Batman: Nightwalker (DC Icons Series) – Marie Lu

Kurzbeschreibung

Before he was Batman, he was Bruce Wayne. A reckless boy willing to break the rules for a girl who may be his worst enemy.

The Nightwalkers are terrorizing Gotham City, and Bruce Wayne is next on their list.
The city’s elites are being taken out one by one as their mansions‘ security systems turn against them, trapping them like prey. Meanwhile, Bruce is about to become eighteen and inherit his family’s fortune, not to mention the keys to Wayne Industries and all the tech gadgetry that he loves. But on the way home from his birthday party, he makes an impulsive choice and is sentenced to community service at Arkham Asylum, the infamous prison that holds the city’s most nefarious criminals.

Madeleine Wallace is a brilliant killer . . . and Bruce’s only hope.
The most intriguing inmate in Arkham is Madeleine, a brilliant girl with ties to the Nightwalkers. A girl who will only speak to Bruce. She is the mystery he must unravel, but is he convincing her to divulge her secrets, or is he feeding her the information she needs to bring Gotham City to its knees?

Rezension

Batman: Nightwalker ist der zweite Teil der DC-Icons Reihe, zu der auch Wonder Woman: Warbringer von Leigh Bardugo, Catwoman: Soulstealer von Sarah J. Maas und Superman von Matt de la Peña gehören. Man kann sie aber unabhängig voneinander lesen, wenn man sich nur zu einem der vier Helden hingezogen fühlt.

Ich liebe Batman, ich mag Marie Lu – was könnte hierbei also schief gehen? Die Wahrheit ist – einiges – ist es aber nicht. Marie Lu hat genau das abgeliefert, was ich mir erhofft hatte – eine gute, plausible Geschichte über den jungen Bruce Wayne und wie er zu Batman wird. Das Buch beginnt mit einer rasanten Testfahrt, bei der Bruce sein neues Auto austestet und nebenbei von seinem Buttler und Vormund Alfred über die Fernsprecheinrichtung getadelt wird (1:0 für den britischen Charme!), weil er zu schnell fährt. Und dann passiert es – Bruce gerät in eine Polizeiabsperrung, weil die Terrorgruppe Nightwalker ein Haus besetzt hat und anschließend vor der Polizei flüchtet. Anstatt umzukehren, nimmt Bruce die Verfolgung auf, da die Polizei nicht mithalten kann und die Jagd endet in einem Unfall, den Bruce verursacht hat. Zum Dank muss er über die Ferien in Arkham putzen.

Lässt man mal beiseite, dass ein gerademal achtzehnjähriger seine Sozialstunden wohl kaum in einer Einrichtung für geistig abnorme Rechtsbrecher ableisten muss, ist die Geschichte sehr gut aufgebaut. Bruce, der eigentlich nur putzen soll, trifft auf Madeleine Wallace, eine Insassin in seinem Alter, die den Nightwalkern angehört, sich aber weigert, mit der Polizei zu sprechen. Nur zu Bruce hat sie scheinbar vertrauen. Die Nightwalker hingegen sind eine Robin Hoood-Vereinigung, deren Ziel es ist, das Geld der Reichen aus Gotham City zu klauen und es den Armen zu geben – nur kommt es da leider nie an. Und auch Bruce steht auf ihrer Liste.

Allzuviel Handlung hat das Buch nicht, es ist aber auch nicht wirklich dick. Zudem spielt sich alles in einer recht kurzen Zeitspanne ab. Dafür lebt es allerdings von den geschickt gestrickten Dialogen zwischen Madeline und Bruce, bei denen man natürlich im ersten Moment davon ausgeht, dass sie tatsächlich Vertrauen zu Bruce gefasst hat und sich von ihm helfen lassen wird. Erst auf den zweiten oder gar dritten Blick wird klar, dass er nur ihr Mittel zum Zweck ist, leichte Beute für das, was sie noch vor hat. Die Hintergründe sind dabei so in die Geschichte eingebaut, dass man trotz wenig Action sehr viel über die Charaktere erfährt.

Auch Bruces Umfeld gibt dem Buch die nötige Tiefe. Wir treffen neue, aber auch altbekannte Charaktere, wie zum Beispiel Harvey Dent, Lucius Fox und Alfred. Und ganz am Ende ist sogar der Hauch einer Liebesgeschichte erkennbar, auch wenn sie letztendlich nicht stattfindet. Ich fand die Szene aber dennoch sehr schön und stimmugsvoll – genau die richtige Prise Romantik für dieses ansonsten so psychotrillerangehauchte Buch. Ich glaube sogar, dass diese Geschichte ganz gut als Film funktionieren würde, wenngleich es eigentlich eine jüngere Version von The Dark Knight Rises mit anderen Charakteren ist. Und zum Ende hin kommt tatsächlich auch noch mal Action, bei der Bruce eine lebensverändernde Entscheidung trifft…

Ganz besonder schön fand ich auch hier das Nachwort und ein darin enthaltenes Zitat: „You don’t need a billion dollars and a Batcave to be like Batman. You need your brave, badass heart.“


Batman: Nightwalker

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten || Verlag: Random House Books for Young Readers; Auflage: 01 (2. Januar 2018) || Sprache: Englisch || ISBN-10: 0399549781 || ISBN-13: 978-0399549786 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Die deutsche Übersetzung erscheint am 20. Juli im dtv Verlag.

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AutorInnen und Rezensionen – eine Hassliebe.

Eigentlich sollte das ein Post über das markieren von AutorInnen in Rezensionen werden, aber in Anbetracht der aktuellen Diskussion wird das vielleicht etwas umfangreicher…

Das Thema kommt immer mal wieder auf, meistens dann, wenn AutorInnen darum bitten, nicht in den sozialen Netzwerken markiert zu werden, wenn die Meinung zum Buch negativ ist. Und das bezieht sich nicht nur auf Rezensionen, sondern auch auf Instagram-Posts und dergleichen. Auf der anderen Seite steht aber nun ein Blogger, der natürlich gern seine Rezension teilen will, vielleicht auch, weil berechtigte Kritik enthalten ist und letztendlich gar nicht versteht, warum die AutorInnen das nicht interessiert. Das Dilemma ist vorprogrammiert…

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Warum markiert man die AutorInnen überhaupt?

Mir fällt ehrlich gesagt kein nachvollziehbarer Grund ein, wenn ich länger drüber nachdenke. Ich mache es meist, damit es anderen leichter fällt, den jeweiligen AutorInnen direkt auch zu folgen, aber das ist eigentlich Bullshit bzw. Bequemlichkeit.  Ich könnte genauso in der Rezension die Autorenhomepage verlinken. Dann findet auch jeder, was er sucht, falls er es denn sucht. Denn letztendlich ist es doch so – wenn AutorInnen Rezensionen zu ihren Büchern lesen WOLLEN, finden sie sie so oder so ganz leicht.

Aber warum sollte es die AutorInnen NICHT interessieren, wie ich ihr Buch finde?

Niemand mag Kritik. Wir können uns noch so oft einreden, dass uns Kritik weiterbringt – aber im ersten Moment tut sie immer weh. Vor allem dann, wenn man monatelang an diesem einen Buch gearbeitet hat – es nicht nur geschrieben hat, sondern mehrere Lektoratsgänge drüber gegangen sind, verschiedene Menschen aus dem Verlag ihren Senf dazu gegeben haben und man irgendwann am Ende dieser Kette entschieden hat: Das ist jetzt die bestmögliche Version – lassen wir es an die Leser! Und dann kommen die Leser und sagen: An sich n top Buch, hat mir trotzdem nicht gefallen, drei Sterne. Manche schütteln das nach außen hin ab, manche reagieren gar nicht und wieder andere rezensieren dann die Rezension, was das ganze wieder ad absurdum führt. Klar ist aber, dass die Kritik an der eigenen Arbeit immer erstmal schmerzt, und vor allem negatives bleibt länger haften als positives.

Es nützt den AutorInnen eben auch nichts, sich ein halbes oder ein ganzes Jahr nachdem das Buch fertig geschrieben wurde, damit zu beschäftigen, was man auch Lesersicht da noch hätte besser machen können. Man kann es dann ohnehin nicht mehr ändern.

Die müssen das ja nicht lesen!

Nee, müssen die nicht, man muss es ihnen aber auch nicht einfach um die Ohren hauen. Die meisten BloggerInnen sind in ihrer Kritik zum Glück sehr sachlich und reflektiert, aber wir alle wissen auch, dass etwas, nur weil ich es auf eine bestimmte Art meine und sage noch lange nicht so ankommen muss, wie ich das vielleicht wollte. Manchmal sind Sender und Empfänger eben nicht auf der gleichen Wellenlänge und dann kommt es zu Missverständnissen. Die Rezension kann allerdings noch so sachlich sein – für die AutorInnen ist das Buch immer emotional, man kommt also eigentlich nur sehr, sehr schwer auf einen Nenner.

Was, wenn ich berechtigte, wichtige Kritik äußere?

Kann man und sollte man. Aber genauso wenig, wie die AutorInnen mit dem Inhalt des Buches dich persönlich angegriffen haben, solltest du die AutorInnen persönlich angreifen. Das ist einfach schlechter Stil und es kann ganz schnell nach hinten losgehen, wenn man sowas zum Beispiel auf Twitter lostritt. Wenn das Buch problematische Inhalte enthält, ist die Kritik ohnehin besser beim Verlag aufgehoben, auch wenn sowas nicht vorkommen dürfte. Als Mittelweg eignet sich immer noch ganz oldschool eine private Nachricht/Mail an die AutorInnen.

Und die Moral von der Geschicht?

Markieren kann man – oder eben nicht. Es gibt AutorInnen, die wollen das gar nicht, egal ob positive oder negative Meinungen, Bilder auf Instagram, whatever. Wenn man das weiß, sollte man das einfach respektieren und gut ist. Wenn man das nicht weiß, würde ich bei Rezensionen einfach darauf verzichten und stattdessen lieber den Verlag verlinken. Auf Instagram kommt es meiner Meinung drauf an, was ich zu dem Buch dann sonst noch sage. Geht’s nur um das hübsche Foto, weil ich das Buch gerade lese? Oder hab ich ein hübsches Foto gemacht, rotze in der Caption aber so richtig darüber ab? Vielleicht überlegt ihr einfach mal selbst, mit welcher Art Text ihr bei einer Markierung gerne konfrontiert werdet…

Und für die AutorInnen?

Das klingt jetzt fies, aber: Chillt mal bitte. Der Großteil der BloggerInnen will euch mit den Rezensionen rein gar nichts Böses. Sie mögen nicht immer respektvoll und rein sachlich formuliert sein, aber da müsst ihr in den meisten Fällen drüberstehen. Wenn jemand voller Emotion fünf Sterne für euer Buch gibt, ist euch die Sachlichkeit ja auch egal, mit zweierlei Maß messen ist also nicht. Und ich weiß, dass es schwer ist, die Fresse zu halten, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt, aber ich wüsste einfach auch keinen Fall, wo es für die AutorInnen am Ende gut ausgegangen ist, RezensentIn XY öffentlich angeprangert zu haben. Für sowas hat man andere AutorInnen und Freunde, VerlagsmitarbeiterInnen oder ähnliches… sprecht mit denen, kotzt euch aus und wenn’s nach einer Nacht drüber schlafen noch nicht besser ist, sucht das persönliche ­Gespräch. Aber ganz ehrlich – nicht nur ihr findet manche Aussagen sinnfrei. Die Menschen, die sich ernsthaft für das Buch interessieren und eine Rezension lesen, lesen auch eine zweite, eine dritte und vielleicht eine vierte – und bilden sich dann eine eigene Meinung. Ist also am Ende alles halb so schlimm, oder?

Wonder Woman: Warbringer (DC Icons Series) – Leigh Bardugo

Kurzbeschreibung

She will become one of the world’s greatest heroes: WONDER WOMAN. But first she is Diana, Princess of the Amazons. And her fight is just beginning. . . .

Diana longs to prove herself to her legendary warrior sisters. But when the opportunity finally comes, she throws away her chance at glory and breaks Amazon law—risking exile—to save a mere mortal. Even worse, Alia Keralis is no ordinary girl and with this single brave act, Diana may have doomed the world.

Alia just wanted to escape her overprotective brother with a semester at sea. She doesn’t know she is being hunted. When a bomb detonates aboard her ship, Alia is rescued by a mysterious girl of extraordinary strength and forced to confront a horrible truth: Alia is a Warbringer—a direct descendant of the infamous Helen of Troy, fated to bring about an age of bloodshed and misery.

Together, Diana and Alia will face an army of enemies—mortal and divine—determined to either destroy or possess the Warbringer. If they have any hope of saving both their worlds, they will have to stand side by side against the tide of war.

Rezension

Als die DC-Icons-Serie und die mitwirkenden Autoren angekündigt wurden, war ich direkt Feuer und Flamme, weil es eine großartige Idee ist. Und wenn es einer der vier schaffen kann, Wonder Woman auch in Romanform zum Leben zu erwecken, ist es nunmal Leigh Bardugo.

Jetzt ist es keine leichte Aufgabe, aus 75 Jahren ihrer Existenz neben einer Fernsehserie aus den achtzigern, unzähligen Comics und einem viel beachteten Film auch noch ein Buch zu schreiben, das auf der einen Seite die Diana zeigt, die man kennt und liebt, aber auf der anderen eben auch etwas neues bietet, das nicht wie ein Abklatsch wirkt. Und da kommt Alia ins Spiel.

Diana nimmt an einem Wettbewerb untern den Amazonen teil, den sie unbedingt gewinnen will, um sich zu beweisen, doch sie scheitert. Nicht, weil sie nicht gut genug wäre, sondern weil sie Alia vor dem ertrinken rettet. Doch das kann sie niemandem sagen, am allerwenigstens ihrer Mutter. Dass Alia der Warbringer – eine Nachfahrin von Helena von Troya – ist, ahnt sie nicht und auch nicht, welches Unglück sie mit ihrer Rettung über die Insel und die Welt bringt.

Wir lernen eine junge Diana kennen, die ihren Weg erst noch finden muss. Sie möchte sich beweisen, aber sie schafft es nicht. Auf der anderen Seite steht ihre Mutter, die ihr versucht zu sagen, dass das alles nicht so schlimm ist, aber das macht nur wenig Eindruck auf Diana. Zudem klingt es so, als müsse sie sich ohnehin keine Sorgen machen, weil sie ihre Nachfolgerin wird. Aber das will Diana nicht – sie will sich selbst beweisen, zeigen, was in ihr steckt nund eine eigene Heldentat vollbringen. Als Alias Existenz auf der Insel die Amazonen bedroht, bekommt Diana ihre Chance – auch wenn das so gar nicht das ist, was sie sie sich gewünscht hat.

Die Legende um den Warbringer fand ich spannend und zumindest für mich war das etwas neues. Alia stellt außerdem ein gutes Pendant zu Diana dar. Im Grunde sind sie sich gar nicht so unähnlich, aber sie kommen aus verschiedenen Welten, sind vollkommen unterschiedlich aufgewachsen. Es dauert, bis sie aus der Not eine Tugend machen und nicht nur wirklich miteinander arbeiten sondern sich auch vertrauen.

Ganz nebenbei bringt Leigh Bardugo Diversity (und ein paar typische Probleme) unter – nicht nur mit Alia selbst, sondern vor allem auch durch Kleinigkeiten wie die Shopping-Tour. Es geschieht sicher bewusst, aber dennoch so subtil, dass man nicht das Gefühl hat, sie hakt hier eine Liste ab, sondern genau so, dass man sich denkt „Ach ja, scheiße, so hab ich mich dunkelhäutigen Menschen gegenüber vielleicht auch schon verhalten“.

Zum Ende hin wurde mir die Geschichte ein bisschen zu cineastisch – in einem Film hätte das sicher gut funktioniert, im Buch war es mir ein bisschen zu konfus. Die Mutationen erinnerten mich zudem dann doch an Panem. Ich hätte mir da irgendwie eine andere Handlung gewünscht.

Im Gesamten war mir das Buch ein bisschen zu lang, was natürlich auch an der Anzahl der Personen gelegen hat. So ein paar Handlungsstränge und unnötige Szenen hätte man sich da durchaus sparen können, aber das ist meckern auf hohem Niveau. Alles in allem hat Leigh Bardugo diese Aufgabe mit Bravour gemeistert, eine neue Geschichte um die Amazonenprinzessin gestrickt und gleichzeitig ihr Wesen beibehalten. Was will man denn am Ende als Fan noch mehr?

Und vielleicht bringt das Buch den oder anderen an die Comics ran. Wenn nicht, bleiben ja auch noch Batman (Marie Lu), Catwoman (Sarah J. Maas) und Superman (Matt de la Pena).


Wonder Woman: Warbringer (DC Icons Series)

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten || Verlag: Random House Books for Young Readers; Auflage: 01 (29. August 2017) || Sprache: Englisch || ISBN-10: 0399549730 || ISBN-13: 978-0399549731 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen übersetzt von Anja Galič

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten || Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (6. Februar 2018) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3423761970 || ISBN-13: 978-3423761970 || Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 12 Jahre || Originaltitel: Wonder Woman: Warbringer

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Viele Wege führen nach Waringham…

… aber welchen soll ich nehmen, wenn ich damit anfangen will?

Das ist immer ein bisschen das Problem, wenn ich versuche, jemanden von dieser Buchreihe zu überzeugen. Die Bücher sind unheimlich dick, es gibt gleich fünf davon (+ Der König der purpurnen Stadt, der ja auch irgendwie damit zu tun hat) und kaum jemand hat Lust, sich durch Bücher (inklusive erweiterter Ausgabe), Hörbücher (gekürzt + ungekürzt) sowie die Hörspiele durchzuarbeiten. Aber da kann ich helfen, denn ich kenne sie alle. Ich habe alle Bücher gelesen, mehrmals; alle Hörbücher durchgehört und mich mit den Hörspielen beschäftigt.

Warum ich die Reihe so liebe, habe ich übrigens hier schonmal erklärt. Lasst euch nicht gleich abschrecken, nur weil ihr vielleicht keine Historischen Romane mögt – die mag ich nämlich eigentlich auch nicht. Eigentlich…

Fangen wir also an…

Als erstes hab ich euch ein kleines Flowchart gebastelt, mit dem ihr rausfinden könnt, welches Medium für euch am ehesten in Frage kommt? Bereit? Los geht’s!

(Ja, da steht zweimal Hörspiel, nein, ich will euch nicht verarschen. Ich erkläre das weiter unten unter dem Punkt Hörbücher.)

Die Bücher

Die Reihenfolge ist wie folgt:

(Der König der purpurnen Stadt)
Das Lächeln der Fortuna
Die Hüter der Rose
Das Spiel der Könige
Der Dunkle Thron
Der Palast der Meere

Man beachte hierbei, dass Der König der purpurnen Stadt nicht direkt Waringham zugeordnet wird, allerdings spielen Gervais of Waringham und Geoffrey Dermond darin eine nicht unwichtige Rolle – sie sind die Väter von Robin of Waringham und Mortimer Dermond, um die es im Lächeln der Fortuna geht. Es passt also chronologisch davor und eignet sich als sanfter Einstieg (es ist auch ein bisschen dünner als der Rest), ist aber auch nicht notwendig, um in Waringham klarzukommen.

Außerdem gibt es zwei (!!) Ausgaben vom Lächeln der Fortuna, zum einen die normale, ursprünglich erschienene und eine erweiterte Ausgabe, die vor ein paar Jahren nochmal zusätzlich veröffentlicht wurde. Der Hintergrund dazu: Als Gablé Das Lächeln der Fortuna schrieb, stürzte ihr PC ab – der Klassiker – und das Manuskript war, zumindest in Teilen, verloren, eine Sicherung nicht mehr auffindbar. Was also tun? Neu schreiben natürlich, und so kam es zur ursprünglich veröffentlichen Fassung. Vor ein paar Jahren allerdings ist ihr – auf welchem Weg auch immer – die verloren geglaubte Sicherung wieder in die Hände gefallen und der Verlag hat sich dazu entschieden, diese als erweiterte Ausgabe zu veröffentlichen. Die Unterschiede zur normalen Ausgabe sind minimal, abgesehen von den letzten ca. 200 Seiten, auf denen ein paar Charaktere auftauchen, die es in der normalen Ausgabe nicht gibt und die Handlungsstränge bekommen, die in den weiteren Bänden natürlich nicht weiterverfolgt werden, weil es sie in der normalen Ausgabe nicht gab. Die erweiterte Ausgabe ist also nur ein netter Zugewinn für Fans, aber kein Muss.


Die Hörbücher

Hierfür braucht man gute Nerven und einen langen Atem… wie ich gerade gesehen habe, gibt es Band 1-3 nämlich nur als gekürztes Hörbuch. Ich persönlich hab damit schlechte Erfahrungen gemacht und bin einfach nicht begeistert davon, wenn man zum Teil wahllos Sachen streicht. Die Bände 4 und 5 hingegen sind in voller Länge verfügbar und das sind pro Hörbuch mal eben >30 Stunden. Das muss man dann schon auch wollen.

Detlef Bierstedt (aka die Stimme von George Clooney) macht das sehr gut, aber gekürzte Hörbücher kann und mag ich einfach nicht empfehlen.


Die Hörspiele

Vorweg dazu: Die Höspiele sind exklusiv von audible produziert, es führt also kein legaler Weg am großen, bösen A vorbei.

Für mich sind sie aber die beste Mischung aus selber lesen und hören und möglicherweise der einfachste Einstieg für alle, die sich von >1.000 Seiten zu lesen überfordert fühlen, denen aber ein vorgelesener Text zu monoton ist. Verschiedene Sprecher interpretieren hier den Text in den Dialogen, die Erzählstimme ist weiterhin die von Detlef Bierstedt und hinzu kommen die passenden Hintergrundgeräusche – wie man das von Hörspielen eben so kennt.

Beachten sollte man, dass die Romane hier jeweils dreigeteilt sind, außerdem sind noch nicht alle erschienen. Dementsprechend ergibt sich folgende Reihenfolge:

(Der König der purpurnen Stadt)
(Jonah – Die Lehrjahre || Jonah – Der Aufstieg || Jonah – Das Imperium)

Das Lächeln der Fortuna
Robin – Die Flucht || Robin – Die Wende || Robin – Die Rückkehr

Die Hüter der Rose
John – Die Brüder || John – Der Handel || John – Der Verrat

Das Spiel der Könige
Julian – Königstreue

Ich gehe stark davon aus, dass nach und nach auch die weiteren Teile erscheinen werden, einfach weil die Reihe so erfolgreich ist, versprechen kann man das aber natürlich nicht. Auch hier gilt wie bei den Büchern (s.o.): Der König der purpurnen Stadt ist kein Muss. Die Geschichte ist aber in sich abgeschlossen und wenn man danach keinen Bock mehr auf mehr hat, hat man nichts verloren. Wenn man aber direkt mit Robin einsteigt, fällt das aufhören danach natürlich schwerer – schließlich will man dann auch wissen, wie es mit seinen Söhnen weitergeht. Gekürzt ist hier wenn überhaupt nicht viel – mit den je drei Teilen kommt man auch auf 30-40 Stunden – und selbst wenn fallen die Kürzungen hier nicht auf, weil die Geschichte in sich logisch umgesetzt ist.


Super – und wo fange ich jetzt an?!

Ich würde mal ganz wagemutig sagen – am Anfang. Wenn ihr allerdings rebellisch veranlagt seid, sucht ihr euch einfach die Zeit raus, die euch am meisten interessiert. Heinrich VIII? Dann ist es der Dunkle Thron. Francis Drake? Der Palast der Meere. Die Rosenkriege? Das Spiel der Könige. König Edward und der Schwarze Prinz? Das Lächeln der Fortuna. Oder doch der Hunderjährige Krieg und Jeanne d’Arc? Dann halt die Hüter der Rose. Und wer lieber englisch hört… auch da kann geholfen werden, die sind aber noch nicht ganz so weit wie auf deutsch.

Alle Unklarheiten beseitigt?

Lasst es mich wissen, wenn ihr jetzt noch Fragen habt – oder auch einfach, wenn ihr angefangen habt und euch die Geschichte gefällt <3

Meant to be – Claudia Balzer

Kurzbeschreibung

Nichts kann die Vergangenheit ungeschehen machen, aber du kannst deine Zukunft selbst bestimmen

Lexis Welt ist die Musik. Da ist sie sicher, kennt sich aus und kann ihre Vergangenheit so gut es geht vergessen. Mit Menschen hat sie es nicht so, scheut ihre Berührungen mehr als alles andere auf der Welt. Doch dann tritt Luke in ihr Leben. Gemeinsam sollen sie einen Song für das Plattenlabel, das Lexi gemeinsam mit ihrem Onkel führt, schreiben. Und so sehr es Lexi vor der Zusammenarbeit graut, so sehr ist sie überrascht, dass sie Lukes Brührungen nicht fürchtet, sondern sogar genießt. Aber ihre Vergangenheit holt Lexi unaufhaltsam ein und sie weiß nicht, ob sie Luke vollends vertrauen kann.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Rezension

Als mich Claudia angeschrieben und gefragt hat, ob ich dieses Buch vorab lesen will, habe ich sofort zugesagt. Normal mache ich das nicht, ohne genau zu überlegen, ob es wirklich was für mich ist, ob ich es lesen will und ob es mir gefällt – aber hier hat es einfach sofort gefunkt. Das hätte bös in die Hose gehen können, ist es aber zum Glück nicht.

Schon mit dem Prolog war ich angefixt. Claudia Balzer kann nicht nur schreiben, sie schafft es mit nur wenigen Sätzen die Beziehung zwischen Lexie und ihrem Onkel so haargenau auf den Punkt zu bringen, dass man fühlt, wie nah sich die beiden sind. Überhaupt ist das ganze Buch von Gefühlen durchzogen, die man kaum in Worte fassen kann. Die Geschichte ist wie eine warme Decke, die sich über dich legt und dir sagt „Entspann dich. Es ist vielleicht nicht alles gut, aber es wird wieder. Schau einfach, was kommt.“

Obwohl ich anfangs dachte, die Musik wäre für mich das große Plus des Buches spielt sie im Nachhinein nur eine untergeordnete Rolle. Die eigentlichen Texte haben mich kaum interessiert (allerdings gibts hinten im Buch ein Songbook mit allen Texten in voller Länge – großes Plus!), viel mehr war es der Prozess des Schreibens und die Liebe zur Sache, die mich in ihren Bann gezogen hat.

Überhaupt ist dieses Buch seit langem eins, in dem die Charaktere herrlich normal und nicht überzogen sind. Und auch wenn der Fokus auf den Protagonisten liegt, schafft es Claudia Balzer auch von allen übrigen Charakteren ein gutes Bild zu zeichnen.

Mehr als einmal bin ich an Sätzen hängen geblieben und hätte am liebsten die Hand triumphierend in die Luft die Luft gestreckt und laut gerufen „So soll das sein und nicht anders!“ – nämlich immer dann, wenn die beiden Protagonisten abseits der gängigen Norm in NA-Roman gehandelt und einfach mal gesagt haben, was Sache ist. Es mag ein Liebesroman sein, aber Liebe heilt eben nicht und der Traummann ist nun mal nicht die Lösung aller Probleme. Er macht die Sache bestenfalls leichter, es ist aber nun auch so, das wenn man bereits Probleme hat, die Sache mit der Liebe nur zu einem zusätzlichen wird.

Und doch schaffen es die beiden gemeinsam, aus dieser Sache rauszukommen. Sie nehmen sich Zeit, um das notwendige Vertrauen aufzubauen, sie gehen respektvoll miteinander um und schießen nie über das Ziel hinaus.

Es ist ein ruhiges und langsames Buch, untypisch für das Genre und vielleicht für viele auf den ersten Blick zu unsexy, aber genau deshalb ein großer Gewinn. Es hat mich von vorne bis hinten überzeugt und das will was heißen.


Meant to be

Format: Kindle Edition || Dateigröße: 886.0 KB || Seitenzahl der Print-Ausgabe: 300 Seiten || Verlag: Forever (5. März 2018) || Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l. || Sprache: Deutsch || ASIN: B079Y7G6HQ

Taschenbuch

Taschenbuch: 300 Seiten ||Verlag: Forever (6. April 2018) ||Sprache: Deutsch ||ISBN-10: 395818961X || ISBN-13: 978-3958189614

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Dunkelgrün fast schwarz – Mareike Fallwickl

Kurzbeschreibung

Raffael, der Selbstbewusste mit dem entwaffnenden Lächeln, und Moritz, der Bumerang in Raffaels Hand: Seit ihrer ersten Begegnung als Kinder sind sie unzertrennlich, Raffael geht voran, Moritz folgt. Moritz und seine Mutter Marie sind Zugezogene in dem einsamen Bergdorf, über die Freundschaft der beiden sollte Marie sich eigentlich freuen. Doch sie erkennt das Zerstörerische, das hinter Raffaels stahlblauen Augen lauert. Als Moritz eines Tages aufgeregt von der Neuen in der Schule berichtet, passiert es: Johanna weitet das Band zwischen Moritz und Raffael zu einem fatalen Dreieck, dessen scharfe Kanten keinen unverwundet lassen. Sechzehn Jahre später hat die Vergangenheit die drei plötzlich wieder im Griff, und alles, was so lange ungesagt war, bricht sich Bahn – mit unberechenbarer Wucht.

Vielen Dank für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Rezension

Wer Mareike Fallwickl von Twitter oder über ihren Blog kennt, wird schon wissen, dass man ein Buch aus ihrer Feder einfach lesen muss. Diese Frau hat Biss, Ahnung von dem was sie tut und einen guten Geschmack. Und für alle anderen versuche ich jetzt mal, dieses Buch Revue passieren zu lassen.

Als ich den Klappentext zum ersten Mal gelesen habe, hatte ich Angst, dass mir das Buch vielleicht nicht gefallen könnte. Meine schlimmste Befürchtung war die Beschreibung einer Kinder-/Juggendfreundschaft aus Erwachsenenaugen, die zu wenig Raum für eine Geschichte lässt. Meine große Hoffnung war eine Geschichte über Freundschaft und ihre Abgründe – und ich wurde nicht enttäuscht. Mareike Fallwickl hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sie hat mich regelrecht umgehauen.

Erzählt wird die Geschichte im Hier und Jetzt aus der Sicht von Moritz und Joahanna, rückblickend aber auch aus der Perspektiven von Marie. So setzt sich Kapitel für Kapitel eine Geschichte zusammen, deren Verlauf und Ausgang man so nicht erahnen kann. Moritz ist ein zartes, einfühlsames Kind, was nicht zuletzt daran liegt, dass er Synästhetiker ist. Es wird im Buch nie explizit gesagt, wenn ich mich recht erinnere, wissen es nicht mal seine Eltern, doch Moritz hat sich Raphael anvertraut. Er ist der einzige, der zu wissen scheint, wie Moritz die Welt wahrnimmt und vereinzelt eine Bemerkung darüber macht. Und so macht auch der Buchtitel Sinn, denn es ist Raphaels Dunkelgrün fast Schwarz, das Moritz aus der Fassung bringt, als er nach über zehn Jahren ohne Kontakt plötzlich wieder vor ihm steht.

Zugegeben, Teile des Buches waren für mich tatsächlich ein bisschen zu abgefahren – Raphaels „Job“ und der Grund für die plötzliche Flucht zurück zu Moritz erschien mir ein bisschen weit hergeholt bzw. überzogen und Johannas devotes Verhalten, auch in Kombination mit ihrem Sexualverhalten, war mir fast zuviel. Beim Lesen der einzelenen Textstellen war schon leicht verwirrt, im großen und ganzen stört es mich rückblickend aber auch nicht und ergibt Sinn, denn es zeigt die Abgründe der beiden Charaktere nur noch deutlicher auf. Umso schwerer allerdings ist nachzuvollziehen, warum Moritz sich ausgerechnet diese beiden Menschen als einen so wichtigen Teil seines Lebens aussucht. Die Gründe hierfür erfahren wir dann aber auch aus seiner Sicht, ebenso wie das, was vor mehr als zehn Jahren geschehen ist und die tiefe Freundschaft der drei hat auseinander brechen lassen.

Nicht alle Charaktere waren mir sympathisch, genaugenommen eigentlich nur Moritz, und trotzdem fiel es mir nicht schwer, ihre Beweggründe und Handlungen nachzuvollziehen. Da hat die Autorin ganz Arbeit geleistet, ebenso wie in den Dialogen. Selbst das ungesagte, zwischen den Zeilen befindliche, wird spürbar und ganz besonders der Streit zum Ende des Buches hat es in sich. Die ganze Passage ist eine einzige Punktlandung.

Mareike Fallwickel spielt geschickt mit den einzelnen Perspektiven und verrät nie zuviel, sondern nur das nötigste, um die wichtigen Fragen aufzuwerfen. Es ist fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Ich musste es mir auf zwei Abende aufteilen, hätte es aber genausogut an nur einem Tag durchlesen können, wenn diese nervigen Alltagsdinge nicht dazwischen gekommen wären. Ich habe so viele Stellen markiert wie schon lange nicht mehr und ich möchte dieses Buch ausnahmslos jedem in die Hand drücken, weil ich glaube, dass jeder darin etwas für sich finden kann. Außerdem glaube ich nicht, dass ich jemals die richtigen Worte für diese Geschichte finden werde, deswegen erscheint mir das sinnvoller als diese Rezension.

Eine Freundin fragte mich nach einer Beschreibung und ich sagte: Ein belletristisches Coming of Age-Familien-Drama. Das hat sie überzeugt. Eine andere, kürzere Alternative wäre: Geiler Scheiß!


Dunkelgrün fast schwarz

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten || Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt; Auflage: 1 (5. März 2018) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3627002482 ||ISBN-13: 978-3627002480

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