Sieh mich an – Mareike Krügel

Kurzbeschreibung

Man kann ja nicht einfach sterben, wenn die Dinge noch ungeklärt sind. Das denkt Katharina, seit sie vor Kurzem das Etwas in ihrer Brust entdeckt hat. Niemand weiß davon, und das ist auch gut so. Denn an diesem Wochenende soll ein letztes Mal alles wie immer sein. Und so entrollt sich das Chaos eines ganz normalen Freitags vor ihr. Während sie aber einen abgetrennten Daumen versorgt, ihren brennenden Trockner löscht und sich auf den emotional nicht unbedenklichen Besuch eines Studienfreundes vorbereitet, beginnt ihr Vorsatz zu bröckeln, und sie stellt sich große Fragen: Ist alles so geworden, wie sie wollte? Ihre Musik, ihre Kinder, die Ehe mit dem in letzter Zeit viel zu abwesenden Costas? Als der Tag fast zu Ende ist, beschließt sie, endlich ihr Geheimnis mit jemandem zu teilen, den sie liebt


Rezension

Ich bin ja ehrlich, schon als ich den Fuchs auf dem Cover gesehen habe, war es um mich geschehen. Mit dem Inhalt hab ich mich dann gar nicht groß weiter auseinander gesetzt, ich wusste, dass ich es im Auge behalten muss. Je näher der Erscheinungstermin kam, desto unsicherer wurde ich und dann kamen die ersten begeisterten Rezensionen. Tja nun. Als ich dann nochmal den Klappentext gelesen hab, war ich kurz verunsichert, drückte dann aber doch auf Bestellen.

Der Anfang hat sich ein bisschen gezogen, ich hatte das Gefühl, gar nicht wirklich in das Buch reinzukommen und war ein bisschen demotiviert. Das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Dann aber platzte der Knoten, pünktlich zum Wochenende mit genügend Zeit und die zweite Hälfte des Buches war schneller vorbei, als ich gucken konnte.

Nachdem Katharina etwas in ihrer Brust endeckt hat, will sie noch ein normales Wochenende erleben, ehe sie sich all dem stellt und den Konsequenzen ins Auge sieht. Schließlich hat sie an ihrer Mutter gesehen, was sie erwartet.

Dass diese Geschichte tatsächlich an nur einem einzigen Tag spielt, scheint fast unmöglich, aber aus mir unbegreiflichen Gründen funktioniert es. Wir sind als Leser den ganzen Tag mit Katharina unterwegs, haben an ihrem Leben, ihren Sorgen und Gedanken teil und lernen sie so sehr gut kennen. Sie ist nichts besonderes, nur eine Frau, die mitten im Leben steht und versucht, alles unter einen Hut zubekommen. Das ist bei ihrer Familie nicht unbedingt leicht, wenn der Mann unter der Woche in Berlin zum Arbeiten ist und beide Kinder ihre volle Aufmerksamkeit brauchen. Ein bisschen skurril wirken die Nachbarn und auch die Familienratten sind nicht einfach nur Haustiere, sondern sorgen auf ihre Art für Spannung in der Geschichte.

Eigentlich will sie niemanden an ihrem Leid teilhaben lassen, am liebsten wäre es ihr, einfach zu verschwinden. Zumindest ist das ihr Plan, doch gegen Ende des Tages merkt sie, dass sie ihr Geheimnis doch mit jemandem teilen muss.

Das Ende war mir dann fast schon wieder ein bisschen zu viel des Guten – alles ging sehr schnell und irgendwie passte es auch nicht zu der Katharina, die man vorher kennen gelernt hat. Ich weiß nicht, welcher Mensch in der Situation so handeln würde und letztendlich fehlte mir dann doch ein richtiger Schluss. Aber gut, man kann nicht alles haben.

Auch wenn ich am Anfang meine Schwierigkeiten mit dem Buch hatte, glaube ich nicht, dass es am Buch selbst sondern an meiner Aufmerksamkeit lag. Wenn man sich nämlich erstmal voll und ganz auf die Geschichte einlässt, kann man es nicht mehr aus der Hand legen.

Sieh mich an ist ein Buch, das ich sicher nicht nur ein einziges Mal lesen werde, noch dazu weiß ich jetzt schon, dass ich es bestimmt oft verschenken werde.

Sieh mich an

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Piper (1. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492058558
ISBN-13: 978-3492058551

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