Wédōra – Staub und Blut – Markus Heitz

+ Kurzbeschreibung

Lebensspendend oder todbringend, geheimnisvoll oder verkommen – Juwel der Wüste oder Ende aller Hoffnung? Willkommen in Wédōra, dem Schauplatz von Markus Heitz‘ neuem Dark-Fantasy-Roman „Wédōra – Staub und Blut.

Im Mittelpunkt einer gigantischen Wüste liegt die schwer befestigte Stadt Wédōra. Sämtliche Handelswege der 15 Länder rings um das Sandmeer kreuzen sich hier, Karawanen, Kaufleute und Reisende finden Wasser und Schutz. In diese Stadt verschlägt es den Halunken Liothan und die Gesetzeshüterin Tomeija.
Doch Wédōra steht kurz vor einem gewaltigen Krieg, denn die Grotte mit der unerschöpflichen Quelle, die die Stadt zum mächtigen Handelszentrum hat aufsteigen lassen, war einst das größte Heiligtum der Wüstenvölker. Nun rufen die geheimnisvollen Stämme der Sandsee zum Sturm auf die mächtige Stadt.
Liothan und Tomeija geraten schnell in ein tödliches Netz aus Lügen und Verschwörungen, besitzen sie doch Fähigkeiten, die für viele Seiten interessant sind.

+ Rezension

So, das war es also. Mein erstes Buch von Markus Heitz, dass ich tatsächlich von Anfang bis Ende durchgezogen habe. Das allein schon tut mir sehr leid, denn Markus ist großartig. Wer ihn mal live erlebt hat, weiß das. Man kann sich ihm kaum entziehen und er hat ein Talent dazu, alles spannend klingen zu lassen.

Ich hab es zuvor sowohl mit den Zwergen als auch mit Aera versucht, aber beides war nicht so wirklich meins. Umso interessanter klang für mich aber Wédōra – so ganz anders, als alles, was es bisher gab, noch dazu wunderschön aufgemacht und beworben mit Karten und Illustrationen. Bereits im Vorfeld wurde des Öfteren darauf hingewiesen, dass die Idee zu der Geschichte einem Rollenspiel entstiegen ist (bei dem ich nach dem Lesen jetzt gerne mitgemacht hätte) – umso neugieriger war ich auf die Umsetzung.

Die Namen der Charaktere sind eine Sache – schon beim ersten Lesen bin ich darüber gestolpert, dachte aber, ich gewöhne mich dran. Das hat ein bisschen gedauert, ging dann aber irgendwann. Gestört hat mich mehr, dass sich zu den beiden Protagonisten kein klares Bild in den Kopf bekommen wollte. Man kann nur raten, wie alt sie ungefähr sind, die Hinweise darauf sind spärrlich; ebenso was das Aussehen und Charakterzüge angeht. Er, der Holzfäller, der hin und wieder auf ein paar Diebeszüge geht und seine Beute unter den Armen verteilt und sie, die gewissenhafte Soldatin, die beinahe jeden Harlunken zur Strecke bringt, es sei denn, sie findet einen Weg, ein Auge zuzudrücken.

Beide landen mehr durch einen Fehler als Absicht in der Wüste und kommen so nach Wédōra, wo sich ihre Wege aber sofort wieder trennen. Um nach Hause zu kommen, müssen sie sich zunächst wieder finden, da die Stimmung in der Stadt aber bereits angespannt ist, gestaltet sich das schwieriger als gedacht.

Den Beiden auf ihrem Weg zu folgen, macht natürlich Spaß, weil man dadurch die Stadt und ihre Bewohner besser kennen lernt. Allein der Aufbau der Stadt rund um den Turm des Daremo, die angelegten Stadtviertel mit ihren Eigenheiten und die Sitten dort, zeichnen ein sehr präzises Bild und machen Lust auf mehr. Zudem lernt man auch ein bisschen von der Wüste kennen. All das bietet viel Potential für weitere Bände, sofern sie denn geplant sind, wovon ich aber mal ausgehe. Im Grunde liefert Markus Heitz mit Wédōra eine abgeschlossene Geschichte, nur wirkt sie mehr wie der Auftakt zu etwas größerem.

Vieles ging mir zu schnell, manche Sachen wurden nur angerissen und kommen dann nicht mehr zur Sprache. Parallel erfährt man noch, was in Liothans und Tomeijas Heimat vor sich geht. Das ist alles okay, aber ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass das alles an mir vorbeigeht. Ich hatte den Eindruck, dass Markus sehr wohl ein klares Bild von all dem in seinem Kopf hat, mir das aber verwehrt blieb und ich deswegen keinen richtigen Zugang gefunden habe. Wahrscheinlich liegt das an mir und vermutlich ist das mein grundsätzliches Problem mit seinen Büchern, was ich wirklich schade finde, denn ich möchte sie mögen. Aber es klappt mit uns einfach nicht.

Wédōra

Broschiert: 608 Seiten
Verlag: Knaur HC (1. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426654032
ISBN-13: 978-3426654033

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One thought on “Wédōra – Staub und Blut – Markus Heitz

  1. Das ist das erste Buch von Markus Heitz seit Ewigkeiten, das mir mal wieder richtig gut gefallen hat! Zu den dauernden Geschichten über alle Arten von Untoten, die er in den letzten Jahren so geschrieben hat, habe ich irgendwie keinen Zugang gefunden.

    Der fast einzige Kritikpunkt an diesem Buch ist, dass es sinnlos blutig ist!

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