The Wrath And The Dawn – Renée Ahdieh

TheWrathAndTheDawn

+ Kurzbeschreibung

Every dawn brings horror to a different family in a land ruled by a killer. Khalid, the eighteen-year-old Caliph of Khorasan, takes a new bride each night only to have her executed at sunrise. So it is a suspicious surprise when sixteen-year-old Shahrzad volunteers to marry Khalid. But she does so with a clever plan to stay alive and exact revenge on the Caliph for the murder of her best friend and countless other girls. Shazi’s wit and will, indeed, get her through to the dawn that no others have seen, but with a catch . . . she’s falling in love with the very boy who killed her dearest friend.

She discovers that the murderous boy-king is not all that he seems and neither are the deaths of so many girls. Shazi is determined to uncover the reason for the murders and to break the cycle once and for all.

+ Rezension

Möglicherweise enthält diese Rezension den ein oder anderen relevanten Spoiler – ihr solltet also nicht weiterlesen, wenn ihr vorhabt, das Buch zu lesen und zu mögen. Wenn ihr jedoch noch zweifelt, kann ich euch vielleicht ein bisschen helfen; allerdings wollt ihr es danach wohl nicht mehr lesen…

Jede Rezension, die ich gelesen habe, schwärmte von diesem Buch und der Geschichte und genau deswegen dachte ich: Was kann schon schiefgehen? Ich sollte manchmal einfach nicht denken.

Die Sache ist so: Es gibt da diesem Kalif, der eigentlich noch ein Junge ist und der mittlerweile von seinem ganzen Volk gehasst wird, weil er jede seiner Ehefrauen zum Morgengrauen nach der Hochzeitsnacht umbringt. Auch die beste Freundin unserer Protagonistin, Shahrzad, wurde von diesem Schicksal ereilt. Deswegen überlegt sich Shahrzad nun: Ich heirate den Kalifen und bringe ihn um! Top Plan bis hierhin, schade nur, dass er nicht zu Ende gedacht wurde.

Ich hatte das Gefühl, dass in dem Buch die komplette Vorgeschichte fehlt. Man wird einfach mitten in die Handlung reingeschmissen, ohne irgendwelche Erklärungen zu bekommen – es ist einfach, wie es ist und deswegen machen wir jetzt das. Im Prinzip wäre das auch nicht verkehrt, aber die Protagonisten denken halt auch nicht weiter, als bis zur nächsten Seite. Shahrzad opfert sich, heiratet ihn und verbringt die erste Nacht mit Khalid – macht sich aber bis zur Dämmerung keinen einzigen Gedanken darüber, wie sie diese überleben soll. Ein bisschen sehr kurzsichttig, wenn man bedenkt, dass genau das der Zeitpunkt ihres Todes sein soll. Aber natürlich bringt er sie nicht um, sonst wären ja die restlichen 380 Seiten langweilig…

Was folgt ist eine Geschichte, von der ich mir zwar nicht so viel erhofft habe, aber Geschichten aus Tausendundeiner Nacht sind ja eigentlich immer toll und so viel kann ja eigentich auch nicht schief gehen, wenn man einen coolen Ansatz hat – wie zum Beispiel einen Kalifen, der jede seiner Frauen nach nur einer Nacht umbringt. Aber man kann sich halt auch täuschen. Die einzige Person, zu der ich über die ~400 Seiten eine Verbindung aufgebaut habe, war Khalid und das auch nur, weil zum Ende hin wenigstens ein paar Abschnitte aus seiner Perspektive erzählt werden und man einen klitzekleinen Einblick in diesen Jungen bekommt. Shahrzad hingegen ist für mich genauso blass wie am Anfang. Jeder liebt sie, jeder sorgt sich um sie, jeder will nur ihr bestes – aber warum eigentlich? Sie tut absolut nichts, um sich irgendwie hervorzuheben, abgesehen von ihrem Plan, den sie ja zum einen selber nicht kennt und der zum anderen ohnehin nicht funktioniert. Außerdem weiß ja keiner, dass sie einen Plan hat.

Dieses Buch ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was mit Show und Tell in all den Schreibratgebern gemeint ist. Als Autor soll man zeigen – durch Worte und Beschreibungen – wie sich die Personen fühlen, wie sie ticken, warum sie etwas tun… Das passiert hier nicht. Hier wird es nur gesagt und das nichtmal sehr ausführlich, sodass mehr Fragen als Antworten bleiben. Manchmal könnte man ruhig ein bisschen mehr erklären oder zumindest die Charaktere die entsprechenden Fragen stellen lassen. Aber nö, is nicht. Dieses Buch hat ~400 Seiten Gelaber, die sich recht nett und leicht lesen lassen, ohne das am Ende großartig was passiert wäre. Und es ärgert mich, weil man daraus so viel hätte machen können.

Wenn ich mir die Altersempfehlungen so ansehe, kann ich fast nachvollziehen, warum es so flach ist; wenn ich dann allerdings sehe, was der deutsche Verlag da so empfiehlt, frage ich mich schon wieder, für wie naiv Jugendliche gehalten werden. Wer jetzt noch zweifelt: Nein, ich kann es nicht empfehlen. Lest was anderes, wenns unbedingt orientalisch sein muss, aber nicht das.

Sandra hat das ganze etwas netter bewertet, vielleicht schaut ihr da mal ;)


The Wrath And The Dawn

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: G.P. Putnam’s Sons Books for Young Readers (12. Mai 2015)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0399176659
ISBN-13: 978-0399176654
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre

erscheint am 12. Februar 2016 auch auf deutsch unter dem Titel


Zorn und Morgenröte

Gebundene Ausgabe: 390 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe); Auflage: 1. Aufl. 2016 (12. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3846600202
ISBN-13: 978-3846600207
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

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9 thoughts on “The Wrath And The Dawn – Renée Ahdieh

  1. Sehr schön, dann kann das ja schon mal von der Wunschliste runter. Habe bisher auch nur totale Begeisterungsstürme darüber gelesen, aber so wie du es beschreibst, klingt es eher meh.. und wir wissen ja, dass ich dir quasi blind vertrauen kann. :-D

    Übrigens habe ich die deutsche Ausgabe in den letzten Tagen auch überall gesehen, aber nie den Zusammenhang zur englischen (optisch vieeeel schöneren) Ausgabe gezogen.

    Liebe Grüße und schon mal ein schönes Wochenende dir!

    1. Laura mochte es auch nicht, ich bin also nicht allein^^ Ich versteh schon überhaupt nicht, wieso die dt. Ausgabe blau ist oO
      Wünsch ich dir auch <3

  2. Ich hab mal nur den letzten Absatz gelesen, weil ich das Buch noch lesen möchte. Jetzt bin ich umso gespannter, wie es mir gefallen wird. ;-)

  3. Ich kann die Begeisterungsstürme um das Buch irgendwie auch nicht so ganz nachvollziehen – mir fehlte da auch ein bisschen Tiefe und Bindung zu den Charakteren. Ich hoffe aber irgendwie, dass davon, und hoffentlich auch von der angedeuteten Magie, in der Fortsetzung mehr kommen wird. :/

  4. Haha, ich fand’s gerade gut, dass das Buch mittendrin anfing und man nicht endloses Vorgeplänkel hatte, vor allem weil die Grundlage eh bekannt ist (wenn man 1001 Nacht kennt). Ich hab’s auch Shahrzads Planlosigkeit gar nicht so schlimm empfunden. Es stimmt schon irgendwie wie du es beschreibst, aber mir ist das gar nicht so extrem aufgefallen. Und ich mochte sie sehr gern. Ich hab sie sogar als sehr starke weibliche Figur empfunden, die ihren eigenen Kopf und Stolz hat.
    Und den Schreibstil fand ich auch toll xD Sehr atmosphärisch und gekonnt, ich hätte ihn nie im Leben als Negativbeispiel für „show, don’t tell“ in Betracht gezogen ;D
    Na ja, 1 Buch, 2 Meinungen ;)

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