Die Nacht schreibt uns neu – Dani Atkins

DieNachtSchreibtUnsNeu

+ Kurzbeschreibung

Emma macht sich bereit für ihren großen Tag. Die Wimperntusche in ihrer Hand zittert ein wenig, aber ein bisschen Nervosität ist ganz normal, oder? Beim Blick in den Spiegel tasten Emmas Finger automatisch nach der alten Narbe dicht unter ihrem Haaransatz. Das sichtbare Andenken an die Nacht, die ihr Leben verändert hat. Und nicht nur ihres. Emma erinnert sich: an den furchtbaren Unfall auf dem Heimweg von ihrem Junggesellinnenabschied, an den Tod ihrer besten Freundin Amy, an ihren Retter Jack, an Richards liebevolle Reaktion, als sie ihn gebeten hat, die Hochzeit zu verschieben. Und an alles, was danach kam. Schließlich klopft es an der Tür. Jemand ist gekommen, um Emma nach unten zu führen. Wer? Lassen Sie sich überraschen!

+ Rezension

Ein wunderschönes Cover und die Hoffnung auf eine nette Geschichte brachten mich dazu, es mit dem zweiten Buch von Dani Atkins zu versuchen. Ich fand im letzten Jahr „Die Achse meiner Welt“ eher mittelmäßig, aber ich gebe die Hoffnung nicht so leicht auf. Es könnte ja doch was werden…

… aber es wurde einfach nicht. Stattdessen frage ich mich einmal mehr, wieso Leser auf Bücher wie diese anspringen, sie sogar toll finden, denn leider ist das für mich nichtmal leichte Lektüre, sondern einfach schlecht geschrieben. Wer jetzt gerne näher wissen möchte, was ich meine, der sei an dieser Stelle vor Spoilern gewarnt!

Wie der Klappentext bereits verrät, lernen wir Emma am wichtigsten Tag ihres Lebens kennen, während sie über den Unfall, die Hochzeit und ihre Freunde sinniert. Natürlich denkt man als Leser – Jawoll, das ist der Hochzeitstag. Bleibt nur die Frage, wen sie jetzt heiratet! Denn die stellt sich ziemlich schnell, wenn man die Unfallnacht betrachtet. Statt ihrem Verlobten Richard ist es nämlich ihr Retter, Jack, der Emma den nötigen Trost spendet und ihr ein gutes Gefühlt gibt. Gestört hat mich hier hauptsächlich, dass Emma in jedem zweiten Satz seit dem Aufeinandertreffen mit Jack erwähnen muss, dass sie verlobt ist und bald heiraten wird, ganz zu schweigen davon, dass sie sich in dem Moment, in dem Jack sie aus dem Auto ziehen will fragt, ob er denn vielleicht auf sie steht, weil er ihr so nahe kommt. What the Fuck?!

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Emma denkt und das über die kompletten ~450 Seiten. Mich als Leser nervt das einfach auf eine ganz, ganz furchtbare Art und ich kann die Protagonistin so unmöglich mögen. Weiterhin ist es so, dass Emma ihren Job und ihr Leben in den USA aufgegeben hat, um bei ihrer Familie zu sein; ja um quasi ihr ganzes Leben ihrer kranken Mutter zu verschreiben. Dass die Mutter krank ist, lernt man aber nicht so schnell, was sie hat noch viel, viel später. Manchmal funktioniert sowas mit Andeutungen, manchmal bricht man sich aber auch keinen Zacken aus der Krone, wenn man einfach mal sagt, was Sache ist, statt die Charaktere so schön leiden zu lassen, ohne den Grund dafür zu nennen.

Und Apropos leiden… hier wird sehr viel gelitten. Nehmen wir zum Beispiel den tragischen Tod von Amy. Ihre letzten Worte sind an Emma gerichtet und sie bedankt sich dafür, dass Emmy ihr verziehen hat. Halt, Moment, was in Gottes Namen hätte Emma ihr verzeihen sollen? Es dauert ca. 200 Seiten zu lang, bis Emma zu der Erkenntnis kommt, dass ihr Verlobter Richard und ihre beste Freundin Amy was miteinander hatten. Diese Erkenntnis wäre vielleicht schockierend, wenn man sie als Leser nicht schon unmittelbar nach Amys Tod hätte, den Richards Reaktion darauf spricht Bände. Und dann haben es auch noch alle gewusst! Gut, dass da Jack, der Retter (und natürlich Autor) ist, der die perfekte Ablenkung bietet und noch dazu – wie Emmas zweite Freundin anmerkt – eine Möglichkeit wäre, um es Richard heimzuzahlen und damit quitt zu werden. Dann könnten die beiden ja trotzdem heiraten und alles wäre wieder gut. So eine Freundin sollte wirklich jeder haben. Nicht.

So. Wir haben also eine Protagonistin die es allen recht machen will, aber ihre eigenen Wünsche dafür in den Hintergrund stellt, ja sogar unglücklich dabei ist, aber das einfach abtut. Dann den Verlobten, der von Anfang an so unsympathisch ist, dass man nicht glauben kann, dass die zwei tatsächlich irgendwann heiraten sowie die Freundin, die das alles gar nicht so schlimm findet. Gekrönt wird das ganze von der toten Freundin und dem Retter in der Not, der so perfekt ist, dass es schon nicht mehr schön ist. Die furchtbaren Dialoge lasse ich mal ganz außen vor. Und zum Schluss wird dann nicht mal geheiratet!

Wer es bis hierhin noch nicht ahnen konnte – Nein, ich kann das Buch nicht empfehlen, und nein, ich werde nichts mehr von Dani Atkins lesen. Sorry, not sorry.

Die Nacht schreibt uns neu

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB (17. Dezember 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426517698
ISBN-13: 978-3426517697
Originaltitel: The Story of Us

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2 thoughts on “Die Nacht schreibt uns neu – Dani Atkins

  1. Huhu, oh schade, dass du so dermaßen enttäuscht wurdest. Werd das Buch demnächst auch lesen (ich leide leider darunter, beratungsresistent zu sein), aber jetzt geh ich da irgendwie mit einem doofen Gefühl ran. Im Allgemeinen hat das Buch bisher doch sehr durchwachsene Meinungen abbekommen. Sehr schade, wo doch „Die Achse meiner Welt“ überwiegend positiv ankam.

    Alles Liebe, Nelly

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