[Gelesen] Vielleicht mag ich dich morgen (Mhairi McFarlane)

 + Kurzbeschreibung

Wiedersehen macht nicht immer Freude. Schon gar nicht Anna, die nach 16 Jahren beim Klassentreffen mit genau jenem Typen konfrontiert wird, der ihr damals den Schulalltag zur Hölle machte. Damals, als sie noch die ängstliche, pummelige und so gern gehänselte Aureliana war. Wie wenig sie heute als schöne und begehrenswerte Frau mit dem Mädchen von einst gemein hat, wird klar, als James sie nicht erkennt. Er ist fasziniert von der schönen Unbekannten. Anna kann es kaum glauben und wittert ihre Chance: Endlich kann sie ihm alles heimzahlen. Beide ahnen nicht, wie sehr sie das Leben des anderen noch verändern werden. Nicht heute. Aber vielleicht morgen.

+ Rezension

Ich weiß gar nicht, wieso ich es immer wieder mit solchen Büchern versuche – eigentlich weiß ich doch, dass es schief geht. Das Problem scheine ganz klar ich zu sein, denn beim typischen Frauenroman für die Frau ab 30 bin ich einfach zu raus…

Prizipiell war aber natürlich nicht alles schlecht – das Grundgerüst der Geschichte gefiel mir zumindest gut genug, so dass ich das Buch gekauft und gelesen habe. Mein Problem waren dann doch eher die Charaktere, die mich mit ihrem Ja, Nein, Vielleicht, Ach – doch nicht-Getue beinahe in den Wahnsinn trieben. Das fing für mich schon mit dem Klassentreffen an. Wenn nämlich von einem KLASSENtreffen die Rede ist, rechne ich mit max. 30 Personen und da halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass sich niemand an die Mitschülerin mit spanischen Wurzeln erinnert oder sich fragt, wer die ominöse, gutaussehende (spanische) Frau ist, die da so allein rum steht. Aber gut, das musste halt – irgendwie muss die Geschichte ja ins Rollen kommen.

Die Geschichte mit dem Online-Dating hätte man sich meiner Meinung nach auch komplett sparen können, das war so eine Nebenhandlung, die leider gar nichts zur Geschichte beigetragen hat, außer zu zeigen, dass Anna zwar wie verzweifelt datet, aber eben keine ernsten Absichten dahinter stecken. Nicht zuletzt deswegen sucht sie sich per se auch immer die falschen Männer aus. Ihre Art, alles ins Lächerliche zu ziehen fand ich jetzt auch nicht zwingend sympathisch – ein Mensch, der soviel Spott und Hähme am eigenen Leib erfahren hat, könnte ruhig ein bisschen empathischer sein und sich zweimal überlegen, ob man bestimmte Dinge zur eigenen Schwester sagen muss, die sich gerade auf den schönsten Tag in ihrem Leben vorbereitet.

Was mich allerdings mehr stört als alles andere, ist einfach die Botschaft. Hier wird einem vorgemacht, dass die erste Liebe vielleicht doch genau die richtige ist, was ja vom Prinzip her auch nicht falsch sein muss. Aber Aureliana musste sich um 180° drehen und zu Anna werden, um überhaupt von James wahrgenommen zu werden. Wichtiger und deutlich spannender hätte ich es gefunden, wenn sie ihm gleich auf dem Klassentreffen das passende um die Ohren gehauen hätte. Ein bisschen mehr Selbstachtung täte ihr ganz gut, stattdessen lässt sie alles einfach nur geschehen, ist passiv und beschwert sich dann auch noch, dass sie nicht bekommt, was sie will. Aber dann, als es nach einer gefühlten Ewigkeit endlich zu einer Konfrontation mit James kommt, ist Anna wieder die einzige Leidtragende. Schließlich ist sonst niemandem was so schlimmes passiert. Das rechtfertigt für sie natürlich, dass sie James anschreit und keift wie eine Furie, ohne dass er weiß, wie ihm geschieht.

Zugegeben, ab da fand ich das Buch dann gar nicht so schlecht, schließlich haben die beiden endlich angefangen, sich mit ihre Problemen auseinander zu setzen und sich fast wie Erwachsene zu benehmen. Das Ende war ein bisschen kitschig, aber auch noch im Rahmen. Für ein Sommerbuch im Urlaub ist die Geschichte sicher eine gute Wahl.

Vielleicht mag ich dich morgen

Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Knaur TB (4. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426516470
ISBN-13: 978-3426516478
Originaltitel: Here’s Looking at You

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