The Outsiders – S. E. Hinton

Es ist schon ein bisschen her, dass ich The Outsiders gelesen habe, tatsächlich sogar vor allem deswegen, weil Jodi Picoult ein Vorwort dazu geschrieben hat und ich durch sie darauf kam. Die Geschichte selbst aber feiert in diesem Jahr bereits ihren 50. Geburtstag, heute um genau zu sein, und genau deswegen möchte ich sie euch ein bisschen näher bringen.

Worum geht’s?

Zwei rivalisierende Gangs aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Auf der einen Seite die Greaser, die in der Eastside leben und aus ärmlichen Verhältnissen stammen, auf der anderen die reicheren Socs aus der Westside. Nicht selten kommt es zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen, in einer Szene stirbt gar einer der Socs nah einem Messerangriff. Das alles spielt in Tulsa, Oklahoma.

“It seemed funny to me that the sunset she saw from her patio and the one I saw from the back steps was the same one. Maybe the two different worlds we lived in weren’t so different. We saw the same sunset.”
― S.E. Hinton, The Outsiders

 

Es ist für mich eins dieser Bücher, dass man zufällig entdeckt ohne groß was darüber zu wissen, es liest und sich verliebt – ohne dass man es drauf angelegt hat. Erst hinterher wird einem klar, dass man da eigentlich was total besonderes in der Hand hat.

 

“I lie to myself all the time. But I never believe me.”
― S.E. Hinton, The Outsiders

 

Susan Eloise Hinton war erst 16, als sie dieses Buch geschrieben hat und wollte damit über zwei Gruppen in ihrer Schulklasse schreiben – herausgekommen ist ein Buch, dessen Bedeutung auch fünfzig Jahre später noch aktuell ist. Und es wird immer noch gelesen – natürlich auch von Schulklassen, aber auch von jeden, die es zum ersten mal einfach so entdecken oder immer wieder von denen, denen es immer noch etwas bedeutet.

 

“Stay gold, Ponyboy, stay gold.”
― S.E. Hinton, The Outsiders

 

Zum 50. Geburtstag ist diese wundervoll gestaltete Jubiläumsausgabe bereits im letzten November erschienen. Die New York Times hat vor kurzem gleich zwei Artikel zum Buch veröffentlicht – einer, der den Einfluss des Buches auf Tulsa, Oklahoma bis zur heutigen Zeit beleuchtet und beschreibt, wie dort ein Museum zum Buch und zum Film entsteht und ein zweiter, der Leserstimmen und Reaktionen von heute sammelt. Apropos Film – natürlich wurde dieses buch verfilmt, und zwar von keinem geringeren als Francis Ford Copolla, in den Hauptrollen mit unter anderem Matt Dillon, Patrick Swayze, Rob Lowe, Diane Lane, Emilio Estevez und Tom Cruise. Streamen kann man den Film hier. Und wenn euch das alles nicht überzeugt hat, gibts hier 24 weitere Gründe, das Buch zu lesen.

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FuckYeahBukowski!

Zugegeben, meistens kann ich mit Gedichten nicht so sehr viel anfangen. Die meisten sind mir zu blumig und ich frage mich viel zu oft, was man mir zum Teufel damit eigentlich sagen will, anstatt einfach das zu sagen, was man meint. Bukowski sagte mal: „Sometimes you just have to piss in the sink!“ (Manchmal muss man halt ins Waschbecken pissen!) und mit sowas klar formulierten kann ich einfach weit mehr anfangen, als mit blumigen Umschreibungen.

Seitdem ich das gelesen habe, ist meine Pinterest-Zitate-Pinnwand voll mit Bukowski und ich blättere immer mal wieder in seinen Texten. Im letzten Jahr bin ich auf die Reihe gestossen, die ihr im Bild seht und seit dem zerbreche ich mir den Kopf, wie ich sie wohl am besten vorstellen kann.

Heinrich Karl oder auch Henry Charles Bukowski (oder auch einfach nur Hank), wurde am 16. August 1920 in Andernach geboren, allerdings zog die Familie bereits 1923 nach Los Angeles. Er starb dort am 9. März 1994 in San Pedro. Er hatte keine leichte Kindheit, eine Menge beschissener Jobs, unzählige Frauen und einen ausgiebigen Hang zum Alkohol. Man sagt, er habe erst spät angefangen zu schreiben, in Wahrheit hat er nur erkannt, dass seine Texte besser werden, je mehr Lebenserfahrung er mitbringt, also hat er erstmal welche gesammelt und dann geschrieben.

Fast immer geht es um Sex, das Saufen oder Wetten. Oft spielen seine Erzählungen auf der Pferderennbahn und meistens sind es fiese Protagonisten mit den niedersten Motiven. Natürlich kann man ihm vorwerfen, dass er übertreibt, aber – und das ist meine persönliche Erfahrung – manchmal muss man übertreiben um überhaupt durchzudringen. Seine Sprache ist dabei sehr roh und unverblümt, Regeln wie das richtige Vermaß oder Reimformen interessierten ihn dabei nicht. Es ging einzig und allein um die Botschaft und damit hatte er letztendlich auch Erfolg. In Deutschland tatsächlich sogar mehr als in Amerika, allerdings zählte er lange zu den meistgeklauten Autoren und das ist ja auch irgendwie ein Zeichen von Qualität…

Man findet viele Bilder von Bukowski, auf denen er eine Katze in den Armen hält – tatsächlich hatten er und seine Lebensgefährtin neun und so ist es kein Wunder, dass sich viele seiner Texte mit seinen Lieblingen beschäftigen. In On Cats findet sich eine ganze Reihe an Liebeserklärungen an die wunderschönen Teufel. On Love erzählt von den Höhen und Tiefen einer jeden Beziehung, Sex oder den eigenen Dämonen. Manchmal poetisch, manchmal roh und sehr bildhaft, aber immer ehrlich. In On Writing finden sich einige Texte über das Schreiben an sich, mehr noch aber gesammelte Briefe, die Bukowski an Magazine schickte, um seine Geschichten und Gedichte anzubieten. Manchmal sind auch die Antwortschreiben dabei, zwischendrin verstecken sich auch immer kleine Zeichnungen.

Letztendlich muss man seine Art mögen, um mit den Geschichten und Gedichten etwas anfangen zu können und sicher ist das nicht für jeden was. Aber ich mags und finde mich sehr oft wieder.

Und falls ihr weiterlesen wollt oder euch selbst einen kurzen ersten Eindruck verschaffen wollt, lege ich euch das Playboy-Interview mit ihm ans Herz. Im August dann erscheint auch „Über das Schreiben“ auf deutsch.

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Über Fortunas Launen…

Als ich am Samstag vor meinem Geburtstag letzte Woche im Badezimmer stand und die Waschbecken geschrubbt habe, hatte ich mein Handy in der Tasche meines Kaputzenpullis und die Kopfhörer auf den Ohren. Eigentlich war ich gerade live dabei, wie Jonah Durham Rupert Hillock endlich all das heimzahlen wollte, was er ihm über all die Jahre angetan hatte und ganz nebenbei wurden die Waschbecken sauber. Und plötzlich fiel mir etwas ein…

Es ist eine Ewigkeit her und vermutlich erinnere ich mich nur so genau, weil es eben an meinem Geburtstag war. Eine gute Freundin meiner Mutter schenkte mir, unter anderem, ein Buch, noch dazu ein sehr dickes. „Das Lächeln der Fortuna“ stand auf dem Cover, das ich unschlüssig anstarrte. Ein Danke kam mir über die Lippen, währenddessen erklärte die Freundin meiner Mutter, wie sie auf dieses Buch gekommen war. „Weil du dicke Bücher magst. Und Pferde. Die Buchhändlerin hat gesagt, das würde dir gefallen.“

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War das echt ihr ernst? Das konnte sie nicht ernst meinen. An sich war das ja nicht falsch – gegen dicke Bücher hatte ich gar nichts, schließlich hielten die ein bisschen länger und ja, Pferde mochte ich. Früher mal. In den Geschichten vom Ponyhof Kleines Hufeisen und der Wendy, aber ich bin nie geritten, hatte nie ein Pferd und abseits von Geschichten aus Büchern auch überhaupt keinen Bezug dazu. Und überhaupt – woher nahm die Buchhändlerin, die mich überhaupt nicht kannte, die Gewissheit, dass mir dieses Buch gefallen würde?

Ich bedankte mich nochmal, in der Hoffnung, dass es glaubwürdig klingen würde, legte das Buch zu den übrigen Geschenken und beschloss, dass es vermutlich niemandem auffallen würde, wenn ich es einfach nicht las.

Etwa eine Woche später stand wieder eine Familienfeier an – diesmal allerdings eine, bei der ich nicht mehr tun musste, als Kuchen essen und nett lächeln, den Rest der Zeit war mir langweilig. So furchtbar langweilig, dass ich kurz davor war, schlechte Laune zu bekommen und mir nicht zu helfen wusste. Fernsehen war keine Option und ich hatte nichts zum Lesen. Wobei, doch. „Das Lächeln der Fortuna“ lag noch immer auf dem Aquarium im Wohnzimmer, wo ich es nicht weggeräumt hatte. Lust darauf hatte ich immer noch keine, aber, so ging mir auf, es wäre tatsächlich besser, eine Weile in einem blöden Buch zu lesen und damit beschäftigt zu sein, als mich meiner miesen Laune weiter hinzugeben und früher oder später auch allen anderen damit auf den Nerv zu gehen. Ich nahm es also vom Aquarium herunter, legte mich auf die Couch und schlug es auf.

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Am Ende des Tages hatte ich die ersten dreihundert Seiten weggelesen und war vollkommen gefangen zwischen Schwertern im englischen Mittelalter, Ränkeschmieden und der ungeheuerlichen Geschichte um Robin of Waringham – oder besser gesagt dessen, was nach dem Tod seines Vaters davon übrig geblieben war. Es dauerte nicht lange und ich hatte das Buch durch – und begann es noch am gleichen Tag wieder von vorne. Ich war so begeistert, dass ich plötzlich nur noch Bücher von Gablé lesen wollte – was dann auch zum Problem wurde, weil es kaum welche gab. Ein paar Krimis, ja, aber das war wirklich nichts für mich. Außerdem wollte ich ja mehr über das Mittelalter wissen. Aber es gab nichts. Verdammt. Also, zumindest keine Fortsetzung. „Das zweite Königreich“ und „Der König der purpurnen Stadt“ waren zwar schon erschienen, aber nicht als Taschenbuch (und es sollte ja im Regal passen!) und abgesehen davon hatte das ja gar nichts mit Robin of Waringham zu tun und konnte deswegen nur blöd sein.

Aber das war es nicht. Sicher, es gab keinen Robin mehr und auch keinen Duke of Lancaster, aber König Edward und der schwarze Prinz waren auch okay, genauso wuchs mir Jonah ans Herz. Später kamen dann Caedmon, Aliesa und Edward der Bekenner dazu. Und dann folgten schließlich weitere Waringham-Romane, die zwar auch keinen Robin mehr hatten, dafür aber Raymond, in den ich über alle Maßen verliebt war. Dann kam Julian, den mochte ich nicht so sehr, die Geschichte um ihn herum dafür umso mehr. Nicholas erinnerte mich dann wieder ein bisschen an Jonah, was nicht zuletzt an seiner Schwärmerei für die Prinzessin lag und zu guter letzt kamen dann noch Isaac und Eleanor, die ihren ganz eigenen Charme mitbrachten und eine neue Ära einläuteten.

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Ich kann nicht sagen, was genau es ist. Ich lese sonst keine Historischen Romane, sie können mich einfach nicht packen. Es sind auch nicht die Pferde, mit denen habe ich immer noch keinen Vertrag (und es würde vermutlich auch ohne funktionieren). Aber als letztlich jemand fragte, zu welchem Feel-Good-Buch ich immer wieder greife, wenn ich etwas brauche, das mir ein vertrautes Gefühl gibt, kam Gablé wie von selbst als Antwort. Je nach Stimmung greife ich das passende, meistens ist es jedoch „Das Lächeln der Fortuna“ oder „Die Hüter der Rose“. In 2015 war Rebecca Gablé auf der Frankfurter Buchmesse und ich bin sonst echt kein Fangirl, aber dort musste ich hin. Dank Mandy habe ich sogar ein Foto (auf dem ich ausnahmsweise tatsächlich lächle – es muss also ein wundervoller Moment gewesen sein!). Sie fragte mich, wieso um alles in der Welt ich „Die Hüter der Rose“ mitgeschleppt hatte, es sei doch so dick und ich brachte nur ein Wort über die Lippen: Raymond. Danach mussten wir beide Lachen.

Ich könnte ewig so weiter machen, aber das wird euch wohl kaum dazu bringen, die Bücher zu lesen. Und trotzdem sitze ich heute hier und schreibe diesen Beitrag, weil ich gerade den letzten Teil von Jonah beendet habe und mich wohl ab Morgen dem ersten Teil von Robin widmen werde, nachdem ich meine Hörbuch-Guthaben in die Hörspielversionen investiert habe. Das wird ein längeres Projekt und ich werde mal wieder warten müssen. Vielleicht, wohlmöglich ganz sicher, werde ich irgendwann in der Zwischenzeit wieder eins der Bücher zu Hand nehmen und nochmal lesen.

Ich hatte bis zu diesem Moment letzte Woche, als ich putzend am Waschbecken stand, vergessen, wie all das angefangen hatte, wie lange das schon so geht und das ich immer wieder in mich hinein lächeln muss, wenn ich an diese Geschichten denke oder mich damit beschäftige. Hätte man mich damals zu meinem Geburtstag in die Buchhandlung mitgenommen oder mir einen Gutschein geschenkt – ich hätte mir Gablé wohl nie ausgesucht. Die Buchhändlerin hatte – aus mir unbegreiflichen Gründen – tatsächlich recht, auch wenn das wohl nicht absehbar war. Aber so ist das manchmal. Manchmal findest du ein Buch, und ein andermal findet das Buch dich.

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Falls ich jetzt doch den ein oder anderen anfixen konnte – was ich natürlich hoffe – liste ich hier gern nochmal die bereits erschienenen und auch kommenden Bücher auf. Besonder empfehlen kann ich für Neulinge tatsächlich die Hörspiele, ich glaube, so kommt man am besten rein und abgesehen davon empfinden es die meisten wohl als sehr angenehm, wenn Detlef Bierstedt (die deutsche Stimme von George Clooney) die Geschichte erzählt. Zumindest ging mir das so.

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Waringham-Saga

Das Lächeln der Fortuna || Die Hüter der Rose || Das Spiel der Könige || Der dunkle Thron || Der Palast der Meere

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Jonah

Die Lehrjahre || Der Aufstieg || Das Imperium

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Robin

Die Flucht || Die Wende || Die Rückkehr

Weitere Historische Romane von Rebecca Gablé:

Die Siedler von Catan || Das zweite Königreich || Hiobs Brüder || Der König der purpurnen Stadt || Das Haupt der Welt || Die fremde Königin

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