To Harry Potter – the boy who lived!

Es ist ein Tag, von dem ich nie gedacht hätte das er nochmal kommt. Ein neues Harry Potter-Buch erscheint und plötzlich bin ich wieder 12, ein bisschen aufgeregt und kann es kaum erwarten, das Buch in Händen zu halten.

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Das wiederum hätte ich nicht für möglich gehalten, als die Ankündigung dazu kam. Quasi mit dem Startschuss von Pottermore breitete sich ein Gefühl von Genervtheit in mir aus, und das lag nicht nur daran, dass der Sprechende Hut mich nach Slytherin schicken wollte (seriously?), sondern vor allem daran, dass man das Ganze ‚durchspielen‘ musste. Wer hat schon Zeit, sowas komplett durchzuspielen? Und dann kann man die Inhalte nicht mal wirklich für später aufheben. So ein Buch, das wäre wa anderes. Da kann man immer wieder blättern, was nachschlagen, einfach lesen… Aber so eine Online-Experience muss ‚erlebt‘ werden. Da muss man dann plötzlich Zaubertränke mischen, Punkte sammeln und um einen Hauspokal kämpfen – was auch okay wäre, gäbe es nicht Leute, die entweder zuviel Zeit für sowas haben oder Tricks finden, um alle anderen punktemäßig weit, weit hinter sich zu lassen. Das alles hat mir den Spaß daran verdorben.

Es hat mir so sehr den Spaß verdorben, dass ich Harry den Rücken zugekehrt habe. Ich habe die Bücher mehrere Jahre nicht gelesen oder angefasst. Ich hatte schlicht keine Lust mehr, schon gar nicht, wenn immer mal wieder Newsmeldungen auftauchten, wenn auf Pottermore mal wieder was ‚tolles‘ passiert ist. Auch wenn Joanne K. Rowling mit ihrer neugewonnenen Twitterleidenschaft irgendwelche Random-Infos rausgehauen hat, war ich genervt. Ich verstehe es übrigens immer noch nicht – wieso kann man diese ganzen Infos, die sie ja eh hat, nicht einfach in ein Buch packen? Ich würde das mit Kusshand nehmen und viele, viele andere sicher auch. Aber nein, stattdessen kündigt man dann ein Theaterstück an. Ein. Theaterstück. Geht’s noch?

Theater ist so ziemlich das Letzte, wo ich mich sehe, um eine weitere Geschichte aus Harry Potter zu erleben. Noch dazu in London, denn – ja klar – warum nicht Unmengen von Geld ausgeben, nur um dieses Theaterstück zu sehen? Ganz zu schweigen davon, dass man dafür genausoviel Glück haben musste, wie um an Tickets für Adele zu kommen.

Das klingt alles furchtbar. Und ich fühle mich schlecht, weil ich scheinbar seit Jahren kein gutes Haar an etwas lassen kann, dass mir soviel bedeutet. Ich habe mit Harry, Ron und Hermine gelitten, Abenteuer erlebt und bin mit ihnen gewachsen. Ich habe durch sie Freunde gefunden, die ich sonst nie kennen gelernt hätte. Harry Potter hat mich durch viele schwere Zeiten begleitet. Aber als Buch war die Geschichte für jeden erreichbar, jeder konnte daran teilhaben. Es war zeitlos, nicht wie Pottermore, dass sich verändert hat, nachdem alle Schuljahre durchgespielt waren. Und war nicht ortsgebunden, wie ein Theaterstük, dass nur an einem bestimmten Ort aufgeführt wird. Bücher kann man überall mit hin nehmen.

Und dann kam sie doch, die Nachricht, dass zumindest das Skript veröffentlicht wird.

Ich bin nun auch kein Fan von Skripten, aber ich nehme, was ich kriegen kann. Es nicht zu lesen geht einfach nicht, dafür hat mich Harry zu lange begleitet. Und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich am Ende positiv überrascht werde. Ich meine, Joanne K. Rowling ist nicht wie andere Autoren. Hätte sie ihre Welt komplett ausschlachten wollen, hätte sie das längst getan. Ich vertraue ihr, dass sie die Geschichten erzählt, die es sich zu erzählen lohnt. Und ich vertraue ihr, es gut zu machen. Ich vertraue ihr, dass sie mir das Gefühl zurückgeben kann, das ich damals mit 12 hatte, als ich das erste Buch gelesen habe. Ein Gefühl vom nach Hause kommen, vom verstanden werden und die Verbundenheit zu anderen.

Ich möchte es so gerne wieder haben. Nur deswegen werde ich das Skript lesen. Vielleicht habe ich ja Glück…

To Harry Potter – the boy who lived!


Harry Potter and the Cursed Child erscheint heute im englischen Original, die deutsche Übersetzung, Harry Potter und das verwunschene Kind, erscheint am 24. September 2016 im Carlsen Verlag.

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3 thoughts on “To Harry Potter – the boy who lived!

  1. Mein Skript wurde versandt – hatte das seit Monaten vorbestellt – und nun warte ich ganz ungeduldig. Ich hoffe es verschafft mir ein größeres Hogwarts-Feeling als Pottermore (wo ich immer noch bei Harrys erstem Besuch in Gringotts hänge, weil sich mein Verlies nicht öffnet also reden wir lieber nicht darüber).
    Ich drücke dir – und mir ^^ – die Daumen. :)

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