Verliebt in Mr. Daniels – Brittainy C. Cherry


+ Kurzeschreibung

Unsere Liebe verboten zu nennen ist einfach. Einfacher, als zu erkennen, dass wir vom ersten Moment an Seelenverwandte waren. Ich denke, wir sind beides: verbotene Seelenverwandte. Ich hatte nicht vor, mich in ihn zu verlieben, als ich nach Wisconsin kam. Ich hatte weder geplant, in Joes Bar zu stolpern, noch mich Hals über Kopf in Daniels Musik zu verlieren. Ich hatte ja keine Ahnung, dass allein seine Stimme all meine Sorgen wenigstens für einen kurzen Moment vertreiben könnte. Ich wusste nicht, dass sich so das Glück anfühlt. Unsere Liebe war mehr als nur Leidenschaft. Es ging um Familie. Um Verlust. Um das Gefühl, wieder lebendig zu sein. Unsere Liebe war verrückt und schmerzhaft. Sie bestand aus Lachen und Weinen. Sie war wie wir. Und allein deshalb werde ich es niemals bereuen, dass ich mich in meinen Lehrer Mr Daniels verliebt habe!

+ Rezension

Ach, so dachte ich, was wäre das schön, mal eine Schüler-Lehrer-Romanze zu lesen, die a) nicht so dramatisch ist, b) für alle Beteiligten sinnvoll gelöst wird und die sich c) nicht schmutzig oder falsch, sondern ehrlich anfühlt. Ja verdammt, das wäre echt mal was neues gewesen… Es ging aber leider schon mit Drama los.

Sie verliert ihre Zwillingsschwester an Leukämie und muss, damit ihre alkohlkranke Mutter einen Entzug machen kann, zu ihrem Vater einmal quer durchs Land ziehen, zu dem sie eigentlich gar keinen Kontakt hat. Sonst wüsste sie vielleicht auch, dass er eine Frau mit zwei eigenen Kindern hat und Ashlyn sich dort ein Zimmer mit ihrer Stiefschwester teilen muss.

Er, also unser Mr. Daniels, hat bei einem tragischen Unfall, an dem mehr oder weniger sein Bruder schuld war, seine Freundin verloren. Dann fing sein Bruder an, Drogen zu nehmen und sich mit zwielichtigen Gestalten einzulassen, was letztendlich darin uferte, dass ihre Mutter ermordet wurde. Und weil das alles noch nicht reicht, stirbt sein Vater auch noch an Nierenversagen – viel zu unspektakulär, wenn man den Rest der Geschichte betrachtet.

Und da sind sie nun, unsere Protagonisten und treffen mit gebrochenen Herzen aufeinander, die nur der jeweils andere wieder zusammenzuflicken vermag. So hätte es vermutlich Shakespeare ausgedrückt, den beide so toll finden. Und so grundsätzlich wäre das auch alles gar nicht so schlimm, denn die Grundidee, wie sich die beiden kennen lernen und zusammenfinden ist tatsächlich überraschend gut umgesetzt. Man spürt die Chemie und das sie sich etwas zu sagen haben, einander verstehen und einander mögen. Nur treffen sie viel zu schnell in der Schule aufeinander. Noch bevor (außer diesem einen lächerlich unbedeutenden Kuss) etwas passieren kann. Und genau das wäre der Punkt, an dem beide vernünftig werden sollten, statt sich Hals über Kopf von Null auf Hundert in eine verhängnisvolle Affähre zu stürzen, die man einfach nicht nachvollziehen kann. Woher kommt diese Spannung, seit sie wissen, dass sie Lehrer und Schülerin sind? Ist es wirklich nur das Verbotene? Das wäre okay, wäre nicht von Anfang an klar gemacht worden, dass beide nicht nur auf den schnellen heißen Scheiß heiß sind, sondern etwas bleibendes suchen.

Was ich eben auch nicht verstanden habe… worum ging es hier denn jetzt genau? Ashley bekommt von ihrer toten Schwester eine Liste mit Aufgaben, die sie erfüllen soll, aber die kommen immer nur zur Sprache wenns gerade passt. Die komplette Liste bekommt man nie zu sehen. Genauso wie der drogensüchtige Bruder seinerseits, er immer dann auftaucht, wenn gerade mal wieder ein bisschen Spannung gebraucht wird und Ashlyn und Daniel auf die Idee kommen, sich zu trennen. Und dann haben wir da noch Ashlyns Stiefgeschwister, die ebenfalls ihre ganz eigenen Probleme haben, die auch alle irgendwie vorkommen, aber was genau hat das für einen Sinn? Ich weiß bei diesem Buch nicht, wo der zentrale Konflikt liegt, denn es gibt gefühlt 25 Handlungsstränge, die immer mal auftauchen und wieder im Sande verlaufen, wie es halt gerade passt.

Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt oder ob das Original schon so unfassbar sprachgewaltig war, aber manche Sachen hätte man gut und gerne anders ausdrücken können, sodass sie wenigstens schöner geklungen hätten. Und über die Sexszenen rede ich besser gar nicht erst. Ich fühle mich ohnehin schon schmutzig.

Nein, ich kann nicht sagen, dass ich mich Daniel Daniels verliebt habe. Und ich hoffe, ihr tut es auch nicht.

Verliebt in Mr. Daniels

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (4. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802599187
ISBN-13: 978-3802599187
Originaltitel: Loving Mr. Daniels

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