[Gelesen] After You (Jojo Moyes)

 

+ Kurzbeschreibung

Lou Clark has lots of questions. Like how it is she’s ended up working in an airport bar, spending every shift watching other people jet off to new places. Or why the flat she’s owned for a year still doesn’t feel like home. Whether her close-knit family can forgive her for what she did eighteen months ago. And will she ever get over the love of her life. What Lou does know for certain is that something has to change. Then, one night, it does. But does the stranger on her doorstep hold the answers Lou is searching for – or just more questions? Close the door and life continues: simple, ordered, safe. Open it and she risks everything. But Lou once made a promise to live. And if she’s going to keep it, she has to invite them in …

+ Rezension

Eigentlich hatte ich mich ja wirklich auf das Buch gefreut. Klar, es wär nicht nötig gewesen, aber ich mochte Louisa in „Me Before You“ und natürlich wollte ich wissen, wie es mit ihr weitergeht. Wenn ich allerdings geahnt hätte, wie das endet, hätte ich mir das gespart.

Nach Wills Tod macht Louisa zunächst ein paar von den Dingen, die sie immer tun wollte – weil sie es Will versprochen hat und weil er ihr mit seinem Geld die Möglichkeit dazu gegeben hat. Wirklich glücklich ist sie dabei allerdings nicht, weswegen sie zurück nach London kehrt, in eine lieblos eingerichtete Wohnung zieht und einem Job annimmt, der sie weder fordert noch glücklich macht. Kurz gesagt: Lou versinkt im Selbstmittleid und es ist nicht schön mitanzusehen. Als sie nach ein bisschen zu viel Wein von ihrem Dach fällt, hatte ich tatsächlich kurz die Hoffnung, dass es das gewesen sei und das Buch jetzt eine andere Richtung einschlägt. Und dann hatte ich Panik – es wäre mehr als fies, wenn sich Lou jetzt in der gleichen Situation finden würde, wie Will. Das blieb aber Gott sei Dank aus.

Mit der Geschichte war ich trotzdem nicht zufrieden, weil man so viel mehr daraus hätte machen können. Am Ende von „Me Before You“ lassen wir eine Louisa zurück, der die Welt offen steht, die tun kann was sie wirklich will und dabei noch anderen helfen könnte (zB ihrer Schwester). In „After You“ finden wir eine Louisa, die sich selbst aufgegeben hat und ihr Leben komplett auf andere ausrichtet, anstatt selbstständige Entscheidungen zu treffen und sich um ihr eigenes Glück zu kümmern. Sie macht sich komplett von Anderen abhängig und ist dann natürlich enttäuscht, wenn diese Entscheidungen treffen, ohne sie einzubeziehen.

Das führt mich zu den neuen Charakteren, denen ich nicht viel abgewinnen kann. Auf der einen Seite haben wir da Lily, die aus heiterem Himmel auftaucht und behauptet, Wills Tochter zu sein. Das ist komisch, makaber aber vor allem einfach nicht zielführend. Hätte Will von ihr gewusst, wäre die Geschichte vermutlich ganz anders ausgegangen, außerdem war der Grund, die Schwangerschaft vor ihm zu verschweigen für mich einfach nicht ausreichend. Um das ganze noch ein bisschen dramatischer zu machen, bringt Lily ihre eigene LKW-Ladung an Problemen mit und bekommt mitten im Buch aus heiterem Himmel ein einziges Kapitel aus ihrer Sicht. Was das genau sollte, weiß vermutlich keiner so recht.  Ich hab ja gar nichts gegen verschiedene Perspektiven, aber die sollte man nicht willkürlich wählen, weil es gerade besser passt. Und dann ist da noch Sam, der Rettungssanitäter. Dass er und Lou zusammentreffen ist auch mehr Zufall als alles andere, genau wie die Tatsache, dass es möglich ist, dass sie regelmäßig, um Zeit mit ihm zu verbringen, im Rettungswagen mitfahren kann und den kleinen Zwischenfall, bei dem eine Schußwaffe eine tragende Rolle spielt und es am Ende (mal wieder) um Leben und Tod eines der Hauptcharaktere geht.

Über Louisas Familie möchte ich eigentlich gar nicht erst reden. Ob es nun die Mutter ist, die den Feminismus neu für sich entdeckt hat und als Zeichen dessen nun alle Haare wachsen lässt wie sie wachsen, oder den Vater, der damit gar nicht klarkommt und sich als Reaktion darauf die Beine entwaxt – ich fand es irgendwann nicht mehr komisch, sondern lächerlich, zumal keiner von denen, nicht einmal Louisas Schwester, eine Hilfe ist. Alle sagen ihr nur, dass alles was sie tut scheiße ist. Ja, damit mögen sie recht haben, aber es bringt einfach keinen weiter.

Insgesamt findet Louisas Entwicklung allein auf den letzten 50 Seiten statt und das ist einfach zu wenig. Alles ist noch dramatischer und größer als in „Me Before You“ und natürlich liegt ihr Traumjob in New York und natürlich bekommt sie einfach so ein Angebot… Bullshit. Das ist alles einfach viel zu unrealistisch und überdramatisiert. Ich fühlte mich am Ende betrogen, denn man hätte das so gut machen können. Stattdessen scheint man sich gedacht zu haben: Drücken wir einfach nochmal auf die Tränendrüse, hat ja schonmal funktioniert.

After You

Taschenbuch: 409 Seiten
Verlag: Penguin Books Ltd (UK); Auflage: UK Airside/Export Edition (24. September 2015)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0718177010
ISBN-13: 978-0718177010

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4 thoughts on “[Gelesen] After You (Jojo Moyes)

  1. Ups. Ich hatte so etwas ja schon befürchtet… aber dass es so schlecht sein würde. Nunja. Schade auf jeden Fall um deine Lesezeit, mich hat das jetzt endgültig im Entschluss bestärkt, die Fortsetzung nicht zu lesen.

    1. Ich hab ja auch gehofft, dass es noch gut wird. Ich weiß aber auch, dass ich eh auf niemanden gehört hätte, deswegen lese ich sowas ja immer selber, auch wenns vertane Zeit ist. Wenn dann wenigstens jemand auf mich hört, hat sichs ja auch wieder gelohnt^^ :P

  2. Dann kann ich das Buch wohl getröst von meiner Wunschliste nehmen!
    ‚Me before You‘ hat mir so gut gefallen, da lasse ich es doch lieber dabei. Ist aber wirklich schade, weil man sicher mehr daraus hätte machen können :/

    Liebe Grüße
    Janice

    1. Also wenn du mich fragst: ja^^ Ich finde, sie hätte mehr draus machen müssen, aber das Problem hab ich bei ihren anderen Büchern ja auch. Me Before You war wohl in dem Fall ein reiner Glückstreffer.

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