[Gelesen] Emmy & Oliver (Robin Benway)

 

+ Kurzbeschreibung

Oliver’s absence split us wide open, dividing our neighborhood along a fault line strong enough to cause an earthquake. An earthquake would have been better. At least during an earthquake, you understand why you’re shaking.

Emmy and Oliver were going to be best friends forever, or maybe even more, before their futures were ripped apart. But now Oliver is back, and he’s not the skinny boy-next-door that used to be Emmy’s best friend. Now he’s the boy who got kidnapped. A stranger – a totally hot stranger! – with a whole history that Emmy knows nothing about. But is their story still meant to be? Or are they like the pieces of two different puzzles – impossible to fit together?

+ Rezension

Lange hab ich nach einem YA-Buch gesucht, das nicht ist, wie die gefühlten 835 anderen, die ich bisher gelesen habe – Liebe ist okay, aber bitte nicht zuviel bzw. nur, ein ernster Hintergrund wünschenswert, aber bitte nicht so, dass es einen runterzieht. Ernst und dennoch witzig, aber bitte, bitte auch nicht unrealistisch. Das wird – zugegebener Maßen – immer schwieriger, aber „Emmy & Oliver“ schafft das mit links.

Zehn Jahre ist es her, das Oliver von seinem Vater entführt wurde. Zehn Jahre, seit Emmy ihren besten Freund zuletzt gesehen hat. Zehn Jahre, in denen sich alles verändert hat – und doch wünscht man sich, die Zeit wäre stehengeblieben.

Zunächst mal fand ich die Thematik einfach nur spannend. Es ist nicht abwegig, dass ein Vater sein Kind entführt, da er fürchtet, das Sorgerecht zu verlieren, die Frage ist nur, was dann geschieht. In diesem Fall wurde er eben nicht gefunden und hat dafür gesorgt, dass er und sein Kind unter dem Radar leben konnten. Ich fand das nicht unglaubwürdig und selbst wenn das nicht so leicht gehen sollte, erschien es mir doch schlüssig erklärt. Und auch die andere Seite konnte ich gut nachvollziehen – während Oliver und sein Vater verschwunden sind, muss es für die Mutter die Hölle gewesen sein. Nicht zu wissen, wo das eigene Kind ist und ständig mit der Angst zu leben, irgendwann einen Leichnam identifizieren zu müssen, ist sicherlich keine Erfahrung, die man gern macht. Demnach ist auch ihr Verhalten verständlich, als sie Oliver endlich wieder in die Arme schließen. Was Emmy angeht, so lebt sie ein sehr behütetes Leben – geschuldet natürlich der Tatsache, dass ihre Familie als direkte Nachbarn und Freunde alles mitbekommen haben und furchtbare Angst um ihre eigene Tochter haben.

Ich fand dieses Buch aus vielen Gründen gut, aber der wichtigste ist wohl die Art und Weise, wie mit den Problemen der Kinder umgegangen wird. Man merkt, dass beide Elternpaare für ihre Kinder nur das beste wollen und alles dafür tun würden, dass es ihnen gut geht – aber es hapert an der Kommunikation. Wenn ich an meine eigene Teenagerzeit zurückdenke, kommt mir das mehr als bekannt vor. Aber nicht nur die Eltern gehen dabei falsch vor, auch die Jugendlichen sind etwas schwerfällig, wenn es darum geht, das eine zu wollen, aber das andere zu sagen. Mit ein bisschen Geduld, einem kleinen aber heftigen Streit und ein paar harten Worten stellt sich aber raus, dass man jedes Problem lösen kann, wenn man bereit ist, Kompromisse einzugehen und ehrlich miteinander umgeht.

Natürlich bleibt auch hier die Liebesgeschichte nicht aus, aber sie findet wirklich sehr dezent statt. Viel wichtiger ist hier ohnehin die Freundschaft, die die Hauptcharaktere verbindet.

Von mir gibt’s eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die ein gutes YA-Buch zu schätzen wissen und gerne auch mal über ernsthafte Probleme lesen.

Emmy & Oliver

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 523 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: HarperTeen (23. Juni 2015)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Englisch
ASIN: B00O11DMOU

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4 thoughts on “[Gelesen] Emmy & Oliver (Robin Benway)

  1. Bin gerade über die Empfehlung von der lieben Jess (#Lesesommer2015) zu dir gelangt und kann mich ihrer Meinung nur anschließen. Eine tolle Rezension, vielen Dank dafür. Vor allem dein erster Absatz überzeugt mich, denn genau diese Ansprüche – die wie du richtig schreibst – leider selten erfüllt werden, stelle ich auch an ein YA-Buch.

    Liebe Lesesommer-Grüße
    Michael

  2. Ich glaube ja, dass es wirklich nicht unbedingt so schwer ist, unentdeckt grad auch mit dem eigenen entführten Kind zu leben; zumindest habe ich auch erst letzte Woche wieder von einem Fall gelesen, indem ein als Kleinkind von seinem Vater entführter Teenager in den USA nur deswegen gefunden wurde, weil er nu einen Führerschein beantragt hatte und da Unstimmigkeiten bei den vorgelegten Dokumenten auffielen.

    Insgesamt klingt es nach einem Buch, was mich auch interessieren könnte. :) (Und bin übrigens nur dank Jess‘ #Lesesommer2015-Beitrag zu dir und deiner Rezi gelangt.)

    LG,
    Tanja

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