5 Tipps, um deine Lieblingsbücher zu supporten.

Photo by César Viteri on Unsplash

1. Kauf das Buch.

Am besten natürlich im unabhängigen Buchhandel. Geht nicht immer, aber immer öfter, wenn man nur will. Und wenn das Buch nicht vorrätig ist – frag danach. Zum einen wird man es dir bestellen, zum anderen wächst die Aufmerksamkeit der Buchhändler, je öfter sie gefragt werden. Vielleicht ist es nicht da, weil sie dachten, dass es sich nicht verkaufen lässt, aber da kannst du sie eines Besseren belehren. Und wenn das Geld nicht reicht, gibt es ja auch immer noch Bibliotheken. Denn auch wenn man die Bücher ausleiht, unterstützt man damit die Autoren.

2. Lies das Buch.

Logisch, oder? Außerdem ist das der Teil, der wirklich Spaß macht.

3. Schreib eine Rezension.

Hast du einen (Buch-)Blog? Prima, dann weißt du ja, wie das geht. Falls nicht, ist das auch kein Problem – zum Beispiel auf Lovelybooks oder Goodreads kannst du Bücher bewerten und rezensieren, auch ohne dass du einen Blog hast. Gleichzeitig kannst du über die Community neue Freunde finden, die den gleichen Geschmack haben wie du. Und natürlich kann man auch auf Amazon, Thalia, etc. bewerten und Rezensionen einstellen.

Pro-Tipp: Viele Blogger sind davon abgeschreckt, dass Amazon es zur Bedingung macht, dass die eingestellte Rezension nirgendwo anders genauso aufzufinden ist – für die meisten ist das zu viel Aufwand, extra für Amazon noch eine Rezension zu schreiben. Mach es trotzdem, denn auch wenn da nur 2-3 Sätze zum Buch stehen – je mehr Rezensionen da sind, umso besser wirkt sich das auf die Sichtbarkeit aus. Es lohnt sich also, auch wenn man mit Amazon auf Kriegsfuß steht, denn ihr helft damit den Autoren.

4. Geh zu Lesungen.

Das ist manchmal schwierig, ich weiß das selbst, denn ich komme aus einem kleinen Kaff und hier findet nie irgendwas Spannendes statt. Aber wenn du die Möglichkeit hast – geh hin und schau nicht stattdessen den Livestream an, denn auch das zeigt, dass Interesse vorhanden ist.

Pro Tipp: Wenn du willst, dass Autoren auch in deinem Kaff mal vorbeischauen – sprich deine Lieblingsbuchhandlung an. In den meisten Fällen werden Lesungen nämlich von den Buchhändlern angeregt und organisiert und nur wenn sie wissen, dass Interesse vorhanden ist, können sie auch entsprechend reagieren. Einen Versuch ist es allemal wert.

5. Erzähl deinen Freunden davon.

Machst du ja wahrscheinlich eh, wenn es dir gefallen hat, sollte also auch nicht so das Problem sein. Und wenn deine Freunde nicht lesen: Twitter, Instagram & Co. geht halt auch immer – und wer macht nicht gern schöne Bilder von Büchern und steckt andere mit seiner Begeisterung an? Mund-zu-Mund-Propaganda ist die wertvollste Waffe!

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Was, wenn wir fliegen – Kim Nina Ocker

Kurzbeschreibung

Eine Trapezkünstlerin lässt sich fallen …

Sophie war Luftartistin – bis zu einem tragischen Sturz. Danach hatte sie sich geschworen, nie wieder an einem Trapez zu turnen. Als bei einem Zirkus ein Mädchen für alles gesucht wird, bewirbt sich Sophie spontan und bekommt prompt den Job – von ihrer Vergangenheit erzählt sie jedoch nichts. Ihr altes Leben geheim zu halten wird allerdings schwieriger als gedacht. Denn plötzlich steht Bo vor ihr: ein charmanter Feuerkünstler, den sie von der Artistenschule kennt. Langsam kommen sich Sophie und Bo näher, und sosehr sie es auch versucht, sie kann seiner Anziehung nicht widerstehen. Doch ihre Vergangenheit scheint sie einzuholen – Denn jemand will um jeden Preis verhindern, dass Sophie wieder auf der Bühne steht.

Rezension

Normalerweise mache ich das nicht. Ich rezensiere keine Bücher von Freunden, einfach weil ich da nicht unbefangen rangehen kann und ja oft ohnehin im Entstehungsprozess schon eingebunden bin, sodass ich das Ergebnis nur gut finden kann. Bei Kim ist das aber nicht so. Wir sind halt schon irgendwie Freunde, aber ich wusste über dieses Buch tatsächlich vorher gar nichts und jetzt, wo ich es gelesen habe, will ich es einfach jedem empfehlen. Ob ihr das jetzt ernst nehmt oder nicht, bleibt euch überlassen. Ich versuche einfach, meine Lobeshymne so gut wie möglich zu begründen.

Zunächst mal geht es irgendwie um Zirkus, das lassen schon Cover und Klappentext vermuten und das war für mich letztendlich auch der Punkt, weswegen ich es unbedingt lesen wollte. Einen New Adult-Roman mit Zirkus-Flair hatte ich noch nicht, gibts glaube ich auch nicht und ich war gespannt, wie es Kim schafft, die magische Atmosphäre eines Zirkuszeltes auf einer Buchseite einzufangen. Das ist ihr wunderbar gelungen. Ein großes Plus gibt’s noch dafür, dass der Zirkus ein reiner Artistenzirkus ist – es gibt mit Ausnahme einer Hundenummer keine Tiere (spielt für viele vielleicht keine Rolle, aber ich find’s großartig!).

Aus einer Schnapslaune heraus bewirbt sich Sophie dann als Mädchen für alles bei dem Zirkus und wird trotzt ihrer ungewöhnlich formulierten Bewerbungsmail tatsächlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das ganze ist so humorvoll dargestellt, das man gar nicht anders kann, als mit einem Grinsen im Gesicht zu lesen. Dass sie dann aber auch die Courage beweist, tatsächlich hinzugehen, zeugt von wahrer Größe. Außerdem spricht es dafür, dass sie ihre Leidenschaft eben doch nicht einfach so aufgeben kann.

Alle Charaktere im Buch sind äußerst liebevoll gestaltet – jeder hat seine Eigenheiten, Ecken und Kanten, aber fast alle sind zudem äußerst liebenswert und bisweilen ein wenig schrullig – typisch Zirkusvolk eben. Besonders Bo sticht dabei hervor, und das nicht nur, weil er eben der Love Interest ist, sondern hauptsächlich deswegen, weil er sich nicht wie ein Arschloch verhält, sondern Sophie wirklich hilft. Er pusht sie bis an ihrer Grenzen, lässt ihr aber auch genug Freiraum, damit sie sich selbst entfalten kann. Zwischen den beiden kracht es oft gewaltig, hauptsächlich aber, weil Sophie nicht genug Vertrauen hat, sich komplett fallen zu lassen.

Und während Sophie immer mehr Gefallen am Zirkusalltag findet, fangen die anonymen Emails wieder an, bei ihr einzutrudeln. Das ganze geht soweit, dass andere Zirkusmitglieder in Gefahr gebracht werden.

Was, wenn wir fliegen ist eine wunderschöne Geschichte über Träume, Schuld, Reue und Liebe und zeigt einmal mehr, dass New Adult auch mit deutschem Setting bzw. deutscehn Charakteren funktionieren kann. Absolute Leseempfehlung für Fans des Genres!


Was, wenn wir fliegen

Format: Kindle Edition || Dateigröße: 1239.0 KB || Seitenzahl der Print-Ausgabe: 368 Seiten || Verlag: beHEARTBEAT by Bastei Entertainment; Auflage: 1. Aufl. 2018 (1. März 2018) || Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l. || Sprache: Deutsch || ASIN: B0787BM8FJ
Taschenbuch: 368 Seiten ||Verlag: Bastei Lübbe Ag; Auflage: 1. Aufl. 2018 (1. März 2018) ||Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3741300853 ||ISBN-13: 978-3741300851 ||Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahre

#buylocal

 

Warum ihr alle The Bold Type schauen müsst…

Ich wusste nicht, dass ich eine neue Lieblingsserie brauche – gefunden habe ich sie trotzdem und genau dewegen möchte ich sie euch ans Herz legen. The Bold Type basiert auf der Geschichte von Joanna Coles, Chefredakteurin von Cosmopolitan und CCO für Hearst Magazines. Ich habe die erste Staffel innerhalb von 2 Wochen gleich zweimal gesehen und warte nun sehnsüchtig auf die zweite.

“Don’t say I’m sorry when you have nothing to apologize for.”
– Jacqueline –

Worum geht’s?

Dreh- und Angelpunkt der Serie ist die Redaktion des Scarlet Magazines, eine Zeitschrift für junge Frauen. Neben Jacqueline Carlyle, deren Rolle als Chefredakteurin der von Joanna Coles nachempfunden ist, geht es um Jane Sloan (Autorin), Kat Edison (Social Media Director) und Sutton Brady (Assistentin), eine Gruppe junger Frauen, die der Zuschauer dabei begleitet, ihre eigene Stimme, Identität und Sexualität zu finden.

Die Serie beginnt damit, dass Jane von einer Assistentin zur Autorin befördert wird und nun vor ganz neuen Problemen steht: Mit welchen Artikeln kann sie nicht nur Jacqueline sondern auch die Leser des Magazins davon überzeugen, dass sie eine Stimme hat, die gehört werden muss? Sutton, die seit drei Jahren die Assistenz der Chefredakteurin ist, träumt von einer Karriere im Bereich Fashion, erfüllt dafür aber nicht die nötigen Anforderungen. Außerdem hat sie eine (geheime) Beziehung zu einem Vorstandsmitglied. Und Kat beginnt nach einem zusammentreffen mit der lesbischen, muslimischen Fotografin Adena El-Amin ihre sexuelle Identität zu hinterfragen.

“Go in there with the confidence of an incredibly average white man.”
– Kat –

Warum sollte ich das schauen?

Bist du eine junge Frau am Anfang deines Arbeitslebens oder mitten drin? Dann ist das genau deine Serie. Jacqueline zeigt das Bild einer Chefin, wie sie sein sollte – natürlich fordert sie ihre Schützlinge und das nicht gerade selten und nachgiebig, aber auch nicht um jeden Preis. Es geht ihr nicht allein um den Erfolg des Magazins, sondern vor allem auch darum, das bestmögliche aus Jane herauszukitzeln. Trotz der gegebenen Distanz wirkt sie wie ein Mentorin.

Die Freundschaft der drei Hauptcharaktere ist ein weiterer Punkt, denn sie zeigt, dass Freundschaft zwischen Frauen auch ganz ohne Zickerein und Neid funktionieren kann, indem man sich respektiert und gegenseitig unterstützt. Dann haben nämlich alle was davon. Außerdem glaube ich, dass man sich gut in den drei wiederfinden kann. Die Serie zeigt deutlich, was man erreichen kann, wenn man den Mut hat, dafür zu kämpfen.

Für mich außerdem positiv: ich finde die Serie sehr divers. Abgesehen von macht es aber auch einfach Spaß, die drei auf ihrem Weg zu begleiten.

“First of all, I can screw whoever I want.”
– Sutton –

Für Fans von…

Es ist eine Mischung aus Sex and the City, Gossip Girl und Der Teufel trägt Prada ohne den Teufel. Natürlich ist alles irgendwie hübsch und unerschwinglich, trotzdem kämpfen die Charaktere mit ganz normalen Problemen.

Trailer

“To having adventures. And making mistakes. To sleeping with the wrong people and the right people. And to unleashing holy hell.”
– Jane, Kat, & Sutton –

Die erste Staffel umfasst 10 Folgen á 45 Minuten, ansehen kann man sich das ganze synchronisiert oder OV auf Amazon Prime.


Batman: Nightwalker (DC Icons Series) – Marie Lu

Kurzbeschreibung

Before he was Batman, he was Bruce Wayne. A reckless boy willing to break the rules for a girl who may be his worst enemy.

The Nightwalkers are terrorizing Gotham City, and Bruce Wayne is next on their list.
The city’s elites are being taken out one by one as their mansions‘ security systems turn against them, trapping them like prey. Meanwhile, Bruce is about to become eighteen and inherit his family’s fortune, not to mention the keys to Wayne Industries and all the tech gadgetry that he loves. But on the way home from his birthday party, he makes an impulsive choice and is sentenced to community service at Arkham Asylum, the infamous prison that holds the city’s most nefarious criminals.

Madeleine Wallace is a brilliant killer . . . and Bruce’s only hope.
The most intriguing inmate in Arkham is Madeleine, a brilliant girl with ties to the Nightwalkers. A girl who will only speak to Bruce. She is the mystery he must unravel, but is he convincing her to divulge her secrets, or is he feeding her the information she needs to bring Gotham City to its knees?

Rezension

Batman: Nightwalker ist der zweite Teil der DC-Icons Reihe, zu der auch Wonder Woman: Warbringer von Leigh Bardugo, Catwoman: Soulstealer von Sarah J. Maas und Superman von Matt de la Peña gehören. Man kann sie aber unabhängig voneinander lesen, wenn man sich nur zu einem der vier Helden hingezogen fühlt.

Ich liebe Batman, ich mag Marie Lu – was könnte hierbei also schief gehen? Die Wahrheit ist – einiges – ist es aber nicht. Marie Lu hat genau das abgeliefert, was ich mir erhofft hatte – eine gute, plausible Geschichte über den jungen Bruce Wayne und wie er zu Batman wird. Das Buch beginnt mit einer rasanten Testfahrt, bei der Bruce sein neues Auto austestet und nebenbei von seinem Buttler und Vormund Alfred über die Fernsprecheinrichtung getadelt wird (1:0 für den britischen Charme!), weil er zu schnell fährt. Und dann passiert es – Bruce gerät in eine Polizeiabsperrung, weil die Terrorgruppe Nightwalker ein Haus besetzt hat und anschließend vor der Polizei flüchtet. Anstatt umzukehren, nimmt Bruce die Verfolgung auf, da die Polizei nicht mithalten kann und die Jagd endet in einem Unfall, den Bruce verursacht hat. Zum Dank muss er über die Ferien in Arkham putzen.

Lässt man mal beiseite, dass ein gerademal achtzehnjähriger seine Sozialstunden wohl kaum in einer Einrichtung für geistig abnorme Rechtsbrecher ableisten muss, ist die Geschichte sehr gut aufgebaut. Bruce, der eigentlich nur putzen soll, trifft auf Madeleine Wallace, eine Insassin in seinem Alter, die den Nightwalkern angehört, sich aber weigert, mit der Polizei zu sprechen. Nur zu Bruce hat sie scheinbar vertrauen. Die Nightwalker hingegen sind eine Robin Hoood-Vereinigung, deren Ziel es ist, das Geld der Reichen aus Gotham City zu klauen und es den Armen zu geben – nur kommt es da leider nie an. Und auch Bruce steht auf ihrer Liste.

Allzuviel Handlung hat das Buch nicht, es ist aber auch nicht wirklich dick. Zudem spielt sich alles in einer recht kurzen Zeitspanne ab. Dafür lebt es allerdings von den geschickt gestrickten Dialogen zwischen Madeline und Bruce, bei denen man natürlich im ersten Moment davon ausgeht, dass sie tatsächlich Vertrauen zu Bruce gefasst hat und sich von ihm helfen lassen wird. Erst auf den zweiten oder gar dritten Blick wird klar, dass er nur ihr Mittel zum Zweck ist, leichte Beute für das, was sie noch vor hat. Die Hintergründe sind dabei so in die Geschichte eingebaut, dass man trotz wenig Action sehr viel über die Charaktere erfährt.

Auch Bruces Umfeld gibt dem Buch die nötige Tiefe. Wir treffen neue, aber auch altbekannte Charaktere, wie zum Beispiel Harvey Dent, Lucius Fox und Alfred. Und ganz am Ende ist sogar der Hauch einer Liebesgeschichte erkennbar, auch wenn sie letztendlich nicht stattfindet. Ich fand die Szene aber dennoch sehr schön und stimmugsvoll – genau die richtige Prise Romantik für dieses ansonsten so psychotrillerangehauchte Buch. Ich glaube sogar, dass diese Geschichte ganz gut als Film funktionieren würde, wenngleich es eigentlich eine jüngere Version von The Dark Knight Rises mit anderen Charakteren ist. Und zum Ende hin kommt tatsächlich auch noch mal Action, bei der Bruce eine lebensverändernde Entscheidung trifft…

Ganz besonder schön fand ich auch hier das Nachwort und ein darin enthaltenes Zitat: „You don’t need a billion dollars and a Batcave to be like Batman. You need your brave, badass heart.“


Batman: Nightwalker

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten || Verlag: Random House Books for Young Readers; Auflage: 01 (2. Januar 2018) || Sprache: Englisch || ISBN-10: 0399549781 || ISBN-13: 978-0399549786 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Die deutsche Übersetzung erscheint am 20. Juli im dtv Verlag.

#buylocal

AutorInnen und Rezensionen – eine Hassliebe.

Eigentlich sollte das ein Post über das markieren von AutorInnen in Rezensionen werden, aber in Anbetracht der aktuellen Diskussion wird das vielleicht etwas umfangreicher…

Das Thema kommt immer mal wieder auf, meistens dann, wenn AutorInnen darum bitten, nicht in den sozialen Netzwerken markiert zu werden, wenn die Meinung zum Buch negativ ist. Und das bezieht sich nicht nur auf Rezensionen, sondern auch auf Instagram-Posts und dergleichen. Auf der anderen Seite steht aber nun ein Blogger, der natürlich gern seine Rezension teilen will, vielleicht auch, weil berechtigte Kritik enthalten ist und letztendlich gar nicht versteht, warum die AutorInnen das nicht interessiert. Das Dilemma ist vorprogrammiert…

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Warum markiert man die AutorInnen überhaupt?

Mir fällt ehrlich gesagt kein nachvollziehbarer Grund ein, wenn ich länger drüber nachdenke. Ich mache es meist, damit es anderen leichter fällt, den jeweiligen AutorInnen direkt auch zu folgen, aber das ist eigentlich Bullshit bzw. Bequemlichkeit.  Ich könnte genauso in der Rezension die Autorenhomepage verlinken. Dann findet auch jeder, was er sucht, falls er es denn sucht. Denn letztendlich ist es doch so – wenn AutorInnen Rezensionen zu ihren Büchern lesen WOLLEN, finden sie sie so oder so ganz leicht.

Aber warum sollte es die AutorInnen NICHT interessieren, wie ich ihr Buch finde?

Niemand mag Kritik. Wir können uns noch so oft einreden, dass uns Kritik weiterbringt – aber im ersten Moment tut sie immer weh. Vor allem dann, wenn man monatelang an diesem einen Buch gearbeitet hat – es nicht nur geschrieben hat, sondern mehrere Lektoratsgänge drüber gegangen sind, verschiedene Menschen aus dem Verlag ihren Senf dazu gegeben haben und man irgendwann am Ende dieser Kette entschieden hat: Das ist jetzt die bestmögliche Version – lassen wir es an die Leser! Und dann kommen die Leser und sagen: An sich n top Buch, hat mir trotzdem nicht gefallen, drei Sterne. Manche schütteln das nach außen hin ab, manche reagieren gar nicht und wieder andere rezensieren dann die Rezension, was das ganze wieder ad absurdum führt. Klar ist aber, dass die Kritik an der eigenen Arbeit immer erstmal schmerzt, und vor allem negatives bleibt länger haften als positives.

Es nützt den AutorInnen eben auch nichts, sich ein halbes oder ein ganzes Jahr nachdem das Buch fertig geschrieben wurde, damit zu beschäftigen, was man auch Lesersicht da noch hätte besser machen können. Man kann es dann ohnehin nicht mehr ändern.

Die müssen das ja nicht lesen!

Nee, müssen die nicht, man muss es ihnen aber auch nicht einfach um die Ohren hauen. Die meisten BloggerInnen sind in ihrer Kritik zum Glück sehr sachlich und reflektiert, aber wir alle wissen auch, dass etwas, nur weil ich es auf eine bestimmte Art meine und sage noch lange nicht so ankommen muss, wie ich das vielleicht wollte. Manchmal sind Sender und Empfänger eben nicht auf der gleichen Wellenlänge und dann kommt es zu Missverständnissen. Die Rezension kann allerdings noch so sachlich sein – für die AutorInnen ist das Buch immer emotional, man kommt also eigentlich nur sehr, sehr schwer auf einen Nenner.

Was, wenn ich berechtigte, wichtige Kritik äußere?

Kann man und sollte man. Aber genauso wenig, wie die AutorInnen mit dem Inhalt des Buches dich persönlich angegriffen haben, solltest du die AutorInnen persönlich angreifen. Das ist einfach schlechter Stil und es kann ganz schnell nach hinten losgehen, wenn man sowas zum Beispiel auf Twitter lostritt. Wenn das Buch problematische Inhalte enthält, ist die Kritik ohnehin besser beim Verlag aufgehoben, auch wenn sowas nicht vorkommen dürfte. Als Mittelweg eignet sich immer noch ganz oldschool eine private Nachricht/Mail an die AutorInnen.

Und die Moral von der Geschicht?

Markieren kann man – oder eben nicht. Es gibt AutorInnen, die wollen das gar nicht, egal ob positive oder negative Meinungen, Bilder auf Instagram, whatever. Wenn man das weiß, sollte man das einfach respektieren und gut ist. Wenn man das nicht weiß, würde ich bei Rezensionen einfach darauf verzichten und stattdessen lieber den Verlag verlinken. Auf Instagram kommt es meiner Meinung drauf an, was ich zu dem Buch dann sonst noch sage. Geht’s nur um das hübsche Foto, weil ich das Buch gerade lese? Oder hab ich ein hübsches Foto gemacht, rotze in der Caption aber so richtig darüber ab? Vielleicht überlegt ihr einfach mal selbst, mit welcher Art Text ihr bei einer Markierung gerne konfrontiert werdet…

Und für die AutorInnen?

Das klingt jetzt fies, aber: Chillt mal bitte. Der Großteil der BloggerInnen will euch mit den Rezensionen rein gar nichts Böses. Sie mögen nicht immer respektvoll und rein sachlich formuliert sein, aber da müsst ihr in den meisten Fällen drüberstehen. Wenn jemand voller Emotion fünf Sterne für euer Buch gibt, ist euch die Sachlichkeit ja auch egal, mit zweierlei Maß messen ist also nicht. Und ich weiß, dass es schwer ist, die Fresse zu halten, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt, aber ich wüsste einfach auch keinen Fall, wo es für die AutorInnen am Ende gut ausgegangen ist, RezensentIn XY öffentlich angeprangert zu haben. Für sowas hat man andere AutorInnen und Freunde, VerlagsmitarbeiterInnen oder ähnliches… sprecht mit denen, kotzt euch aus und wenn’s nach einer Nacht drüber schlafen noch nicht besser ist, sucht das persönliche ­Gespräch. Aber ganz ehrlich – nicht nur ihr findet manche Aussagen sinnfrei. Die Menschen, die sich ernsthaft für das Buch interessieren und eine Rezension lesen, lesen auch eine zweite, eine dritte und vielleicht eine vierte – und bilden sich dann eine eigene Meinung. Ist also am Ende alles halb so schlimm, oder?

Wonder Woman: Warbringer (DC Icons Series) – Leigh Bardugo

Kurzbeschreibung

She will become one of the world’s greatest heroes: WONDER WOMAN. But first she is Diana, Princess of the Amazons. And her fight is just beginning. . . .

Diana longs to prove herself to her legendary warrior sisters. But when the opportunity finally comes, she throws away her chance at glory and breaks Amazon law—risking exile—to save a mere mortal. Even worse, Alia Keralis is no ordinary girl and with this single brave act, Diana may have doomed the world.

Alia just wanted to escape her overprotective brother with a semester at sea. She doesn’t know she is being hunted. When a bomb detonates aboard her ship, Alia is rescued by a mysterious girl of extraordinary strength and forced to confront a horrible truth: Alia is a Warbringer—a direct descendant of the infamous Helen of Troy, fated to bring about an age of bloodshed and misery.

Together, Diana and Alia will face an army of enemies—mortal and divine—determined to either destroy or possess the Warbringer. If they have any hope of saving both their worlds, they will have to stand side by side against the tide of war.

Rezension

Als die DC-Icons-Serie und die mitwirkenden Autoren angekündigt wurden, war ich direkt Feuer und Flamme, weil es eine großartige Idee ist. Und wenn es einer der vier schaffen kann, Wonder Woman auch in Romanform zum Leben zu erwecken, ist es nunmal Leigh Bardugo.

Jetzt ist es keine leichte Aufgabe, aus 75 Jahren ihrer Existenz neben einer Fernsehserie aus den achtzigern, unzähligen Comics und einem viel beachteten Film auch noch ein Buch zu schreiben, das auf der einen Seite die Diana zeigt, die man kennt und liebt, aber auf der anderen eben auch etwas neues bietet, das nicht wie ein Abklatsch wirkt. Und da kommt Alia ins Spiel.

Diana nimmt an einem Wettbewerb untern den Amazonen teil, den sie unbedingt gewinnen will, um sich zu beweisen, doch sie scheitert. Nicht, weil sie nicht gut genug wäre, sondern weil sie Alia vor dem ertrinken rettet. Doch das kann sie niemandem sagen, am allerwenigstens ihrer Mutter. Dass Alia der Warbringer – eine Nachfahrin von Helena von Troya – ist, ahnt sie nicht und auch nicht, welches Unglück sie mit ihrer Rettung über die Insel und die Welt bringt.

Wir lernen eine junge Diana kennen, die ihren Weg erst noch finden muss. Sie möchte sich beweisen, aber sie schafft es nicht. Auf der anderen Seite steht ihre Mutter, die ihr versucht zu sagen, dass das alles nicht so schlimm ist, aber das macht nur wenig Eindruck auf Diana. Zudem klingt es so, als müsse sie sich ohnehin keine Sorgen machen, weil sie ihre Nachfolgerin wird. Aber das will Diana nicht – sie will sich selbst beweisen, zeigen, was in ihr steckt nund eine eigene Heldentat vollbringen. Als Alias Existenz auf der Insel die Amazonen bedroht, bekommt Diana ihre Chance – auch wenn das so gar nicht das ist, was sie sie sich gewünscht hat.

Die Legende um den Warbringer fand ich spannend und zumindest für mich war das etwas neues. Alia stellt außerdem ein gutes Pendant zu Diana dar. Im Grunde sind sie sich gar nicht so unähnlich, aber sie kommen aus verschiedenen Welten, sind vollkommen unterschiedlich aufgewachsen. Es dauert, bis sie aus der Not eine Tugend machen und nicht nur wirklich miteinander arbeiten sondern sich auch vertrauen.

Ganz nebenbei bringt Leigh Bardugo Diversity (und ein paar typische Probleme) unter – nicht nur mit Alia selbst, sondern vor allem auch durch Kleinigkeiten wie die Shopping-Tour. Es geschieht sicher bewusst, aber dennoch so subtil, dass man nicht das Gefühl hat, sie hakt hier eine Liste ab, sondern genau so, dass man sich denkt „Ach ja, scheiße, so hab ich mich dunkelhäutigen Menschen gegenüber vielleicht auch schon verhalten“.

Zum Ende hin wurde mir die Geschichte ein bisschen zu cineastisch – in einem Film hätte das sicher gut funktioniert, im Buch war es mir ein bisschen zu konfus. Die Mutationen erinnerten mich zudem dann doch an Panem. Ich hätte mir da irgendwie eine andere Handlung gewünscht.

Im Gesamten war mir das Buch ein bisschen zu lang, was natürlich auch an der Anzahl der Personen gelegen hat. So ein paar Handlungsstränge und unnötige Szenen hätte man sich da durchaus sparen können, aber das ist meckern auf hohem Niveau. Alles in allem hat Leigh Bardugo diese Aufgabe mit Bravour gemeistert, eine neue Geschichte um die Amazonenprinzessin gestrickt und gleichzeitig ihr Wesen beibehalten. Was will man denn am Ende als Fan noch mehr?

Und vielleicht bringt das Buch den oder anderen an die Comics ran. Wenn nicht, bleiben ja auch noch Batman (Marie Lu), Catwoman (Sarah J. Maas) und Superman (Matt de la Pena).


Wonder Woman: Warbringer (DC Icons Series)

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten || Verlag: Random House Books for Young Readers; Auflage: 01 (29. August 2017) || Sprache: Englisch || ISBN-10: 0399549730 || ISBN-13: 978-0399549731 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen übersetzt von Anja Galič

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten || Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (6. Februar 2018) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3423761970 || ISBN-13: 978-3423761970 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 12 Jahre || Originaltitel: Wonder Woman: Warbringer

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