Always be yourself unless you can be Wonder Woman.

Es ist also endlich soweit – Wonder Woman bekommt ihren eigenen Kinofilm, was nun wirklich überfällig war. Ab dem 15. Juni können wir hier in Deutschland auch endlich mitjubeln, wenn sich die Amazone über die Leinwand kämpft. Mich nervt’s ja schon ein bisschen, dass die halbe Welt knapp zwei Wochen früher in den Genuss kommt und so die Erwartungen wegen all der positiven Reviews ins unermessliche schnellen, aber wer weiß? Vielleicht ist all das ja sogar berechtigt.

Sehr wahrscheinlich sogar, denn der Film ist überagend gestartet und hat ein unfassbar gutes Rating auf Rotten Tomatoes. Die Fortsetzung wurde bereits bestätigt. So viel zu fight like a girl.

Wonder Woman ist eine Heldin, die im Vergleich zu Oracle oder Black Canary wirklich jeder kennt. Sie ist eine von vielen weiblichen Heldinnen im DC-Universe und doch die prominenteste. Selbst wenn man nie einen Comic gelesen oder die Serie gesehen hat, ist sie präsent. Wir alle wissen, dass sie sowohl mit Superman als auch Batman angebandelt hat und wenn uns das alles nichts sagt, dann kennen wir zumindest ihr knappes Outfit oder die Version, die Summer in O.C. California zur Freude von Seth getragen hat. Warum also hat es so fucking lange gedauert, bis sich jemand der Sache annimmt?

Ohne dass ich den Film gesehen habe, würde ich einfach mal ganz blauäuigig behaupten: Weil man es richtig machen wollte. Dabei ist es nicht mal der erste Versuch. 1996 wurde ein Film unter der Regie von Ivan Reitman geplant, aber wieder verworfen. Drei Jahre später war Sandra Bullock unter einem anderen Regisseur als Wonder Woman im Gespräch (okay, das hätte ich auch gern gesehen), 2001 kam das nochmal auf, aber wieder nicht zu Stande. 2005 wollte man bei Warner Bros., dass Josh Whedon den Film macht, aber auch dieses Projekt scheiterte. Und nun ist es mit Patty Jenkins eine Frau, die es endlich geschafft hat, die Amazonenprinzessin auf die große Leinwand zu bringen. Musste wohl so sein.

Wonder Woman ist Teil des DC Extended Universe, das mit Man of Steel und Batman vs. Superman sowie Suicide Squad bereits einen soliden Grundstein für viele weitere Verfilmungen geschaffen hat. Bereits in Batman vs. Superman hat Wonder Woman einen ersten Auftritt und lässt einen kleinen Einblick auf den weiteren Verlauf der Geschichte zu. Suicide Squad hingegen teasert die Justice League an, die ebenfalls noch dieses Jahr im Kino zu sehen sein wird. Letztendlich wird Wonder Woman nun von der israelischen Schaupielerin Gal Gadot verkörpert, Chris Pine spielt Steve Trevor, produziert wurde der Film unter anderem von Deborah und Zack Snyder und bietet mit einer Spieldauer von 141 Minuten viel Platz für die Geschichte.

Storytechnisch will ich noch nicht zuviel verraten, falls ihr euch überraschen lassen wollt, aber ich hab mich schonmal ein bisschen über die Handlung informiert und ich glaube, das wird richtig, richtig gut. Falls ihr vor dem Film noch schnell selbst was lesen wollt oder hinterher richtig einsteigen wollt, habe ich natürlich ein paar Tipps für euch:

The Legend of Wonder Woman

Schon allein weil DC das Ehepaar nach dieser einen Ausgabe gefeuert hat, obwohl eine zweite bereits geplant war, sollte man dieses Buch kaufen, was das Zeug hält. Oder man unterstützt de Liz und ihr Lady Powerpunch-Projekt. So oder so sollten Frauen in dieser Branche unterstützt werden, denn gerade die weibliche Sicht spielt bei Geschichten mit einer Frau in der Hauptrolle eine nicht unentscheidende Rolle.

Zum Comic selbst sei gesag, dass The Legend of Wonder Woman sich zum ersten Mal Dianas Kindheit und Jugend widmet – offenbar etwas, das auch im Film zu tragen kommt. Ich fand die Geschichte und die Zeichnungen sehr süß und hab mich gern damit beschäftigt, auch wenn ich nicht alles gut fand. Es ist nicht mein Lieblingscomic, aber wenn ihr vor oder nach dem Film nur einen lest, dann diesen.

Wonder Woman – The New 52

Meine bisher liebsten Wonder Woman Comics sind ganz klar die der The New 52-Reihe. Brian Azzarello hat mit Blood, Guts, Iron, War, Flesh & Bones eine Geschichte geschaffen, die ihres gleichen sucht. Mit War-Torn, A Twist of Faith und Ressurection wurde sie von Meredith Finch abgeschlossen und letztendlich ein neuer Weg für Greg Rucka geöffnet (dazu aber später mehr).

Hier ist es so, dass wir wirklich tief in die Mythologie der einzelnen Götter gehen. Wonder Woman ist als Tochter von Zeus selbst ein Halbgott und versucht, das Leben eines weiteren Bastards von Zeus zu retten – dabei wird sie später selbst zum Kriegsgott und kämpft, vor allem mit sich selbst, um ihre Ideale aber auch um den Olymp. Eine für mich perfekte Reihe und zusammen mit der Grundgeschichte von de la Liz wohl die grobe Handlung des Films. Warum allerdings Meredith Finch auch nur 3 Ausgaben machen durfte, ist mir unbegreiflich.

Wonder Woman – Rebirth

Mit Rebirth fängt Greg Rucka nach The New 52 wieder von vorne an und das im ganz großen Stil. Ich mag diese neue Geschichte sehr gern, auch wenn ich nach 2 Ausgaben noch nicht ganz weiß, wo sie hinführen wird. Das ist vielleicht eher was für nach dem Film, wenn man weiterlesen will, aber bisher mag ich es sehr gerne und freue mich auf alles, was da kommt.


Zur Geschichte

Es war ein Mann, genaugenommen sogar ein Psychologe, der sich 1940 in einem Interview über das unausgefüllte Potential im Superhelden-Genre äußerte und damit letztendlich die Aufmerksamkeit eines Comic-Verlages auf sich zog. William Moulton Marston, eben jener Psychologe, wurde als Berater angeheuert, ganz nebenbei hatte er den Wunsch, seinen eigenen Superhelfen zu entwerfen. Die Idee, aus diesem Helden eine Heldin zu machen, kam letztendlich von seiner Frau. Marston skizzierte Wonder Woman als die ideale Anführerin: die Art Frau, die die Gesellschaft beherrschen sollte.

„Not even girls want to be girls so long as our feminine archetype lacks force, strength, and power. Not wanting to be girls, they don’t want to be tender, submissive, peace-loving as good women are. Women’s strong qualities have become despised because of their weakness. The obvious remedy is to create a feminine character with all the strength of Superman plus all the allure of a good and beautiful woman.“

Für Wonder Woman stehen Frieden und Liebe eindeutig vor Gewalt und Krieg, trotz all ihrer gottgleichen Fähigkeiten. Sie kann sich natürlich durchsetzen, kämpfen und letztendlich auch töten, aber sie versucht zumindest immer, den friedlichen Weg zu gehen. Gloria Steinem machte sie zum Covergirl ihres Magazins Ms., um sich dagegen aufzulehnen, dass die meisten weiblichen Superhelden zur Jungfrau in Nöten werden sobald ein Mann auftaucht. Ganz im Gegensatz zu Wonder Woman, die sich von Anfang an selbst durchsetzen kann und die Männer in ihrem Leben nicht als das non plus ultra ansieht, sondern einen gleichwertigen Partner. Weiterhin ist sie ein Vorbild und vielleicht auch ein kleines Aushängeschild für die LGBT+ Community. Sie hat es nicht nötig, einen Stempel aufgedrückt zu bekommen, denn sie liebt andere für das, was sie sind und das ist genug.

In 2016 wurde Wonder Woman kurz zur UN-Botschafterin; nur zwei Monate später wurde sie auf Grund einer Petition wieder abgesetzt, da sie kein realistisches Vorbild sei und außerdem mit ihrer Kleidung ein falsches Bild vermitteln würde. Für mich ist das Drama darum nicht ganz nachvollziehbar, zumal es letztlich wohl mehr eine DC-Werbekampagne zum 75. Geburtstag von Wonder Woman war als alles andere. Und dennoch ist und bleibt sie gerade für junge Mädchen ein gutes Vorbild.

Wonder Woman ist die Superheldin, mit der ich am meisten anfangen und von der ich nicht genug bekommen kann. Sie zeigt, dass Frauen für sich und einander einstehen können und nicht mit ausgetreckten Ellebogen nach unten treten müssen, wenn es zusammen besser geht.

Und wenn ihr jetzt immer noch nicht genug habt…

Zum Film gibt es diesen wundervollen Bildband mit etlichen Hintergrundinformationen. Ein Muss für wirkliche Fans und alle, die auf die Art von Hintergrundinformation stehen. Außerdem gibts noch eine Wonder Woman-Anthologie, die Anfang des Jahres erschienen ist und die ersten und wichtigsten Geschichten rund um die Amazonenprinzessin enthält. Ganz besonders gespannt bin ich auf die Interpretation von Leigh Bardugo, die die junge Diana als Prinzessin der Amazonen in Warbringer zeichnet. das Buch erscheint am 29. August – zunächst leider nur auf englisch.

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Once a Gilmore, always a Gilmore.

Ich glaube, wenn man einmal mit den fasttalking-Girls warm geworden ist, hört das nicht mehr auf. Es geht nicht weg und eigentlich will man das auch gar nicht. Und jetzt war es dann soweit – endlich neue Folgen, endlich wieder Sherman-Palladino, endlich wieder Kaffee, Junk-Food und sechs Stunden am Stück Spaß. Nach Hause kommen, Füße hoch, wohlfühlen.

Und ich weiß, ich hab mir lange Zeit gelassen mit meiner Meinung, was vor allem daran liegt, dass ich niemanden spoilern wollte. Es geht mir so dermaßen auf den Geist, dass überall sofort jeder seine Meinung – und sei sie auch noch so clever verpackt – in die Welt pusten muss. Lasst euch eins gesagt sein: Ihr seid nicht clever. Und es nervt. Selbst ein Name und ein Emoji verraten den Leuten, die im Thema sind, mehr als genug. Ich will um Himmels Willen niemandem verbieten, darüber zu reden, aber gerade Twitter ist nicht die beste Diskussionsplattform, weil man all dem, was man nicht sehen will, eben nicht so leicht aus dem Weg gehen kann. Ist ein bisschen nervig, dass man das immer und immer wieder sagen muss…

Aber wie dem auch sei – hier auf dem Blog steht es euch frei, den Text zu lesen oder weg zu klicken, überlegt es euch gut, denn hier werde ich spoilern^^ Nachdem jetzt immer wieder Leute gefragt haben „Uuuuuund? Wie fandest duuuus?“ fühle ich mich verpflichtet, doch ein bis zwei Sätze dazu zu verlieren – oder halt über 3.000 Wörter.

Das Wiedersehen

Alles beginnt mit einem Voice-Over der prägnantesten Sätze aus sieben Staffeln Gilmore Girls und ganz ehrlich, allein dabei hatte ich schon einen Kloß im Hals. Niemals hätte ich gedacht, dass es nochmal soweit kommt uns wir nochmal zurück nach Stars Hollow kommen, umso schöner ist es unsere beiden Mädels zusammen am Gazebo sitzen zu sehen. Klar, alles wirkt etwas glänzender, neuer, vielleicht auch ein bisschen größer, aber doch auch vertraut. Der Anfang an sich wirkt dann ein bisschen gestellt, aber wer will da schon so genau sein? Gleichzeitig taucht aber auch die erste große Frage auf…

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Wer ist eigentlich Paul?

Rory hat einen Freund, das kommt relativ schnell zur Sprache und für eine Millisekunde denke ich: Jawohl, da ist endlich der Kerl, der passt. Nur um dann festzustellen, dass er‘s doch nicht ist, da sich offenbar nicht mal Rory richtig dran erinnern kann, schon mittlerweile zwei Jahre mit ihm zusammen zu sein. Es passt zu Rorys aktueller Lebenssituation, einen Freund zu haben um eben einen Freund zu haben, jemand, der einem das Gefühl gibt, dass man wenigstens diese eine Sache geregelt kriegt. Und doch wirkt es einfach absolut falsch. Rory ist 32, nicht 22; darauf komme ich aber später nochmal zu sprechen. Und dass er nicht für immer ist, sehen wir schon allein daran, dass er uns nicht vorgestellt wurde, wenn nicht an der Tatsache, dass sich niemand an ihn erinnern kann und er ständig irgendwo vergessen wird.

Der unerfüllte Kinderwunsch

Kann mir bitte jemand erklären, warum Luke und Lorelai von jetzt auf gleich in einer Fertilitätsklinik landen und darüber diskutieren, ob Luke mit einer Leihmutter tatsächlich Sex haben muss oder ob das auch irgendwie anders funktioniert? Ich würde es echt gerne wissen, denn das impliziert, dass sie in den letzten zehn Jahren nicht einmal darüber geredet haben, was wiederum total realitätsfern wäre. Und Paris? Ich liebe Paris, in jeder einzelnen Szene, und wir wussten alle, dass sie sich zwischen Medizin und Jura entscheiden würde müssen. Aber dass sie dann so ein Feld beschreiten würde? Was ist aus dem Wunsch, Krebs zu heilen geworden? Oder der Weltherrschaft? Ich fand diese ganze Szene einfach unnötig und sehr, sehr seltsam. Abgesehen davon kann ich mir Lorelai und Luke jetzt nicht mehr als Eltern eines Babys vorstellen. Früher war das vielleicht mal eine Option, aber jetzt wirkt es einfach deplatziert und regelrecht als ob man hätte Zeit füllen müssen.

Die Therapie

Wenn Emily Gilmore in T-Shirt und Jeans vor mir stünde und mir einen Vortrag über Marie Konde halten würde, würde ich ihr wohl auch eine Therapie vorschlagen. Vor allem, wenn sie zudem eine Familie in ihrem Haus leben lässt, die mehr Kinder hat als man zählen kann. Funfact: Habt ihr die Haushälterin erkannt? Wenn nicht, schaut hier.  So grundsätzlich fand ich das aber alles sehr süß und vor allem Emilys Entwicklung hat mir gefallen. Wie sie die DAR-Ladys zurecht weist und später im Walmuseum den Vortrag hält? Große Klasse! Die Therapie an sich allerding hat wieder einmal gezeigt, dass Lorelai und Emily einfach gar nicht aufeinander eingehen und das simpelste Gespräch in einem Streit endet. Dann war da diese Sache mit dem Brief und plötzlich saß Lorelai alleine da. Und es macht mich umso trauriger, dass Lorelai jetzt, wo sie alles hat, was sie immer wollte, so dermaßen traurig ist.

Goodbye Richard

Gemessen an meiner eigenen Traurigkeit über den Tod von Edward Herrmann kann ich mir unmöglich vorstellen, wie es denen gehen muss, die ihn tatsächlich kannten. Dementsprechend hatte ich aber auch große Sorgen, ob es gelingen würde, seine Abwesenheit angemessen darzustellen. Unbegründet, denn wirklich jede Szene, die das behandelt hat, hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Wirklich jede. Selbst als Lorelai am Ende das Richtige Portrait sieht, was eigentlich witzig gedacht war… unfassbar gut gemacht. Sei es nun die Trauerfeier oder Lorelais Anruf bei Emily – Richard war trotz oder gerade wegen seiner Fehler ein großartiger Charakter und sie haben einen das spüren lassen.

Rory on the Road

„I feel very lost these days. I have no job, I have no credit, I have no underwear“ war der Satz, der mich schon im Trailer fast mehr berührt hat als alles andere. Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn unsere großen Pläne zu Staub zerfallen und wir einfach nicht wissen, was wir als nächstes tun sollen. Das ist das Leben, das ist normal, das ist so, bevor man wieder aufsteht und was Neues anpackt. Allerdings ist auch das etwas, was nicht so ganz zu Rory zu passen scheint. Bisher ist ihr immer alles zugeflogen. Klar, sie hat hart gearbeitet, aber sie bekam, was sie wollte und jetzt läuft es eben nicht mehr rund. Aber eigentlich ist eine solche Krise typisch für die Zeit nach dem Studium, nicht zehn Jahre später. Mit 32 wünsche ich mir von ihr, dass sie reifer ist, als sich für einen Job zu bewerben, den sie nicht will – das alles ohne sich vorzubereiten – und dann noch pissig zu sein, weil es nicht geklappt hat. Ja, Mädchen, was genau erwartest du denn? Wo ist die Rory, die entgegen dem Rat von ihrem Freund für ein Online-Magazin geschrieben und damit Erfolg hatte? Weil sie es für richtig hielt und weil sie es konnte. Wo ist das Mädchen, dass sich trotz der Pleite bei Huntzberger und all ihren Zweifeln aufgerappelt hat und überall um einen Job gekämpft hat? Die brauchte kein Lucky Dress – die konnte und war sich für nichts zu schade. Und von dem Wookie will ich gar nicht erst anfangen…

Jess – there and back again…

Als Jess zurückkam hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, das jetzt alles gut werden kann. Und das liegt nicht daran, dass ich eins seiner Fangirls bin, ich glaube nur einfach, dass es ihm gut getan hat, seinen eigenen Weg außerhalb von Stars Hollow zu gehen – ohne Rory. Ihre Beziehung hätte damals keine Zukunft gehabt und das wissen beide, weshalb sie immer noch Freunde sind. Jess ist zudem der einzige, der Rory die Wahrheit ins Gesicht sagen kann, ohne dass sie trotzig wird. Sie hört ihm zu und sie nimmt ihn ernst. Wegen ihm beginnt sie, dieses Buch zu schreiben, wegen ihm sagt sie sich (unbewusst) von Logan los und wegen ihm sucht sie wieder einen Weg. Jess ist dür Rory sowas wie Luke für Lorelai war – eine sichere Bank und ein guter Freund. Gut möglich, dass er sie auch in Zukunft unterstützen würde, absolut unbestreitbar sind die Gefühle für sie, die er noch immer hat. Allein der letzte Blick durchs Fenster sagt mehr, als es tausend Worte könnten. Und abgesehen davon: Auch Jess hat sich entwickelt. Sein Verhalten gegenüber Luke, aber auch Lorelai, ja selbst Kirk spricht Bände. Jetzt bleibt nur die Frage, ob er eben auch auf Rory warten wird.

Die London-Logan-Sache

What the fuck, Rory? Ernsthaft… ich mochte Logan wirklich, aber irgendwann reicht’s dann auch mal. Sie war bereits die andere Frau und wusste, dass ihr das nicht gefällt. Und sie weiß eigentlich, dass sie Logan nicht will – uneigentlich halt nicht. Es ist einfach nicht okay und das Logan das einfach so mitmacht oder am Ende noch so vorgeschlagen hat, spricht auch Bände. Zudem betrügt sie auch noch ihren Freund, den sie ja ohnehin nicht will und wo hat sie eigentlich das Geld her, ständig nach London zu fliegen? Teurer Spaß, bei dem ich davon ausgehe, dass Logan ihn ihr finanziert, geau wie er ihr das Haus zum Schreiben geben will und ich weiß einfach nicht, wie man als eigenständige Frau sowas tun kann, mal ganz abgesehen davon, dass sie sich in Staffel sieben gegen ihn entschieden hat. Und wo wir gerade davon sprechen…

Staffel 7 oder: Lass uns das einfach mal ignorieren.

Ich verstehe das – die Palladinos waren pissig und nicht zufrieden mit dem, was Staffel 7 gebracht hat, schon allein deswegen, weil sie nicht dabei waren. Das ist aber kein Grund, alle wesentlichen Ereignisse zu ignorieren.  Luke und Lorelai gehören zusammen, aber wie genau haben sie wieder zusammen gefunden? Konnten sie ihre Probleme wirklich beiseitelegen? Was wurde auch Rorys Obama-Wahlkampagne? Ich würde behaupten, wenn man zwei Jahre mit dem nächsten US-Präsidenten durchs Land zieht und darüber schreibt, gewinnt man viele Kontakte, die man später auch nutzen kann. Damit man eben nicht mit 32 ziellos in seinem alten Kinderzimmer sitzt. Weiterhin hat sie sich vielleicht nicht direkt gegen Logan entschieden, aber indem sie seinen Heiratsantrag nicht angenommen hat, gegen das, wofür er steht. Und sie wusste, warum sie das tut. Wenn sie jetzt doch dazu zurückgeht – was sagt das wohl über sie aus?

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Das Musical

Nein. Einfach nein. Ich sehe keinen Sinn darin, es ist nicht cool, es hat keinen Spaß gemacht das anzusehen, es ist viel zu lang und am allerallerwichtigsten: Es ist ein Stars Hollow-Musical, Himmelherrgott! Miss Patty und Babette singen immer, überall und die ganze Zeit… es ist ein Unding und gegen die Gesetzte von Stars Hollow, dass weder die beiden noch Kirk in die Sache involviert sind.

The Life and Death Brigade

Ja, der Auftritt war ganz nett, für meinen Geschmack aber auch zu lang und zu viel – vor allem zu viel Logan, der ja, wir erinnern uns, eigentlich gar nicht mit Rory zusammen sein will, weil er ja verlobt ist und eigentlich auch die Veranstaltung nicht gerockt hat, das war nämlich Finn. Vielleicht hätte Rory sich damals einfach gleich Finn aussuchen sollen. Was mir hier komplett gefehlt hat: Der Zauber, den diese Geheimgesellschaft gerade in In omnia paratus versprüht. Später ging’s eigentlich nur noch um die beste Party und den größten Suff und hier halt auch.

The book or the movie?

Lorelais Tribut an Wild, der mit der Musicalnummer anfing, sie zu Luke brachte, der vollkommen hilflos zusehen musste, wie sie in die Wildnis abhaut, in dem Telefonat mit Emily und mit einem der längsten Monologe gipfelt und in einem längst überfälligen Heiratsantrag endet, war perfekt. Diese ganze Storyline beschreibt genau das, wofür ich diese Serie liebe und weshalb Staffel 8 alles in allem doch ganz gut bei mir wegkommt. Das entschuldigt fast alles, nur eben nicht das Musical.

Hey, nice to see you…

Ich bin grundsätzlich sehr froh, dass man am Ende doch so viele liebgewonnene Charaktere wiedersehen konnte. Ich wüsste tatsächlich nicht, dass ich irgendwen wirklich vermisst hätte, stattdessen ist mir einfach die Art der Auftritte ein bisschen sauer aufgestoßen. Dean wiederzusehen war so eine Sache, Sookie eine andere. Auch Lane kam mir ein bisschen zu kurz und zu blass vor, dafür war Paris umso präsenter und der absolute Knaller. Dass sie und Doyle nicht mehr zusammen sind, ist irgendwie schade. Ihre Beste Szene ist in Chilton, als sie sich vor Tristan im Bad versteckt, obwohl sie vor einem Wiedersehen mit ihm absolut nichts zu befürchten hätte. We’ve all been there, Paris. Christophers Auftritt macht nur Sinn, wenn man das Ende kennt und ganz ehrlich? Ich hatte immer Verständnis für ihn und ich mochte ihn, bis zu dieser Szene jetzt. Allein dieses kurze Gespräch mit Rory hat ihn mir auf ewig versaut. Jackson war halt mal da. Michelle hatte ich sehr vermisst und mich gefreut, dass er immer noch ein guter Freund für Lorelai ist. Schade, dass er ausgerechnet jetzt auf den Trichter kommt, dass Stars Hollow ihm eigentlich zu klein ist.

 Das Ding ist halt, dass ich durchaus verstehe, dass es nicht leicht ist, diese Anzahl an Schauspielern unter einen Hut zu bekommen, vor allem, wenn es tatsächlich so war, dass es a) recht kurzfristig war und b) viele der Schauspieler nur an einem Tag da sein konnten. I get it, sie haben versucht das Beste draus zu machen und die Story drum herum zu bauen. Aber das ist mit nicht genug, weil es zu oft zu lieblos wirkte.

Witzig ist allerdings die Zahl der Gaststars, die sich heimlich, still und leise eingeschlichen haben. Vielleicht sind die Zusammenhänge nicht jedem bekannt, aber dafür umso mehr die Gesichter.

Die Hochzeit

Ja, ich habe das mit Alice im Wunderland verstanden, aber warum? Warum?? Es war wie ein zweites Musical, nur ohne Gesinge (ok, das war gut) aber so seltsam, weil Michelle da war, aber Sookie nicht. Und Jess eben auch nicht, dafür Lane. Und überhaupt… die Idee war cool, die Umsetzung irgendwie mies. Einziges Highlight der ganzen Sache: Kirk screwing things! <3

The last four words…

Es wurde so viel spekuliert… seit Jahren sind diese letzten vier Worte ein Mythos, der unter allen Fans umher geistert – jeder wollte sie wissen. Und jetzt wo wir sie endlich kennen, gibt’s die, die es total scheiße finden und die, die irgendwie nicht so recht wissen, was sie damit anfangen sollen. Ich habe noch von keinem gehört, der damit zufrieden wäre.  Ich verstehe den Gedanken dahinter, der Kreis schließt sich und Rory ist eben trotz allem doch irgendwie wie ihre Mutter – und dann eben wieder doch nicht. Aber es fühlt sich hier als Ende einfach falsch an. In einer anderen Geschichte hätte es funktioniert, so aber fühle auch ich mich leicht veräppelt.

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Was ich anders gemacht hätte…

Zunächst mal hätte ich Staffel 7 nicht ignoriert. Es ist nun mal passiert und ich verstehe, wenn man damit nicht zufrieden ist – bin ich ja selbst nicht – aber es gehört nun mal doch zur Geschichte und zur Entwicklung der Personen. Man muss das nicht mögen, vor allem Amy Sherman-Palladino muss das nicht mögen, aber schon allein im Interesse der Fans wäre es einfach fair gewesen, es eben nicht zu ignorieren. Dann wiederum hätte ich eben direkt nach der Obama-Sache angesetzt – Rorys Ziellosigkeit, ihr Verhalten und auch das Ende passen einfach besser zu jemandem mit 22 anstatt zu einer 32jährigen. In dem Fall hätte auch das Ergebnis ihrer London-Logan-Sache Sinn ergeben. So erwachsen und reif wie sie früher für ihr Alter war, ist sie jetzt schlicht und ergreifend nicht mehr und es ist schade, wenn eine Figur, die man so sehr mochte, so demontiert wird. Ist euch außerdem mal aufgefallen, dass sie sich noch nie von einem ihrer Kerle getrennt hat? Sie war nie diejenige, die in dem Punkt die Entscheidung getroffen hat, sie hat es einfach nur hingenommen. Sie hätte Logan mehr als einmal vor die Wahl stellen können, aber das wollte sie gar nicht. Sie ist ein Fähnchen im Wind und nicht mehr das Mädchen, mit dem ich mich identifiziert habe.

Ich habe das Gefühl, dass in diesen zehn Jahren, die wir ohne die Gilmore Girls waren, einfach nichts passiert ist, außer dass Richard gestorben ist. Das wirkt einfach so falsch und komisch…

Generell hätte ich mir, wäre ich Sherman-Palladino, mehr Zeit genommen. 90 Minuten zu füllen ist schon eine Aufgabe, vor allem wenn so schnell gesprochen wird und statt einfach mal 20 Minuten Musical einzubauen, hätte ich mich auf eine gute Story beschränkt und versucht, mehr Handlung einzubauen. Oder, wenn die Story das nicht hergibt, das anders aufgebaut. Melissa McCarthy hatte genau einen Drehtag zur Verfügung, Jared Padalecki war, so munkelt man, zu teuer für mehr als diese eine Szene. Wenn aber doch alle so unfassbar heiß auf dieses Revival waren, wie es im ATX-Panel (sehr sehenswert übrigens) den Anschein hatte, dann frage ich mich, warum man da nicht versucht hat, mehr möglich zu machen, es liebevoller zu gestalten und einfach alles reinzulegen, was geht, denn schließlich ist es ja das Ende, oder?

Das Ende oder ein neuer Anfang?

Natürlich steht nach den letzten vier Worten die Frage offen, ob und wenn ja, wie es weitergeht. Ich für meinen Teil gehe fest davon aus, dass es weitergeht, denn wenn es das finale Finale gewesen wäre, hätte man es perfekt gemacht. Man hätte Sookie für mehr als einen Tag geholt und im Vorfeld nicht schon so getan, als sei es nicht schlimm, wenn sie hier nicht dabei ist. Man hätte keine Kosten und Mühen gescheut und alles richtig gemacht. Klar gehts um Geld – dass das kein reines Liebhaberprojekt gewesen ist, das ist auch mir klar. Schließlich will ja Netflix auch was davon haben. Aber ich unterstelle jetzt einfach mal, dass man ein insgesamt besseres Ergebnis für alle Fans bekommen hätte, wenn man sie einfach hätte machen lassen – und wenn es dann eine Staffel mit 22 Folgen geworden wäre, wäre es auch gut gewesen. Weiteres Indiz ist die Tatsache, dass Netflix die vier Folgen als Staffel 1 bezeichnet und nicht als Event (was logischer gewesen wäre). Und zu guter Letzt: die letzten vier Worte. Stellen wir uns mal vor, Rory hätte in diesen vier Folgen erkannt, dass Logan eben doch nicht der Mann fürs Leben ist und Jess wieder getroffen. Jess, der sie schon so oft auf Spur gebracht hat und der dann vielleicht mit ihr zusammen auf Lukes und Lorelais Hochzeit gegangen wäre. Und vielleicht hätten die beiden entdeckt, dass sie jetzt endlich zusammen passen und gut füreinander sind. Vor dem Hintergrund wären diese letzten vier Worte gar kein Cliffhanger und überhaupt keine Diskussion darüber nötig. Aber das würde halt auch bedeuten, dass Rory sich ihrem Alter entsprechend verhalten müsste…

Was bleibt?

Nach dem Schauen hatte ich ein riesiges Bedürfnis nach gutem Scotch und den originalen sieben Staffeln. Das sagt eigentlich schon alles, denn es ist das Bedürfnis nach Trost von Jess und dem Gefühl, das ich bei den neuen Folgen jetzt vermisst habe. Ich bin froh, dass wir sie bekommen haben und ich sie gesehen habe. Ich bin froh, wenn sie neue Fans anlocken und begeistern und ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mir nicht noch mehr wünsche. Aber unterm Strich bin ich jetzt, wo ich die neuen Folgen kenne, mit den alten doch sehr glücklich.

 

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Where you lead, I will follow…

Es ist soweit – in 10 Tagen, wissen wir endlich, ob Lorelai und Luke wieder zusammen kommen, wie Emily Richards Tod verkaftet und wie es mit Rory weitergeht… Die Gilmore Girls kommen zurück und ich könnte nicht glücklicher sein.

Ich war in dieser Woche unfassbar traurig, dass ich nicht zum Netflix-Event nach Berlin konnte, das wären vermutlich mehr Glücksgefühle gewesen, wie zwei Buchmessen auf einmal hätten produzieren können. Und den dazugehörigen Stream habe ich mir vor lauter Frust erst gestern ansehen können, das hätte ich live auf keinen Fall ertragen. Aber was macht all das so besonders? Warum schafft es eine Fernsehserie, die Massen derart zu begeistern und das damals wie heute? Wieso gibts einfach kein Entkommen von den Girls?

Alles auf Anfang…

Angefangen hat für mich alles vor ungefähr zwölf Jahren. Ich war mitten im Abitur und kam Nachmittags um 16 Uhr nach Hause. Erstmal Kaffee und den Fernseher an, runterkommen und abschalten war die Devise und eines Tages waren sie da plötzlich – eine Mutter, die irgendwie versuchte, als alleinerziehende das Leben zu meistern und ein Mädchen, dass mindestens genauso beherzt Bücher las, wie sie Kaffeetassen leerte. Und ich war sofort dabei, denn ich erkannte mich wieder.

Keine Kleinstadt, aber ein Dorf mit ebenso schrullig-fantastischen Einwohnern. Meine Mutter, die mich ebenfalls alleine großzog und nebenbei ihr Leben meistern musste, aber doch immer versuchte, auch eine Freundin oder zumindest eine Vertraute zu sein. Die Großeltern, die nicht alles verstanden, was ich so trieb, aber mich immer unterstützen würden, komme was wolle. Und die große Liebe zu Filmen, Musik und allem anderen voran: Büchern!

„I live in two worlds.  One is a world of books.“

Jeden Mittag eine neue Folge zu sehen, war tatsächlich nach Hause kommen für mich. Solange die Serie lief, war es fast eine Sucht, keine Folge zu verpassen und dieses Ritual beizubehalten, genau zu verfolgen was passiert und dabei zu bleiben. Und ich war so pissig, als die neuen Staffeln dann plötzlich ins Abendprogramm verfrachtet wurden und es nur noch eine Folge pro Woche gab! Ich habe bis heute keinen eigenen Fernseher und niemand, außer vielleicht meiner Mutter, hat verstanden, wieso ich jeden Dienstag Abend um die Fernbedienung gekämpft habe, als ginge es um mein Leben. Es ist unglaublich schwer in Worte zu fassen, was mir diese Serie gegeben hat und ich verstehe ehrlich gesagt immer noch nicht, warum nicht jeder schon lange genau so ein großer Fan ist wie ich. Aber, und das ist ja auch schön, es kommen fast täglich neue hinzu, die sie Serie jetzt für sich entdecken und ich hoffe, es hört nicht auf.

Rory oder Lorelai – welches Girl steckt in dir?

Früher hätte ich immer gesagt, dass ich eher Rory bin. Nachdem ich jetzt nochmal alles gesehen habe, und erwartet hatte, dass ich mich eher mit Lorelai identifizieren würde, bin ich allerdings überhaupt nicht mehr sicher. Klar, verschiedene Wesenszüge von Rory, aber auch von Lorelai entdecke ich in mir wieder, aber nichts passt so ganz. Dafür sind mir Lorelais Probleme heute näher als damals und ich verstehe sie mitunter besser. Fakt ist aber letztendlich: Ich mag sie beide und möchte keine missen. Und selbst wenn heute viele sagen, dass dieses Mutter-Tochter-Verhältnis zu eng ist, finde ich, dass die beiden den Spagat zwischen Freundschaft und Verantwortung ziemlich gut meistern und am Ende doch immer das richtige Maß finden.

In welchem #Team spielst du?

Wenn ich mich für Rory und einen ihrer Boys entscheiden muss, fällt die Wahl eindeutig auf Jess. Das hab ich hier schonmal näher beschrieben, grundsätzlich finde ich einfach, dass er sie am meisten fordert, ihr aber auch gleichzeitig den nötigen Freiraum lässt, damit sie sich selbst verwirklichen kann. Aber letztendlich ist ja nicht gesagt, dass es nicht noch einen ganz anderen Typen für sie geben könnte. Eigentlich will ich nur eins, nämlich dass Rory glücklich wird.

„You will meet an annoying woman today. Give her coffee and she will go away.“

Bei Lorelai sieht das ähnlich aus, auch wenn sich da die Frage fast erübrigt. Ich glaube, sie braucht Luke, um am Ende wirklich glücklich zu sein. Der Mann, der eine Erinnerung an die erste Begegnung acht Jahre aufbewahrt, kann eigentlich gar nicht der falsche sein, da kann selbst die überraschend aufgetauchte Tochter nichts dran ändern. Und wenn doch, würde mich das wirklich verärgern.

Was wünscht du dir von den neuen Folgen?

Ich wünsche mir vor allem das Gefühl wieder. Da sowohl Cast als auch Team die selben sind, habe ich da kaum Bedenken, dass das Wiedersehen wunderbar wird. Ich hoffe, dass die Geschichte in den vier neuen Folgen wirklich erzählenswert ist und es hier nicht nur darum geht, noch bessere Pointen zu setzen oder gewollt witzig zu werden. Ich hoffe wirklich, dass in diesen vier Folgen alles Mögliche an Liebe drin steckt und man merkt, dass es diesen Abschluss braucht. Beim ersten kurzen Teaser war ich diesbezüglich skeptisch, beim Trailer allerdings musste ich tatsächlich ein paar Tränchen verdrückten, weil es wirklich wieder da war.

„Gilmore Girls – Ein neues Jahr“ startet am 25. November 2016 auf Netflix.

Gilmore Girls – 100 Seiten

Wer jetzt noch schnell ein bisschen Motivation braucht oder die sieben Staffeln in den nächsten zehn Tagen nicht nochmal schafft, aber das Gilmore Girls-Feeling schon aufleben lassen will, dem möchte ich Karla Pauls „Gilmore Girls – 100 Seiten“ aus dem Reclam Verlag ans Herz legen. Es ist tatsächlich das einzige deutsche Buch, das einen perfekten Überblick bietet und sowohl blutigen Anfängern wie auch Hardcore-Fans gefallen wird.

Ich bin – zwangsläufig – ein bisschen befangen, weil ich Karla sehr mag, aber seit ich von diesem Projekt wusste, hatte ich nicht eine Sekunde lang Zweifel, das es gut werden würde. Als ich es dann vor ein paar Tagen zum ersten Mal in der Hand hielt und zu lesen begann, war ich sicher – hier schreibt ein Fan für Fans und alle, die es noch werden wollen. Es gibt einen Überblick über die wichtigsten Personen und Beziehungen, gute Charekterisierungen und eine Lageplan von Stars Hollow. Und wenn man dann mal drin ist, kann man sich mit Rorys Reading List oder der Musik in der Serie befassen. Als Sahnehäubchen finden sich am Ende die besten Zitate aus der Serie.

Es geht natürlich um Liebe, Freundschaft und Familie und es ist schwer, in all den Punkten keine Seite zu favorisieren – Karla schafft das aber zumindest im Buch auf wundervolle Weise und hebt klar die Vor- und Nachteile der jeweiligen Beziehungen vor. Auffallend dabei für mich ist die pointierte Sprache, bei der kein Wort zu viel, aber alles gesagt und noch dazu wunderschön treffend ausgedrückt ist.

Einzige Kritik am Buch von meiner Seite: Es ist einfach viel zu kurz. Ich weiß, das Konzept der Reihe sieht nur 100 Seiten vor, aber ganz ehrlich – über sieben Staffeln kann man einfach wesentlich mehr schreiben und zumindest ich für meinen Teil würde es auch lesen wollen. Platztechnisch wurde versucht, so viel wie möglich unterzubringen, das ist zwar gerade im Fall der Reading List auch recht hübsch geworden, allerdings etwas unübersichtlich. Aber das ist letztlich Jammern auf hohem Niveau.

+ Kurzbeschreibung

»Gilmore Girls sehen ist wie nach Hause kommen«, twittert ein Fan und spricht damit einer ganzen Generation aus der Seele. Denn die Serie um Mutter und Tochter Lorelai und Rory Gilmore vermittelt wie kaum eine andere das Gefühl, Teil eines turbulenten und liebevollen Alltags zu sein.

Im November 2016 startete die 8. Staffel. Für Karla Paul Anlass genug, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, Darsteller und Charaktere zu porträtieren, Stars Hollow mit seinen Bewohnern vorzustellen und überhaupt viele charmante Details über die Serie zusammenzutragen, kurz: um den Fans ein Buch zu schenken.

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat, dem empfehle ich dieses Fan-Gespräch zwischen Karla und Anette und den Live-Stream zur Buchpremiere am 20. November. Und halt sowieso und überhaupt das Buch.

100  Seiten – Gilmore Girls

Taschenbuch: 100 Seiten
Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (11. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3150204453
ISBN-13: 978-3150204450

#TeamJess? Yes!

Ich habe noch nie einen Hehl darum gemacht, dass ich seit seinem ersten Auftreten bei den Gilmore Girls von Kopf bis Fuß in Jess Mariano verknallt war. Das mag zum einen daran liegen, dass Milo Ventimiglia, der Jess spielt, eben optisch genau meinem Typ entspricht. Ein weiterer Grund ist sicherlich, dass Jess in der Serie liest, gute Musik schätzt und einen Scheiß darauf gibt, was andere Leute von ihm denken. Dass das nicht wirklich objektiv ist, ist mir auch klar. (Achtung, falls ihr GG tatsächlich noch nicht gesehen haben wolltet – hier folgen Spoiler!)

Jetzt ist es so, dass ich die Gilmore Girls zuletzt gesehen habe, als die Serie im Fernsehen lief. Das ist knapp 10 Jahre her, ich bin ein bisschen älter geworden und meine Ansichten haben sich verändert. Als ich also anfing, GG vor kurzem auf Netflix zu schauen, hatte ich ein bisschen Angst davor, dass sich meine Meinung zu Jess ändern würde.

Ich hatte vergessen, wie lange es dauert, bis er tatsächlich in Stars Hollow auftaucht und ich hatte außerdem vergessen, wie selten seine Auftritte in den sieben Staffeln insgesamt sind, denn in meinem verklärten Kopf gehörte er immer dazu, war immer da. Aber ja, als er dann endlich auftaucht, hat er nichts besseres zu tun, als zuerst Luke und Lorelai vor den Kopf zu stoßen, um dann auf Rory zu treffen, ihr ein Buch zu klauen und sang- und klanglos zu verschwinden. Nicht nett. Kurze Zeit später gibt er es ihr aber wieder, nachdem er es gelesen und seine Gedanken dazu aufgeschrieben hat… Bei einigen Bücherfreunden wäre das der Untergang einer Freundschaft noch bevor sie begonnen hat, aber Rory, so mies wie sie das vielleicht auch finden mag, kann nicht aufhören, über ihn nachzudenken. Dann komm die Präsentkorbversteigerung, bei der Jess Dean überbietet – kein feiner Zug. In solchen Momenten ist eigentlich Zurückhaltung angesagt, aber so ist Jess nicht. Und genau das ist ein Punkt, warum man ihn mögen muss. Er möchte Zeit mit Rory verbringen und sie kennen lernen und hier ist seine Chance. Die Situation wird nicht problematisch, weil Jess Dean überboten und Rorys Präsentkorb ersteigert hat, sie wird zum Problem, weil Rory tatsächlich mit Jess gehen will. Sicher, sie stützt sich auf die Tradition und dass es sich eben so gehört, mit dem Gewinner der Versteigerung den Inhalt des Korbes zu verzehren, aber ganz ehrlich: Niemand würde ihr einen Vorwurf machen, wenn sie einfach sagt „Dean ist mein Freund und auch wenn du jetzt den Korb hast, gehe ich mit meinem Freund“. Das tut sie aber nicht. Jess auf der anderen Seite tut nichts, um sie zu überreden oder gar zu zwingen. Er lässt ihr die Wahl, ob sie nun mit ihm kommt oder nicht, ist und bleibt ihre Entscheidung.

Dieser Nachmittag bringt den entscheidenden Umschwung. Während die beiden ungestört Zeit miteinander verbringen können, reden sie und lernen sich kennen. Jess ist gegenüber Rory im Gegensatz zu anderen Leuten mitteilsam und offen, so wiederum lernt Rory Jess keinen wie kein anderer. Und sie beginnt ihn zu verstehen. Es ist ja nun auch nicht so, das er ein mieser Kerl wäre…

Wer kann es ihm denn wirklich übel nehmen, das er ist wie er ist, wenn man seine Geschichte kennt? Seine Mutter lernen wir erst später kennen, nachdem alles in die Binsen gegangen ist, aber auch aus Erzählungen von Luke wissen wir bereits, dass Liz ebenso wie Lorelai recht jung Mutter wurde. Sie war mit der Situation – wie viele Mütter – überfordert und allein, denn Jimmy hat sich mal eben abgesetzt, wie Väter das so oft tun. Alleine mit Kind muss es sich so angefühlt haben, als sei ihr Leben jetzt vorbei, demnach ist es nur verständlich, dass sie sich ein paar Freiheiten zurückgeholt hat, als Jess alt genug war, auch alleine klarzukommen. Das muss man nicht gut finden, aber man kann sie verstehen. Und man kann auch Jess verstehen, der sich seine Freiheiten einfach nimmt, denn es kümmert ja sowieso keinen wirklich. Als Liz letztendlich völlig überfordert ist, schickt sie ihren Jungen von New York aufs Land zu seinem Onkel Luke, der jetzt zusehen soll, wie er Jess wieder auf Spur bringt.

Natürlich funktioniert das nicht – dafür ist es bereits viel zu spät und ganz ehrlich, für Jess gibt es in Stars Hollow nichts. Gar nichts. Was genau könnte diesem Jungen den Halt geben, den er so dringend braucht? Die Zeit, eine Richtung und den passenden Weg zu finden? Nichts und niemand. Nichtmal Rory. Doch es ist Rory, die es zumindest ein bisschen erträglicher macht. Rory ist die einzige Person, der sich Jess zumindest ein bisschen öffnet. Es ist auch Rory, die versehentlich verletzt wird, als sie mit Jess unterwegs ist. Bei diesem Autounfall hatte niemand Schuld, es war kein Vorsatz, es ist einfach passiert – und doch schießt sich die ganze Stadt auf Jess ein, denn mit Dean wäre das ja nie passiert. Er wird daraufhin nicht weggeschickt, er flieht, denn er hat den einzigen Mensch, der ihm etwas bedeutet, verletzt. Er ist wütend, vor allem auf sich selbst. Aber er hält den Kontakt zu Rory. Sie telefonieren und treffen sich sogar in New York, als Rory zu ihm fährt, weil sie die ständigen Vorwüfe gegen ihn nicht aushält. Das ist vor allem deswegen von Bedeutung, weil Rory komplett auf ihren Bauch hört und nicht nur die Schule schwänzt, sondern dadurch auch die Abschlussfeier ihrer Mutter verpasst. Und das ist so gar nicht Rorys Art.

Und dann plötzlich kommt er zurück. Einfach so, am Tag von Sookies Hochzeit und eigentlich ist damit alles klar. Er will es versuchen, er will in Stars Hollow sein, er will bei Rory sein. Und Rory küsst ihn. Sagt nichts. Und haut für den Sommer nach Washington ab. Als sie zurückkommt, tröstet sich Jess bereits mit Shane, denn letztendlich ist Rory ja auch noch mit Dean zusammen. Richtig glücklich ist aber keiner von beiden mit diesem Zustand. Nach einigem Hin und Her kommen die beiden letztendlich doch zusammen – kaum jemand hätte noch dran geglaubt, und doch fühlt es sich richtig an. Alles scheint gut zu sein, aber im Hintergrund brodelt es bereits. Schule ist für Jess ein rotes Tuch – lieber arbeitet er, um Geld zu verdienen, und auch sonst interessiert ihn außer Rory nicht viel. Für Rory ist er genau dann ein guter Freund, wenn er da ist und sich ganz auf sie konzentrieren kann, aber das ist nicht oft. Es ist schwierig. Und es hält natürlich nicht lange. Nachdem Jess‘ Vater auftaucht und er sicher keinen Highschool-Abschluss bekommt, verschwindet er. Wortlos. Ohne eine Erklärung für Rory. Das ist scheiße.

Ich habe diesen Text damit angefangen, dass ich ein Teil von #TeamJess bin und es immer bleiben werde, aber ich gebe zu, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Zukunft für die beiden gab. Das Rory ihm nicht nachtrauert und ihr Leben weiterlebt, ist richtig. Aber wenn ich mich am Ende zwischen Dean, Logan und Jess entscheiden muss, fällt meine Wahl auf Jess.

Dean war der perfekte erste Freund – lieb, nett, zuvorkommend, er hat nie Druck auf Rory ausgeübt. Er war großartig und wäre Jess nicht um die Ecke gekommen, wären die beiden vielleicht heute noch zusammen. Oder wahrscheinlich nicht, aber entscheidend wäre dann gewesen, dass ihre gemeinsame Zeit ein anderes Ende genommen hätte. Denn früher oder später wäre er zum Problem geworden. Dean hat alles hingenommen, was in Verbindung mit Rory in seinen Weg kam: die Tanzveranstaltung in Chilton, den Debütantinnen-Ball, Rorys Mom und ihren Traum, nach Harvard zu gehen. Er hat sie geliebt, keine Frage. Und doch hat er nie ganz verstanden, was all das für Rory bedeutet. Heimlich, still und leise hat er sich gewünscht, dass Rory irgendwann, wenn Schule und Studium vorbei sind, zurück nach Stars Hollow kommen und eine gute Ehefrau für ihn sein wird. Eine, die Essen für ihn kocht und zusammen mit ihm in dieser Kleinstadt lebt. Eine wie Lindsay eben.

Dabei meine ich nicht, dass Dean ein schlechter Mensch ist, er hat nur einfach keine Ambitionen für mehr. Er ist zufrieden und glücklich so wie alles ist. Er könnte studieren, klar, er versucht es sogar, aber er braucht es nicht für den Plan, den er vom Leben hat. Er ist sich nicht zu schade für harte Arbeit und er arbeitet gerne mit seinen Händen. Das ist kein Verbrechen. Aber es reicht auch nicht für immer. Früher oder später wäre der Punkt gekommen, an dem Dean gewollt hätte, dass Rory für ihn zurücksteckt und vielleicht wäre auch das eine Weile gut gegangen. Aber eben nicht für immer.

Was mich allerdings noch mehr an ihm stört, ist die Tatsache, dass er Lindsay heiratet, obwohl er Rory noch liebt. Das ist keine Erkenntnis, die ihm erst am Junggesellenabschied in Lukes Wohnung kommt – er weiß das schon länger. Genaugenommen reibt er Rory seine Beziehung mit Lindsay richtiggehend unter die Nase, wohl auch, um sie zu einer Reaktion zu zwingen. Später dann verlangt Lindsay, dass Dean den Kontakt zu Rory abbricht – was er natürlich nicht tut und dann passiert, was vielleicht passieren musste: Rory hat ihr erstes Mal nicht mit Jess, bei dem man davon ausgegangen wäre, dass er es drauf anlegt, sondern mit Dean. Später dann sind die beiden nochmal zusammen, aber Dean versteht Rory nicht mehr, ihre Leben passen nicht mehr zusammen…

Logan hingegen war da eine andere Hausnummer. Nicht unbedingt perfekt, aber er hat sich Mühe gegeben. Er hat sich nie verstellt, nie vorgegeben, ein anderer zu sein und Rory nie was vorgespielt. Er hat sie unterstützt, war für sie da und ist trotzdem nebenbei seinen eigenen Weg gegangen. Er hat ihr Möglichkeiten gegeben, sich auszuprobieren, ohne sie zu beeinflussen. Er hat ihr die Wahl gelassen, auch wenn er seine Meinung gesagt hat. Ein guter Kerl, der sie geliebt hat. Ich war eine ganze Zeit lang #TeamLogan, denn ganz ehrlich – wer hätte diesen Kerl nicht gerne? Was er aber nicht geschafft hat, war sie zurück an die Uni zu bringen. Er hätte es gekonnt, aber er hat es nicht versucht. Er hat ihr nicht gut zugeredet oder sie daran erinnert, dass es ihr Traum war. Und trotzdem ging es irgendwie weiter. Es war okay, bis zu dem Punkt, an dem er um ihre Hand angehalten hat, obwohl er genau wusste, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit nein sagen würde. Da hilft es auch nichts, dass er vorher alle Regeln befolgt hat – ein Blick auf Rory hätte genügt, um zu sehen, dass sie noch nicht so weit ist. Und damit war es für ihn vorbei. Wer stellt eine lebensverändernde Frage, deren Antwort er kennt und weiß, dass er sie nicht mag?

Und das bringt mich wieder zu Jess. Jess, der trotz allem versucht hat, Karten für den Stars Hollow High Abschluss-Ball zu besorgen, weil Rory so gerne hinwollte. Jess, der erst spät gemerkt hat, dass Rory das Beste ist, was ihm passieren konnte und ab da so sehr um sie gekämpft hat. Jess, der sie an ihre eigenen Worte erinnert hat, nämlich, dass sie alles sein kann, was sie sein will und das Yale die beste Option ist, wenn sie bei ihren Träumen bleiben will.

Er hat seinen eigenen Weg gefunden und er hat nie was anderes getan, als Rory das selbe tun zu lassen. Er hat sich nicht in die Harvard-Yale-Diskussion eingemischt. Erst, als Rory ihre Entscheidung getroffen hatte, sagt er, dass Yale nicht weit von Stars Hollow ist – er stellt also nichtmal in Frage, dass sie sich weiterhin sehen. Jess, der, als er wieder nach Stars Hollow kam, um sein Auto zu holen, Rory bewusst aus dem Weg gegangen ist und als sie ihn zur Rede gestellt hat, nur eine einzige Antwort hatte: I love you. Und damit wollte er nicht sagen „Komm zu mir zurück!“, er wollte nur, dass sie es weiß. Er wusste, dass er sie nicht hätte glücklich machen können, also ist er verschwunden. Er wusste, dass es dafür keine Entschuldigung gibt. Er wusste, dass er zu diesem Zeitpunkt keine Chance mehr hatte, das Ganze wieder gut zu machen. Aber er wollte, dass sie weiß, was er empfindet.

Rory hatte drei wundervolle Freunde. Jeder von ihnen war für einen wichtigen Punkt in ihrem Leben bedeutsam und durch alle drei ist sie gewachsen. Wenn allerdings in den neuen Folgen ab 25. November auf Netflix (aber das wusstet ihr ja schon^^) erneut die Frage aufgeworfen werden sollte, welcher der drei „the one for the long run“ ist, fällt meine Wahl auf Jess. Ich glaube, nach all dieser Zeit und allem, was beide mittlerweile erreicht haben, sind sie endlich bereit füreinander.

[Serie] The 100

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Im letzten Jahr um etwa diese Zeit habe ich ein Buch gelesen – nämlich „The 100“ von Kass Morgan. Eigentlich tat ich das, um im Nachgang die gleichnamige Serie zu schauen, allerdings hab ich das bisher nicht geschafft. Unnötig zu erwähnen, dass ich auch den zweiten teil der Buchserie bisher hicht gelesen habe (was ich noch nachholen will) – vom dritten ganz zu schweigen. Jedenfalls bin ich jetzt schon fast zu spät, denn ab heute Abend, 20:15 Uhr, startet die Serie auf ProSieben in deutscher Erstausstrahlung.

+ Darum geht’s

Die Science-Fiction-Serie „The 100“ basiert auf einer Buchreihe der Autorin Kass Morgan. Es handelt sich hierbei um eine Trilogie mit den Bänden The 100 (Band 1), Day 21 (Band 2) und Homecoming (Band 3). The 100 erreichte in der The New York Times – Bestsellerliste für Junge Erwachsene Platz 13.

Als erste Menschen nach 97 Jahren kommen 100 Jugendliche, nach einer nuklearen Katastrophe, aus dem Weltall auf die Erde zurück. Doch sie sind nicht freiwillig hier. Als Gefangene auf der Raumstation gehalten werden sie nun wie Versuchskaninchen zurück zur Erde geschickt, um zu testen, ob diese bewohnbar ist. Aufgrund von Ressourcenknappheit geht der Raumstation der Sauerstoff aus und die Rückkehr zur Erde ist ihre einzige Chance zu überleben…

Vor 97 Jahren wurde nach einem globalen Atomkrieg jegliches Leben auf der Erde fast vollständig zerstört. Die einzigen Überlebenden sind die Menschen, die sich auf die internationale Raumstation, The Ark, retten konnten. Verschiedene Nationen schlossen sich zusammen und bauten die große Raumstation, um das menschliche Überleben zu sichern. Doch jetzt, Jahre nach dieser Katastrophe, leben die Menschen dort schon in der dritten Generation und die Angst um Ressourcenknappheit ist bittere Realität geworden. Daher herrschen extreme Gesetze auf der Ark. Jede Straftat und jeder Verstoß wird mit dem Tod bestraft. Kinder und Jugendliche hingegen werden bis zu ihrem 18. Lebensjahr in einem Gefängnistrakt eingesperrt.

Als die Lebenserhaltungssysteme allmählich versagen und klar wird, dass die Bewohner nur noch ein paar Monate zu leben haben, entscheidet der Rat die 100 Jugendstraftäter auf die Erde zurückzuschicken. Der Rat will die 100 Jugendlichen opfern, um zu testen, ob die Erde wieder bewohnbar ist und ob die Menschen auf ihren Heimatplaneten zurückkehren können.

Bisher wurden in den USA zwei Staffeln ausgestrahlt, die dritte wurde Anfang des Jahres bestellt. Fast pünktlich zum Serienstart, nämlich nächste Woche (27.07.2015) erscheint das Buch auch in deutscher Übersetzung bei Heyne fliegt.

Ich habe letztes Jahr leider keine Rezension zum Buch geschrieben, aber ich hab es an nur einem Nachmittag gelesen, was mehr oder weniger für sich spricht. Es ist spannend und interessant, da die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Es ist nicht unbedingt anspruchsvoll, aber das muss es auch nicht immer sein. Mit dem „Panem“-Vergleich, der überall zu lesen ist, tue ich mich schwer, denn eigentlich finde ich es fast besser als das – schon allein weil durch die verschiedenen Perspektiven mehr passiert und die Handlungsstränge dichter sind. Dafür sind natürlich die Charaktere nicht so stark gezeichnet wie Katniss und Peeta. Im Gesamten ist es nicht so gewaltig wie „Panem“, ich mochte die Geschichte dennoch sehr gerne und bin gespannt auf die Serie – bisher war ja nur Gutes zu hören.

+ Zum Buch

Seit einem vernichtenden Atomkrieg lebt die Menschheit auf Raumschiffen. 300 Jahre lang hat niemand mehr die Erde betreten. Doch nun sollen 100 jugendliche Straftäter das Unmögliche wagen: zurückkehren und herausfinden, ob ein Leben auf dem blauen Planeten wieder möglich ist. Doch was die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen Verurteilten nach ihrer Ankunft vorfinden, raubt ihnen den Atem. Ein tödliches Abenteuer beginnt, auf das sie kein Training der Welt hätte vorbereiten können …

Die 100

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (27. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453269497
ISBN-13: 978-3453269491
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The 100

Schaut ihr heute Abend auch oder kennt ihr die Serie bereits? Machen euch die Bücher neugierig?

Back to the roots.

Ich liebe, liebe, liebe Batman. Und eben nicht nur, weil schwarz meine Farbe ist, sondern weil Batman im Gegensatz zu den meisten anderen Superhelden nicht von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde, um seine Superkraft zu erlagen oder gar von einem anderen Planeten kommt – er hat es sich selbst erarbeitet. Er hat das Böse selbst erlebt und es sich zur Aufgabe gemacht, dagegen zu kämpfen. Batman ist halt einfach mal sau cool.

Aber es ist nunmal auch so, dass ich ca. 20 Jahre zu spät geboren worden bin, um mich für Comics zu intressieren bzw. damit aufzuwachsen. Ich bin mit Serien und Filmen aufgewachsen und so wirklich richtig hat meine Liebe erst mit den Nolan-Batman-Filmen angefangen – also sehr spät. Und auch wenn das natürlich auch Batman ist, ist es Nolans Interpretation.  Davor gab es noch eine Serie, die ich ebenfalls sehr mochte, aber bei der ich wohl eine der wenigen war, die ihr damals nachgetrauert haben. Die Rede ist von „Birds of Prey“. Im letzten Jahr dann startete „Gotham“, eine weitere Serie im DC-Universe, allerdings um den kleinen Batman – das tröstete ein bisschen. Ich hab die Hoffnung ja noch nicht aufgegeben, dass neben „Arrow“, „The Flash“ und „Legends of Tomorrow“ auch irgendwer außer mir das Potential in „Birds of Prey“ erkennt. Alle suchen doch immer nach starken, weiblichen Charakteren – da sind gleich 3 davon dabei (mindestens!) + Harley Quinn. Aber auch im Kino gehts heftig rund in den nächsten Jahren – „Batman vs. Superman“, „Wonder Woman“, „Suicide Squad“, „Justice League“… und in mir wächst das Gefühl, dass ich viel zu wenig über all das weiß, um mich Fan nennen zu können. Deswegen habe ich dem jetzt zumindest erstmal ansatzweise Abhilfe geschaffen^^

Bereits im letzten Jahr hatte ich relativ günstig die „The DC Comics Encyclopadia“ erstanden, die alle Informationen zu jedem einzelnen DC-Comic-Character enthält. Auch wenn ich mehr der DC-Fan bin, kann man Marvel natürlich nicht ignorieren, deswegen gabs in diesem Jahr auch noch die „Marvel Encyclopedia“ dazu. Beides sind super Nachschlagewerke, wenn man mal kurz gucken will, welcher Character in welchen Comics vorkam und welche Kräfte er eigentlich hat. Aber the real thing sind wohl die Comics selbst…

   

„The Killing Joke“ ist DAS Must-Read über den Joker und der perfekte Einstieg ins Fledermausmann-Universum – hab ich gehört. Für den Hintergrund zu „Suicide Squad“ gabs den ersten Teil zum antesten und wegen meiner ungebrochenen Liebe zu den „Birds of Prey“ auch hier den ersten Teil der Comic-Vorlage.

 

Im Zeitschriftenhandel gabs in den letzten Wochen dann die DC Graphic Novel Collection nach und nach zu kaufen. Ich hab nicht alle mitbekommen, sowas wie Green Lantern zum Beispiel interessiert mich auch weniger und mit knapp 13 € pro Buch sind sie auch nicht gerade günstig. Die komplette Reihe zu haben, wäre grandios, aber leider kann ich mir das mal nicht leisten^^

 

Und nun zu euch – ich schätze, ich werde nicht lange brauchen, bis ich mein Comic-Starter-Kit durchhabe und für die Zeit danach brauche ich eure Empfehlungen. Am liebsten natürlich DC, aber auch alles andere, dem ich bisher nicht genug Beachtung geschebkt habe. Her damit!