FuckYeahBukowski!

Zugegeben, meistens kann ich mit Gedichten nicht so sehr viel anfangen. Die meisten sind mir zu blumig und ich frage mich viel zu oft, was man mir zum Teufel damit eigentlich sagen will, anstatt einfach das zu sagen, was man meint. Bukowski sagte mal: „Sometimes you just have to piss in the sink!“ (Manchmal muss man halt ins Waschbecken pissen!) und mit sowas klar formulierten kann ich einfach weit mehr anfangen, als mit blumigen Umschreibungen.

Seitdem ich das gelesen habe, ist meine Pinterest-Zitate-Pinnwand voll mit Bukowski und ich blättere immer mal wieder in seinen Texten. Im letzten Jahr bin ich auf die Reihe gestossen, die ihr im Bild seht und seit dem zerbreche ich mir den Kopf, wie ich sie wohl am besten vorstellen kann.

Heinrich Karl oder auch Henry Charles Bukowski (oder auch einfach nur Hank), wurde am 16. August 1920 in Andernach geboren, allerdings zog die Familie bereits 1923 nach Los Angeles. Er starb dort am 9. März 1994 in San Pedro. Er hatte keine leichte Kindheit, eine Menge beschissener Jobs, unzählige Frauen und einen ausgiebigen Hang zum Alkohol. Man sagt, er habe erst spät angefangen zu schreiben, in Wahrheit hat er nur erkannt, dass seine Texte besser werden, je mehr Lebenserfahrung er mitbringt, also hat er erstmal welche gesammelt und dann geschrieben.

Fast immer geht es um Sex, das Saufen oder Wetten. Oft spielen seine Erzählungen auf der Pferderennbahn und meistens sind es fiese Protagonisten mit den niedersten Motiven. Natürlich kann man ihm vorwerfen, dass er übertreibt, aber – und das ist meine persönliche Erfahrung – manchmal muss man übertreiben um überhaupt durchzudringen. Seine Sprache ist dabei sehr roh und unverblümt, Regeln wie das richtige Vermaß oder Reimformen interessierten ihn dabei nicht. Es ging einzig und allein um die Botschaft und damit hatte er letztendlich auch Erfolg. In Deutschland tatsächlich sogar mehr als in Amerika, allerdings zählte er lange zu den meistgeklauten Autoren und das ist ja auch irgendwie ein Zeichen von Qualität…

Man findet viele Bilder von Bukowski, auf denen er eine Katze in den Armen hält – tatsächlich hatten er und seine Lebensgefährtin neun und so ist es kein Wunder, dass sich viele seiner Texte mit seinen Lieblingen beschäftigen. In On Cats findet sich eine ganze Reihe an Liebeserklärungen an die wunderschönen Teufel. On Love erzählt von den Höhen und Tiefen einer jeden Beziehung, Sex oder den eigenen Dämonen. Manchmal poetisch, manchmal roh und sehr bildhaft, aber immer ehrlich. In On Writing finden sich einige Texte über das Schreiben an sich, mehr noch aber gesammelte Briefe, die Bukowski an Magazine schickte, um seine Geschichten und Gedichte anzubieten. Manchmal sind auch die Antwortschreiben dabei, zwischendrin verstecken sich auch immer kleine Zeichnungen.

Letztendlich muss man seine Art mögen, um mit den Geschichten und Gedichten etwas anfangen zu können und sicher ist das nicht für jeden was. Aber ich mags und finde mich sehr oft wieder.

Und falls ihr weiterlesen wollt oder euch selbst einen kurzen ersten Eindruck verschaffen wollt, lege ich euch das Playboy-Interview mit ihm ans Herz. Im August dann erscheint auch „Über das Schreiben“ auf deutsch.

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