A Boy Called Christmas / The Girl Who Saved Christmas / Father Christmas and Me

In der Regel kaufe ich Weihnachtsbücher, weil ich sie VOR oder besser noch AN Weihnachten selbst lesen will. In der Realität allerdings bleiben sie dann trotzdem erstmal liegen. Wie die Bücher von Matt Haig, die ich bereits letztes Jahr kaufte (zumindest die ersten beiden, das dritte ist erst diesen November erschienen). Jetzt ist es so, dass ich eigentlich nichtmal ein sehr großer Haig-Fan bin, neugierig war ich aber trotzdem. Den Ausschlag gaben letztendlich die Illustrationen von Chris Mould, denn ganz ehrlich – wer kann einem illustrierten Buch widerstehen?

Ohne zu viel vom Inhalt verraten zu wollen, kann ich euch also sagen, dass diese Bücher nicht nur für Kinder ein wunderbares Geschenk sind, sondern auch für uns Erwachsene. Es braucht vielleicht ein bisschen Überwindung, sich auf die doch recht kindlichen Geschichten einzulassen, aber sie sind es wert. Nicht seten versteht man vieles besser, wenn man es aus der Perspektive eines Kindes betrachtet. Vor allem dann, wenn man den Glauben an Weihnachten schon fast verloren hat und bisher vergeblich nach dem entscheidenden Funken gesucht hat. Hier ist er, in diesen drei Büchern, genaugenommen aber schon im ersten.


A Boy Called Christmas

You are about to read the true story of Father Christmas. It’s a story that proves nothing is impossible. A Boy Called Christmas is a tale of adventure, snow, kidnapping, elves, more snow and a boy called Nikolas, who isn’t afraid to believe in magic.

Für die Elfen in Elfhelm ist ‚Unmöglich‘ ein Schimpfwort der untersten Schublade. Alles ist möglich, wenn man nur fest genug daran glaubt. Das mag im ersten Moment platt klingen, aber es sind genau diese Dinge, die wir Kindern von Anfag an mit auf den Weg geben sollten. Es läuft nicht immer alles glatt und es wird sicher nicht immer ales so klappen, wie du es willst, aber wenn du daran glaubst, dass du es schaffst und es schaffen willst, kriegst du es irgendwie hin.

Gebundene Ausgabe: 262 Seiten || Verlag: Canongate Books Ltd.; Auflage: Main (16. November 2015) || Sprache: Englisch || ISBN-10: 178211789X || ISBN-13: 978-1782117896

The Girl Who Saved Christmas

If magic has a beginning, can it also have an end?When Amelia wants a wish to come true she knows just the man to ask – Father Christmas.But the magic she wants to believe in is starting to fade, and Father Christmas has more than impossible wishes to worry about. Upset elves, reindeer dropping out of the sky, angry trolls and the chance that Christmas might be cancelled.But Amelia isn’t just any ordinary girl. And – as Father Christmas is going to find out – if Christmas is going to be saved, he might not be able to do it alone . . .

Der zweite Teil widmet sich ganz der Hoffnung und auch hier hab ich mich fast noch öfter als beim ersten Teil erwischt, wie ich in mich rein gegrinst und an den entsprechenden Stellen genickt habe – ganz unbewusst, aber aus vollem Herzen – weil hier so viel von der Ungerechtigkeit der Welt auf spielerische Weise behandelt wird.

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten || Verlag: Canongate Books Ltd.; Auflage: Main (3. November 2016) || Sprache: Englisch || ISBN-10: 1782118578 || ISBN-13: 978-1782118572

Father Christmas and Me

It isn’t always easy, growing up as a human in Elfhelm, even if your adoptive parents are the newly married Father Christmas and Mary Christmas. For one thing, Elf School can be annoying when you have to sing Christmas songs every day – even in July – and when you fail all your toy-making tests. Also it can get very, very cold.But when the jealous Easter Bunny and his rabbit army launch an attack to stop Christmas, it’s up to Amelia, her new family and the elves to keep Christmas alive. Before it’s too late . . .

Und der dritte letztendlich wendet sich an alle von uns, die sich irgendwann in ihrem Leben schonmal fehl am Platz gefühlt haben, die nirgendwo so richtig dazugehört haben und die immer ein bisschen anders waren als alle anderen. Es macht Mut und zeigt, worauf es wirklich ankommt. Nicht die Dinge, die uns unterscheiden, spielen die wichtige Rolle, sondern die, in denen wir uns ergänzen und zusammen wachsen können.

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten || Verlag: Canongate Books Ltd.; Auflage: Main (12. Oktober 2017) || Sprache: Englisch || ISBN-10: 1786890682 || ISBN-13: 978-1786890689

In der deutschen Übersetzung erscheinen die Bücher ügrigens bei DTV, Ein Junge namens Weihnacht erschien bereits 2016, Das Mädchen, das Weihnachten rettete 2017 und wahrscheinlich kommt der dritte Teil dann im nächsten Herbst. Wer also nicht warten möchte, sollte zum englischen Original greifen – es lässt sich wirklich leicht lesen, sind ja schließlich auch Kinderbücher.

Advertisements

Turtles all the Way Down – John Green

Kurzbeschreibung

Sixteen-year-old Aza never intended to pursue the mystery of fugitive billionaire Russell Pickett, but there’s a hundred-thousand-dollar reward at stake and her Best and Most Fearless Friend, Daisy, is eager to investigate. So together, they navigate the short distance and broad divides that separate them from Russell Pickett’s son, Davis.

Aza is trying. She is trying to be a good daughter, a good friend, a good student, and maybe even a good detective, while also living within the ever-tightening spiral of her own thoughts.

Rezension

Als ich hörte, dass John Green endlich, endlich, endlich ein neues Buch veröffentlichen würde, war ich skeptisch. Das Ding ist nämlich – The Fault in Our Stars fand ich damals großartig, vor allem deswegen, weil ich keine Ahnung hatte, was ich erwarten sollte und weil mich das Buch mit seiner Thematik, aber vor allem seinem Ende überrascht hat. Dann las ich die anderen John Green-Bücher und war schon nicht mehr ganz so begeistert. Und nach Jahren dann jetzt das…

Im Vorfeld war ja bereits bekannt, dass es wohl Greens persönlichstes Buch werden würde, da er bekanntermaßen auch an Angststörungen leidet – wie die Protagonistin eben auch. Allein deshalb war es bestimmt nicht einfach zu schreiben, es ist aber auch keine Entschuldigung für die offensichtlichen Schwächen. Das Problem an dem Buch ist nämlich, dass es zwar wunderbar zeigt, wie Menschen mit Angst- und Zwangsstörungen leben, abgesehen davon hat es aber leider keinen Plot.

Man könnte jetzt argumentieren, dass der Vater von Azas Freund aus Kindertagen vermisst wird und die Jugendlichen sich auf die Suche nach dem Millionär begeben, aber wenn man ehrlich ist, tun sie eben genau das nicht – aktiv nach ihm suchen. Stattdessen plätschert das Buch nur so vor sich hin, es geht viel um Aza selbst und ihr Gedankenkarussel, aber auch um die anderen Charaktere, Freundschaft und die Tatsache, dass die erste Liebe für niemanden einfach ist – und für Aza besonders schwer.

Dabei ist es natürlich toll geschrieben, keine Frage. Green streut immer wieder bedeutungsschwere Zitate ein und schafft es, den Charakteren durch Kleinigkeiten Tiefe zu verleihen. Alles in allem aber ist es dennoch nichts besonderes und den ganzen Green-Hype einfach nicht wert.


Turtles all the Way Down

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten || Verlag: Dutton Books for Young Readers; Auflage: 01 (10. Oktober 2017) || Sprache: Englisch || ISBN-10: 0525555366 || ISBN-13: 978-0525555360 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten || Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (10. November 2017) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3446259031 || ISBN-13: 978-3446259034 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre || Originaltitel: Turtles All the Way Down

#buylocal

Schwimmen – Sina Pousset

Kurzbeschreibung

Milla und Jan kennen sich seit Kindertagen. In einem heißen Sommer fahren sie gemeinsam mit Jans Freundin Kristina ans Meer. Drei Tage lang schweben sie zwischen Angst, Liebe und Sehnsucht. Bis sich alles bei einem heftigen Gewitter katastrophal entlädt. Jan überlebt nicht. Vier Jahre später sind Milla und die kleine Emma an einem kalten Morgen durch die große Stadt unterwegs. Da findet Milla etwas, das sie an Jan erinnert und stellt sich endlich der Vergangenheit. Ein Roman voller zarter Melancholie und berührender Bilder, die einen nicht mehr loslassen.

Processed with VSCO with q4 preset

Rezension

Zugegeben, auf den ersten Seiten hatte ich noch Probleme mit dem Buch. Das lag zum einen daran, dass die wörtliche Rede nicht wirklich kenntlich ist, zum anderen aber auch daran, dass sie erste Szene direkt eine leicht diffuse Unterhaltung mit der kleinen Emma ist. Danach allerdings habe ich das Buch in einem Zug weginhaliert.

Man gewöhnt sich an den Schreibstil und es dauert nicht lange, bis man vollkommen in Poussets Erzählweise abgetaucht ist. Mit kleinen Formulierungen zeichnet sie wundervolle Bilder, andere Sätze wiederum gehen Messerscharf unter die Haut. Es ist fast unmöglich, dieses Buch aus der Hand zu legen, wenn man erst einmal richtig drin ist.

Es geht in erster Linie um Trauer, Freundschaft, die in schweren Zeiten verbindet aber auch, wie man diese Trauer überwindet. Milla und Jan verbindet viel, sie würden alles füreinander tun und nicht selten denkt man, dass darauf mehr werden könnte, als Freundschaft. Doch je näher man dem Wendepunkt kommt, umso klarer wird, dass diese Geschichte anders ausgehen wird, als gedacht. Zu einem gemeinsamen Urlaub bringt Jan Kristina mit und die Stimmung droht zu kippen.

Es war nun leider ausgerechnet die etscheidende Szene, die mir am Buch nicht gefallen hat. Es erschien mir irgendwie zu gewollt und unpassend, wenngeich Jans Reaktion natürlich durch kaum etwas anderes so hätte ausgelöst werden können. Das allein macht das Buch aber nicht schlechter – es war nur einfach nicht mein Geschmack.

Es ist wundervoller, kleiner Roman, der mich mit seiner Sprache und seiner Geschichte fast vollkommen begeistern konnte und mich am Ende mit einem zufriedenen Gefühl zurückließ. Großes Kino auf weniger als 250 Seiten!


Schwimmen

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten || Verlag: Ullstein fünf (8. September 2017) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3961010072 || ISBN-13: 978-3961010073

#buylocal

Was wichtig ist. Vom Nutzen des Scheiterns und der Kraft der Fantasie – J. K. Rowling

Kurzbeschreibung

Als J.K. Rowling 2008 gebeten wurde, die Abschlussrede an der Harvard University zu halten, wählte sie dafür zwei Themen, die ihr sehr am Herzen liegen: den Nutzen des Scheiterns und die Kraft der Fantasie. Denn in ihren Augen ist der Mut zu scheitern genauso wichtig für ein erfülltes Leben wie konventionellere Wege zum Erfolg. Das gilt auch für die einzigartige menschliche Fähigkeit, sich mithilfe der Vorstellungskraft in andere hineinzuversetzen – vor allem in jene, die es schwerer haben als wir. Diese besondere Fähigkeit müssen wir uns unbedingt bewahren.

Die Erfahrungen, von denen J.K. Rowling erzählte, und die provokanten Fragen, die sie den jungen Absolventen stellte, haben seither zahlreiche Menschen inspiriert, darüber nachzudenken, was wirklich zählt im Leben. Scheitern, Schicksalsschläge, Fantasie und Inspiration – diese Themen sind immer wieder von großer Bedeutung für Menschen, die an einem Wendepunkt stehen. Indem wir Risiken eingehen und ein Scheitern in Kauf nehmen, indem wir die Kraft unserer Fantasie nutzen, können wir das Leben mutiger angehen und offener für alle Möglichkeiten sein, die es für uns bereithält.

Rezension

Recht missmutig habe ich vor ein paar Wochen zur Kenntnis genommen, dass der Carlsen Verlag mit großem Trara die Veröffentlichung von „Was wichtig ist. Vom Nutzen des Scheiterns und der Kraft der Fantasie“ angekündigt hat und auch wenn ich mich immer über ein Buch von J. K. Rowling freuen werde, fühle ich mich verpflichtet zu sagen, dass die Verkaufserlöse zwar voll und ganz an Lumos gehen werden, ich 12,99 € aber dennoch für einen sehr stolzen Preis halte, wenn man sich das ganze im Netz als Video ansehen und als Text im Original lesen kann. Hinzu kommt, dass dieser Text bereits aus 2008 ist, die englische Originalausgabe (für die ich übrigens auch 12€ bezahlt habe), erschien bereits Anfang 2015. Und trotz allem empfehle ich es jetzt auf dem Blog. Denn ich habe es nicht nur gern (immer wieder) gelesen, ich möchte diesen Text auch liebend gern allen in die Hand drücken. Und würde das Buch nur 5€ kosten, würde ich das sogar tun.

Die Rede richtet sich an die Harvard-Absolventen aus 2008, eine Gruppe von Menschen, in deren Leben augenscheinlich bisher nicht viel schief gegangen ist. Aber, so Rowling, früher oder später wird es geschehen, weil es nunmal zum Leben dazu gehört. Sie spricht von ihren eigenen Erfahrungen und dem schlimmstmöglichen Fall, der hätte eintreten können: Arbeitslos und alleinerziehend ohne Perspektive zu sein. Das sie heute ist wer sie ist, hat sie nur der Tatsache zu verdanken, dass es nicht mehr schlimmer werden konnte.

Es ist eine gute Rede und auch wenn ich vermutlich zu meinem eigenen Abschluss etwas ähnliches von einer weniger bekannten Person gehört habe, habe ich es vergessen. Aber gerade weil mal sich immer mal wieder dran erinnern muss, ist diese gedruckte Form doch eine kleine Gedächtnisstütze und eignet sich außerdem wunderbar als Geschenk.


Was wichtig ist.  Vom Nutzen des Scheiterns und der Kraft der Fantasie

Gebundene Ausgabe: 80 Seiten || Verlag: Carlsen (30. November 2017) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3551587779 || ISBN-13: 978-3551587770 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren || Originaltitel: Very Good Lives. The Fringe Benefits of Failure and the Importance of Imagination

#buylocal

Merken

Merken

Merken

Merken

Without Merit – Colleen Hoover

Kurzbeschreibung

The Voss family is anything but normal. They live in a repurposed church, newly baptized Dollar Voss. The once cancer-stricken mother lives in the basement, the father is married to the mother’s former nurse, the little half-brother isn’t allowed to do or eat anything fun, and the eldest siblings are irritatingly perfect. Then, there’s Merit.

Merit Voss collects trophies she hasn’t earned and secrets her family forces her to keep. While browsing the local antiques shop for her next trophy, she finds Sagan. His wit and unapologetic idealism disarm and spark renewed life into her–until she discovers that he’s completely unavailable. Merit retreats deeper into herself, watching her family from the sidelines, when she learns a secret that no trophy in the world can fix.

Fed up with the lies, Merit decides to shatter the happy family illusion that she’s never been a part of before leaving them behind for good. When her escape plan fails, Merit is forced to deal with the staggering consequences of telling the truth and losing the one boy she loves.


Rezension

Ach Colleen, was hast du getan? Ich wusste ja im Vorfeld, dass sich dieses Buch von anderen Hoover-Büchern unterscheiden wird – das wurde oft genug gesagt und auch die ersten Meinungen, die in den letzten Wochen veröffentlicht wurden, sagten das aus. Und obwohl ich wie immer ohne Erwartungen rangegangen bin, hatte ich gehofft, dass es in Richtung von It ends with us gehen würde. Das war aber nicht der Fall.

“Don’t make your presence known. Make your absence felt.”

Viel mehr handelt es sich bei Without Merit eher um ein Young Adult-Buch, bei dem all jene enttäuscht werden, die unter anderem Sexszenen erwarten, wie man sie von Hoover gewohnt ist. Viel mehr geht es hier um ein Thema, dass gerade bei Jugendlichen angesprochen werden muss und damit ganz sicher seine Daseinsberechtigung in Jugendbüchern hat – nämlich Depression.

“It annoys me when people try to convince other people that their anger or stress isn’t warranted if someone else in the world is worse off than them. It’s bullshit. Your emotions and reactions are valid, Merit. Don’t let anyone tell you any different. You’re the only one who feels them.”

Die Umsetzung dessen fand ich allerdings eher gut gemeint als gut gemacht. Die Geschichte ist sehr speziell, was man schon an der Familienkonstellation erkennt. Natürlich muss man den Lesern was Besonderes bieten und der Geschichte Merkmale verpassen, die man sonst nirgendwo finden würde, ich fand es allerdings in diesem Buch wirklich übertrieben und zu viel des Guten. So wurde vieles nur angekratzt und nicht weiter verfolgt, was vielleicht interessant gewesen wäre.

“So many people dream of living in a house with a white picket fence. Little do they know, there’s no such thing as a perfect family, no matter how white the picket fence is.”

Die Charaktere hingegen sind klar ausgearbeitet und leben durch die Dialoge. Etwas, das Hoover wirklich kann, ist die Gespräche lebendig wirken zu lassen und die Handlung über den Dialog der einzelnen Figuren zu transportieren.

„Not every mistake deserves a consequence. Sometimes the only thing it deserves is forgiveness.“

Ich glaube aber, dass sie sich mit dieser Thematik übernommen hat, auch wenn ihr Ansinnen sicher gut gemeint war, etwas zur Destigmatisierung von Depressionen bei Jugendlichen beizutragen. Es hat mich aber einfach nicht abgeholt. Als Luck und auch Sagan die Gespräche mit Merit führen, ist es zwar nicht inhaltlich falsch was sie sagen, aber es klingt, als sei es aus Depression für Dummys abgeschrieben. Ich kann nicht beurteilen, ob das eine hilfreiche Wirkung auf eventuell Betroffene hat und ich freue mich, falls es die hat, aber mir war es zu lapidar. Ich glaube dennoch, dass mir das Buch vor fünf Jahren vielleicht ein bisschen besser gefallen hätte oder dass Hoover in fünf Jahren ein besseres Buch aus der Thematik hätte machen können als heute.

“A person can’t help their attraction to another person, but a person can help their actions toward another person.”

Die Botschaft gegen Ende ist recht süß gestaltet – im Grunde ist Depression nichts anderes wie Laktoseintoleranz oder schlechtes Augenlicht – jeder von uns hat ein oder mehrere Defizite, die man aber erkennen und ausgleichen kann. Aber süß reicht eben nicht. Und ich glaube auch nicht, dass Hoover damit wirklich einen Nerv bei ihrer Stammleserschaft trifft.

Without Merit

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Atria Books (3. Oktober 2017)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1501170627
ISBN-13: 978-1501170621

Merken

Merken

The Subtle Art of Not Giving a F*ck: A Counterintuitive Approach to Living a Good Life – Mark Manson

Kurzbeschreibung

In this generation-defining self-help guide, a superstar blogger cuts through the crap to show us how to stop trying to be „positive“ all the time so that we can truly become better, happier people.

For decades, we’ve been told that positive thinking is the key to a happy, rich life. „F**k positivity,“ Mark Manson says. „Let’s be honest, shit is f**ked and we have to live with it.“ In his wildly popular Internet blog, Manson doesn’t sugarcoat or equivocate. He tells it like it is—a dose of raw, refreshing, honest truth that is sorely lacking today. The Subtle Art of Not Giving a F**k is his antidote to the coddling, let’s-all-feel-good mindset that has infected American society and spoiled a generation, rewarding them with gold medals just for showing up.


Rezension

Ich persönlich tu mich immer schwer mit diesen Selbsthilfe-Büchern, die versuchen, einem das Leben in rosaroten Farben auszumalen und einem erzählen, das schon irgendwann wieder alles gut wird, man sich nicht haben soll und das man sein Glück selbst in die Hand nehmen muss. Das mag alles stimmen, aber der Punkt ist halt, dass es mich nicht erreicht. Ich fühle mich von der Art der Herangehensweise schlicht verarscht. Das Leben ist halt manchmal scheiße und genau dann hilft es zumindest mir gar nichts, wenn jemand mit so einer Eso-Kacke um die Ecke kommt. Da trifft es sich ganz gut, dass bereits im Titel das Wort Fuck vorkommt und sich auch durch den Rest des Buches durchzieht. Endlich mal wer, der sagt, wie es wirklich ist.

Außerdem beginnt das Buch mit einer kleinen Ode an Charles Bukowski und den Spruch auf seinem Grabstein – Don’t try – versuch es erst gar nicht. Klingt auf der einen Seite entmutigend, trifft aber genau den Kern der Sache. Viel zu oft ärgern wir uns über Dinge, die wir gar nicht ändern können. Sie belasten uns, aber dagegen tun können wir auch nichts. Was Bukowski in erster Linie ausgemacht hat, war seine rohe, ehrliche Art darüber zu Schreiben, dass er ein Loser war. Erst als er sich damit abgefunden hat und endlich angefing, genau darüber zu schreiben, hatte er auch Erfolg.

“You and everyone you know are going to be dead soon. And in the short amount of time between here and there, you have a limited amount of fucks to give. Very few, in fact. And if you go around giving a fuck about everything and everyone without conscious thought or choice—well, then you’re going to get fucked.”

Ich bin jemand, der sich gern in Sachen reinsteigert. Das passiert nichtmal bewusst, sondern einfach so, vorangig bei Dingen, die ich ohnehin nicht ändern kann. Und trotzdem – wenn mich etwas ärgert, beschäftigt es mich eben. Aber das Ding ist – genau diese Dinge sind es gar nicht wert. Viel wichtiger ist außerdem, dass man sich meist schon zum Scheitern verurteilt, bevor man überhaupt angefangen hat. Schuld sind Erwartungen, die man gar nicht erfüllen kann. Eigentlich sind wir immer unzufrieden, weil wir immer nach mehr streben. Wir arbeiten mehr um uns ein schnelleres, besseres Auto leisten zu können, und arbeiten noch mehr, um die laufenden Kosten zu decken und in der Zeit steht unser tolles, schnelles Auto da rum und wird nicht gefahren, weil wir vor lauter Arbeit keine Zeit haben. Gleiches gilt für Familie. Haus, Auto, Garten, Vermögen – für all das arbeiten wir, aber das Wesentliche, die Zeit für die Familie, bleibt dabei auf der Strecke.

“Life is essentially an endless series of problems. The solution to one problem is merely the creation of another.”

Da große Problem dabei – man muss erkennen, dass Glück meist kein dauerhafter Zustand ist. Zufriedenheit, ja. Aber Glück? Denn mit jedem Problem, das wir lösen, ergibt sich über kurz oder lang mindestens ein neues. Außerdem wachsen wir an Problemen; Leid oder viel mehr Niederlagen fordern uns, und bringen uns dazu, Lösungen zu finden (und wie gesagt – dadurch ergeben sich neue Probleme) – The struggle is real! Die Frage ist nur, wie man damit umgeht.

Ein wirkliches Patentrezept gibt es natürlich nicht, aber mir hat die Betrachtungsweise von Mark Manson sehr gefallen und ich hab mich in vielen Beispielen wiedererkannt. Und es funktioniert tatsächlich – seit dem Lesen denke ich intensiver darüber nach, ob diese Sache es gerade wirklich wert ist, sich darüber aufzuregen oder ich mich nicht lieber auf was anderes konzentrieren sollte. Und ganz abgesehen davon: Es ist witzig, der Autor zieht sich oft genug selbst durch den Kakao und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Mark Manson betreibt außerdem einen ziemlich erfolgreichen Blog, über den man schonmal einen Einblick gewinnen kann. Für alle, die das lieber auf deutsch lesen würden, gibt’s auch eine Übersetzung.

The Subtle Art of Not Giving a F*ck: A Counterintuitive Approach to Living a Good Life

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: HarperOne; Auflage: International ed. (13. September 2016)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0062641549
ISBN-13: 978-0062641540

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken