Once a Gilmore, always a Gilmore.

Ich glaube, wenn man einmal mit den fasttalking-Girls warm geworden ist, hört das nicht mehr auf. Es geht nicht weg und eigentlich will man das auch gar nicht. Und jetzt war es dann soweit – endlich neue Folgen, endlich wieder Sherman-Palladino, endlich wieder Kaffee, Junk-Food und sechs Stunden am Stück Spaß. Nach Hause kommen, Füße hoch, wohlfühlen.

Und ich weiß, ich hab mir lange Zeit gelassen mit meiner Meinung, was vor allem daran liegt, dass ich niemanden spoilern wollte. Es geht mir so dermaßen auf den Geist, dass überall sofort jeder seine Meinung – und sei sie auch noch so clever verpackt – in die Welt pusten muss. Lasst euch eins gesagt sein: Ihr seid nicht clever. Und es nervt. Selbst ein Name und ein Emoji verraten den Leuten, die im Thema sind, mehr als genug. Ich will um Himmels Willen niemandem verbieten, darüber zu reden, aber gerade Twitter ist nicht die beste Diskussionsplattform, weil man all dem, was man nicht sehen will, eben nicht so leicht aus dem Weg gehen kann. Ist ein bisschen nervig, dass man das immer und immer wieder sagen muss…

Aber wie dem auch sei – hier auf dem Blog steht es euch frei, den Text zu lesen oder weg zu klicken, überlegt es euch gut, denn hier werde ich spoilern^^ Nachdem jetzt immer wieder Leute gefragt haben „Uuuuuund? Wie fandest duuuus?“ fühle ich mich verpflichtet, doch ein bis zwei Sätze dazu zu verlieren – oder halt über 3.000 Wörter.

Das Wiedersehen

Alles beginnt mit einem Voice-Over der prägnantesten Sätze aus sieben Staffeln Gilmore Girls und ganz ehrlich, allein dabei hatte ich schon einen Kloß im Hals. Niemals hätte ich gedacht, dass es nochmal soweit kommt uns wir nochmal zurück nach Stars Hollow kommen, umso schöner ist es unsere beiden Mädels zusammen am Gazebo sitzen zu sehen. Klar, alles wirkt etwas glänzender, neuer, vielleicht auch ein bisschen größer, aber doch auch vertraut. Der Anfang an sich wirkt dann ein bisschen gestellt, aber wer will da schon so genau sein? Gleichzeitig taucht aber auch die erste große Frage auf…

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Wer ist eigentlich Paul?

Rory hat einen Freund, das kommt relativ schnell zur Sprache und für eine Millisekunde denke ich: Jawohl, da ist endlich der Kerl, der passt. Nur um dann festzustellen, dass er‘s doch nicht ist, da sich offenbar nicht mal Rory richtig dran erinnern kann, schon mittlerweile zwei Jahre mit ihm zusammen zu sein. Es passt zu Rorys aktueller Lebenssituation, einen Freund zu haben um eben einen Freund zu haben, jemand, der einem das Gefühl gibt, dass man wenigstens diese eine Sache geregelt kriegt. Und doch wirkt es einfach absolut falsch. Rory ist 32, nicht 22; darauf komme ich aber später nochmal zu sprechen. Und dass er nicht für immer ist, sehen wir schon allein daran, dass er uns nicht vorgestellt wurde, wenn nicht an der Tatsache, dass sich niemand an ihn erinnern kann und er ständig irgendwo vergessen wird.

Der unerfüllte Kinderwunsch

Kann mir bitte jemand erklären, warum Luke und Lorelai von jetzt auf gleich in einer Fertilitätsklinik landen und darüber diskutieren, ob Luke mit einer Leihmutter tatsächlich Sex haben muss oder ob das auch irgendwie anders funktioniert? Ich würde es echt gerne wissen, denn das impliziert, dass sie in den letzten zehn Jahren nicht einmal darüber geredet haben, was wiederum total realitätsfern wäre. Und Paris? Ich liebe Paris, in jeder einzelnen Szene, und wir wussten alle, dass sie sich zwischen Medizin und Jura entscheiden würde müssen. Aber dass sie dann so ein Feld beschreiten würde? Was ist aus dem Wunsch, Krebs zu heilen geworden? Oder der Weltherrschaft? Ich fand diese ganze Szene einfach unnötig und sehr, sehr seltsam. Abgesehen davon kann ich mir Lorelai und Luke jetzt nicht mehr als Eltern eines Babys vorstellen. Früher war das vielleicht mal eine Option, aber jetzt wirkt es einfach deplatziert und regelrecht als ob man hätte Zeit füllen müssen.

Die Therapie

Wenn Emily Gilmore in T-Shirt und Jeans vor mir stünde und mir einen Vortrag über Marie Konde halten würde, würde ich ihr wohl auch eine Therapie vorschlagen. Vor allem, wenn sie zudem eine Familie in ihrem Haus leben lässt, die mehr Kinder hat als man zählen kann. Funfact: Habt ihr die Haushälterin erkannt? Wenn nicht, schaut hier.  So grundsätzlich fand ich das aber alles sehr süß und vor allem Emilys Entwicklung hat mir gefallen. Wie sie die DAR-Ladys zurecht weist und später im Walmuseum den Vortrag hält? Große Klasse! Die Therapie an sich allerding hat wieder einmal gezeigt, dass Lorelai und Emily einfach gar nicht aufeinander eingehen und das simpelste Gespräch in einem Streit endet. Dann war da diese Sache mit dem Brief und plötzlich saß Lorelai alleine da. Und es macht mich umso trauriger, dass Lorelai jetzt, wo sie alles hat, was sie immer wollte, so dermaßen traurig ist.

Goodbye Richard

Gemessen an meiner eigenen Traurigkeit über den Tod von Edward Herrmann kann ich mir unmöglich vorstellen, wie es denen gehen muss, die ihn tatsächlich kannten. Dementsprechend hatte ich aber auch große Sorgen, ob es gelingen würde, seine Abwesenheit angemessen darzustellen. Unbegründet, denn wirklich jede Szene, die das behandelt hat, hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Wirklich jede. Selbst als Lorelai am Ende das Richtige Portrait sieht, was eigentlich witzig gedacht war… unfassbar gut gemacht. Sei es nun die Trauerfeier oder Lorelais Anruf bei Emily – Richard war trotz oder gerade wegen seiner Fehler ein großartiger Charakter und sie haben einen das spüren lassen.

Rory on the Road

„I feel very lost these days. I have no job, I have no credit, I have no underwear“ war der Satz, der mich schon im Trailer fast mehr berührt hat als alles andere. Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn unsere großen Pläne zu Staub zerfallen und wir einfach nicht wissen, was wir als nächstes tun sollen. Das ist das Leben, das ist normal, das ist so, bevor man wieder aufsteht und was Neues anpackt. Allerdings ist auch das etwas, was nicht so ganz zu Rory zu passen scheint. Bisher ist ihr immer alles zugeflogen. Klar, sie hat hart gearbeitet, aber sie bekam, was sie wollte und jetzt läuft es eben nicht mehr rund. Aber eigentlich ist eine solche Krise typisch für die Zeit nach dem Studium, nicht zehn Jahre später. Mit 32 wünsche ich mir von ihr, dass sie reifer ist, als sich für einen Job zu bewerben, den sie nicht will – das alles ohne sich vorzubereiten – und dann noch pissig zu sein, weil es nicht geklappt hat. Ja, Mädchen, was genau erwartest du denn? Wo ist die Rory, die entgegen dem Rat von ihrem Freund für ein Online-Magazin geschrieben und damit Erfolg hatte? Weil sie es für richtig hielt und weil sie es konnte. Wo ist das Mädchen, dass sich trotz der Pleite bei Huntzberger und all ihren Zweifeln aufgerappelt hat und überall um einen Job gekämpft hat? Die brauchte kein Lucky Dress – die konnte und war sich für nichts zu schade. Und von dem Wookie will ich gar nicht erst anfangen…

Jess – there and back again…

Als Jess zurückkam hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, das jetzt alles gut werden kann. Und das liegt nicht daran, dass ich eins seiner Fangirls bin, ich glaube nur einfach, dass es ihm gut getan hat, seinen eigenen Weg außerhalb von Stars Hollow zu gehen – ohne Rory. Ihre Beziehung hätte damals keine Zukunft gehabt und das wissen beide, weshalb sie immer noch Freunde sind. Jess ist zudem der einzige, der Rory die Wahrheit ins Gesicht sagen kann, ohne dass sie trotzig wird. Sie hört ihm zu und sie nimmt ihn ernst. Wegen ihm beginnt sie, dieses Buch zu schreiben, wegen ihm sagt sie sich (unbewusst) von Logan los und wegen ihm sucht sie wieder einen Weg. Jess ist dür Rory sowas wie Luke für Lorelai war – eine sichere Bank und ein guter Freund. Gut möglich, dass er sie auch in Zukunft unterstützen würde, absolut unbestreitbar sind die Gefühle für sie, die er noch immer hat. Allein der letzte Blick durchs Fenster sagt mehr, als es tausend Worte könnten. Und abgesehen davon: Auch Jess hat sich entwickelt. Sein Verhalten gegenüber Luke, aber auch Lorelai, ja selbst Kirk spricht Bände. Jetzt bleibt nur die Frage, ob er eben auch auf Rory warten wird.

Die London-Logan-Sache

What the fuck, Rory? Ernsthaft… ich mochte Logan wirklich, aber irgendwann reicht’s dann auch mal. Sie war bereits die andere Frau und wusste, dass ihr das nicht gefällt. Und sie weiß eigentlich, dass sie Logan nicht will – uneigentlich halt nicht. Es ist einfach nicht okay und das Logan das einfach so mitmacht oder am Ende noch so vorgeschlagen hat, spricht auch Bände. Zudem betrügt sie auch noch ihren Freund, den sie ja ohnehin nicht will und wo hat sie eigentlich das Geld her, ständig nach London zu fliegen? Teurer Spaß, bei dem ich davon ausgehe, dass Logan ihn ihr finanziert, geau wie er ihr das Haus zum Schreiben geben will und ich weiß einfach nicht, wie man als eigenständige Frau sowas tun kann, mal ganz abgesehen davon, dass sie sich in Staffel sieben gegen ihn entschieden hat. Und wo wir gerade davon sprechen…

Staffel 7 oder: Lass uns das einfach mal ignorieren.

Ich verstehe das – die Palladinos waren pissig und nicht zufrieden mit dem, was Staffel 7 gebracht hat, schon allein deswegen, weil sie nicht dabei waren. Das ist aber kein Grund, alle wesentlichen Ereignisse zu ignorieren.  Luke und Lorelai gehören zusammen, aber wie genau haben sie wieder zusammen gefunden? Konnten sie ihre Probleme wirklich beiseitelegen? Was wurde auch Rorys Obama-Wahlkampagne? Ich würde behaupten, wenn man zwei Jahre mit dem nächsten US-Präsidenten durchs Land zieht und darüber schreibt, gewinnt man viele Kontakte, die man später auch nutzen kann. Damit man eben nicht mit 32 ziellos in seinem alten Kinderzimmer sitzt. Weiterhin hat sie sich vielleicht nicht direkt gegen Logan entschieden, aber indem sie seinen Heiratsantrag nicht angenommen hat, gegen das, wofür er steht. Und sie wusste, warum sie das tut. Wenn sie jetzt doch dazu zurückgeht – was sagt das wohl über sie aus?

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Das Musical

Nein. Einfach nein. Ich sehe keinen Sinn darin, es ist nicht cool, es hat keinen Spaß gemacht das anzusehen, es ist viel zu lang und am allerallerwichtigsten: Es ist ein Stars Hollow-Musical, Himmelherrgott! Miss Patty und Babette singen immer, überall und die ganze Zeit… es ist ein Unding und gegen die Gesetzte von Stars Hollow, dass weder die beiden noch Kirk in die Sache involviert sind.

The Life and Death Brigade

Ja, der Auftritt war ganz nett, für meinen Geschmack aber auch zu lang und zu viel – vor allem zu viel Logan, der ja, wir erinnern uns, eigentlich gar nicht mit Rory zusammen sein will, weil er ja verlobt ist und eigentlich auch die Veranstaltung nicht gerockt hat, das war nämlich Finn. Vielleicht hätte Rory sich damals einfach gleich Finn aussuchen sollen. Was mir hier komplett gefehlt hat: Der Zauber, den diese Geheimgesellschaft gerade in In omnia paratus versprüht. Später ging’s eigentlich nur noch um die beste Party und den größten Suff und hier halt auch.

The book or the movie?

Lorelais Tribut an Wild, der mit der Musicalnummer anfing, sie zu Luke brachte, der vollkommen hilflos zusehen musste, wie sie in die Wildnis abhaut, in dem Telefonat mit Emily und mit einem der längsten Monologe gipfelt und in einem längst überfälligen Heiratsantrag endet, war perfekt. Diese ganze Storyline beschreibt genau das, wofür ich diese Serie liebe und weshalb Staffel 8 alles in allem doch ganz gut bei mir wegkommt. Das entschuldigt fast alles, nur eben nicht das Musical.

Hey, nice to see you…

Ich bin grundsätzlich sehr froh, dass man am Ende doch so viele liebgewonnene Charaktere wiedersehen konnte. Ich wüsste tatsächlich nicht, dass ich irgendwen wirklich vermisst hätte, stattdessen ist mir einfach die Art der Auftritte ein bisschen sauer aufgestoßen. Dean wiederzusehen war so eine Sache, Sookie eine andere. Auch Lane kam mir ein bisschen zu kurz und zu blass vor, dafür war Paris umso präsenter und der absolute Knaller. Dass sie und Doyle nicht mehr zusammen sind, ist irgendwie schade. Ihre Beste Szene ist in Chilton, als sie sich vor Tristan im Bad versteckt, obwohl sie vor einem Wiedersehen mit ihm absolut nichts zu befürchten hätte. We’ve all been there, Paris. Christophers Auftritt macht nur Sinn, wenn man das Ende kennt und ganz ehrlich? Ich hatte immer Verständnis für ihn und ich mochte ihn, bis zu dieser Szene jetzt. Allein dieses kurze Gespräch mit Rory hat ihn mir auf ewig versaut. Jackson war halt mal da. Michelle hatte ich sehr vermisst und mich gefreut, dass er immer noch ein guter Freund für Lorelai ist. Schade, dass er ausgerechnet jetzt auf den Trichter kommt, dass Stars Hollow ihm eigentlich zu klein ist.

 Das Ding ist halt, dass ich durchaus verstehe, dass es nicht leicht ist, diese Anzahl an Schauspielern unter einen Hut zu bekommen, vor allem, wenn es tatsächlich so war, dass es a) recht kurzfristig war und b) viele der Schauspieler nur an einem Tag da sein konnten. I get it, sie haben versucht das Beste draus zu machen und die Story drum herum zu bauen. Aber das ist mit nicht genug, weil es zu oft zu lieblos wirkte.

Witzig ist allerdings die Zahl der Gaststars, die sich heimlich, still und leise eingeschlichen haben. Vielleicht sind die Zusammenhänge nicht jedem bekannt, aber dafür umso mehr die Gesichter.

Die Hochzeit

Ja, ich habe das mit Alice im Wunderland verstanden, aber warum? Warum?? Es war wie ein zweites Musical, nur ohne Gesinge (ok, das war gut) aber so seltsam, weil Michelle da war, aber Sookie nicht. Und Jess eben auch nicht, dafür Lane. Und überhaupt… die Idee war cool, die Umsetzung irgendwie mies. Einziges Highlight der ganzen Sache: Kirk screwing things! <3

The last four words…

Es wurde so viel spekuliert… seit Jahren sind diese letzten vier Worte ein Mythos, der unter allen Fans umher geistert – jeder wollte sie wissen. Und jetzt wo wir sie endlich kennen, gibt’s die, die es total scheiße finden und die, die irgendwie nicht so recht wissen, was sie damit anfangen sollen. Ich habe noch von keinem gehört, der damit zufrieden wäre.  Ich verstehe den Gedanken dahinter, der Kreis schließt sich und Rory ist eben trotz allem doch irgendwie wie ihre Mutter – und dann eben wieder doch nicht. Aber es fühlt sich hier als Ende einfach falsch an. In einer anderen Geschichte hätte es funktioniert, so aber fühle auch ich mich leicht veräppelt.

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Was ich anders gemacht hätte…

Zunächst mal hätte ich Staffel 7 nicht ignoriert. Es ist nun mal passiert und ich verstehe, wenn man damit nicht zufrieden ist – bin ich ja selbst nicht – aber es gehört nun mal doch zur Geschichte und zur Entwicklung der Personen. Man muss das nicht mögen, vor allem Amy Sherman-Palladino muss das nicht mögen, aber schon allein im Interesse der Fans wäre es einfach fair gewesen, es eben nicht zu ignorieren. Dann wiederum hätte ich eben direkt nach der Obama-Sache angesetzt – Rorys Ziellosigkeit, ihr Verhalten und auch das Ende passen einfach besser zu jemandem mit 22 anstatt zu einer 32jährigen. In dem Fall hätte auch das Ergebnis ihrer London-Logan-Sache Sinn ergeben. So erwachsen und reif wie sie früher für ihr Alter war, ist sie jetzt schlicht und ergreifend nicht mehr und es ist schade, wenn eine Figur, die man so sehr mochte, so demontiert wird. Ist euch außerdem mal aufgefallen, dass sie sich noch nie von einem ihrer Kerle getrennt hat? Sie war nie diejenige, die in dem Punkt die Entscheidung getroffen hat, sie hat es einfach nur hingenommen. Sie hätte Logan mehr als einmal vor die Wahl stellen können, aber das wollte sie gar nicht. Sie ist ein Fähnchen im Wind und nicht mehr das Mädchen, mit dem ich mich identifiziert habe.

Ich habe das Gefühl, dass in diesen zehn Jahren, die wir ohne die Gilmore Girls waren, einfach nichts passiert ist, außer dass Richard gestorben ist. Das wirkt einfach so falsch und komisch…

Generell hätte ich mir, wäre ich Sherman-Palladino, mehr Zeit genommen. 90 Minuten zu füllen ist schon eine Aufgabe, vor allem wenn so schnell gesprochen wird und statt einfach mal 20 Minuten Musical einzubauen, hätte ich mich auf eine gute Story beschränkt und versucht, mehr Handlung einzubauen. Oder, wenn die Story das nicht hergibt, das anders aufgebaut. Melissa McCarthy hatte genau einen Drehtag zur Verfügung, Jared Padalecki war, so munkelt man, zu teuer für mehr als diese eine Szene. Wenn aber doch alle so unfassbar heiß auf dieses Revival waren, wie es im ATX-Panel (sehr sehenswert übrigens) den Anschein hatte, dann frage ich mich, warum man da nicht versucht hat, mehr möglich zu machen, es liebevoller zu gestalten und einfach alles reinzulegen, was geht, denn schließlich ist es ja das Ende, oder?

Das Ende oder ein neuer Anfang?

Natürlich steht nach den letzten vier Worten die Frage offen, ob und wenn ja, wie es weitergeht. Ich für meinen Teil gehe fest davon aus, dass es weitergeht, denn wenn es das finale Finale gewesen wäre, hätte man es perfekt gemacht. Man hätte Sookie für mehr als einen Tag geholt und im Vorfeld nicht schon so getan, als sei es nicht schlimm, wenn sie hier nicht dabei ist. Man hätte keine Kosten und Mühen gescheut und alles richtig gemacht. Klar gehts um Geld – dass das kein reines Liebhaberprojekt gewesen ist, das ist auch mir klar. Schließlich will ja Netflix auch was davon haben. Aber ich unterstelle jetzt einfach mal, dass man ein insgesamt besseres Ergebnis für alle Fans bekommen hätte, wenn man sie einfach hätte machen lassen – und wenn es dann eine Staffel mit 22 Folgen geworden wäre, wäre es auch gut gewesen. Weiteres Indiz ist die Tatsache, dass Netflix die vier Folgen als Staffel 1 bezeichnet und nicht als Event (was logischer gewesen wäre). Und zu guter Letzt: die letzten vier Worte. Stellen wir uns mal vor, Rory hätte in diesen vier Folgen erkannt, dass Logan eben doch nicht der Mann fürs Leben ist und Jess wieder getroffen. Jess, der sie schon so oft auf Spur gebracht hat und der dann vielleicht mit ihr zusammen auf Lukes und Lorelais Hochzeit gegangen wäre. Und vielleicht hätten die beiden entdeckt, dass sie jetzt endlich zusammen passen und gut füreinander sind. Vor dem Hintergrund wären diese letzten vier Worte gar kein Cliffhanger und überhaupt keine Diskussion darüber nötig. Aber das würde halt auch bedeuten, dass Rory sich ihrem Alter entsprechend verhalten müsste…

Was bleibt?

Nach dem Schauen hatte ich ein riesiges Bedürfnis nach gutem Scotch und den originalen sieben Staffeln. Das sagt eigentlich schon alles, denn es ist das Bedürfnis nach Trost von Jess und dem Gefühl, das ich bei den neuen Folgen jetzt vermisst habe. Ich bin froh, dass wir sie bekommen haben und ich sie gesehen habe. Ich bin froh, wenn sie neue Fans anlocken und begeistern und ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mir nicht noch mehr wünsche. Aber unterm Strich bin ich jetzt, wo ich die neuen Folgen kenne, mit den alten doch sehr glücklich.

 

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6 thoughts on “Once a Gilmore, always a Gilmore.

  1. Ganz wunderbar geschrieben, vielen Dank!
    Ich habe sehr viel genickt und sehe, um ganz ehrlich zu sein, alles genau so. Ich war traurig am Ende, fühlte mich alleine zurückgelassen, bin ins Bett gegangen und habe am nächsten Tag einen Artikel schreiben müssen (erstmal für mich), warum ich Rory heute die Freundschaft kündigen würde. Das wirklich Traurige für mich war nämlich, dass mich alles an ihr so grenzenlos enttäuschte, dass ich über den Rest gar nicht wirklich reden konnte. Vieles ist untergegangen, vieles habe ich sogar leider übersehen, weil ich damit beschäftigt war, mich zu fragen, was mit ihr los ist. Ich selbst bin fast 30, d.h. ich bin sozusagen mit ihr aufgewachsen, kenne alles, was sie anspricht, aber wie du sagst – an komplett anderen Stellen.

    Ich bin auch zurück zu den Staffeln gegangen, um etwas Trost zu finden. Und ich muss sagen, dass auch wenn ich einen Cliffhanger als Ende an sich gar nicht schlimm finde, diesen als wahrhaftig trotzig empfinde. Als würde ASP das machen, was sie und nur sie möchte, ohne auf Fans Rücksicht zu nehmen. Und das nehme ich ihr ein klein wenig übel.

    Liebe Grüße!
    Anika

  2. Danke! Du sprichst mir in jedem Punkt aus der Seele. Als das Intro anfing saß ich mit klopfendem Herzen und Tränen in den Augen da. Nach den letzten Worten könnte ich nur den Kopfschütteln und mich fragen was zum Teufel das sollte und was aus unserer Rory geworden ist!

    Über eine Fortsetzung würde ich mich auch freuen aber dann als richtige Stadfel, mit mehr Folgen und viel mehr liebe!

    Ein wundervoller Beitrag von dir.

    Liebe Grüße
    Franzi

  3. Ich bin gerade ganz zufällig über diesen Beitrag gestolpert und muss dir in allem zustimmen. Auch ich finde es schade, was aus Rory geworden ist – ich konnte mich absolut nicht mehr mit ihr identifizieren und sie hatte nicht mehr viel von der Rory, die ich früher so mochte. Der Freund, den sie ständig vergisst? Der Wookie? Die Logan-Sache? Das ging alles gar nicht für mich. Die letzten vier Worte und diese ganze Staffel haben mich sehr getäuscht und von Szene zu Szene mehr genervt. Das Musical war wirklich furchtbar. Leider konnte ich auch Lorealis Wild-Trip nicht viel abgewinnen.
    Falls es wirklich weitergehen sollte (ich glaube eher nicht daran..), hoffe ich, dass sie sich wieder mehr Zeit nehmen und zu den Anfängen zurückkehren.

    Liebe Grüße!

    1. Danke für deinen Kommentar =)
      Ich hätte halt schon gerne einen richtigen Abschluss, aber ich glaube auch einfach nicht, dass sie nochmal alle zusammen bekommen. Nur sollen sie dann auch bitte aufhören, es ständig nochmal anzuteasern… ich hab gerade gestern bei einer Netflix-Umfrage mitgemacht, wo gefragt wurde, ob man sich eine weitere Fortsetzung wünscht und ich hab so ne Ahnung, was dabei rauskommt, wenn sie das auswerten…^^

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