Das Nest – Cynthia D’Aprix Sweeney

Kurzbeschreibung

Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und sie haben immer gewusst, sie würden eines Tages erben. Aber was, wenn die Erbschaft ausbleibt? Ein warmherziger, humorvoller und scharfsinniger Roman darüber, wie der Kampf ums Geld Lebensentwürfe und Familien durcheinanderbringen kann.

Als Kinder haben sie einander geneckt, als Erwachsene verbindet die Geschwister Melody, Jack, Beatrice und Leo Plumb nur noch eine gemeinsame Erbschaft. Mitten in der Finanzkrise brauchen alle dringend Geld. Melody, Hausfrau und Mutter, wachsen die Ausgaben für ihr Vorstadthäuschen und die Collegegebühren ihrer Töchter über den Kopf. Antiquitätenhändler Jack hat hinter dem Rücken seines Ehemanns das Sommerhaus verpfändet. Beatrice, erfolglose Schriftstellerin, will endlich ihr Apartment vergrößern. Doch kurz bevor das Erbe ausbezahlt wird, verwendet ihre Mutter es, um Playboy Leo aus einer Notlage zu helfen. Unfreiwillig wiedervereint, müssen die Geschwister sich mit altem Groll und falschen Gewissheiten auseinandersetzen. Aber vor allem müssen sie irgendwo frisches Geld auftreiben …

Rezension

Als ich das Buch angefangen habe, war ich etwas verwirrt. Im Prolog reißt sich der Playboy Leo eine gerade volljährige Kellnerin auf einer Hochzeit auf, verfrachtet sie in seinen Porsche und rast buchstäblich im Stehen ins Verderben. Und auf den ersten Blick wirkte all das sehr weit weg von dem, was ich sonst so lese. Vor kurzem aber habe ich mich überwunden und den Prolog beendet – und siehe da, ab da war es gar nicht mehr so schlimm.

Das Nest ist nicht nur der Titel des Buches, sondern auch Grund und gleichzeitig Lösung aller Probleme der Geschwister Plumb. Das Nest ist ihr Erbe, ein ehemals kleiner Haufen Geld für schlechte Zeiten, der von ihrem Vater angelegt wurde und sich entgegen aller Prognosen über die Jahre beträchtlich vermehrt hat. Umso schlimmer ist es nun für die Geschwister, dass die Auszahlung dieser Erbschaft auf den vierzigsten Geburtstag des jüngsten Kindes fallen soll. Es bietet natürlich eine Sicherheit, die die Geschwister in finanziellen Fragen über die Jahre leichtsinnig werden lässt. Das Nest ist ja da, wird es erstmal ausgezahlt, sind sie alle wieder gerettet und bis dahin wird es schon irgendwie gehen. Es stellt aber insofern ein Problem dar, dass keiner sich hätte träumen lassen, das etwas dazwischen kommt, am allerwenigsten, dass es ihr eigener Bruder ist, der ihnen den Traum vom großen Reichtum vereitelt.

Meine anfängliche Skepsis gegenüber Leo blieb auch über die ersten Kapitel hinweg bestehen, denn so wirklich geläutert wirkte er nicht, war doch eine seiner ersten Handlungen nach dem Entzug ein Gang in den Park zu einem Treffen mit seinem Dealer. Allerdings hat sich das nach und nach relativiert, denn durch seinen Einzug bei Stephanie gelangt tatsächlich ein bisschen Ruhe in sein Leben. Von den übrigen Geschwistern mochte ich tatsächlich Bea am liebsten, weil sie die am wenigsten anstrengende ist. Melody kontrolliert ihre Kinder bis zum geht nicht mehr und verliert dabei das wesentliche aus den augen, Jack ist so besessen von dem, was er und Walt mal haben könnten, dass er nicht zu schätzen weiß, was sie bereits haben. Aber Bea hatte schon alles, was sie wollte und hat es wieder verloren. Sie strebt nicht nach Reichtum, Anerkennung oder Erfolg, sie will einfach nur sein. Und dann ist da noch Stephanie, die heimliche Heldin.

So grundsätzlich ist diese New Yorker Upper Class Geschichte zumindest oberflächlich betrachtet ein bisschen überzogen – solche selbstgemachten Probleme muss man erstmal haben, aber nach und nach zeigen sich in den Geschwistern menschliche Züge, die wohl jeder von uns kennt. Und es wird klar, dass sie abseits vom Reichtum gar nicht so anders sind.

Hinzu kommt noch, dass die Geschichte nicht einfach so erzählt wird, sondern sich durch die verschiedenen Perspektiven erst nach und nach aufbaut.

Weitere Rezensionen:

Brösels Bücherregal || paper & poetry || The Read Pack

Das Nest

übersetzt von Nicolai Schweder-Schreiner

Gebundene Ausgabe: 410 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 6., Druckaufl. (13. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608980008
ISBN-13: 978-3608980004
Originaltitel: The Nest

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Herz auf Eis – Isabelle Autissier

Kurzbeschreibung

Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie, also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltagsleben moderner Großstädter gedacht war, mündet urplötzlich in einen existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht? Herz auf Eis wagt sich an die Frage, was mit uns und unseren Beziehungen geschieht, wenn wir unsere Komfortzone verlassen.


Rezension

Natürlich musste ich dieses Buch direkt kaufen, nachdem Buchkolumne es im ARD-Buffet angepriesen hat. Tatsächlich gelesen habe ich es allerdings erst jetzt, wie das eben immer so ist.

Das Buch beginnt direkt damit, dass Louise und Ludovic bei ihrem Ausflug auf eine Insel, die sie eigentlich nicht betreten dürfen, ihre Jacht verlieren und nun zunächst schutzlos dort gestrandet sind. Es geht auf den Winter zu, folglich wird dort auch so schnell niemand vorbei kommen. Sie finden Schutz in einer verlassenen Walfangstation, aber keine Voräte und müssen von jetzt auf gleich ums nackte Überleben kämpfen.

So grundsätzlich mochte ich die Idee sehr gern. Was passiert mit zwei Menschen, wenn sie gezwungen sind, sich miteinander auseinander zu setzen. Was, wenn sie zusammen ums Überleben kämpfen müssen? Wie kann man sich selbst retten, wenn man immer hatte, was man zum Leben braucht oder zumindest wusste, wo man es kaufen kann? Und zu guter letzt – stirbt man zu zweit oder nimmt man den Tod des anderen zu Gunsten seines eignenen Lebens in Kauf?

Es sind viele spannende Fragen, die das Buch aufwirft und die tief in die menschliche Psyche gehen. Und gerade deswegen hätte ich mir gewünscht, gerade am Anfang nicht alles rückblickend und aus der Perspektive von Louise zu erfahren, sondern bei den Auseinandersetzungen in Form von richtigen Dialogen dabei zu sein. Es hätte den Figuren vielleicht die Tiefe verliehen, die ich vermisst habe. Zudem macht es sie unsympathisch. Für mich wurde nicht klar, wieso und ob sie sich überhaupt lieben, vielmehr erschien mir die Beziehung eine Zweckgemeinschaft aus Mangel an besseren Möglichkeiten – zumindest für Louise. Ludovic hingegen scheint sie zu brauchen, während Louise wunderbar alleine klarkommt. Das zeigt sich vor allem in der tragischen Hälfte des Buches, als sich das Blatt wendet.

Ab da lässt die Autorin dem Leser eigentlich keine Wahl mehr – man muss Louise einfach scheiße finden. Nicht nur, dass sie Ludovic einfach so alleine lässt, lediglich einen kleinen Zettel lässt sie ihm zurück; nein, sie macht zudem keine Anstalten, ihm eine Chance zu verschaffen. Natürlich ist Louises Situation nicht einfach, keine Frage, und man kann kaum nachempfinden, was in ihr vorgehen muss, aber es fehlt allein schon der schwache Versuch. Schwebt ein Mensch, den man liebt in Lebensgefahr, würde man dann nicht alles mögliche tun, um ihn zu retten?

Mir wurde nicht klar, wie ich das einzuordnen habe. Lieben sie sich wirklich? Und wenn ja, warum schaffen sie es dann nicht gemeinsam? Und wenn sie nicht genug lieben, wieso fällt es Louise dann so schwer, ihre Entscheidung zu tragen? Immerhin hat sie gute Argumente, niemand würde sie verurteilen…

Wenn das Buch also was kann, dann den Leser zum Nachdenken bringen.

Weitere Rezensionen:

Lost Pages || Herzpotenzial || Die Liebe zu den Büchern

The Read Pack || Literaturen

Herz auf Eis

übersetzt von Kirsten Gleinig

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Mare Verlag; Auflage: 4. (7. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866482566
ISBN-13: 978-3866482562
Originaltitel: Soudain, seuls

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A Conjuring of Light (Shades of Magic #3) – V. E. Schwab

 A Darker Shade of Magic || A Gathering of Shadows

Kurzbeschreibung

The precarious equilibrium among the four Londons has reached its breaking point. Once brimming with the red vivacity of magic, darkness casts a shadow over the Maresh Empire, leaving a space for another London to rise. Kell-once assumed to be the last surviving Antari-begins to waver under the pressure of competing loyalties. Lila Bard, once a commonplace-but never common-thief, has survived and flourished through a series of magical trials. But now she must learn to control the magic, before it bleeds her dry. Meanwhile, the disgraced Captain Alucard Emery and the Night Spire crew are attempting a race against time to acquire the impossible, as an ancient enemy returns to claim a crown and a fallen hero is desperate to save a decaying world…

Rezension

Es ist schon irgendwie gemein. Da wartest du ewig auf den Erscheinungstermin, bekommst das Buch tatsächlich pünktlich – und dann brauchst du eine weitere Ewigkeit, um es zu lesen. Und das, obwohl du tatsächlich gleich angefangen hast. Aber das Problem kenne ich bei Schwab leider schon. Das Ding ist nämlich – sie schreibt unfassbar gut, aber man muss sich darauf einlassen. Es geht nicht, mal eben so ein paar Seiten zu lesen man muss aufmerksam sein und nur dann wird man am Ende vielleicht erkennen, wie groß diese Geschichte ist.

Es geschieht unheimlich viel zwischen den Zeilen, während vordergründig das Tempo eher schleppend wirkt. Ich sage immer ein bisschen scherzhaft, das man ca. 70% des Buches braucht, bis die Hölle losbricht und sich alles überschlägt, aber im Grunde es ist genau so. Das Unwetter baut sich langsam auf, aber wenn es dann da ist, haut es einen um.

Besonders fällt auf, wie gut geplant die komplette Trilogie ist. Schwab weiß, was sie tut und überlässt nichts dem Zufall. Deshalb greift alles wunderbar ineinander, was darunter aber manchmal leidet, sind die Charaktere und deren Zusammenspiel. Sie sind alle unglaublich gut gezeichnet, jeder hat seine Eigenheiten und speziellen Charakterzüge. Nur ihre Beziehungen zueinander sind da nicht unbedingt spürbar. Man versteht natürlich, wieso Kell von Lila angezogen wird, nicht aber, warum es zwischen den beiden funktioniert oder gar funken soll. Gleiches gilt für Alucard und Rhy. Ja, Rhy ist Alucard wichtig und sie funktionieren zusammen, aber wieso ist das so?

Jetzt ist es natürlich eine Geschichte, die nicht so sehr von der charakterlichen Dramatik lebt, all das ist mehr hintergründig und auch wenn man hier natürlich das ein oder andere Ship finden kann, ist es nicht so, dass man nur wegen der Charaktere weiterlesen will. Das macht es, im Vergleich zu anderen Jugendbüchern, eher schwierig. Dann wiederum ist aber die Frage, ob es überhaupt ein Jugendbuch ist?

Jemand, der erst mit Schwab anfängt, sollte zuerst lieber zu Vicious oder The Archived greifen, um einen Eindruck zu bekommen, was einen erwartet. Und bis dahin sind dann vielleicht auch alle Teile auf deutsch erschienen, denn bei den Vier Farben der Magie lohnt es sich, am Ball zu bleiben.

A Conjuring of Light (Shades of Magic #3)

Taschenbuch: 667 Seiten
Verlag: Titan Publ. Group Ltd. (21. Februar 2017)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1785652443
ISBN-13: 978-1785652448

Vier Farben der Magie (bereits erschienen)
Die Verzauberung der Schatten (23. November 2017)
Die Beschwörung des Lichts (Frühjahr 2018)

 

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Lord of Shadows (The Dark Artifices #2) – Cassandra Clare

Zu meiner Rezension von Lady Midnight (The Dark Artifices #1) gehts hier.

Kurzbeschreibung

Emma Carstairs has finally avenged her parents. She thought she’d be at peace. But she is anything but calm. Torn between her desire for her parabatai Julian and her desire to protect him from the brutal consequences of parabatai relationships, she has begun dating his brother, Mark. But Mark has spent the past five years trapped in Faerie; can he ever truly be a Shadowhunter again? And the faerie courts are not silent. The Unseelie King is tired of the Cold Peace, and will no longer concede to the Shadowhunters‘ demands. Caught between the demands of faerie and the laws of the Clave, Emma, Julian, and Mark must find a way to come together to defend everything they hold dear-before it’s too late.

Rezension

Okay, ich hoffe ihr alle habt Lady Midnight gelesen, denn man kann einen zweiten Band nicht rezensieren, ohne den ersten zu spoilern. Falls nicht, könnt ihr jetzt noch umdrehen oder aber, und das wäre Möglichkeit drei, es ist euch egal. Auch dann will ich euch nicht aufhalten. Aber ich wollte zumindest mal gewarnt haben^^

Lord of Shadows setzt zwei Wochen nach den Geschehnissen aus Lady Midnight an. Malcolm Fade ist tot, versunken im Meer und mit ihm das Schwarze Buch. Emma hat sich von Julian, ihrem Parabatai, getrennt und spielt ihm vor, jetzt mit seinem Bruder Mark zusammen zu sein. Sie tut das vor allem, um Julian zu schützen, aber natürlich tut sie ihm damit weh. Und ganz nebenbei fällt die Cohort ins Institut ein, um den Mord an Fade aufzuklären.

Um das Buch zu mögen muss man natürlich grundsätzlich schonmal ein Fan von Cassandra Clare oder den Shadowhunters sein, alles andere macht keinen Sinn. Und wer das alles doof finden will, findet genug. Nur ist es eben für die Fans gerade das Erwartbare, dass auch mich immer wieder zu den Büchern greifen lässt. Natürlich steht eine unmögliche Liebesgeschichte im Vordergrund und natürlich fallen pathetische Sätze, die man im echten Leben nicht mal mit viel Alkohol ertragen könnte. Und trotzdem ist es schön.

Es ist schön zu sehen, wie diese Geschichte über mittlerweile 13 Bücher ineinander greift und sich selbst ergänzt, ohne sich zu sehr zu wiederholen. Clare hat sich hier ein eigenes Universum geschaffen und mittlerweile sehe sogar ich ein, dass es dumm wäre, damit aufzuhören. Es bietet einfach zu viele Möglichkeiten, um langweilig zu werden. Und selbst wenn, sind da ja immer noch die Charaktere…

Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag Julian einfach sehr, sehr gerne. Er ist so ganz anders als Jace oder Will und gerade das braucht es eben auch. Es muss nicht immer der sarkastische, talentierte und unfassbar gutaussehende Protagoist sein. Manchmal reicht es schon, wenn er einfach alles für seine Familie tun würde, so wie Jules. Für seine Geschwister und auch für Emma würde er alles tun und schreckt vor fast nichts zurück. Emma ist ihm da ein Stück weit ähnlich, nur liegt der Unterschied eben auch klar auf der Hand: Emma hat nichts mehr zu verlieren, aber jede Entscheidung, die Juian trifft, hat Auswirkungen auf seine jüngeren Geschwister. Dass er dabei manchmal über die Stränge schlägt und sogar Emma Angst macht, wirkt auf den ersten Blick verstörend, aber es zeigt eben auch: Egal wie gut man glaubt, jemanden zu kennen – sein wirkliches Gesicht sieht man erst in Extremsituation.

Das Schöne an dem Buch ist allerdings auch gleichzeitig das Furchtbare. Ich mag die Vielfalt der Charaktere, denn neben Julian und Emma geht es eben auch um Christina, Mark, Kieran und Kit sowie Julians jüngere Geschwister. Nur wird es manchmal ein bisschen viel, gerade wenn alle am selben Ort sind oder eine Thematik die nächste quasi abklatscht. So gibt es mit Mark einen Charakter, der Bi ist; ein weiterer ist (zumindest andeutungsweise) schwul und einen Transgender-Charakter gibt es auch. Das ist grundsätzlich sehr löblich, weil divers, aber es ist eben auch sehr, sehr viel Input. Schlussendlich kommen dann auch noch die Charaktere dazu, die man aus den vorhergehenden Reihen bereits kennt.

Mit all den Charakteren lässt sich allerdings auch die Handlung an mehrere Orte gleichzeitig verlegen. So finden wir uns zwar natürlich in Los Angeles, allerdings auch in London, Cornwall und schließlich in Idris wieder. Das ist schon sehr spannend.

Das Ende ist tatsächlich furchtbar und ich weiß nicht, wie man das aushalten soll, bis 2019 auf die Auflösung zu warten. Zudem ist es sehr realistisch, wenn man bedenkt, welche politischen Umbrüche gerade in der realen Welt stattfinden und wie Revolutionen oder Aufstände entstehen- Stichwort: Cohort. Diese Gruppe ist neu und hat es wirklich in sich – und das nicht auf lustige Weise.

Es gibt Tote, allerdings niemand wirklich wichtiges, was halt auch wieder… doof ist. Es ist, als würde Clare sich nicht trauen, jemanden umzubringen und wenn sie es dann doch tut, muss es ausgerechnet der eine sein, der hätte helfen können, die Lage etwas entspannter zu machen. Nur, das er eben nicht der einzige ist. Julian und Emma hätten auch zu fast jedem anderen mit ihrem Parabatai-Problem gehen können – haben sie aber nicht.

Letztendlich ist es schwer, jemanden zu einem zweiten Teil zu überzeugen. Was ich allerdings sagen kann ist, dass The Dark Artifices auch für diejenigen ein perfekter Einstieg in die Shadowhunter-Welt sind, die die bisherigen Bücher nicht gelesen haben. Man braucht sie nicht zwingend für das Vorwissen, wird sie danach aber vielleicht noch lesen. Aber irgendwie muss man ja die Wartezeit überbrücken, ne?

Lord of Shadows (The Dark Artifices #2)

Taschenbuch: 699 Seiten
Verlag: Simon & Schuster Childrens Books (23. Mai 2017)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1471116654
ISBN-13: 978-1471116650
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Lord of Shadows: Die Dunklen Mächte 2 erscheint am 9. Oktober 2017.

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Good Night Stories for Rebel Girls – Elena Favilli & Francesca Cavallo

Kennt ihr Michelle Obama, Astrid Lindgren und Coco Chanel? Vermutlich. Aber wie siehts aus mit Grace O’Malley, Margaret Hamilton, Mary Edwards Walker und vielen anderen? Eher nicht so? Ja, das war bei mir auch so, aber dann las ich dieses Buch und habe nun fast 100 Biografien von wundervollen Frauen, die ich nachschlagen muss.

Kurzbeschreibung

What if the princess didn’t marry Prince Charming but instead went on to be an astronaut? What if the jealous step sisters were supportive and kind? And what if the queen was the one really in charge of the kingdom? Illustrated by sixty female artists from every corner of the globe, Good Night Stories for Rebel Girls introduces us to one hundred remarkable women and their extraordinary lives, from Ada Lovelace to Malala, Amelia Earhart to Michelle Obama. Empowering, moving and inspirational, these are true fairy tales for heroines who definitely don’t need rescuing.

Es muss so im November/Dezember letzten Jahres gewesen sein, als ich in einem von Anna Frosts Vlogs plötzlich das Buch sah und mich quasi instant verliebt habe. Dank Google fand ich die mittlerweile abgelaufene Kickstarter-Kampagne und die unfassbar große Resonanz – statt der 40.000$ zur Realisierung des Projekts waren weit über 600.000$ zusammengekommen – und die Geschichte des Buches liest sich selbst wie ein Märchen. Elena Favilli und Francesca Cavallo hatten nach einem Online-Magazin, mehreren Apps und diversen Büchern für Kinder die Idee für dieses ambitionierte Projekt. Grundgedanke dabei war, dass es gerade für Mädchen wichtig ist, nicht nur von erfolgreichen Männern zu lernen, sondern auch zu sehen, dass man als Mädchen alles schaffen kann, wenn man nur will. Nur leider sind Geschichten über großartige Frauen rar, obwohl es sie gibt. Die beiden beschlossen etwas dagegen zu tun und genau deshalb entstand die Idee für dieses Buch. Das bedeutet aber nicht, dass es nur für Mädchen ist – auch Jungs können viel daraus lernen und selbst Erwachsene werden damit ihren Spaß haben.

Good Night Stories for Rebel Girls beinhaltet 100 Geschichten, die jeweils auf einer Seite Text erzählt werden – das ist nicht viel, aber ausreichend für eine kleine Gute Nacht Geschichte. Sie alle sind im Stil von Märchen geschrieben, beinhalten die wichtigsten Informationen und erzählen in nur wenigen Worten großartige Geschichten. Auf der zweiten Seite findet sich ein Portrait zur Gechichte, gezeichnet von verschienen Künstlerinnen. Natürlich kennt man viele dieser Frauen, zumindest grob vom Namen her. Ich würde schätzen, dass ich zumindest mit der Hälfte wenigstens vom Namen was anfangen konnte. Aber die andere Hälfte bietet eben Frauen, deren Namen und Geschichten einem gänzlich unbekannt sind, und genau das sind die eigentliche Schätze an diesem Buch.

Nicht selten hab ich eine der Geschichten gelesen und saß danach mit leicht feuchten Augen da, wenn man reaslisiert, gegen wen oder was sich diese Frau durchsetzen musste, um an ihr Ziel zu kommen. Und die Tatsache, dass sie es trotzdem geschafft und nicht aufgegeben hat, macht Mut. Viele der Frauen musste ich danach erstmal googeln, weil ich weit mehr wissen wollte, als die kurze Geschichte zu bieten hatte. Wusstet ihr beispielsweise, dass es eine weibliche, lesbische Piratin namens Jacquotte Delahaye gab? Wie unfassbar cool!

Man kann Good Night Stories for Rebel Girls noch immer direkt über Kickstarter bzw. auch über die Website kaufen, aber seit März auch überall sonst, weil es zudem bei Penguin erschienen ist. Wer das alles nicht auf englisch sondern auf deutsch lesen möchte, muss bis zum 25. September warten, wenn Good Night Stories for Rebel Girls auch auf deutsch beim Hanser Verlag erscheint. Es ist – wenn ihr mich fragt – das perfekte Geschenk für jeden!

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Fantastic Beasts and Where to Find Them: The Original Screenplay – J. K. Rowling

Kurzbeschreibung

When Magizoologist Newt Scamander arrives in New York, he intends his stay to be just a brief stopover. However, when his magical case is misplaced and some of Newt’s fantastic beasts escape, it spells trouble for everyone . . .

Inspired by the original Hogwart’s textbook by Newt Scamander, Fantastic Beasts and Where to Find Them: The Original screenplay marks the screenwriting debut of J.K. Rowling, author of the beloved and internationally bestselling Harry Potter books. A feat of imagination and featuring a cast of remarkable characters and magical creatures, this is epic adventure-packed storytelling at its very best. Whether an existing fan or new to the wizarding world, this is a perfect addition for any film lover or reader’s bookshelf.

Rezension

So rein vom Grundsatz her fand ich die Idee, das Drehbuch zum Film zu veröffentlichen schon doof. Bei Harry Potter and the Cursed Child ist das was anderes – das Theaterstück ist nicht jedem zugänglich und so war es nett, alle fans an der Geschichte teilhaben zu lassen. Bei Fantastic Beasts allerdings steht es ja jedem frei, ins Kino zu gehen oder nicht oder sich den Film später anzusehen. Wozu also ein Skript?

Die kurze Antwort lautet: braucht man nicht. Jetzt ist es aber so, dass ich als großer Harry Potter Fan natürlich erstmal alles haben muss, um mir dann eine eigene Meinung zu bilden und so zog natürlich auch das Skript zum Film zum Erscheinungstag bei mir ein. Es hat sich nicht ergeben, den Film im Kino zu sehen, also dachte ich – liest du’s halt. Nur hat auch das gedauert. Im Vergleich zu Harr Potter and the Cursed Child kam ich nur schwer rein und legte es schnell wieder beiseite. Das Interesse war einfach nicht soo groß.

Als dann Ende März die Benachrichtigung kam, dass ich den vorbestellten Film jetzt ansehen kann, fiel mir wieder ein, dass da ja ein Buch war, das ich zuerst lesen wollte. Ich setzte mich also hin und beendete es. Es war jetzt nicht uninteressant, stinkt aber im Vergleich zum Film ab, weil es einfach einen Unterschied macht, ob man nur liest, was passiert oder es sieht und hört. Es ist nett, dass man es in de Händen halten kann, aber die knapp 15€ kann man sich letztendlich sparen, wenn man den Film ohnehin sehen will.

 

Ich bin damit jetzt wahrscheinlich sehr spät dran, aber falls doch noch jemand zweifelt, ob es das Geld wert ist… steckt es lieber in eins der Zusatzwerke zum Film, wo vielleicht noch ein paar Hintergrundinfos versteckt sind. Davon habt ihr mehr.

Fantastic Beasts and Where to Find Them: The Original Screenplay

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Little, Brown; Auflage: 01 (18. November 2016)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1408708981
ISBN-13: 978-1408708989
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 9 – 11 Jahre

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind: Das Originaldrehbuch

übersetzt von Anja Hansen-Schmidt

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Carlsen (14. Januar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551556946
ISBN-13: 978-3551556943
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Fantastic Beasts and Where to Find Them: The Original Screenplay

(Und falls euch das Notizbuch gefällt: das, und weitere, gibts hier.)

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