The Vegetarian – Han Kang

+ Kurzbeschreibung

Before the nightmares began, Yeong-hye and her husband lived an ordinary, controlled life. But the dreams—invasive images of blood and brutality—torture her, driving Yeong-hye to purge her mind and renounce eating meat altogether. It’s a small act of independence, but it interrupts her marriage and sets into motion an increasingly grotesque chain of events at home. As her husband, her brother-in-law and sister each fight to reassert their control, Yeong-hye obsessively defends the choice that’s become sacred to her. Soon their attempts turn desperate, subjecting first her mind, and then her body, to ever more intrusive and perverse violations, sending Yeong-hye spiraling into a dangerous, bizarre estrangement, not only from those closest to her, but also from herself.

+ Rezension

Die Vegetarierin ist scheinbar das Buch des Jahres. Kaum ein anderes habe ich so oft gesehen, über kaum ein anderes wurde so viel diskutiert und trotzdem bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich davon jetzt eigentlich halten soll.

Yeong-hye ist eine durchschnittliche Frau, nichts besonderes, ganz normal eben und genau das schätzt ihr Mann so an ihr. Bis zu dem Tag, an dem sie beschließt, kein Fleisch mehr zu essen und alles aus dem Kühlschrank und der Wohnung verbannt – mitten in der Nacht. Ab da ist nichts mehr wie es war. Er kann sie nirgendwo mithinnehmen, denn mit ihrem Verhalten beschämt sie ihn. Als er sich nicht mehr zu helfen weiß, schaltet er schließlich ihre Familie ein, womit der Anfang vom Ende beginnt.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Im ersten Teil erleben wir alles durch die Augen des Mannes. Im zweiten ist es der Schwager, der seine Sicht der Dinge erklärt und im dritten Teil schließlich erfahren wir alles von Yeong-hyes Schwester, doch nie von ihr selbst. Das ist vermutlich der Punkt, der mich am meisten gestört hat, denn so kann man nicht nachvollziehen, was in ihr vorgeht. Was bringt sie dazu, ihr Leben von heute auf morgen zu ändern und wider besseren Wissens nicht von ihrer Entscheidung abzuweichen? Anders betrachtet ist so natürlich der Eindruck stärker, dass keiner aus der Familie Yeong-hye in Ruhe lassen kann. Der Druck auf sie wirkt noch stärker und dadurch ist das Buch bedrückend.

Dieses Buch wühlt auf und macht einen wütend, weil man nichts tun kann. Man ist nur ein hilfloser Zuschauer, während alle anderen Yeong-hyes Leiden nur noch verschlimmern. Ob es allerdings allein deswegen all die Aufmerksamkeit verdient? Schwierig. Ich würde nicht sagen, dass es vertane Zeit war, aber wirklich bereichert fühle ich mich jetzt auch nicht. Es war halt. Und ich war froh, als es vorbei war.

The Vegetarian

Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Hogarth; Auflage: 01 (14. Juni 2016)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0804189749
ISBN-13: 978-0804189743

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2 thoughts on “The Vegetarian – Han Kang

  1. Mich hat’s auch nicht gerade umgehauen. Ich schiebe das eher darauf, dass man es vielleicht in seinem koreanischen Kontext sehen muss und darüber weiß ich nicht besonders viel. Dass man nie ihre Sicht bekommt, fand ich gar nicht so schlimm, das war ja eigentlich das Interessante an dem Buch. Seltsamerweise fand ich die ersten 2 Perspektiven zwar am unsympathischsten, gleichzeitig hat mich die letzte aber am meisten gelangweilt.

  2. Damit, dass das Buch wütend macht, hast du auf jeden Fall recht. Ich war so wütend, dass ich das Buch bei etwa der Hälfte auch abgebrochen habe. Das Verhalten des Mannes fand ich schon schrecklich, aber als es in der Perspektive des Schwagers dann nur noch darum ging, dass er mit ihr schlafen möchte und die eigentliche Handlung quasi verschwunden ist, war es für mich wirklich vorbei.
    Vermutlich ist es gerade das, was das Buch so zum Gesprächsthema macht, aber für mich persönlich war das gar nichts. Ich kann aber gut nachvollziehen, dass du es nicht bewerten kannst.

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