What the FOMO?!

FOMO ist eine Abkürzung und steht für fear of missing out, auf deutsch: die Angst, was zu verpassen. Es gibt unzählige Posts auf Lifestyle- und Beauty-Blogs, die sich damit beschäftigen, meist gehts um ganz banale Dinge, weil man selbst als hauptberuflicher Blogger einfach nicht alles mitnehmen kann, was so geht. Viel Mimimi auf hohem Niveau, aber ich will heute auf etwas anderes hinaus.

Photo by Cristina Gottardi on Unsplash

Aber was hat das jetzt mit Büchern zu tun?

Ganz einfach – immer wieder tauchen bestimte Bücher plötzlich überall auf. Fast jeder Blogger bespricht sie, jeder zweite Instagram-Post zeigt dieses eine Buch und es hat zumindest den Anschein, als würde jeder, wirklich jeder dieses eine Buch lieben – außer dir. Klar, du hast es in der Vorschau gesehen, aber es hat dich nicht wirklich interessiert. Bis jetzt. Aber wenn es alle anderen haben und lieben musst du auch, oder? Wobei, eigentlich interessiert es dich immer noch nicht, aber…

… irgendwas muss ja dran sein, wenn es alle lesen, oder?

Ich weiß nicht, wie oft mir das schon so ging. Ich hab aufgehört zu zählen. Und auch wenn ich mir einbilde, dass ich eigentlich ziemlich immun dagegen bin, ertappe ich mich doch dabei, wenn ich mal wieder auf ‚bestellen‘ klicke, bevor ich wirklich drüber nachgedacht habe. Man könnte ja was verpassen! Und genau das Nachdenken ist der Punkt. In den seltensten Fällen ist es ein wirklich ein zu recht gehyptes Buch, um das es geht, sondern einfach nur cleveres Marketing. Denn natürlich haben die vermeintlichen Toptitel der Verlage ein größeres Kontingent an Rezensionsexemplaren und tauchen dementsprechend öfter auf. Nur weil ein Instagramer das Buch schön inszeniert, heißt das noch lange nicht, dass er oder sie es wirklich als geilen Scheiß empfindet. In einer perfekten Welt würde man nur die Bücher in die Kamera halten, die man wirklich mochte, aber ein cooles Cover richtig inszeniert gibt nunmal ein geiles Foto und viele Likes, noch dazu möchte man ja auch irgendwie dem Verlag sagen ‚Hey, danke, dass du an mich gedacht hast‘.

Und trotzdem springen wir drauf an.

Es ist schon lange her, dass ich Marketing in der Schule hatte, was aber hängen geblieben ist, ist dass einem ein Produkt 3-5 mal in einem postiven Zusammenhang begegnen muss, um einen Reiz auszulösen. Und je positiver, desto größer der Reiz, ist klar, oder? Vielleicht schüttelt ihr jetzt mit dem Kopf, vielleicht glaubt ihr, ihr seid überlegen und könnt dem widerstehen und vielleicht habt ihr in einigen Fällen sogar recht, aber ich wette, manchmal erwischt es auch euch.

Manchmal zahlt sich Abwarten und Tee trinken aus.

Das Ding ist aber – in den meisten Fällen trügt einen das eigene Bauchgefühl nicht. Wenn einen das Buch in der Vorschau überhaupt nicht angesprochen hat, stehen die Chancen gut, dass das auch so bleibt. Wie oft verleitet einen genau sowas zu impulsiven Käufen, die am Ende doch Ewigkeiten im Regal stehen bleiben? Und wie oft ist es schon passiert, dass ihr unter einem Instagram-Foto gefragt habt, wie derjenige das Buch denn fand, weil es euch jetzt nicht so geflasht hat und ihr zur Antwort bekamt, dass das Buch trotz einer wortgewaltigen und begeisterten Caption (noch) nicht gelesen wurde? Oder ihr bekommt einfach gar keine Antwort. Ihr verpasst nichts, was ihr ohnehin nicht wolltet. Vielmehr macht es oft Sinn, erstmal abzuwarten und zu sehen, was andere wirklich zum Inhalt sagen, bevor man Geld ausgibt, das man lieber in ein Buch gesteckt hätte, dass man wirklich wollte – und nicht nur geglaubt hat, es zu wollen.

Aber dann ist da ja auch noch der Druck.

Schwierig wird’s vor allem dann, wenn das Buch nicht nur omnipräsent ist, sondern gerade auch von Personen gezeigt wird, deren Meinung man schätzt und letztendlich ist da immer diese Angst, was zu verpassen. Man möchte ja auch mitreden und nicht immer der letzte sein, der irgendwas für gut befindet. Aber man ist nicht der letzte. Man wird auch nie der letzte sein. Das schöne an guten Geschichten ist ja, dass sie zeitlos sind. Sie laufen einem nicht weg und man kann sich auf sie stürzen, wenn man wirklich Lust drauf hat – und nicht wenn man das Gefühl hat, dass man es muss.

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Das Nest – Cynthia D’Aprix Sweeney

Kurzbeschreibung

Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und sie haben immer gewusst, sie würden eines Tages erben. Aber was, wenn die Erbschaft ausbleibt? Ein warmherziger, humorvoller und scharfsinniger Roman darüber, wie der Kampf ums Geld Lebensentwürfe und Familien durcheinanderbringen kann.

Als Kinder haben sie einander geneckt, als Erwachsene verbindet die Geschwister Melody, Jack, Beatrice und Leo Plumb nur noch eine gemeinsame Erbschaft. Mitten in der Finanzkrise brauchen alle dringend Geld. Melody, Hausfrau und Mutter, wachsen die Ausgaben für ihr Vorstadthäuschen und die Collegegebühren ihrer Töchter über den Kopf. Antiquitätenhändler Jack hat hinter dem Rücken seines Ehemanns das Sommerhaus verpfändet. Beatrice, erfolglose Schriftstellerin, will endlich ihr Apartment vergrößern. Doch kurz bevor das Erbe ausbezahlt wird, verwendet ihre Mutter es, um Playboy Leo aus einer Notlage zu helfen. Unfreiwillig wiedervereint, müssen die Geschwister sich mit altem Groll und falschen Gewissheiten auseinandersetzen. Aber vor allem müssen sie irgendwo frisches Geld auftreiben …

Rezension

Als ich das Buch angefangen habe, war ich etwas verwirrt. Im Prolog reißt sich der Playboy Leo eine gerade volljährige Kellnerin auf einer Hochzeit auf, verfrachtet sie in seinen Porsche und rast buchstäblich im Stehen ins Verderben. Und auf den ersten Blick wirkte all das sehr weit weg von dem, was ich sonst so lese. Vor kurzem aber habe ich mich überwunden und den Prolog beendet – und siehe da, ab da war es gar nicht mehr so schlimm.

Das Nest ist nicht nur der Titel des Buches, sondern auch Grund und gleichzeitig Lösung aller Probleme der Geschwister Plumb. Das Nest ist ihr Erbe, ein ehemals kleiner Haufen Geld für schlechte Zeiten, der von ihrem Vater angelegt wurde und sich entgegen aller Prognosen über die Jahre beträchtlich vermehrt hat. Umso schlimmer ist es nun für die Geschwister, dass die Auszahlung dieser Erbschaft auf den vierzigsten Geburtstag des jüngsten Kindes fallen soll. Es bietet natürlich eine Sicherheit, die die Geschwister in finanziellen Fragen über die Jahre leichtsinnig werden lässt. Das Nest ist ja da, wird es erstmal ausgezahlt, sind sie alle wieder gerettet und bis dahin wird es schon irgendwie gehen. Es stellt aber insofern ein Problem dar, dass keiner sich hätte träumen lassen, das etwas dazwischen kommt, am allerwenigsten, dass es ihr eigener Bruder ist, der ihnen den Traum vom großen Reichtum vereitelt.

Meine anfängliche Skepsis gegenüber Leo blieb auch über die ersten Kapitel hinweg bestehen, denn so wirklich geläutert wirkte er nicht, war doch eine seiner ersten Handlungen nach dem Entzug ein Gang in den Park zu einem Treffen mit seinem Dealer. Allerdings hat sich das nach und nach relativiert, denn durch seinen Einzug bei Stephanie gelangt tatsächlich ein bisschen Ruhe in sein Leben. Von den übrigen Geschwistern mochte ich tatsächlich Bea am liebsten, weil sie die am wenigsten anstrengende ist. Melody kontrolliert ihre Kinder bis zum geht nicht mehr und verliert dabei das wesentliche aus den augen, Jack ist so besessen von dem, was er und Walt mal haben könnten, dass er nicht zu schätzen weiß, was sie bereits haben. Aber Bea hatte schon alles, was sie wollte und hat es wieder verloren. Sie strebt nicht nach Reichtum, Anerkennung oder Erfolg, sie will einfach nur sein. Und dann ist da noch Stephanie, die heimliche Heldin.

So grundsätzlich ist diese New Yorker Upper Class Geschichte zumindest oberflächlich betrachtet ein bisschen überzogen – solche selbstgemachten Probleme muss man erstmal haben, aber nach und nach zeigen sich in den Geschwistern menschliche Züge, die wohl jeder von uns kennt. Und es wird klar, dass sie abseits vom Reichtum gar nicht so anders sind.

Hinzu kommt noch, dass die Geschichte nicht einfach so erzählt wird, sondern sich durch die verschiedenen Perspektiven erst nach und nach aufbaut.

Weitere Rezensionen:

Brösels Bücherregal || paper & poetry || The Read Pack

Das Nest

übersetzt von Nicolai Schweder-Schreiner

Gebundene Ausgabe: 410 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 6., Druckaufl. (13. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608980008
ISBN-13: 978-3608980004
Originaltitel: The Nest

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Herz auf Eis – Isabelle Autissier

Kurzbeschreibung

Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie, also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltagsleben moderner Großstädter gedacht war, mündet urplötzlich in einen existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht? Herz auf Eis wagt sich an die Frage, was mit uns und unseren Beziehungen geschieht, wenn wir unsere Komfortzone verlassen.


Rezension

Natürlich musste ich dieses Buch direkt kaufen, nachdem Buchkolumne es im ARD-Buffet angepriesen hat. Tatsächlich gelesen habe ich es allerdings erst jetzt, wie das eben immer so ist.

Das Buch beginnt direkt damit, dass Louise und Ludovic bei ihrem Ausflug auf eine Insel, die sie eigentlich nicht betreten dürfen, ihre Jacht verlieren und nun zunächst schutzlos dort gestrandet sind. Es geht auf den Winter zu, folglich wird dort auch so schnell niemand vorbei kommen. Sie finden Schutz in einer verlassenen Walfangstation, aber keine Voräte und müssen von jetzt auf gleich ums nackte Überleben kämpfen.

So grundsätzlich mochte ich die Idee sehr gern. Was passiert mit zwei Menschen, wenn sie gezwungen sind, sich miteinander auseinander zu setzen. Was, wenn sie zusammen ums Überleben kämpfen müssen? Wie kann man sich selbst retten, wenn man immer hatte, was man zum Leben braucht oder zumindest wusste, wo man es kaufen kann? Und zu guter letzt – stirbt man zu zweit oder nimmt man den Tod des anderen zu Gunsten seines eignenen Lebens in Kauf?

Es sind viele spannende Fragen, die das Buch aufwirft und die tief in die menschliche Psyche gehen. Und gerade deswegen hätte ich mir gewünscht, gerade am Anfang nicht alles rückblickend und aus der Perspektive von Louise zu erfahren, sondern bei den Auseinandersetzungen in Form von richtigen Dialogen dabei zu sein. Es hätte den Figuren vielleicht die Tiefe verliehen, die ich vermisst habe. Zudem macht es sie unsympathisch. Für mich wurde nicht klar, wieso und ob sie sich überhaupt lieben, vielmehr erschien mir die Beziehung eine Zweckgemeinschaft aus Mangel an besseren Möglichkeiten – zumindest für Louise. Ludovic hingegen scheint sie zu brauchen, während Louise wunderbar alleine klarkommt. Das zeigt sich vor allem in der tragischen Hälfte des Buches, als sich das Blatt wendet.

Ab da lässt die Autorin dem Leser eigentlich keine Wahl mehr – man muss Louise einfach scheiße finden. Nicht nur, dass sie Ludovic einfach so alleine lässt, lediglich einen kleinen Zettel lässt sie ihm zurück; nein, sie macht zudem keine Anstalten, ihm eine Chance zu verschaffen. Natürlich ist Louises Situation nicht einfach, keine Frage, und man kann kaum nachempfinden, was in ihr vorgehen muss, aber es fehlt allein schon der schwache Versuch. Schwebt ein Mensch, den man liebt in Lebensgefahr, würde man dann nicht alles mögliche tun, um ihn zu retten?

Mir wurde nicht klar, wie ich das einzuordnen habe. Lieben sie sich wirklich? Und wenn ja, warum schaffen sie es dann nicht gemeinsam? Und wenn sie nicht genug lieben, wieso fällt es Louise dann so schwer, ihre Entscheidung zu tragen? Immerhin hat sie gute Argumente, niemand würde sie verurteilen…

Wenn das Buch also was kann, dann den Leser zum Nachdenken bringen.

Weitere Rezensionen:

Lost Pages || Herzpotenzial || Die Liebe zu den Büchern

The Read Pack || Literaturen

Herz auf Eis

übersetzt von Kirsten Gleinig

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Mare Verlag; Auflage: 4. (7. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866482566
ISBN-13: 978-3866482562
Originaltitel: Soudain, seuls

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A Conjuring of Light (Shades of Magic #3) – V. E. Schwab

 A Darker Shade of Magic || A Gathering of Shadows

Kurzbeschreibung

The precarious equilibrium among the four Londons has reached its breaking point. Once brimming with the red vivacity of magic, darkness casts a shadow over the Maresh Empire, leaving a space for another London to rise. Kell-once assumed to be the last surviving Antari-begins to waver under the pressure of competing loyalties. Lila Bard, once a commonplace-but never common-thief, has survived and flourished through a series of magical trials. But now she must learn to control the magic, before it bleeds her dry. Meanwhile, the disgraced Captain Alucard Emery and the Night Spire crew are attempting a race against time to acquire the impossible, as an ancient enemy returns to claim a crown and a fallen hero is desperate to save a decaying world…

Rezension

Es ist schon irgendwie gemein. Da wartest du ewig auf den Erscheinungstermin, bekommst das Buch tatsächlich pünktlich – und dann brauchst du eine weitere Ewigkeit, um es zu lesen. Und das, obwohl du tatsächlich gleich angefangen hast. Aber das Problem kenne ich bei Schwab leider schon. Das Ding ist nämlich – sie schreibt unfassbar gut, aber man muss sich darauf einlassen. Es geht nicht, mal eben so ein paar Seiten zu lesen man muss aufmerksam sein und nur dann wird man am Ende vielleicht erkennen, wie groß diese Geschichte ist.

Es geschieht unheimlich viel zwischen den Zeilen, während vordergründig das Tempo eher schleppend wirkt. Ich sage immer ein bisschen scherzhaft, das man ca. 70% des Buches braucht, bis die Hölle losbricht und sich alles überschlägt, aber im Grunde es ist genau so. Das Unwetter baut sich langsam auf, aber wenn es dann da ist, haut es einen um.

Besonders fällt auf, wie gut geplant die komplette Trilogie ist. Schwab weiß, was sie tut und überlässt nichts dem Zufall. Deshalb greift alles wunderbar ineinander, was darunter aber manchmal leidet, sind die Charaktere und deren Zusammenspiel. Sie sind alle unglaublich gut gezeichnet, jeder hat seine Eigenheiten und speziellen Charakterzüge. Nur ihre Beziehungen zueinander sind da nicht unbedingt spürbar. Man versteht natürlich, wieso Kell von Lila angezogen wird, nicht aber, warum es zwischen den beiden funktioniert oder gar funken soll. Gleiches gilt für Alucard und Rhy. Ja, Rhy ist Alucard wichtig und sie funktionieren zusammen, aber wieso ist das so?

Jetzt ist es natürlich eine Geschichte, die nicht so sehr von der charakterlichen Dramatik lebt, all das ist mehr hintergründig und auch wenn man hier natürlich das ein oder andere Ship finden kann, ist es nicht so, dass man nur wegen der Charaktere weiterlesen will. Das macht es, im Vergleich zu anderen Jugendbüchern, eher schwierig. Dann wiederum ist aber die Frage, ob es überhaupt ein Jugendbuch ist?

Jemand, der erst mit Schwab anfängt, sollte zuerst lieber zu Vicious oder The Archived greifen, um einen Eindruck zu bekommen, was einen erwartet. Und bis dahin sind dann vielleicht auch alle Teile auf deutsch erschienen, denn bei den Vier Farben der Magie lohnt es sich, am Ball zu bleiben.

A Conjuring of Light (Shades of Magic #3)

Taschenbuch: 667 Seiten
Verlag: Titan Publ. Group Ltd. (21. Februar 2017)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1785652443
ISBN-13: 978-1785652448

Vier Farben der Magie (bereits erschienen)
Die Verzauberung der Schatten (23. November 2017)
Die Beschwörung des Lichts (Frühjahr 2018)

 

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Lord of Shadows (The Dark Artifices #2) – Cassandra Clare

Zu meiner Rezension von Lady Midnight (The Dark Artifices #1) gehts hier.

Kurzbeschreibung

Emma Carstairs has finally avenged her parents. She thought she’d be at peace. But she is anything but calm. Torn between her desire for her parabatai Julian and her desire to protect him from the brutal consequences of parabatai relationships, she has begun dating his brother, Mark. But Mark has spent the past five years trapped in Faerie; can he ever truly be a Shadowhunter again? And the faerie courts are not silent. The Unseelie King is tired of the Cold Peace, and will no longer concede to the Shadowhunters‘ demands. Caught between the demands of faerie and the laws of the Clave, Emma, Julian, and Mark must find a way to come together to defend everything they hold dear-before it’s too late.

Rezension

Okay, ich hoffe ihr alle habt Lady Midnight gelesen, denn man kann einen zweiten Band nicht rezensieren, ohne den ersten zu spoilern. Falls nicht, könnt ihr jetzt noch umdrehen oder aber, und das wäre Möglichkeit drei, es ist euch egal. Auch dann will ich euch nicht aufhalten. Aber ich wollte zumindest mal gewarnt haben^^

Lord of Shadows setzt zwei Wochen nach den Geschehnissen aus Lady Midnight an. Malcolm Fade ist tot, versunken im Meer und mit ihm das Schwarze Buch. Emma hat sich von Julian, ihrem Parabatai, getrennt und spielt ihm vor, jetzt mit seinem Bruder Mark zusammen zu sein. Sie tut das vor allem, um Julian zu schützen, aber natürlich tut sie ihm damit weh. Und ganz nebenbei fällt die Cohort ins Institut ein, um den Mord an Fade aufzuklären.

Um das Buch zu mögen muss man natürlich grundsätzlich schonmal ein Fan von Cassandra Clare oder den Shadowhunters sein, alles andere macht keinen Sinn. Und wer das alles doof finden will, findet genug. Nur ist es eben für die Fans gerade das Erwartbare, dass auch mich immer wieder zu den Büchern greifen lässt. Natürlich steht eine unmögliche Liebesgeschichte im Vordergrund und natürlich fallen pathetische Sätze, die man im echten Leben nicht mal mit viel Alkohol ertragen könnte. Und trotzdem ist es schön.

Es ist schön zu sehen, wie diese Geschichte über mittlerweile 13 Bücher ineinander greift und sich selbst ergänzt, ohne sich zu sehr zu wiederholen. Clare hat sich hier ein eigenes Universum geschaffen und mittlerweile sehe sogar ich ein, dass es dumm wäre, damit aufzuhören. Es bietet einfach zu viele Möglichkeiten, um langweilig zu werden. Und selbst wenn, sind da ja immer noch die Charaktere…

Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag Julian einfach sehr, sehr gerne. Er ist so ganz anders als Jace oder Will und gerade das braucht es eben auch. Es muss nicht immer der sarkastische, talentierte und unfassbar gutaussehende Protagoist sein. Manchmal reicht es schon, wenn er einfach alles für seine Familie tun würde, so wie Jules. Für seine Geschwister und auch für Emma würde er alles tun und schreckt vor fast nichts zurück. Emma ist ihm da ein Stück weit ähnlich, nur liegt der Unterschied eben auch klar auf der Hand: Emma hat nichts mehr zu verlieren, aber jede Entscheidung, die Juian trifft, hat Auswirkungen auf seine jüngeren Geschwister. Dass er dabei manchmal über die Stränge schlägt und sogar Emma Angst macht, wirkt auf den ersten Blick verstörend, aber es zeigt eben auch: Egal wie gut man glaubt, jemanden zu kennen – sein wirkliches Gesicht sieht man erst in Extremsituation.

Das Schöne an dem Buch ist allerdings auch gleichzeitig das Furchtbare. Ich mag die Vielfalt der Charaktere, denn neben Julian und Emma geht es eben auch um Christina, Mark, Kieran und Kit sowie Julians jüngere Geschwister. Nur wird es manchmal ein bisschen viel, gerade wenn alle am selben Ort sind oder eine Thematik die nächste quasi abklatscht. So gibt es mit Mark einen Charakter, der Bi ist; ein weiterer ist (zumindest andeutungsweise) schwul und einen Transgender-Charakter gibt es auch. Das ist grundsätzlich sehr löblich, weil divers, aber es ist eben auch sehr, sehr viel Input. Schlussendlich kommen dann auch noch die Charaktere dazu, die man aus den vorhergehenden Reihen bereits kennt.

Mit all den Charakteren lässt sich allerdings auch die Handlung an mehrere Orte gleichzeitig verlegen. So finden wir uns zwar natürlich in Los Angeles, allerdings auch in London, Cornwall und schließlich in Idris wieder. Das ist schon sehr spannend.

Das Ende ist tatsächlich furchtbar und ich weiß nicht, wie man das aushalten soll, bis 2019 auf die Auflösung zu warten. Zudem ist es sehr realistisch, wenn man bedenkt, welche politischen Umbrüche gerade in der realen Welt stattfinden und wie Revolutionen oder Aufstände entstehen- Stichwort: Cohort. Diese Gruppe ist neu und hat es wirklich in sich – und das nicht auf lustige Weise.

Es gibt Tote, allerdings niemand wirklich wichtiges, was halt auch wieder… doof ist. Es ist, als würde Clare sich nicht trauen, jemanden umzubringen und wenn sie es dann doch tut, muss es ausgerechnet der eine sein, der hätte helfen können, die Lage etwas entspannter zu machen. Nur, das er eben nicht der einzige ist. Julian und Emma hätten auch zu fast jedem anderen mit ihrem Parabatai-Problem gehen können – haben sie aber nicht.

Letztendlich ist es schwer, jemanden zu einem zweiten Teil zu überzeugen. Was ich allerdings sagen kann ist, dass The Dark Artifices auch für diejenigen ein perfekter Einstieg in die Shadowhunter-Welt sind, die die bisherigen Bücher nicht gelesen haben. Man braucht sie nicht zwingend für das Vorwissen, wird sie danach aber vielleicht noch lesen. Aber irgendwie muss man ja die Wartezeit überbrücken, ne?

Lord of Shadows (The Dark Artifices #2)

Taschenbuch: 699 Seiten
Verlag: Simon & Schuster Childrens Books (23. Mai 2017)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1471116654
ISBN-13: 978-1471116650
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Lord of Shadows: Die Dunklen Mächte 2 erscheint am 9. Oktober 2017.

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All children, except one, grow up.

Sir James Matthew Barrie wurde am 9. Mai 1860 georen. Er war ein schottischer (Theater-)Autor und ist vor allem für Peter Pan bekannt. In Schottland geboren und groß geworden, zog es ihn später nach London, wo er mehrere erfolgreiche Romane und Theaterstücke schrieb. Außerdem traf er dort auf die Familie Llewelyn Davies und berbrachte viel Zeit mit ihnen. Die vier Jungs inspirierten ihn zu einer Geschichte über einen Jungen, der nicht erwachsen werden wollte und in Kensington Gardens eine Menge magischer Abenteuer erlebte. Nach dem Tod ihrer Mutter adoptierte er sie. Obwohl er kontiunierlich weiterarbeitete, wurde alles von Peter Pan überschattet. Er starb am 19. Juni 1937 im Alter von 77 Jahren. Noch vor seinem Tod gab er die Rechte für Peter Pan an das Great Ormond Street Hospital for Children in London, die bis heute von den Einnahmen profitieren.

Peter Pan

Peter Pan trat zum ersten Mal 1902 in der ursprünglich für Erwachsene geschriebenen Geschichte The Little White Bird auf. Nachdem das Theaterstück Peter Pan 1904 großen Erfolg feierte, entschied sich der Verlag, die Kapitel 13-18 als eigene Geschichte unter dem Namen Peter Pan in Kensington Gardens neu zu veröffentlichen. Illustriert wurde das Manuskript von Arthur Rackham. Ursprüglich als Theaterstück verfasst, überarbeitete J. M. Barrie das Manuskript und veröffentlichte es als 1911 als Roman unter dem Namen Peter and Wendy.

“All the world is made of faith, and trust, and pixie dust.”

Eines Nachts wird Peter dabei entdeckt, wie er am Fenster der Darlings den Gute-Nacht-Geschichten lauscht. Als er versucht zu entkommen, verliert er seinen Schatten. Er kommt wieder um ihn zu holen und trifft dabei auf Wendy, die ihm den Schatten wieder annäht. Peter läd sie daraufhin nach Neverland ein. Sie kennt viele Gute Nacht-Geschichten und soll eine Art Mutterersatz für die Verlorenen Jungs werden. Mit ihnen kommen Wendys Brüder John und Michael.

Die drei erleben viele Abenteuer, die verlorenen Jungs bauen Wendy ein Haus und John und Michael blühen in Neverland richtiggehend auf. Sie retten Tiger Lily und gewinnen die Unterstützung ihres Stammes. Aber in Wendy wächst der Wunsch, nach Hause zu kommen. Noch bevor sie die umsetzen kann, wird sie gemeinsam mit ihren Brüdern von Captain Hook gekidnappt. Erst Peter kann sie nach einem Kampf befreien und bringt die Kinder wieder nach Hause, nach London.

Die Familie Darling adoptiert die Verlorenen Jungs, doch Peter will in Neverland bleiben. Er verspricht Wendy, sie wieder und wieder zu besuchen, doch während Peter sich nicht verändert, wird Wendy erwachsen und eines Tages trifft er bei seinem Besuch nicht nur Wendy, sondern auch deren Tochter.

Was vordergründig eine nette Kindergeschichte ist, kann durchaus auch in anderem Licht betrachtet werden. So wurde Barrie zum Beispiel, wenn auch nur uterschwellig, vorgeworfen, ein unangemessenes Verhältnis zu den Jungen zu haben. Als Indiz dafür gilt seine kinderlose erste Ehe und die Tatsache, dass er selbst, ähnlich wie der Held in seiner Geschichte, nie ganz erwachsen geworden ist. Die Davis-Kinder bestritten jedoch jegliches Verhältnis, dass über eine platonische Freundschaft hinausging. Barrie sei nicht an Sex interessiert gewesen.

“To die will be an awfully big adventure.”

Die Figur des Peter verkörpert die pure Unschuld und Sorglosikgeit eines Kindes. Er stürzt sich in jedes Abenteuer, denkt aber in keiner Sekunde an die möglichen Konsequenzen. Ihm fehlt jedes Verständnis für echte Gefahr oder Leid. Dadurch, dass Peter nicht wie andere Kinder erwachsen wird und das Nimmerland verlässt, verliert sich das nicht.

Weitaus düsterer ist der Interpretationsansatz, dass die verlorenen Jungs nicht erwachsen werden, weil sie für Kinder stehen, die im Kindesater gestorben ist. Peter ist dabei eine Art Todesengel, Nimmerland der Ort, an den sie nach ihrem Tod gehen, um auf ewig Kinder zu bleiben.

Zum Lesen

Es gibt zahlreiche schöne Ausgaben von Peter Pan, aber die tollste ist wohl die interaktive von Harper Design bzw. im deutschen von Coppenrath. Ich wünschte, sowas hätte es bereits gegeben, als ich jung war, aber da mich das immer noch begeistern kann, werde ich wohl ganz wie Peter nie richtig erwachsen.

Auf deutsch  // Auf englisch

“Dreams do come true, if only we wish hard enough. You can have anything in life if you will sacrifice everything else for it.”

Filmadaptionen

Hook

Hook (Hook), 1991, 136 Minuten, Regie: Steven Spielberg, Drehbuch: James V. Hart, Malia Scotch Marmo, Produktion: Kathleen Kennedy, Frnk Marshall, Gerald R. Molen, Musik: John Williams, Besetzung: Robin Williams, Dustin Hoffman, Bob Hoskins, Julia Roberts, Maggie Smith, Gwneth Paltrow, Phil Collins, uvm. -> Kaufen.

Ich bin mit diesem Film groß geworden, Robin Williams war für mich immer DER Peter Pan und ich schaue ihn heute noch gerne an, weil er einfach ein Gefühl vermittelt, das ich nicht so recht in Worte fassen kann. Freundschaft, Verlust, Vertrauen und Familie sind die zentralen Themen. Liebevoll gestaltet ist es natürlich nicht die Originalgeschichte, aber ein schönes Spiel von was wäre wenn. Noch dazu besticht der Film mit einem fantastischen Cast.

Wenn Träume fliegen lernen

Wenn Träume fliegen lernen (Finding Neverland), 2004, 97 Minuten, Regie: Marc Forster, Drehbuch: David Magee, Produktion: Richard N. Gladstein, Nellie Bellflower, Musik: Jan A. P. Kaczmarek,  Besetzung: Johnny Depp, Kate Winslet, Julie Christie, Dustin Hoffman uvm. -> Kaufen.

Wenn Träume fliegen lernen ist eine Realverfilmung der Geschichte von James M. Barrie und erzählt, wie der Theaterautor durch die Freundschaft mit der Familie Llewelyn Davies zu dem Theaterstück Peter Pan inspiriert wird. Barrie lernt Sylvia und ihre vier Söhne in Kensington Gardens kennen und wird zu ihrem Spielgefährten wie auch zu einer Art Vaterersatz. Ihre Ideen und Vorstellungskraft inspirieren ihn zu Ideen für ein Theaterstück über Jungs, die nicht erwachsen werden wollen. Er benennt die Hauptfigur nach dem jünsten, Peter. Barrie wird zu einer ungeahnten Stütze für Sylvia, doch nicht alle sehen diese Freundscaft mit Wohlwollen. Sowohl Barries Frau als auch Sylvias Mutter ist das Verhältnis zu eng. Sylvia wird indes von einer unbekannte Krankheit zusehends geschwächt, während James immer mehr Zeit mit den Kindern verbringt, um das Theaterstück zu produzieren.

Es ist einer dieser Filme, der mich mit Sicherheit immer und immer wieder zum Weinen bringen kann. Ich schaue ihn nicht gerne, zumindest nicht das Ende, aber ich kann auch nicht wegschalten, wenn ich sehe, dass er irgendwo läuft. Man kann Johnny Depp nun gut findet oder nicht (und es gibt tausend Gründe, es nicht zu tun), trotzdem muss man ihm zumindest zugestehen, dass er ein Ausnahmeschauspieler ist und die Rolle von James M. Barrie so gut verkörpert, wie es kaum ein anderer kann. Falls ihr diesen Film noch nicht gesehen habt, holt das nach. Es wird traurig, aber es lohnt sich.

Peter Pan

Peter Pan (Peter Pan), 1953, 78 Minuten, Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske, Drehbuch: Ted Sears, Erdman Penner, Bill Peet, Winston Hibler, Joe Rinaldi, Milt Banta, Ralph Wright, Bill Cotrell, Produktion: Walt Disney, Musik: Oliver Wallace -> Kaufen.

Vielleicht die Geschichte, die am nähesten am Buch geblieben ist und die damals wie heute durch ihre liebevollen Zeichnungen besticht. Es ist Disney und es ist in erster Linie für Kinder gemacht, aber trotzdem wunderschön.

“Never say goodbye because goodbye means going away and going away means forgetting.”

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