[Gelesen] Die Quersumme von Liebe (Katrin Zipse)

+ Kurzbeschreibung

Luzies geordnete Welt gerät ins Wanken, als sie einen Brief ihrer verstorbenen Großmutter erhält. Das Geheimnis, mit dem er sie konfrontiert, nimmt ihr Leben Stück für Stück auseinander. Doch plötzlich ist da Puma, bei dem sie sich frei fühlt und geborgen. Damit sie mit ihm zusammen sein kann, muss Luzie ihre Erinnerungen zu einem neuen Bild zusammensetzen, in dem Lügen keinen Platz haben.

+ Rezension

Über „Die Quersumme von Liebe“ habe ich im Vorfeld bereits viel gehört – kaum einer der Vorab-Leser war nicht begeistert, was in mir natürlich den Wunsch geweckt hat, das Buch so schnell wie möglich ebenfalls zu besitzen und zu lesen.

Ohne Frage ist es ein besonderes Buch, dessen Geschichte einen nicht so leicht loslässt. Ich kann allerdings (leider) nicht sagen, dass ich es ausnahmslos gut fand. Bevor ich jetzt also versehentlich irgendjemanden spoilere und derjenige daraufhin das Buch nicht mehr lesen mag, verweise ich weiter unten auf weitere (spoilerfreie) Rezensionen.

„Die Quersumme von Liebe“ ist ein Jugendbuch mit ernsten Themen, was ich persönlich sehr mag, da ich so langsam genug von 08/15-Liebesgeschichten habe. Abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Protagonisten erzählt, weiß man natürlich nicht gleich, was genau passiert ist – und es dauert auch eine ganze Zeit, bis man dahinter kommt. Womit ich nicht viel anfangen konnte, waren die kurzen Textfragmente, die zwischen den Kapiteln zu finden waren. Die konnte ich erst am Ende mehr oder wenige zuordnen und fand sie beim lesen eher überflüssig, aber auch nicht störend.

Ich wollte dieses Buch wirklich mögen und die Grundgeschichte ist auch super – nur leider hapert es für mich an der Ausführung. Luzie ist als Protagonistin nicht gerade ein Sympathieträger. Es fiel mir schwer nachzuvollziehen, warum sie sich zum Beispiel gegenüber ihrem Bruder, der ihr nie etwas getan hat, so abweisend verhält, während er sie über alles liebt. Auch das Verhältnis zu ihrer Freundin Helena ist angespannt und das ist leider allein Luzies Schuld. Beides wäre ich bereit zu ignorieren gewesen, wenn da nicht das andere Problem wäre…

Ich verstehe nicht, wie eine Mutter, die noch dazu Lehrerin ist und auch gegenüber ihren Schülern eine Fürsorgepflicht hat, zulassen kann, dass ihre eigene Tochter ein solches Erlebnis verdrängt und sie darin noch bestärkt, in dem sie sie belügt. Ich hätte mir dann wenigstens gewünscht, dass im Nachgang behandelt wird, wie das ganze aufgearbeitet wird, aber das passiert natürlich nicht. Als Luzies Erinnerungen wieder kommen und sie sie geordnet hat, scheint erstmal alles gut zu sein – und das ist das Ende des Buches. Aber für mich fehlen da einfach noch knapp 50-100 Seiten, die das ganze zum Abschluss bringen. Und dabei hab ich nichtmal mit Pumas Teil angefangen.

Ich denke, das war einfach nicht mein Buch. Bei solchen Geschichten wünsche ich mir einfach mehr. Mehr wieso, weshalb, warum und wenn nicht das, dann wenigstens Konsequezen oder einen spürbare Veränderung nach allem was passiert ist.

Sandy hat eine weitaus positivere Sicht auf das Buch, deswegen würde ich euch einfach dahin verweisen.

Weitere Rezensionen:

BücherKaffee || Bücherkinder || Brösels Bücherregal

Die Quersumme von Liebe

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Magellan (17. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734850118
ISBN-13: 978-3734850110

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5 thoughts on “[Gelesen] Die Quersumme von Liebe (Katrin Zipse)

  1. Das das Buch nicht unbedingt jeden zufriedenstellt, ist für mich nicht so ungewöhnlich.
    Ich mag Bücher, die nicht mit perfekten Antworten und einem Ende auftrumpfen können. Katrin schreibt in gewisser weise realitätsfern, aber dennoch greift sie aus dem Leben. Denn würde so ein Traum, so ein derartiger Schicksalsschlag wie der von Luzie (und Puma) im wahren Leben, von jetzt auf gleich, alles gut machen? So habe ich das halt gesehen und mich daher vollkommen darauf einlassen könne. Und das finde ich so toll an Geschichten, die unterschiedlichen Geschmäcker der Leser.

    Danke dir für deine Verlinkung! Freu mich, wenn dann doch mal jemand bei mir liest (was sehr abnimmt). Also, danke dir… :)

    Liebe Grüße
    Sandy

    1. Vielleicht wäre ich drauf vorbereitet gewesen, wenn ich schonmal gewusst hätte, wie sie schreibt, aber da ich noch nichts von ihr gelesen hab, war das halt nicht. Da hast du natürlich recht – es ist dann eben nicht gleich alles gut, aber ich hätte es trotzdem schöner gefunden, wenn man noch ein bisschen mehr vom Drumherum erfahren hätte. Aber so is es halt nicht ;)
      Ich lese immer bei dir, auch wenn ich mich sehr wenig zu Wort melde. Ich hab deinen Tweet ja gelesen und ich fänds sehr, sehr schade, wenn du aufhören würdest. Dein Blog ist einer der wenigen, die ich wirklich immer lese und da würde was fehlen. <3

      1. Deine Meinung zum Buch ist auch sehr plausibel geschildert. Aber würdest du denn „Glücksdrachenzeit“ lesen wollen? Das ist nämlich sehr ungewöhnlich geschrieben. Erinnerte mich von der Schreibe an Antonia Michaelis.

        Du musst dich nicht erklären. Das ist okay. Auf langer Sicht, hat es für mich persönlich im allg. einen schalen Beigeschmack keine „sichtbaren“ Leser zu haben. Das ist ein Problem, mit dem ich klarkommen muss…oder halt nicht. Die Lust am Schreiben ist noch vorhanden, aber ich muss mir selbst überlegen, wie ich das in Zukunft weiter handhaben will (ob mit, oder ohne Blog).
        Vielleicht gehe ich auch durch eine „Blogexistenzkrise“ (oder wie auch immer). Wer weiß.

      2. Ich würds auf jeden Fall mal probieren – der Schreibstil an sich war ja nicht das Problem und die Idee mochte ich ja auch trotzdem. Es braucht schon ein bisschen mehr, damit ich so gar keine Lust mehr auf einen bestimmten Autor habe^^

        Ich hoffe, das legt sich wieder =/ Vielleicht brauchst du einfach mal ne Pause. Ich hab gesehen, dass du jetzt schon im Urlaub bist – genieß ihn! :*

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