The joy of going back.

Immer höher, schneller, weiter. Mehr lesen, alles neue kennen lernen, immer wieder neue Welten entdecken. Früher oder später kommt man da einfach nicht mehr mit. Und selbst wenn man mitkommt – will man das überhaupt? Oscar Wilde soll gesagt haben “If one cannot enjoy reading a book over and over again, there is no use in reading it 12599343_765292326936314_1639906567_nat all” und auch wenn ich dem zumindest nicht uneingeschränkt zustimmen kann (bei manchen Büchern ist einmal auch genug), hat er doch in gewisser Weise Recht. Denn neben all dem, was wir so lesen, sind doch die Bücher die prägendsten, die wir mehr als einmal oder gar immer wieder anfassen.

Harry Potter ist für mich so ein Phänomen. Den ersten Teil habe ich mir im Dezember 1998 selbt gekauft, den zweiten Teil habe ich zu Ostern 1999 bekommen. Den dritten Band habe ich im selben Jahr zum Ferienanfang als Belohnung für mein gutes Zeugnis bekommen. Es war der Tag, an dem wir für drei Wochen nach Frankreich gefahren sind. 21 Tage. Und ich hatte nur dieses eine Buch dabei. Ich habe auch nur dieses HP7eine Buch gelesen. 21 mal in den drei Wochen. Jeden Tag ein mal von vorne bis hinten. Und es wurde trotzdem nicht langweilig.

Je älter ich wurde, umso mehr Bücher (und auch mehr Geld für Bücher) hatte ich zur Verfügung, was zur Folge hatte, dass ich immer mal was anderes lesen konnte und nicht eine Hand voll Bücher, die ich schon kannte. Das ist auch schön, rückt aber natürlich andere liebgewonnene Bücher wieder in den Hintergrund. Und auch Harry Potter machte da lange keine Ausnahme, denn ich habe mich nach dem siebten Band erstmal geweigert, zurück zukehren. Vorletzte Weihnachten habe ich es dann doch getan und nicht bereut. Die Angst, die Geschichte 12552197_1025236194181579_219893551_nheute nicht mehr so toll zu finden, ist unbegründet, denn ich verbinde damit so viele Erinnerungen, dass es unmöglich ist, es schlecht zu finden.

Und ähnlich ging es mir in den letzten Wochen mit den Mortal Instruments von Cassandra Clare. Den Gedanken, die Reihe nochmal zu lesen, hatte ich schon öfter, konnte mich aber nie so ganz motivieren. Mit dem heutigen Erscheinen von „Lady Midnight“ und der im Januar gestartete Serie „Shadowhunters“ wurde der Drang jedoch immer größer, sodass ich letztendlich nicht widerstehen konnte. Vermutlich img_0136hätte die Serie allein ausgereicht, denn wenn wir mal ehrlich sind, hat die mit den Büchern nicht sehr viel gemein.

Im Grunde war es mehr ein „Wie war das nochmal…“ als alles andere, doch bevor ich es überhaupt mitbekommen habe, hatte ich den ersten Band durch und war mitten im zweiten. Der dritte hat sich nahtlos ansgeschlossen und gerade ist es der vierte, der mir die Nächte raubt und mich morgens müder sein lässt, als ich eigentlich sein sollte. Und ich liebe es. Ich liebe die Geschichte noch immer, vielleicht sogar noch mehr als beim ersten Lesen. Es ist wie nach Hause kommen; alte Bekannte und Freunde treffen, die man lange nicht gesehen hat, mit denen man sich aber noch genauso gut versteht wie damals. Und es ist schön. Es tut gut. Es macht Spaß. Und vielleicht sollte man das öfter mal machen. Zurückkommen, runterkommen, heimkommen. Dorthin, wo wir uns img_0235wohlfühlen, um dann wieder mit frischen Augen auf neues zu blicken.

Auf der Premierenparty zum letzten Harry Potter-Film hat J. K. Rowling folgendes gesagt: „The stories we love best do live in us forever.“ Und ja, neben Harry Potter sind es auch die Shadowhunter, die ein kleines Fleckchen in meinem buchförmigen Herzen belegen.

Welche Bücher sind es bei euch, die nie langweilig werden? In welche Geschichten könnt ihr immer eintauchen und wo fühlt ihr euch zu Hause?

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10 thoughts on “The joy of going back.

  1. Definitiv auch Harry Potter. Es gibt wohl kein anderes Buch oder vielmehr keine anderen Bücher, die ich so oft lesen kann. Bei mir waren es niemals 21 Mal, aber dennoch hab ich mit den Jahren den Überblick darüber verloren, welchen Band ich wie oft gelesen habe. Dennoch liebe ich das zweimal lesen und das wiederkommen. Und wenn ich nur mehrmals durch eine kitschige Liebesgeschichte durchhusche weil ich 2-3 Szenen so gerne mochte.

    Liebe Grüße,
    Susanne

  2. Schön geschrieben! : ) Bei mir ist es auch definitiv Harry Potter! Die Bücher waren so ein (langes) prägendes Leseerlebnis, welches man nicht missen möchte. Ansonsten gibt es Bücher, wie zum Beispiel „Der kleine Prinz“, also Klassiker, die ich immer wieder gerne lese. Und ansonsten habe ich gar keinen „festen“ Bücher. Ich habe immer mal wieder Momente, an denen ich an eine Lektüre zurückdenken und mir wünsche, noch einmal in die Welt eintauchen zu können. Oft ist das aber auch stimmungsabhängig. : D

    Liebe Grüße,
    Karin

  3. Ein toller Text. Bei mir ist es auch Harry Potter. Bücher, welche mich immer wieder begeistern und faszinieren. Aber nicht nur Harry Potter, sondern auch die Waringham-Saga schafft das. Ich habe sie zwar noch nicht so oft gelesen wie die Harry Potter Bücher aber immerhin. Vielleicht sollte ich mir vornehmen dieses Jahr wieder mal die Nase in die Bücher von Harry Potter zu stecken? Wer weiß. Ich sehe gerade wie meine Kollegin zum ersten Mal Harry Potter liest und diese Begeisterung des Neuentdeckens ist einfach nur herrlich.

    Liebe Grüße
    Corinna

  4. Da kann ich nur immer wieder sagen: die Bücher von Jeaniene Frost!
    Übrigens finde ich die Cover von der City of Bones Reihe unglaublich toll… Habe den ersten Band aber ich finde die sind nicht so leicht zu bekommen ! Wo hast du sie her ? :)

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