein Autogramm gegeben hat [Das dauert ja auch seine Zeit].

    Aber den Preis von 29 € find ich schon etwas zu hoch angesetzt. Natürlich ist „Game of Thrones“ gerade total angesagt und alles, aber ich mein, dafür könnte man sich genauso gut einen weiteren Band gönnen, wenn nicht sogar zwei :D.

    Ich erwarte von einer Lesung aufjedenfall dass man nachher Fragen stellen kann, da man sonst ja nicht wirklich die Möglichkeit dazu hat. Und ich finde es auch nett, wenn der Autor danach das Buch signiert. Wobei es ja auch viele Termine gibt, bei denen nur signiert wird. zB habe ich letztens gesehen, dass Cecilia Ahern kostenlos ihre Bücher in einer Siginierstunde signieren lässt, Das wäre mir dann wiederum für eine, wie der Name schon sagt „Lesung“ zu wenig. :D
    Ich mag allerdings die Atmosphäre, die bei solchen Lesungen entsteht. Wenn man dann die Bücher des jeweiligen Autoren liest, verbindet man immer das Event damit und das gibt einem schon ein ganz angenehmnes Gefühl, finde ich :)

    Liebe Grüße,
    Karin von book-up-your-life.blogspot.de

  4. Wenn ich einen Autor oder eine Autorin unbedingt sehen möchte, dann bin ich auch bereit etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Ansonsten hängt die Preisgestaltung sicherlich auch immer eng mit der Dimension einer Lesung zusammen: wird ein Übersetzer benötigt? Wie hoch ist die Raummiete? Wird Security benötigt? Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, etwas mehr zu zahlen, wenn die Umstände dies erfordern.

    1. Wie Stephie schon gesagt hat, finde ich es ist auch ein Unterschied, ob es ein deutscher oder ein ausländischer Autor ist. Ich finds halt immer schade, wenn die Preise so (verhältnismäßig) hoch sind, dass manche Fans es sich eben nicht leisten können – zB weils nur einen Termin am anderen Ende von Deutschland gibt. Ich denke dann halt immer, wenn man jemanden wie Martin oder King schon herholt, kann man doch auch mehr draus machen…

  5. Ich finde es vollkommen in Ordnung für Lesungen Geld zu bezahlen. Ist ja nicht so, dass der Autor sich auf den Marktplatz stellt und anfängt vorzulesen. Da sind Reisekosten einzurechnen und die ganzen Leute, die das organisieren, Räumlichkeiten stellen und so. Zu hoch sollte der Preis aber auch nicht sein. Ich meine der Verlag, der seinen Autor herholt, hat ja auch was von der ganzen Sachen, nämlich Promo für’s Buch und im besten Fall gleich nen Verkäufer vor Ort. Ich finde es schön, wenn dafür kleine, unabhängige Buchhandlungen organisiert werden (gern auch direkt als Verantstaltungsort) und wenn der Preis dann nicht so hoch oder gar kostenlos ist, finde ich es nett, wenn man den Laden mit einem Buchkauf unterstützt. So läuft das ja in den USA viel.

    Ich mag’s nicht, wenn auf Lesungen zu viel vorgelesen wird. Das kann ich ja auch selbst tun. Entweder kenne ich den Text meist schon oder ich will nicht zu viel vorweg genommen bekommen. Dann lieber ein Interview mit dem Autor, wo er was zur Entstehungsgeschichte des Romans erzählt. Signierstunde im Anschluss gehört eigentlich dazu, aber ich kann’s auch verstehen, wenn es wie in deinem Fall nicht klappt (da würde ich mich allerdings trotzdem ärgern :P).

    Viel Spaß mit George auf jeden Fall. Und schön berichten dann, ja? :)

    1. So kleine Lesungen mag ich auch – das ist gemütlich und familiär, aber ich seh halt auch ein, dass sich das bei solchen Autoren wahrscheinlich nicht lohnt – leider =/ Allerdings könnten deutsche Autoren das viel mehr machen, dann hätte ich vielleicht auch öfter mal Lust, mir sowas anzusehen bzw. auch mal was neues anzuhören :)

      Natürlich werd ich berichten! :D

  6. Ich bin ja in der Nähe von Frankfurt aufgewachsen und ich muss gestehen: entweder bin ich zu unaufmerksam oder zu blind oder hier werden generell einfach sehr selten Lesungen gehalten (mit Ausnahme zu Zeiten der Buchmesse). Ich würde liebend gern Geld für Lesungen bezahlen, wenn denn mal welche stattfinden würden. Für Autoren, die ich gern mag, bezahle ich da auch gern den passenden Preis, wenn es sie denn in die Nähe lockt.

    Ich glaube es war 2012 als John Green mal hier in Frankfurt war und da hab ich dann auch gut und gerne den Eintrittspreis bezahlt (beschämender weise weiß ich gar nicht mehr wie hoch der war). Ich habe keine Vorstellung von den Kosten, die entstehen wenn Autoren (dt oder engl.) durch die Bundesrepublik reisen, aber für Fitzek oder Neuhaus bezahlt man idR zwischen 10 und 15 Euro. Und als Fitzek tatsächlich mal mit Band etc. unterwegs war, waren es 25 Euro. Finde ich kein bisschen schlimm.

    Viel schöner fänd ich es, wenn solche Lesungen regelmäßiger stattfinden würden. Und wenn ich dafür vllt 5 Euro mehr bezahlen müsste, dann würde ich auch das tun.

    1. Falls du auf Facebook bist, kannst du dich mit Hugendubel Frankfurt befreunden, die laden dich dann zu allen Veranstaltungen ein. Ich finde, es ist relativ selten was für mich interessantes dabei, aber so verpasst man wenigstens nichts. John Green waren glaube ich 7€ – ich wollte ja auch, habs dann aber zeitlich nicht geschafft und du hast mir sogar noch ein signiertes Lesezeichen besorgt <3
      Ich finds auch an sich gar nicht so schlimm, wenn sie internationale Autoren nicht so oft herholen können, aber gerade zur Buchmesse wärs doch optimal… ich versteh nich, wieso das in den letzten Jahren so wenig geworden ist, der Zulauf war doch da :(

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