[Gelesen] Lasse (Verena Friederike Hasel)

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+ Kurzbeschreibung

Die verstörende Geschichte einer jungen Frau, die immer mehr den Zugang zur Realität verliert und sich in eine Welt hineinbegibt, in der eine ganz eigene Logik gilt. Als Nina Mutter wird und spürt, dass sie nicht nur Liebe für ihr Kind empfindet, ist sie verunsichert. Sie sucht Anschluss in Mütter-Cafés und Babykursen, aber fühlt sich isoliert. Überall sind Frauen, die selbstverständlich und mühelos liebevoll mit ihren Kindern umgehen. Die stets genau wissen, was richtig ist und was nicht. Für die jeder Zweifel schon ein Tabubruch ist. Nach und nach bricht Nina den Kontakt zu ihren Mitmenschen ab, unfähig, eine Verbindung zu anderen herzustellen. Als sich für sie alles nur noch auf ihren wenige Monate alten Sohn konzentriert, nimmt eine fatale Entwicklung ihren Lauf. In atemlosen Sätzen, die auf beklemmende Weise die Kraft der Einbildung erlebbar machen, wird aus der Perspektive einer Frau erzählt, deren Ängste durch ein Umfeld verstärkt werden, das bei bestimmten Themen keine Ambivalenz erträgt. (Zum Verlag.)

+ Rezension

Gut oder schlecht sind zwei Wörter, die diese Geschichte nicht beschreiben können. Erschreckend, beängstigend und beklemmend passen da schon besser. In jedem Fall ist es aber ein Buch, dass einem noch lange im Gedächtnis bleibt.

Nina ist keine nette Protagonistin. Ich mochte sie nicht, aber das ist für die Geschichte auch nicht wichtig. Letztendlich hätte das alles nur noch schlimmer gemacht. Sie verändert sich nicht erst durch die Schwangerschaft – meiner Meinung nach braucht sie schon vorher Hilfe, die sie aber entweder nicht will oder einfach nicht angeboten bekommt. Doch mit der Geburt von Lasse bricht letztendlich alles zusammen. Nina ist mit ihren Aufgaben als Mutter überfordert und sucht verzweifelt Anschluss, während Lasse nur eine Mutter braucht, die ihn liebt, doch das schafft Nina nicht.

Manche Stellen musste ich mehrmals lesen um zu begreifen was passiert ist. Das lag daran, dass manche Handlungen von Nina so subtil beschrieben wurden, dass man einfach nicht direkt vom schlimmsten ausgehen mochte, und doch hatte sich genau das ereignet. So war mir auch das Ende zunächst eher unklar.

Lasse ist kein schönes Buch, wirklich nicht. Aber es ist ein wichtiges Buch, das ungemein bedrückend ist.

Lasse

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (7. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 355008093X
ISBN-13: 978-3550080937

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4 thoughts on “[Gelesen] Lasse (Verena Friederike Hasel)

  1. Das klingt nach einer wirklich bedrückenden Geschichte.
    Irgendwie interessiert es mich doch sehr, wie der Schluss ist doch gleichzeitig denke ich, dass ich es vielleicht doch lieber nicht wissen möchte.
    Super ehrliche Rezension Danke!
    Wünsche dir einen tollen Tag!

  2. Dieses Buch hat alle Leser bisher sehr ich will nicht sagen beeindruckt, aber jeder bisher schreibt es war beklemmend. Mittlerweile hat es Einzug in mein Regal erhalten und ich bilde mir dazu meine eigene Meinung :)

    Liebe Grüße
    Corinna

    1. Mach das, das ist sicher kein Fehler :) Aber lies es vielleicht nicht, wenn du schon in blöder Stimmung bist – ich glaube, das kann einen noch weiter runterziehen. Ich würd mich in jedem Fall freuen zu hören, was du am Ende meinst :)

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