A Conjuring of Light (Shades of Magic #3) – V. E. Schwab

 A Darker Shade of Magic || A Gathering of Shadows

Kurzbeschreibung

The precarious equilibrium among the four Londons has reached its breaking point. Once brimming with the red vivacity of magic, darkness casts a shadow over the Maresh Empire, leaving a space for another London to rise. Kell-once assumed to be the last surviving Antari-begins to waver under the pressure of competing loyalties. Lila Bard, once a commonplace-but never common-thief, has survived and flourished through a series of magical trials. But now she must learn to control the magic, before it bleeds her dry. Meanwhile, the disgraced Captain Alucard Emery and the Night Spire crew are attempting a race against time to acquire the impossible, as an ancient enemy returns to claim a crown and a fallen hero is desperate to save a decaying world…

Rezension

Es ist schon irgendwie gemein. Da wartest du ewig auf den Erscheinungstermin, bekommst das Buch tatsächlich pünktlich – und dann brauchst du eine weitere Ewigkeit, um es zu lesen. Und das, obwohl du tatsächlich gleich angefangen hast. Aber das Problem kenne ich bei Schwab leider schon. Das Ding ist nämlich – sie schreibt unfassbar gut, aber man muss sich darauf einlassen. Es geht nicht, mal eben so ein paar Seiten zu lesen man muss aufmerksam sein und nur dann wird man am Ende vielleicht erkennen, wie groß diese Geschichte ist.

Es geschieht unheimlich viel zwischen den Zeilen, während vordergründig das Tempo eher schleppend wirkt. Ich sage immer ein bisschen scherzhaft, das man ca. 70% des Buches braucht, bis die Hölle losbricht und sich alles überschlägt, aber im Grunde es ist genau so. Das Unwetter baut sich langsam auf, aber wenn es dann da ist, haut es einen um.

Besonders fällt auf, wie gut geplant die komplette Trilogie ist. Schwab weiß, was sie tut und überlässt nichts dem Zufall. Deshalb greift alles wunderbar ineinander, was darunter aber manchmal leidet, sind die Charaktere und deren Zusammenspiel. Sie sind alle unglaublich gut gezeichnet, jeder hat seine Eigenheiten und speziellen Charakterzüge. Nur ihre Beziehungen zueinander sind da nicht unbedingt spürbar. Man versteht natürlich, wieso Kell von Lila angezogen wird, nicht aber, warum es zwischen den beiden funktioniert oder gar funken soll. Gleiches gilt für Alucard und Rhy. Ja, Rhy ist Alucard wichtig und sie funktionieren zusammen, aber wieso ist das so?

Jetzt ist es natürlich eine Geschichte, die nicht so sehr von der charakterlichen Dramatik lebt, all das ist mehr hintergründig und auch wenn man hier natürlich das ein oder andere Ship finden kann, ist es nicht so, dass man nur wegen der Charaktere weiterlesen will. Das macht es, im Vergleich zu anderen Jugendbüchern, eher schwierig. Dann wiederum ist aber die Frage, ob es überhaupt ein Jugendbuch ist?

Jemand, der erst mit Schwab anfängt, sollte zuerst lieber zu Vicious oder The Archived greifen, um einen Eindruck zu bekommen, was einen erwartet. Und bis dahin sind dann vielleicht auch alle Teile auf deutsch erschienen, denn bei den Vier Farben der Magie lohnt es sich, am Ball zu bleiben.

A Conjuring of Light (Shades of Magic #3)

Taschenbuch: 667 Seiten
Verlag: Titan Publ. Group Ltd. (21. Februar 2017)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1785652443
ISBN-13: 978-1785652448

Vier Farben der Magie (bereits erschienen)
Die Verzauberung der Schatten (23. November 2017)
Die Beschwörung des Lichts (Frühjahr 2018)

 

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Lord of Shadows (The Dark Artifices #2) – Cassandra Clare

Zu meiner Rezension von Lady Midnight (The Dark Artifices #1) gehts hier.

Kurzbeschreibung

Emma Carstairs has finally avenged her parents. She thought she’d be at peace. But she is anything but calm. Torn between her desire for her parabatai Julian and her desire to protect him from the brutal consequences of parabatai relationships, she has begun dating his brother, Mark. But Mark has spent the past five years trapped in Faerie; can he ever truly be a Shadowhunter again? And the faerie courts are not silent. The Unseelie King is tired of the Cold Peace, and will no longer concede to the Shadowhunters‘ demands. Caught between the demands of faerie and the laws of the Clave, Emma, Julian, and Mark must find a way to come together to defend everything they hold dear-before it’s too late.

Rezension

Okay, ich hoffe ihr alle habt Lady Midnight gelesen, denn man kann einen zweiten Band nicht rezensieren, ohne den ersten zu spoilern. Falls nicht, könnt ihr jetzt noch umdrehen oder aber, und das wäre Möglichkeit drei, es ist euch egal. Auch dann will ich euch nicht aufhalten. Aber ich wollte zumindest mal gewarnt haben^^

Lord of Shadows setzt zwei Wochen nach den Geschehnissen aus Lady Midnight an. Malcolm Fade ist tot, versunken im Meer und mit ihm das Schwarze Buch. Emma hat sich von Julian, ihrem Parabatai, getrennt und spielt ihm vor, jetzt mit seinem Bruder Mark zusammen zu sein. Sie tut das vor allem, um Julian zu schützen, aber natürlich tut sie ihm damit weh. Und ganz nebenbei fällt die Cohort ins Institut ein, um den Mord an Fade aufzuklären.

Um das Buch zu mögen muss man natürlich grundsätzlich schonmal ein Fan von Cassandra Clare oder den Shadowhunters sein, alles andere macht keinen Sinn. Und wer das alles doof finden will, findet genug. Nur ist es eben für die Fans gerade das Erwartbare, dass auch mich immer wieder zu den Büchern greifen lässt. Natürlich steht eine unmögliche Liebesgeschichte im Vordergrund und natürlich fallen pathetische Sätze, die man im echten Leben nicht mal mit viel Alkohol ertragen könnte. Und trotzdem ist es schön.

Es ist schön zu sehen, wie diese Geschichte über mittlerweile 13 Bücher ineinander greift und sich selbst ergänzt, ohne sich zu sehr zu wiederholen. Clare hat sich hier ein eigenes Universum geschaffen und mittlerweile sehe sogar ich ein, dass es dumm wäre, damit aufzuhören. Es bietet einfach zu viele Möglichkeiten, um langweilig zu werden. Und selbst wenn, sind da ja immer noch die Charaktere…

Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag Julian einfach sehr, sehr gerne. Er ist so ganz anders als Jace oder Will und gerade das braucht es eben auch. Es muss nicht immer der sarkastische, talentierte und unfassbar gutaussehende Protagoist sein. Manchmal reicht es schon, wenn er einfach alles für seine Familie tun würde, so wie Jules. Für seine Geschwister und auch für Emma würde er alles tun und schreckt vor fast nichts zurück. Emma ist ihm da ein Stück weit ähnlich, nur liegt der Unterschied eben auch klar auf der Hand: Emma hat nichts mehr zu verlieren, aber jede Entscheidung, die Juian trifft, hat Auswirkungen auf seine jüngeren Geschwister. Dass er dabei manchmal über die Stränge schlägt und sogar Emma Angst macht, wirkt auf den ersten Blick verstörend, aber es zeigt eben auch: Egal wie gut man glaubt, jemanden zu kennen – sein wirkliches Gesicht sieht man erst in Extremsituation.

Das Schöne an dem Buch ist allerdings auch gleichzeitig das Furchtbare. Ich mag die Vielfalt der Charaktere, denn neben Julian und Emma geht es eben auch um Christina, Mark, Kieran und Kit sowie Julians jüngere Geschwister. Nur wird es manchmal ein bisschen viel, gerade wenn alle am selben Ort sind oder eine Thematik die nächste quasi abklatscht. So gibt es mit Mark einen Charakter, der Bi ist; ein weiterer ist (zumindest andeutungsweise) schwul und einen Transgender-Charakter gibt es auch. Das ist grundsätzlich sehr löblich, weil divers, aber es ist eben auch sehr, sehr viel Input. Schlussendlich kommen dann auch noch die Charaktere dazu, die man aus den vorhergehenden Reihen bereits kennt.

Mit all den Charakteren lässt sich allerdings auch die Handlung an mehrere Orte gleichzeitig verlegen. So finden wir uns zwar natürlich in Los Angeles, allerdings auch in London, Cornwall und schließlich in Idris wieder. Das ist schon sehr spannend.

Das Ende ist tatsächlich furchtbar und ich weiß nicht, wie man das aushalten soll, bis 2019 auf die Auflösung zu warten. Zudem ist es sehr realistisch, wenn man bedenkt, welche politischen Umbrüche gerade in der realen Welt stattfinden und wie Revolutionen oder Aufstände entstehen- Stichwort: Cohort. Diese Gruppe ist neu und hat es wirklich in sich – und das nicht auf lustige Weise.

Es gibt Tote, allerdings niemand wirklich wichtiges, was halt auch wieder… doof ist. Es ist, als würde Clare sich nicht trauen, jemanden umzubringen und wenn sie es dann doch tut, muss es ausgerechnet der eine sein, der hätte helfen können, die Lage etwas entspannter zu machen. Nur, das er eben nicht der einzige ist. Julian und Emma hätten auch zu fast jedem anderen mit ihrem Parabatai-Problem gehen können – haben sie aber nicht.

Letztendlich ist es schwer, jemanden zu einem zweiten Teil zu überzeugen. Was ich allerdings sagen kann ist, dass The Dark Artifices auch für diejenigen ein perfekter Einstieg in die Shadowhunter-Welt sind, die die bisherigen Bücher nicht gelesen haben. Man braucht sie nicht zwingend für das Vorwissen, wird sie danach aber vielleicht noch lesen. Aber irgendwie muss man ja die Wartezeit überbrücken, ne?

Lord of Shadows (The Dark Artifices #2)

Taschenbuch: 699 Seiten
Verlag: Simon & Schuster Childrens Books (23. Mai 2017)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1471116654
ISBN-13: 978-1471116650
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Lord of Shadows: Die Dunklen Mächte 2 erscheint am 9. Oktober 2017.

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All children, except one, grow up.

Sir James Matthew Barrie wurde am 9. Mai 1860 georen. Er war ein schottischer (Theater-)Autor und ist vor allem für Peter Pan bekannt. In Schottland geboren und groß geworden, zog es ihn später nach London, wo er mehrere erfolgreiche Romane und Theaterstücke schrieb. Außerdem traf er dort auf die Familie Llewelyn Davies und berbrachte viel Zeit mit ihnen. Die vier Jungs inspirierten ihn zu einer Geschichte über einen Jungen, der nicht erwachsen werden wollte und in Kensington Gardens eine Menge magischer Abenteuer erlebte. Nach dem Tod ihrer Mutter adoptierte er sie. Obwohl er kontiunierlich weiterarbeitete, wurde alles von Peter Pan überschattet. Er starb am 19. Juni 1937 im Alter von 77 Jahren. Noch vor seinem Tod gab er die Rechte für Peter Pan an das Great Ormond Street Hospital for Children in London, die bis heute von den Einnahmen profitieren.

Peter Pan

Peter Pan trat zum ersten Mal 1902 in der ursprünglich für Erwachsene geschriebenen Geschichte The Little White Bird auf. Nachdem das Theaterstück Peter Pan 1904 großen Erfolg feierte, entschied sich der Verlag, die Kapitel 13-18 als eigene Geschichte unter dem Namen Peter Pan in Kensington Gardens neu zu veröffentlichen. Illustriert wurde das Manuskript von Arthur Rackham. Ursprüglich als Theaterstück verfasst, überarbeitete J. M. Barrie das Manuskript und veröffentlichte es als 1911 als Roman unter dem Namen Peter and Wendy.

“All the world is made of faith, and trust, and pixie dust.”

Eines Nachts wird Peter dabei entdeckt, wie er am Fenster der Darlings den Gute-Nacht-Geschichten lauscht. Als er versucht zu entkommen, verliert er seinen Schatten. Er kommt wieder um ihn zu holen und trifft dabei auf Wendy, die ihm den Schatten wieder annäht. Peter läd sie daraufhin nach Neverland ein. Sie kennt viele Gute Nacht-Geschichten und soll eine Art Mutterersatz für die Verlorenen Jungs werden. Mit ihnen kommen Wendys Brüder John und Michael.

Die drei erleben viele Abenteuer, die verlorenen Jungs bauen Wendy ein Haus und John und Michael blühen in Neverland richtiggehend auf. Sie retten Tiger Lily und gewinnen die Unterstützung ihres Stammes. Aber in Wendy wächst der Wunsch, nach Hause zu kommen. Noch bevor sie die umsetzen kann, wird sie gemeinsam mit ihren Brüdern von Captain Hook gekidnappt. Erst Peter kann sie nach einem Kampf befreien und bringt die Kinder wieder nach Hause, nach London.

Die Familie Darling adoptiert die Verlorenen Jungs, doch Peter will in Neverland bleiben. Er verspricht Wendy, sie wieder und wieder zu besuchen, doch während Peter sich nicht verändert, wird Wendy erwachsen und eines Tages trifft er bei seinem Besuch nicht nur Wendy, sondern auch deren Tochter.

Was vordergründig eine nette Kindergeschichte ist, kann durchaus auch in anderem Licht betrachtet werden. So wurde Barrie zum Beispiel, wenn auch nur uterschwellig, vorgeworfen, ein unangemessenes Verhältnis zu den Jungen zu haben. Als Indiz dafür gilt seine kinderlose erste Ehe und die Tatsache, dass er selbst, ähnlich wie der Held in seiner Geschichte, nie ganz erwachsen geworden ist. Die Davis-Kinder bestritten jedoch jegliches Verhältnis, dass über eine platonische Freundschaft hinausging. Barrie sei nicht an Sex interessiert gewesen.

“To die will be an awfully big adventure.”

Die Figur des Peter verkörpert die pure Unschuld und Sorglosikgeit eines Kindes. Er stürzt sich in jedes Abenteuer, denkt aber in keiner Sekunde an die möglichen Konsequenzen. Ihm fehlt jedes Verständnis für echte Gefahr oder Leid. Dadurch, dass Peter nicht wie andere Kinder erwachsen wird und das Nimmerland verlässt, verliert sich das nicht.

Weitaus düsterer ist der Interpretationsansatz, dass die verlorenen Jungs nicht erwachsen werden, weil sie für Kinder stehen, die im Kindesater gestorben ist. Peter ist dabei eine Art Todesengel, Nimmerland der Ort, an den sie nach ihrem Tod gehen, um auf ewig Kinder zu bleiben.

Zum Lesen

Es gibt zahlreiche schöne Ausgaben von Peter Pan, aber die tollste ist wohl die interaktive von Harper Design bzw. im deutschen von Coppenrath. Ich wünschte, sowas hätte es bereits gegeben, als ich jung war, aber da mich das immer noch begeistern kann, werde ich wohl ganz wie Peter nie richtig erwachsen.

Auf deutsch  // Auf englisch

“Dreams do come true, if only we wish hard enough. You can have anything in life if you will sacrifice everything else for it.”

Filmadaptionen

Hook

Hook (Hook), 1991, 136 Minuten, Regie: Steven Spielberg, Drehbuch: James V. Hart, Malia Scotch Marmo, Produktion: Kathleen Kennedy, Frnk Marshall, Gerald R. Molen, Musik: John Williams, Besetzung: Robin Williams, Dustin Hoffman, Bob Hoskins, Julia Roberts, Maggie Smith, Gwneth Paltrow, Phil Collins, uvm. -> Kaufen.

Ich bin mit diesem Film groß geworden, Robin Williams war für mich immer DER Peter Pan und ich schaue ihn heute noch gerne an, weil er einfach ein Gefühl vermittelt, das ich nicht so recht in Worte fassen kann. Freundschaft, Verlust, Vertrauen und Familie sind die zentralen Themen. Liebevoll gestaltet ist es natürlich nicht die Originalgeschichte, aber ein schönes Spiel von was wäre wenn. Noch dazu besticht der Film mit einem fantastischen Cast.

Wenn Träume fliegen lernen

Wenn Träume fliegen lernen (Finding Neverland), 2004, 97 Minuten, Regie: Marc Forster, Drehbuch: David Magee, Produktion: Richard N. Gladstein, Nellie Bellflower, Musik: Jan A. P. Kaczmarek,  Besetzung: Johnny Depp, Kate Winslet, Julie Christie, Dustin Hoffman uvm. -> Kaufen.

Wenn Träume fliegen lernen ist eine Realverfilmung der Geschichte von James M. Barrie und erzählt, wie der Theaterautor durch die Freundschaft mit der Familie Llewelyn Davies zu dem Theaterstück Peter Pan inspiriert wird. Barrie lernt Sylvia und ihre vier Söhne in Kensington Gardens kennen und wird zu ihrem Spielgefährten wie auch zu einer Art Vaterersatz. Ihre Ideen und Vorstellungskraft inspirieren ihn zu Ideen für ein Theaterstück über Jungs, die nicht erwachsen werden wollen. Er benennt die Hauptfigur nach dem jünsten, Peter. Barrie wird zu einer ungeahnten Stütze für Sylvia, doch nicht alle sehen diese Freundscaft mit Wohlwollen. Sowohl Barries Frau als auch Sylvias Mutter ist das Verhältnis zu eng. Sylvia wird indes von einer unbekannte Krankheit zusehends geschwächt, während James immer mehr Zeit mit den Kindern verbringt, um das Theaterstück zu produzieren.

Es ist einer dieser Filme, der mich mit Sicherheit immer und immer wieder zum Weinen bringen kann. Ich schaue ihn nicht gerne, zumindest nicht das Ende, aber ich kann auch nicht wegschalten, wenn ich sehe, dass er irgendwo läuft. Man kann Johnny Depp nun gut findet oder nicht (und es gibt tausend Gründe, es nicht zu tun), trotzdem muss man ihm zumindest zugestehen, dass er ein Ausnahmeschauspieler ist und die Rolle von James M. Barrie so gut verkörpert, wie es kaum ein anderer kann. Falls ihr diesen Film noch nicht gesehen habt, holt das nach. Es wird traurig, aber es lohnt sich.

Peter Pan

Peter Pan (Peter Pan), 1953, 78 Minuten, Regie: Clyde Geronimi, Wilfred Jackson, Hamilton Luske, Drehbuch: Ted Sears, Erdman Penner, Bill Peet, Winston Hibler, Joe Rinaldi, Milt Banta, Ralph Wright, Bill Cotrell, Produktion: Walt Disney, Musik: Oliver Wallace -> Kaufen.

Vielleicht die Geschichte, die am nähesten am Buch geblieben ist und die damals wie heute durch ihre liebevollen Zeichnungen besticht. Es ist Disney und es ist in erster Linie für Kinder gemacht, aber trotzdem wunderschön.

“Never say goodbye because goodbye means going away and going away means forgetting.”

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Sommerbücher

Der Sommer hat sich schon angekündigt, der Urlaub steht vor der Tür und alles, was dafür noch fehlt, ist die richtige Lektüre. Ich weiß natürlich nicht, wie’s euch geht, aber gerade im Sommer greife ich lieber zu leichter, spaßiger Lektüre. Selbst dann, wenn das Wetter nicht so mitspielt, mag ich Bücher, die am Meer spielen und das Sommergefühl zumindest zwischen den Seiten spürbar ist. Und ein paar davon würde ich euch gerne vorstellen – vielleicht ist ja noch ein Last Minute-Tipp für euch dabei.

Sommerschwestern – Judy Blume

Das Buch ist 1999 zum ersten mal im Original erschienen, etwa zu dem Zeitpunkt habe ich es auch gelesen. Lange war es auf deutsch nicht mehr zu haben, erst als im letzten jahr ein anderes Jud Blume-Buch erschien, wurde es wieder aufgelegt.

Unter all den Kindern in der Schule sucht sich Caitlin ausgerechnet Victoria als Freundin aus und läd sie für die Sommerferien nach Marthas Vineyard ein. Niemand versteht so recht wieso, aber zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und selbst wenn sich das im Alltag nicht unbedingt hält, bleiben sie doch immer Sommerschwestern. Als Caitlin Jahre später heiratet, bittet sie Victoria, ihre erste Brautjunger zu werden und auch wenn beide länger keinen Kontakt hatten, will Victoria verstehen, was zwischen den beiden so schief gelaufen ist und fährt.

Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart, bis sich ganz am Ende ein komplettes Bild ergibt. Es passiert nicht unbedingt das, was man erwarten würde, wer also neben einer schönen Geschichte auch ein bisschen Spannung verträgt, hat hier sicher seinen Spaß.

Summer Sisters
Sommerschwestern

Die Schatten von Race Point – Patry Francys

Ich beschreibe es immer als eine moderne Version der Dörnenvögel, auch wen mir klar ist, dass das verdammt unsexy klingt. Das Ding ist aber, das man so sofort weiß worauf man sich einlässt.

Hallie Costa wächst am Cape Cod als Tochter eines Arztes auf. Als ein Mord die Gemeinde erschüttert und den kleinen Gus Silva ohne seine Mutter zurücklässt, nimmt sich Hallie diesem zusammen mit ihrem Freund Neil an. Aber dann geschieht etwas, dass Gus und Hallie auseinander treibt. Erst jahre später taucht jemand auf, der der Geschichte eine ganz neue Wendung geben kann.

Okay, es ist wirklich dramatisch. Sehr, sehr dramatisch und vielleicht einen Ticken zu nah an der Tränendrüse, aber manchmal braucht man das. Manchmal muss das einfach sein und die Stimmung von Cape Cod tut ihr übriges. Die Geschichte zieht sich über mehrere Jahrzehnte, wird aber dennoch nicht langweilig.

The Orphans of Race Point
Die Schatten von Race Point

Sommer in Maine – J. Courtney Sullivan

Ein Buch, das ich eigentlich nur wegen dem Amazon-Algorhitmus gekauft habe und bei dem ich gar nicht wusste, auf was ich mich einlasse. Es ist ein eher ruhiges Buch, zumindest von der Erzählweise, aber am Ende hat es die Geschichte in sich.

Für die Kellehers ist ihr Haus in Maine eine Zuflucht und ein Ort der Ruhe. Jeden Sommer kommen sie zurück, doch in diesem Sommer stehen Veränderungen an. Vier Frauen, drei Unterschiedliche Generationen und eine Menge unausgesprochener Dinge, die zwischen ihnen liegen.

Ich mochte die Stimmung einfach sehr gern. Jede der Protagonistinnen hat ihre eigene Geschichte und ihre Eigenheiten – nicht alles kann man nachvollziehen, muss man aber auch nicht. Wer einen schönen Familienroman sucht, der am Meer spielt, ist hier vollkommen richtig.

Sommer in Maine
Maine

Die Interessanten – Meg Wolitzer

Vielleicht nicht unbedingt ein richtiges Sommer-Buch, aber zumindest das Feriencamp trägt dazu bei.

Sechs Teenager treffen sich in einem Sommercamp und werden zu einer Unzertrennlichen Gruppe, bis ein Geheimnis sie wieder auseinander treibt. Sie alle sind Künstler, Kreative und Freigeister. Zentrales Thema ist die Freundschaft, aber auch Neid und Missgunst spielen eine entscheidende Rolle.

Es ist vielleicht kein leichtes Buch und möglicherweise kommt das Sommergefühl ein bisscchen zu kurz, aber es bschäftigt und fordert und manchmal möchte man das ja auch.

The Interestings
Die Interessanten

All die süßen Lügen – Rebecca Wild

Hier dann jetzt was jugendlicheres… Als ich All die süßen Lügen zum ersten Mal gelesen habe, hat es mich umgehauen. Seitdem habe ich es noch dreimal gelesen, einfach weil es mir so gut gefallen hat.

Jaclin kehrt nach ihrem achtzehnten Geburtstag zurück nach Serena Hills, um sich an dem Menschen zu rächen, der dafür verantwortlich ist, dass sie ohne ihren Vater in einer Pflegefamilie aufwachsen musste. Ihr Jugendfreund Ian unterstützt sie dabei, doch nicht alles läuft nach Plan, denn im Spiel und in der Liebe ist bekanntlich alles erlaubt.

Es ist eine Mischung aus Ocean’s Eleven und Revenge mit der richtigen rise Nerdfaktor sowie ausreichend Cat-Content. Es macht schlicht und ergreifend Spaß. Leider nur als eBook-only erhältlich.

All die süßen Lügen

Meine geniale Freundin – Elena Ferrante

Mich persönlich konnte Elena Ferrante jetzt nicht so überzeugen, aber ich sehe wohl ein, dass dieses Buch sehr viel italienisches Flair vermittelt und gerade das macht ja auch sehr viel Urlaubsfeeling aus.

Meine geniale Freundin ist die Geschichte zweier Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und trotzdem eine Verbindung haben, die ihresgleichen sucht. Während die eine ihren Weg geht und sich ihren Traum, Schriftstellerin zu werden erfüllt, bleibt die andere gefangen und trifft kalkulierte Entscheidungen zum Wohl ihrer Familie.

Eine Geschichte, die für mich einfach zu langatmig erzählt wurde. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass viele andere großen Spaß damit haben.

Meine geniale Freundin

The Girls – Emma Cline

Das Buch hat im letzten Jahr ziemlich für Furore gesorgt, aber es soll ja Leute geben, an denen sowas auch vorbei geht.

Evie fühlt sich allein und ungesehen, bis sie sich mit einer Gruppe Mädchen anfreundet, die nicht freier sein könnten. Unfrisierte Haare, ausgefranste Klamotten und Partys auf der abgelegenen Ranch von Russel. Ein Hauch von Freiheit, der für Evie bisher unbekannt war, bis etwas geschieht, das sie für immer verändert.

Es geht dabei um die Manson-Morde, auch wenn es nie so offen gesagt wird. Deswegen findet sich neben jugendliche-verträumter Sommerstimmung eben auch eine Prise Thriller und Nervenkitzel.

The Girls
The Girls

Solange wir lügen – E. Lockhart

Ein Jugendbuch auf Martha’s Vineyard, das es in sich hat. Ich würde mich von dem Begriff Jugendbuch nicht allzusehr beeinflussen lassen, denn wie immer kann das natürlich jeder lesen, den es interessiert.

Es geht um eine Familie, die ihre Sommer gemeinsam mit allen Kindern auf Martha’s Vineyard verbringt, die Jugendlichen stehen im Vordergrund. Im letzten Sommer ist es etwas passiert, aber man weiß nicht genau was. Was folgt, ist ein kleines Verwirrspiel mit einer riesigen Wendung.

Ich hab damals, als ich es gelesen habe, geahnt wo es hinführen wird, was für mich ein bisschen die Spannung rausgenommen hat. Trotzdem ist es ein schönes Sommerbuch.

Solange wir lügen
We were liars

Lieblingsmomente – Adriana Popescu

Das Buch war ein Geschenk von einer lieben Freundin, ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet und war vollkommen begeistert, als ich es durch hatte. Es geht natürlich um Liebe, Freundschaft, Wünsche und Träume sowie die schönen Momente.

Zwischen Layla und Tristan funkt es sofort, dabei sind beide in einer Beziehung. Das hält sie aber nicht davon ab, Freunde zu werden und viele Lieblingsmomente miteinander zu teilen. Es ist einfach ein richtiges Feel-Good Buch.

Ich sehe ein, dass dieses Beziehungsding den ein oder andere vielleicht abschreckt, aber es wird gut und vernünftigt gelöst, niemand wird betrogen. Und falls ihr danach nicht genug habt, gibts auch noch einen zweiten Teil.

Lieblingsmomente
Lieblingsgefühle

Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam – Jennifer Gooch Hummer

Falls ihr auch im Sommer mal ein bisschen weinen wollt, ist das das richtige Buch für euch. Jennifer Gooch Hummer erzählt die Geschichte eines Sommer, die einen auch lange danach nicht mehr loslässt.

Apron muss mit vielem fertig werden – ihre Mutter ist gestorben und jetzt hat ihr Vater eine neue Frau. Langsam aber sicher wird ihr alles zu viel, aber ihr Ferienjob im Blumenladen lenkt sie ab. Aber auch dort ist die Welt nicht in Ordnung und Apron muss ein weiteres mal mit einem Verlust klarkommen, bekommt aber auch neue Hoffnung.

Nur selten hat mich ein Buch so sehr berührt wie dieses, noch dazu behandelt es gerade für ein Jugensbuch ein sehr wichtiges Thema. Wenns also auch ein bisschen trauriger sein darf – das ist es.

Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam

Shotgun Lovesongs – Nikolas Butler

Ich bin mir nichtmal mehr sicher, ob es nur im Sommer spielt, aber ich verbinde es damit und das reicht ja eigentlich auch schon, um als Sommerbuch zu zählen, oder?

Es geht um die Geschichte von Fünf Freunden, die sich über die Jahre entwickelt und zeigt, welchen Wert gute Freunde haben. Es geht durch dick und dünn, Freude und Leid und man mag es einfach nicht aus der Hand legen.

Ich mochte dieses Buch so gerne und würde es am liebsten jedem und immer in die Hand drücken.

Shotgun Lovesongs


Und jetzt seid ihr dran – was sind eure liebsten Sommerbücher? Was könnt ihr empfehlen, was wollt ihr diesen Sommer lesen? Ich bin neugierig…^^

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Always be yourself unless you can be Wonder Woman.

Es ist also endlich soweit – Wonder Woman bekommt ihren eigenen Kinofilm, was nun wirklich überfällig war. Ab dem 15. Juni können wir hier in Deutschland auch endlich mitjubeln, wenn sich die Amazone über die Leinwand kämpft. Mich nervt’s ja schon ein bisschen, dass die halbe Welt knapp zwei Wochen früher in den Genuss kommt und so die Erwartungen wegen all der positiven Reviews ins unermessliche schnellen, aber wer weiß? Vielleicht ist all das ja sogar berechtigt.

Sehr wahrscheinlich sogar, denn der Film ist überagend gestartet und hat ein unfassbar gutes Rating auf Rotten Tomatoes. Die Fortsetzung wurde bereits bestätigt. So viel zu fight like a girl.

Wonder Woman ist eine Heldin, die im Vergleich zu Oracle oder Black Canary wirklich jeder kennt. Sie ist eine von vielen weiblichen Heldinnen im DC-Universe und doch die prominenteste. Selbst wenn man nie einen Comic gelesen oder die Serie gesehen hat, ist sie präsent. Wir alle wissen, dass sie sowohl mit Superman als auch Batman angebandelt hat und wenn uns das alles nichts sagt, dann kennen wir zumindest ihr knappes Outfit oder die Version, die Summer in O.C. California zur Freude von Seth getragen hat. Warum also hat es so fucking lange gedauert, bis sich jemand der Sache annimmt?

Ohne dass ich den Film gesehen habe, würde ich einfach mal ganz blauäuigig behaupten: Weil man es richtig machen wollte. Dabei ist es nicht mal der erste Versuch. 1996 wurde ein Film unter der Regie von Ivan Reitman geplant, aber wieder verworfen. Drei Jahre später war Sandra Bullock unter einem anderen Regisseur als Wonder Woman im Gespräch (okay, das hätte ich auch gern gesehen), 2001 kam das nochmal auf, aber wieder nicht zu Stande. 2005 wollte man bei Warner Bros., dass Josh Whedon den Film macht, aber auch dieses Projekt scheiterte. Und nun ist es mit Patty Jenkins eine Frau, die es endlich geschafft hat, die Amazonenprinzessin auf die große Leinwand zu bringen. Musste wohl so sein.

Wonder Woman ist Teil des DC Extended Universe, das mit Man of Steel und Batman vs. Superman sowie Suicide Squad bereits einen soliden Grundstein für viele weitere Verfilmungen geschaffen hat. Bereits in Batman vs. Superman hat Wonder Woman einen ersten Auftritt und lässt einen kleinen Einblick auf den weiteren Verlauf der Geschichte zu. Suicide Squad hingegen teasert die Justice League an, die ebenfalls noch dieses Jahr im Kino zu sehen sein wird. Letztendlich wird Wonder Woman nun von der israelischen Schaupielerin Gal Gadot verkörpert, Chris Pine spielt Steve Trevor, produziert wurde der Film unter anderem von Deborah und Zack Snyder und bietet mit einer Spieldauer von 141 Minuten viel Platz für die Geschichte.

Storytechnisch will ich noch nicht zuviel verraten, falls ihr euch überraschen lassen wollt, aber ich hab mich schonmal ein bisschen über die Handlung informiert und ich glaube, das wird richtig, richtig gut. Falls ihr vor dem Film noch schnell selbst was lesen wollt oder hinterher richtig einsteigen wollt, habe ich natürlich ein paar Tipps für euch:

The Legend of Wonder Woman

Schon allein weil DC das Ehepaar nach dieser einen Ausgabe gefeuert hat, obwohl eine zweite bereits geplant war, sollte man dieses Buch kaufen, was das Zeug hält. Oder man unterstützt de Liz und ihr Lady Powerpunch-Projekt. So oder so sollten Frauen in dieser Branche unterstützt werden, denn gerade die weibliche Sicht spielt bei Geschichten mit einer Frau in der Hauptrolle eine nicht unentscheidende Rolle.

Zum Comic selbst sei gesag, dass The Legend of Wonder Woman sich zum ersten Mal Dianas Kindheit und Jugend widmet – offenbar etwas, das auch im Film zu tragen kommt. Ich fand die Geschichte und die Zeichnungen sehr süß und hab mich gern damit beschäftigt, auch wenn ich nicht alles gut fand. Es ist nicht mein Lieblingscomic, aber wenn ihr vor oder nach dem Film nur einen lest, dann diesen.

Wonder Woman – The New 52

Meine bisher liebsten Wonder Woman Comics sind ganz klar die der The New 52-Reihe. Brian Azzarello hat mit Blood, Guts, Iron, War, Flesh & Bones eine Geschichte geschaffen, die ihres gleichen sucht. Mit War-Torn, A Twist of Faith und Ressurection wurde sie von Meredith Finch abgeschlossen und letztendlich ein neuer Weg für Greg Rucka geöffnet (dazu aber später mehr).

Hier ist es so, dass wir wirklich tief in die Mythologie der einzelnen Götter gehen. Wonder Woman ist als Tochter von Zeus selbst ein Halbgott und versucht, das Leben eines weiteren Bastards von Zeus zu retten – dabei wird sie später selbst zum Kriegsgott und kämpft, vor allem mit sich selbst, um ihre Ideale aber auch um den Olymp. Eine für mich perfekte Reihe und zusammen mit der Grundgeschichte von de la Liz wohl die grobe Handlung des Films. Warum allerdings Meredith Finch auch nur 3 Ausgaben machen durfte, ist mir unbegreiflich.

Wonder Woman – Rebirth

Mit Rebirth fängt Greg Rucka nach The New 52 wieder von vorne an und das im ganz großen Stil. Ich mag diese neue Geschichte sehr gern, auch wenn ich nach 2 Ausgaben noch nicht ganz weiß, wo sie hinführen wird. Das ist vielleicht eher was für nach dem Film, wenn man weiterlesen will, aber bisher mag ich es sehr gerne und freue mich auf alles, was da kommt.


Zur Geschichte

Es war ein Mann, genaugenommen sogar ein Psychologe, der sich 1940 in einem Interview über das unausgefüllte Potential im Superhelden-Genre äußerte und damit letztendlich die Aufmerksamkeit eines Comic-Verlages auf sich zog. William Moulton Marston, eben jener Psychologe, wurde als Berater angeheuert, ganz nebenbei hatte er den Wunsch, seinen eigenen Superhelfen zu entwerfen. Die Idee, aus diesem Helden eine Heldin zu machen, kam letztendlich von seiner Frau. Marston skizzierte Wonder Woman als die ideale Anführerin: die Art Frau, die die Gesellschaft beherrschen sollte.

„Not even girls want to be girls so long as our feminine archetype lacks force, strength, and power. Not wanting to be girls, they don’t want to be tender, submissive, peace-loving as good women are. Women’s strong qualities have become despised because of their weakness. The obvious remedy is to create a feminine character with all the strength of Superman plus all the allure of a good and beautiful woman.“

Für Wonder Woman stehen Frieden und Liebe eindeutig vor Gewalt und Krieg, trotz all ihrer gottgleichen Fähigkeiten. Sie kann sich natürlich durchsetzen, kämpfen und letztendlich auch töten, aber sie versucht zumindest immer, den friedlichen Weg zu gehen. Gloria Steinem machte sie zum Covergirl ihres Magazins Ms., um sich dagegen aufzulehnen, dass die meisten weiblichen Superhelden zur Jungfrau in Nöten werden sobald ein Mann auftaucht. Ganz im Gegensatz zu Wonder Woman, die sich von Anfang an selbst durchsetzen kann und die Männer in ihrem Leben nicht als das non plus ultra ansieht, sondern einen gleichwertigen Partner. Weiterhin ist sie ein Vorbild und vielleicht auch ein kleines Aushängeschild für die LGBT+ Community. Sie hat es nicht nötig, einen Stempel aufgedrückt zu bekommen, denn sie liebt andere für das, was sie sind und das ist genug.

In 2016 wurde Wonder Woman kurz zur UN-Botschafterin; nur zwei Monate später wurde sie auf Grund einer Petition wieder abgesetzt, da sie kein realistisches Vorbild sei und außerdem mit ihrer Kleidung ein falsches Bild vermitteln würde. Für mich ist das Drama darum nicht ganz nachvollziehbar, zumal es letztlich wohl mehr eine DC-Werbekampagne zum 75. Geburtstag von Wonder Woman war als alles andere. Und dennoch ist und bleibt sie gerade für junge Mädchen ein gutes Vorbild.

Wonder Woman ist die Superheldin, mit der ich am meisten anfangen und von der ich nicht genug bekommen kann. Sie zeigt, dass Frauen für sich und einander einstehen können und nicht mit ausgetreckten Ellebogen nach unten treten müssen, wenn es zusammen besser geht.

Und wenn ihr jetzt immer noch nicht genug habt…

Zum Film gibt es diesen wundervollen Bildband mit etlichen Hintergrundinformationen. Ein Muss für wirkliche Fans und alle, die auf die Art von Hintergrundinformation stehen. Außerdem gibts noch eine Wonder Woman-Anthologie, die Anfang des Jahres erschienen ist und die ersten und wichtigsten Geschichten rund um die Amazonenprinzessin enthält. Ganz besonders gespannt bin ich auf die Interpretation von Leigh Bardugo, die die junge Diana als Prinzessin der Amazonen in Warbringer zeichnet. das Buch erscheint am 29. August – zunächst leider nur auf englisch.

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Good Night Stories for Rebel Girls – Elena Favilli & Francesca Cavallo

Kennt ihr Michelle Obama, Astrid Lindgren und Coco Chanel? Vermutlich. Aber wie siehts aus mit Grace O’Malley, Margaret Hamilton, Mary Edwards Walker und vielen anderen? Eher nicht so? Ja, das war bei mir auch so, aber dann las ich dieses Buch und habe nun fast 100 Biografien von wundervollen Frauen, die ich nachschlagen muss.

Kurzbeschreibung

What if the princess didn’t marry Prince Charming but instead went on to be an astronaut? What if the jealous step sisters were supportive and kind? And what if the queen was the one really in charge of the kingdom? Illustrated by sixty female artists from every corner of the globe, Good Night Stories for Rebel Girls introduces us to one hundred remarkable women and their extraordinary lives, from Ada Lovelace to Malala, Amelia Earhart to Michelle Obama. Empowering, moving and inspirational, these are true fairy tales for heroines who definitely don’t need rescuing.

Es muss so im November/Dezember letzten Jahres gewesen sein, als ich in einem von Anna Frosts Vlogs plötzlich das Buch sah und mich quasi instant verliebt habe. Dank Google fand ich die mittlerweile abgelaufene Kickstarter-Kampagne und die unfassbar große Resonanz – statt der 40.000$ zur Realisierung des Projekts waren weit über 600.000$ zusammengekommen – und die Geschichte des Buches liest sich selbst wie ein Märchen. Elena Favilli und Francesca Cavallo hatten nach einem Online-Magazin, mehreren Apps und diversen Büchern für Kinder die Idee für dieses ambitionierte Projekt. Grundgedanke dabei war, dass es gerade für Mädchen wichtig ist, nicht nur von erfolgreichen Männern zu lernen, sondern auch zu sehen, dass man als Mädchen alles schaffen kann, wenn man nur will. Nur leider sind Geschichten über großartige Frauen rar, obwohl es sie gibt. Die beiden beschlossen etwas dagegen zu tun und genau deshalb entstand die Idee für dieses Buch. Das bedeutet aber nicht, dass es nur für Mädchen ist – auch Jungs können viel daraus lernen und selbst Erwachsene werden damit ihren Spaß haben.

Good Night Stories for Rebel Girls beinhaltet 100 Geschichten, die jeweils auf einer Seite Text erzählt werden – das ist nicht viel, aber ausreichend für eine kleine Gute Nacht Geschichte. Sie alle sind im Stil von Märchen geschrieben, beinhalten die wichtigsten Informationen und erzählen in nur wenigen Worten großartige Geschichten. Auf der zweiten Seite findet sich ein Portrait zur Gechichte, gezeichnet von verschienen Künstlerinnen. Natürlich kennt man viele dieser Frauen, zumindest grob vom Namen her. Ich würde schätzen, dass ich zumindest mit der Hälfte wenigstens vom Namen was anfangen konnte. Aber die andere Hälfte bietet eben Frauen, deren Namen und Geschichten einem gänzlich unbekannt sind, und genau das sind die eigentliche Schätze an diesem Buch.

Nicht selten hab ich eine der Geschichten gelesen und saß danach mit leicht feuchten Augen da, wenn man reaslisiert, gegen wen oder was sich diese Frau durchsetzen musste, um an ihr Ziel zu kommen. Und die Tatsache, dass sie es trotzdem geschafft und nicht aufgegeben hat, macht Mut. Viele der Frauen musste ich danach erstmal googeln, weil ich weit mehr wissen wollte, als die kurze Geschichte zu bieten hatte. Wusstet ihr beispielsweise, dass es eine weibliche, lesbische Piratin namens Jacquotte Delahaye gab? Wie unfassbar cool!

Man kann Good Night Stories for Rebel Girls noch immer direkt über Kickstarter bzw. auch über die Website kaufen, aber seit März auch überall sonst, weil es zudem bei Penguin erschienen ist. Wer das alles nicht auf englisch sondern auf deutsch lesen möchte, muss bis zum 25. September warten, wenn Good Night Stories for Rebel Girls auch auf deutsch beim Hanser Verlag erscheint. Es ist – wenn ihr mich fragt – das perfekte Geschenk für jeden!

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