[Gelesen] Liebe ist was für Idioten. Wie mich. (Sabine Schoder)

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+ Kurzbeschreibung

Optimistisch gesehen ist Vikis Leben eine Vollkatastrophe. Da kann man schon mal aus Frust ein paar Tüten zu viel rauchen. Da kann es auch passieren, dass man nach einem Konzert mit dem Sänger der Band im Bett landet, obwohl man den eigentlich total bescheuert findet.

Wirklich.
Kein großes Ding.
So was passiert.
Aber ausgerechnet ihr?
Nein!
Ganz.
Sicher.
Nicht.

Oder vielleicht doch?

+ Rezension

Es scheint, als hätten es Jugendbücher bei mir im Moment schwer – anders kann ich nicht erklären, wieso mich diese eigentlich sehr reale Geschichte mehr oder weniger kalt gelassen hat – was ich wirklich schade finde.

Es beginnt im großen und ganzen damit, dass ich Viki ihr Verhalten einfach nicht abnehmen kann und nicht verstehe, warum Mel, Phil und später auch Jay alles für sie tun würden. Man merkt zwar, dass Viki die Gemeinheiten, die sie von sich gibt, nicht wirklich so meint, aber sie könnte ruhig ein wenig mehr zeigen, dass ihre Freunde ihr wichtig sind. Ständig sind es es die anderen, die sie anrufen, allen voran Mel, die sich um sie kümmert und ihr hinterherläuft, wenn Viki mal wieder abhaut.

Jay hingegen ist ne andere Hausnummer. Ich mochte das Bild vom Jungen aus gutem Hause, der als Frontman der Rock-Band die Sau rauslässt, ab und an mal einen Joint raucht (die Betonung liegt auf ab und an) und eben nicht der klassische Saubermann ist. Auch sein Verhalten – der One-Night-Stand mit Viki, Hals über Kopf die Schule  und den Kontakt zu seinen Freunden abzubrechen, macht ihn geheimnisvoll und mysteriös. Der Drogenkonsum wird für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr runtergespielt – kiffen ist okay, aber wehe, es wird härter? Damit kann ich mich nicht ganz anfreunden.

Während sich die Geschichte vor sich hin entwickelt, werden die Fragezeichen natürlich immer größer – wieso scheint Jay, nachdem er sich von allem losgesagt hat, so an Viki zu hängen und warum stößt er sie, wenn sie ihm doch anscheinend so wichtig ist, in manchen Momenten doch wieder von sich? Die Auflösung dazu war mir ein wenig zu dramatisch – überhaupt war sehr viel in dem Buch dramatisch und für mich nicht nachvollziehbar.

Positiv war die Liebesgeschichte, die sich so langsam und vorsichtig anbahnt und einfach nur süß ist. Als Viki im Krankenhaus liegt und Jay fragt, warum denn ausgerechnet er bei ihr sei, sagt er nac langem zögern: Ich bin es einfach. Das ist nicht nur sehr niedlich, sondern auch sehr real dargestellt.

Der Schreibstil ist klar und locker – ohne große Anstrengung kann das Buch in einem Zug durchlesen. Auch die Sprache passt zur 17jährigen Viki – sowohl ihr Gefluche als auch ihren Sarkasmus nehme ich ihr voll ab.

Letztendlich ist das Buch eine solide Geschichte, bei der mir leider der Wow-Effekt nicht groß genug war, um von den kleinen Schwächen abzulenken. Dennoch rockt der Buchtitel einfach und ich freue mich auf mehr von Sabine Schoder.

Weitere, positivere Rezensionen findet ihr hier:

primeballerina’s books || Bookwives

Liebe ist was für Idioten. Wie mich.

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Fischer Kjb; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3733501519
ISBN-13: 978-3733501518

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2 thoughts on “[Gelesen] Liebe ist was für Idioten. Wie mich. (Sabine Schoder)

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