Wochendings.

#Offlinegeplauder

Die letzten zwei Wochen haben mich echt geschafft. Nach dem Urlaub wieder auf die Arbeit zu kommen, ist nie spaßig. Festzustellen, dass dann noch jemand krank ist und man gleich wieder Vertretung machen muss, auch nicht. Manchmal läufts, aber manchmal ist einfach der Wurm drin und alles geht schief. Und dann kommt noch der ganze private Scheiß dazu, den eigentlich keiner braucht, wie zum Beispiel TÜV. Wäre jetzt auch an sich kein Problem, aber eigentlich wäre das schon im Mai fällig gewesen, zudem brauche ich vorher neue Bremsen und evtl. neue Reifen. Beim Zahnarzt war ich eher unplanmäßig, den Augenarzttermin hab ich tatsächlich vor ein paar Monaten selbst gemacht. Beide waren freudig-erregt, mich endlich mal wieder zu sehen (ich nicht so) und haben mir gleich Folgetermine aufgebrummt (fand ich jetzt auch irgendwie doof). Aber auch wenn ich per se keine Ärzte mag, war’s natürlich mal wieder nötig und zumindest vom Augenarzt hab ich jetzt vernünftige Werte bekommen, um mich endlich mal wieder um eine neue Brille zu kümmern. Das nehme ich mir für heute vor, inkl. der Passbilder, die ich für den im letzten Jahr schon abgelaufenen Personalausweis brauche. Ihr seht – ich bin unglaublich gut organisiert^^

Jetzt sitze ich hier, schreibe dieses Wochendings und merke, wie sich eine Migräne anschleicht, vermutlich genau deshalb, weil jetzt Wochenende ist und das ja jetzt wieder gut passt.

Über Twitter und Instagram habt ihrs vielleicht mitbekommen – der Kater war krank. Das ist immer großes Drama, vor allem deshalb, weil Tiere ja nun nicht sagen können, was ihnen weh tut. Zuerst dachte ich noch, es wäre vielleicht ein Stich (Biene oder Wespe), aber als es am nächsten Tag nicht weg war, war ich dann beim Tierarzt und es stellte sich als Abszess aus (kein Wunder bei dem Wetter). Es war… eklig, aber er hat brav alles mit sich machen lassen und sehr folgsam die Tabletten genommen.

Pünktlich zum Wochenende wurde meine Timeline dann sehr bunt – und das ist gut so. Die Ehe für alle ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der zudem längst überfällig war. Ich freue mich für alle, die nun endlich heiraten können <3

#Bookstagram

Ich lese zu wenig. Also, eigentlich ja nicht, aber im Moment sind nichtmal abends ein paar Seiten drin, eigentlich wird nur am Wochenende gelesen und das ist echt zu wenig. Ich merke, wie es mir fehlt, aber ich kanns gerade nicht ändern, weil ich einfach entweder ständig mit irgendwas anderem beschäftigt oder viel zu müde bin. Crystal Storms hab ich trotzdem endlich geschafft. Das war okay, allerdings merkt man, dass es aufs Ende der Reihe zugeht und Band 5 jetzt eigentlich mehr dafür da war, alle in Position fürs Finale zu bringen, als wirklich was zu erzählen. In meinem Harry Potter-Hörbuch-Marathon bin ich beim Feuerkelch angelangt, das Buch, das ich am wenigsten mag. Aber ich schaffe das! Angefangen habe ich We are okay von Nina LaCour, da bin ich jetzt in der Hälfte. Auch das find ich ganz gut, aber es ist auch ein bisschen deprimierend. Ich will nicht zu viel verraten, aber es ist in jedem Fall kein leichtes Jugendbuch.

Beim Bestellen bin ich etwas eskaliert, denn die Vintage Minis sind einfach zu hübsch – ich musste sie alle haben. Aber bevor ihr jetzt ausrastet und es mir gleich tut – es sind ausgewählte Texte aus bereits erschienenen Büchern, deswegen lohnt es sich, vorher zu checken, was drin ist und ob man es nicht schon kennt. Wenn ihr allerdings nur sammeln wollt (wie ich) – meinen Segen habt ihr^^

Diese Woche war außerdem ein besonderes Jubiläum – am 26. Juni 1997 erschien Harry Potter and the Philosopher’s Stone mit einer Erstauflage von nur 500 Exemplaren. Was daraus wurde, ist unglaublich und ich fühle mich tatsächlich ein bisschen alt, wenn ich daran denke, dass Harry mich nun auch schon seit 19 Jahren begleitet. Ich hab durch diese Bücher so viel gelernt und gewonnen, ich möchte sie nicht mehr missen <3 Klar auch, dass ich natürlich die Jubiläumsausgabe(n) haben musste. Als könnte man sich für nur ein Haus entscheiden, pah! Allerdings kann ich euch sagen: Alleine für die Zusatzinfos lohnt es sich nicht, alle 4 zu kaufen, denn es steht eigentlich nichts drin, was ein Hardcore-Potter Fan noch nicht wusste.

#Woanders

Große Aufregung gab es diese Woche um Brandon Sanderson. Anabelle hat dazu einen kurzen, aber sehr treffenden Beitrag geschrieben. Gegenstand der Diskussion ist ein Essay von ihm aus 2007, in dem er sich über Dumbledore und seine Homosexualität äußert. Das Essay bzw. den Beitrag samt Sadersons Erklärung könnt ihr hier lesen, Anabelles Beitrag findet ihr hier. Ich befürchte, das viele, die die entsprechenden Textstellen getwittert haben, sich nicht die Mühe gemacht haben, den kompletten Text zu lesen und seinen Standpunkt zu sehen. Ich will Sanderson nicht in Schutz nehmen und ich teile seine Meinung diesbezüglich nicht. Was er in dem urspründlichen Essay geschrieben hat, richtet sich an seine Gemeinde (er ist Mormone) und soll erklären, warum die Enthüllung über Dumbledores Sexualität die Bücher eben nicht ruiniert. Einige Ansätze, wie zB das er positiv hervorhebt, dass Dumbledore seine Sexualität nicht auslebt und sie scheinbar unterdrückt, sind scheiße. Da brauchen wir nicht drüber zu reden. Ich für mich kann mit seinem Glauben nichts anfangen, aber ich kann verstehen, woher sie kommt und wie sie sich begründet. Ich muss sie nicht teilen und schon gar nicht gut finden, aber unterm Strich war der Text nicht für mich, sondern für Menschen, die nicht damit klarkommen, das Dumbledore schwul ist. Und abgesehen von den deplazierten Brocken seiner persönlichen Einstellung kommt zumindest für mich gut rüber, was er eigentlich sagen will. Ob man das nun auch so sehen kann oder ihn lieber boykottiert, bleibt jedem selbst überlassen.

Mareike hat eine Liebeserklärung an den Blumenbar Verlag geschrieben. Ich stimmer voll und ganz zu. Ansonsten war das vorherschende Thema meiner TL das LitCamp in Heidelberg, aber auch die LBC kam nochmal zur Sprache, nämlich durch den Bericht von Jan. Ich bin immer noch traurig, dass ich dann doch nicht da war, aber ich habs fest für nächstes Jahr vor. Und dann verlinke ich euch Anabelle nochmal, einfach weil ich es kann und der Beitrag wirklich sehr lustig ist. Passend dazu auch der Beitrag von Ilja, wie man zu einem erfolgreichen Blogger wird. Bitte alle lesen und beherzigen!! Sandro hat vor einiger Zeit eine Umfrage gestartet, an der ich auch teilgenommen habe. Thema waren Literaturblogs und ihr Einfluss, jetzt gibts die Ergebnisse. Überraschung: Blogs haben tatsächlich einen Einfluss^^ Kerstin stellt auf ihrem Blog ein Notizbuch-/Kalendersystem vor, in das ich mich quasi sofort verliebt habe. Es ist sehr teuer, aber ich hab es nichtmal benutzt und bin schon überzeugt davon. Und zuletzt noch eine Kolumne von Lina, die ein Gefühl beschreibt, das ich sehr gut kenne.

#UndSonstSo

Es gibt ein neues John Green Buch. Das ist zwar jetzt schon fast keine News mehr, aber ich wollte es doch noch mal erwähnt haben. Es erscheint noch dieses Jahr (Oktober), ebenso die deutsche Übersetzung (vor Weihnachten bei Hanser) und hier steht alles, was bisher bekannt ist. Ich bin gespannt, habs bereits vorbestellt und werde dann zeitnah berichten. Erwartungen hab ich keine, ich lass mich einfach überraschen.

Gleich zwei 10jährige Jubiläen gibt es dieses Jahr zu feiern. Zum einen ist da City of Bones, das zum ersten Mal 2007 erschien und mittlerweile unzählige Folgebände hat. Passend dazu kommt eine schicke Jubiläumsausgabe (illustriert) mit ganz viel Bonuscontent. Und zum anderen ist da noch The Name of the Wind, das ebenfalls zehn Jahre alt wird. Auch hier gibts eine illustrierte Sonderausgabe mit Karten und einem name-pronounciation guide – yay! Das Cover ist nett, mir gehts mehr um die Illustrationen innen drin, die wirklich unglaublich fantastisch aussehen.

Bettina Böttiger kennen die meisten wahrscheinlich aus dem Kölner Treff, jetzt hat sie eine eigene Büchersendung, die ab Montag ausgestrahlt wird. Ich wusste das schon vorher, aufgefallen ist es mir jetzt allerdings erst, als sie mit dieser Aussage in Zusammehang mit der Sendung zitiert wurde „Ich bin keine große Freundin von Unterhaltungsliteratur. Viele Menschen wollen sowas zur reinen Entspannung lesen, und das ist ihr sehr gutes Recht. Aber ich brauche solche Bücher nicht zu propagieren, die finden ihre Leser ja auch so“. Blöd, wo sie doch so Leute wie Frank Schätzing, Melanie Raabe, Kai Meyer und Wolgang Hohlbein besucht, die mMn exakt das schreiben. Aber schaun wir mal.

#AufDenOhren

Das neue Lorde-Album ist großartig, die Foo Fighters bringen auch noch ein neues Album raus und Fall Out Boy hat Champions veröffentlicht. Es ist ein wunderbares Musik-Jahr bisher und es wird noch besser!

Und nochmal zur Migräne… ich dachte, frische Luft hilft vielleicht, also ging ich spazieren. Geholfen hats nicht, aber es kamen schöne Bilder dabei raus. Habt eine schöne Woche! <3

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Professionalisierung? Monetarisierung? Und das alles mit einem Buch-Blog?

Ich finde, es gibt durchaus Dinge, bei denen man nicht sofort ja oder nein schreien muss, die sich aber trotzdem zu diskutieren lohnen. Geld verdienen mit einem Buchblog ist so eine Sache und es ist  notwendig darüber zu reden, weil immer noch nicht bei allen Mitdiskutierenden angekommen ist, um was es hier eigentlich geht.

Ausgangspunkt: Food-, Reise-, Beauty- und fast alle anderen Bloggergruppen werden für ihre Zusammenarbeit mit Firmen gesponsert. Wieso also nicht Buchblogger auch?

Grundsätzlich eine berechtigte Frage. Sobald man die aber nur ansatzweise anspricht, schreit sofort wer „Aber ihr bekommt doch Rezensionsexemplare!“ Das ist zweifelsohne richtig, aber eben auch falsch. Man bekommt die in den seltensten Fällen „einfach so“ und wenn doch, dann meistens in Form von Büchern, die man eigentlich gar nicht lesen will. Will man ein bestimmtes Buch, muss man es in der Regel beim Verlag anfragen. Aber auch dann heißt das nicht, dass man das Buch automatisch bekommt. Je nach Titel schauen die Verlage den Blog und die Vernetzung an – kurz gesagt: Sie prüfen, wie viele Leute Buch X auf Blog Y erreichen könnte und ob sich das für sie lohnt. Nicht selten bekommen mittelbekannte bis kleine Blogger dann eine Absage. Das nur kurz dazu.

Wenn man das Rezensionsexemplar aber bekommt, ist es kein Geschenk oder sonst was wahnsinnig tolles (auch wenn man sich natürlich freut, wenn man vor Veröffentlichung eine heiß ersehnte Neuerscheinung bekommt) – es ist in erster Linie ein Arbeitsmittel.

Der Blogger muss es lesen, sich damit auseinander setzen, sich Gedanken dazu machen, die schriftlich festhalten und dann am besten das Ganze noch optisch schön aufbereiten. Das ist eine ganze Menge Arbeit und gemessen an dem Wert des Buches schlicht nicht aufzurechnen. Unbezahlbar quasi. Also nein, Rezensionsexemplare sind keine Bezahlung.

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Sollen Rezensionen bezahlt werden? vs. Das ist doch Bestechung!

Das größte Problem von allen ist, dass das überhaupt nicht die Frage ist. Ich persönlich kenne keinen Buchblogger, der sich mit Monetarisierung auseinandersetzt und für seine Rezensionen bezahlt werden will. Also hört auf, ihnen das zu unterstellen. Was ich allerdings kenne, ist das flaue Gefühl im Magen, wenn ich ein Rezensionsexemplar gelesen habe und es scheiße fand. Dann hat man zwei oder drei Möglichkeiten:

Man sagt dem Verlag, dass man keine Rezension zu dem Buch schreiben wird.

Entweder ist man dabei ehrlich oder man verzichtet auf den Grund. In jedem Fall zieht man sich sauber aus der Affäre. (Pro-Tipp: Viele Blogger haben Rezensionsgrundsätze auf ihrer Seite [es gibt z. B. Blogger, die nur Bücher empfehlen wollen und das ist ok]; vielen Verlagen ist es egal, ob die Rezension gut oder schlecht ist, Hauptsache sie ist da. Wenn ihr ein ungutes Gefühl habt – egal in welche Richtung – sprecht mit euren Ansprechpartnern darüber, dann findet sich eine für alle zufriedenstellende Lösung.)

Man rezensiert ehrlich, wie man es empfunden hat.

Sicher, hier besteht die Gefahr, dass Verlag und/oder Autor das vielleicht nicht ganz so toll finden. Wer findet es schon gut, wenn jemand seine Arbeit doof findet? Aber die Frage hier ist ja auch ein bisschen der Ton. Wenn ich in meiner Rezension vernünftig begründen kann, wieso mir das Buch nicht gefallen hat, ohne dabei den Autor zu beleidigen (persönlich werden sollte man sowie nicht) – wo ist dann das Problem? Kann ich meine Meinung nicht vernünftig begründen, werde vielleicht sogar beleidigend oder schreibe einen richtig, richtig bösen Verriss… tja, dann muss ich damit rechnen, dass das nicht gut gefunden wird. Verlage und Autoren sind letztendlich aber auch erwachsene Menschen. Wenn die es nicht schaffen, über einer ehrlichen, negativen Rezension zu stehen, läuft generell was falsch. (Wichtig zu erwähnen finde ich hier auch: Was der eine doof findet, findet ein anderer vielleicht gerade gut – deswegen müssen negative Rezensionen nicht gleich negativ fürs Buch sein. Oft wird ein Buch auch gerade wegen eines Verrisses gekauft.)

Man rezensiert besser als man es empfunden hat, weil man sich nichts verscherzen will.

Wer diese Möglichkeit auch nur in Betracht zieht, hat ein ganz anderes Problem und sollte alles, was mit Professionalisierung oder gar Monetarisierung zusammenhängt einfach ganz schnell vergessen und froh über all die Goodie-Bags und Bloggerfrühstücke sein, an denen man teilhaben kann. Ganz ehrlich – niemand möchte angelogen oder auch nur angeflunkert werden. Kannst du nicht ehrlich sein, dann sag lieber gar nichts oder lies dir nochmal Punkt 1 durch. Blogs werden hauptsächlich deswegen gelesen, weil man Buchbesprechungen abseits des Feuilletons sucht – ehrliche, oft auch emotionale, Beiträge, die sich nicht an allgemeinen literarischen Grundregeln orientieren, sondern bei denen der Blogger als integere Persönlichkeit mit seiner Meinung geschätzt wird. Setzt das nicht aufs Spiel und mach dich nicht unglaubwürdig!

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Warum sollte mir überhaupt jemand Geld bezahlen? Es ist doch schließlich mein Hobby!

Choose a job you love, and you will never have to work a day in your life.

– Confucius

Warum haben wir denn Hobbys? Im Grunde doch, um uns vom Alltag abzulenken, vielleicht weil wir einen Job haben oder einem Studium nachgehen, dass uns eben nicht vollkommene, pure Freude bereitet. Konfuzius hat natürlich recht mit dem was er sagt, aber ganz ehrlich – die wenigsten können das von sich behaupten oder für sich umsetzen – aus welchen Gründen auch immer. Deswegen suchen wir uns in unserer Freizeit Sachen, in denen wir aufgehen. Zum Beispiel das Lesen und darüber bloggen.

Jetzt gibt es Menschen, die das nur zum Spaß machen und sonst keinen weiteren Gedanken daran verschwenden. Vorteile wie Verlagsbekanntschaften, Freundschaften mit anderen Bloggern oder die Teilnahme an den Buchmessen und diversen Veranstaltungen sind ein nettes Plus, aber ansonsten soll es vor allem Spaß machen. Das ist vollkommen okay und niemand will da irgendwem rein pfuschen. Es gibt aber eben auch die anderen, die einen hohen Anspruch an sich selbst haben und jeden Beitrag in der bestmöglichen Version abliefern wollen (nein, allen anderen will ich das nicht absprechen, aber oft, nicht immer, ist genau das ein Unterschied, den man sieht/liest). Sie geben sich die größtmögliche Mühe. Die, die sich stundenlang damit beschäftigen, wie die Fotos aussehen sollen. Die, die Tage oder gar Wochen an nur einem Beitrag schreiben, um ihn so perfekt wie möglich zu machen. Die, die guten Content liefern. Die, die das Bloggen eben sehr professionell betreiben. Das sind die, die tatsächlich meiner Meinung nach auch Anspruch auf Bezahlung haben, wenn sie es denn wollen.

Wer bezahlt wen? Und wofür eigentlich?

Ab hier ist alles relativ schwammig – es gibt keine festen Regeln und keinen Mindestlohn, es geht aber auch nicht so sehr um regelmäßige Tätigkeit als vielmehr einzelne Beiträge. Fakt ist: Reich wird man damit ganz sicher nicht. Cool wäre, wenn man die laufenden Kosten für den Blog decken kann und vielleicht bleibt am Ende ein kleiner Nebenverdienst übrig – allein vom Bloggen über Bücher wird man aber nicht leben können.

Der Kunde und der Blogger finden sich, einigen sich auf eine Leistung, die hoffentlich beiden etwas bringt, gegen ein gewisses Entgelt. Das können einzelne Posts sein, aber auch Bannerwerbung oder diverse Veranstaltungen & Vorträge sind bereits im Gespräch bzw. in der Umsetzung. Hier baue ich darauf, dass die Beteiligten kreativ werden und sich zukünftig noch mehr Möglichkeiten finden. Letztendlich entscheidet der Partner, ob der Blogger das Geld wert ist oder nicht. Nur weil ich jetzt sage, dass ich Geld für einen Beitrag über Lesezeichen haben will, wird niemand kommen und mir einfach die Summe zahlen, die ich veranschlage. Aber gibt es zum Beispiel eine Firma, die ich super finde und für die ich gerne ein bisschen werben würde, kann ich sie anschreiben und ihnen anbieten, was ich mir vorgestellt habe. Wenn sie annehmen, kommen wir zusammen und einigen uns auf eine Entlohnung. Wenn nicht, dann eben nicht.

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Ist auf allen Blogs dann nur noch Werbung und gesponserter Content?

Das wage ich zu bezweifeln, denn wie gesagt – zuerst einmal geht es hier nicht um alle Blogs, sondern um die, die professionell aufgestellt sind und das auch machen wollen. Weiterhin glaube ich nicht, dass Verlage und Firmen mit den Bloggern jetzt im Wochentakt irgendwelche neuen Kooperationen eingehen. Und dann gehören solche Beiträge ja auch immer noch gekennzeichnet – deshalb liegt’s nicht zuletzt ein bisschen am Leser, wie sehr und stark sich das durchsetzt. Will man sowas gar nicht lesen, muss man die entsprechenden Blogs halt entfolgen oder anders darauf reagieren. Grundsätzlich aber müssen sponsored posts nichts Schlechtes sein. Solange sie zum Blog passen, ehrlich geschrieben und gut gemacht sind, spricht überhaupt nichts gegen ein bisschen Werbung. Als Beispiel aus einem anderen Bereich würde ich da Anna Frost und Lina Mallon nennen – für mein Empfinden sind deren sponsored posts so gut gemacht, dass ich es oft nicht mal merken würde, wenn es nicht dabei steht. Klar fällt irgendwann der Markenname – die wichtige Frage ist aber doch: beeinflusst mich allein das Namedropping oder die Argumente für das Produkt? Schließlich zwingt mich niemand, es im Anschluss zu kaufen.

Okay, und jetzt?

Fassen wir zusammen…

+ Monetarisierung geht nicht ohne Professionalisierung!

+ Guter Content überzeugt immer. Schlechter Content bleibt einfach schlechter Content.

+ Nur weil man Geld für eine gute Leistung bekommt, verkauft man nicht gleich seine Seele.

+ Vermutlich wird niemand davon reich, aber im günstigsten Fall profitieren alle Beteiligten.

+ Der Leser entscheidet, wie erfolgreich Kooperationen sind und wie gut sie ankommen.

Ja, aber die Beauty-Blogger & Co. …!

Auch die haben klein angefangen. Dass einige tatsächlich von ihrem Blog leben können ist super, aber letztendlich auch sehr harter Arbeit geschuldet. Darüber muss man sich einfach klar sein. Genauso klar muss einem sein, dass man mit Nagellack- oder Make-Up-Proben seine Miete nicht bezahlen kann oder eine Design-Lampe den Kühlschrank nicht mit Essen füllt. Die Mehrheit bekommt die Arbeitsmittel – die wirklich erfolgreichen sind es letztendlich nur, weil ihre Blogs gelesen oder ihre Videos geklickt werden.

Und wo stehst Du mit deinem Blog?

Ich für meinen Teil – irgendwo dazwischen. Im letzten Jahr hab ich einen recht emotionalen Beitrag zum Thema geschrieben (Warum blogge ich eigentlich?!), der an sich immer noch wiederspiegelt, wie ich im Grunde darüber denke, sich aber durch die Diskussionen in diesem Jahr auch ein bisschen relativiert hat.

Es ist letztendlich wahr – gute Arbeit verdient eine gute Bezahlung. Aber zum einen ist meine Reichweite für die meisten wahrscheinlich uninteressant, zum anderen kann ich nicht versprechen, dass ich immer 100%ig verfügbar wäre – ich kann mir nur die Zeit frei einteilen, die mein Vollzeitjob nicht beansprucht und das ist neben allem anderen was so anfällt, nicht mehr viel. Ich habe nicht die feste Absicht, aktiv und mit Aufwand Geld mit meinem Blog zu verdienen, aber ich stelle mich auch nicht dagegen. Wenn es passt und sich anbietet – gerne. Dann bin ich auch bereit, die nötigen Schritte zu gehen. Aber realistisch betrachtet bin ich mit meinem Blog jetzt schon nur die 28igste Wahl zwischen all den anderen, die das – zum Teil – aktiver und besser angehen. Und das ist okay. Was halt irgendwie immer beim Bloggen gilt: Alles kann. Nichts muss.


Hier noch ein paar Links zum Thema, über die ich gestolpert bin, in loser Reihenfolge:

Who is Kafka? || Die Bücherkrähe || Julias Wunderland || Kielfeder || Piper Kolumne || Buchkolumne || Book Walk || nochmal Book Walk || Lesestunden || Stehlblüten || Clever bloggen

Bildnachweis: Unsplash

Fragen über’s Buchbloggen

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Wie läuft das mit dem Bücherbloggen? Diese Frage hat sich Tobi von Lesestunden vor ein paar Tagen gestellt und für sich selbst sehr ausfühlich beantwortet. Warum ich blogge, habe ich im Dezember schonmal in Worte gefasst, aber die Frage ‚wie‘ finde ich auch ganz interessant. Am Ende von Tobis Text stehen ein paar Fragen, die das ein wenig näher beleuchten sollen und weil ich sie zum einen ganz spannend finde, mir aber auch zum anderen gerade langweilig ist, beantworte ich die jetzt.

Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht?

Das ergibt sich bei oder nach dem Lesen. Wenn ich feststelle, dass ich zu dem Buch etwas sagen kann und will, was im günstigsten Fall noch keiner vor mir gesagt hat, schreibe ich was dazu. Genauso wenn es zB ein Buch ist, dass alle mögen (oder nicht mögen) und ich nicht mag (oder eben im Gegensatz zu anderen mag).

Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge?

Für Rezensionen reicht das Buch als Inspiration. Wie schon gesagt: Wenn ich etwas zu sagen habe, dann tue ich das. Und auch sonst… es kann alles sein, das mich beschäftigt oder auch nichts. Mal ist es ein Tweet, mal ein anderer Blogpost oder einfach nur ein Gespräch.

Was willst du mit deinem Blog erreichen?

Ich möchte über Bücher reden, vornehmlich mit Menschen, die das auch interessiert. Das funktioniert im Grunde auch sehr gut über Twitter, Instagram oder Goodreads, aber auf dem Blog bleibt es halt. Man kann per Suchfunktion nach bestimmten Inhalten suchen und es ist zudem eine schöne Art, mein Leseverhalten zu dokumentieren. Natürlich freue ich mich über jeden Leser, der mehr dazu kommt – aber selbst wenn nur ein einziger Mensch ein Buch kauft, weil ich es empfohlen habe, hat es sich für mich schon gelohnt.

Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags?

Das kommt ganz drauf an. Es dauert so lange, wie es dauert bis ich damit zufrieden bin. Das kann schnell gehen, kann sich aber auch sehr lange ziehen. An manchen Beiträgen schreibe ich immer mal wieder über Wochen, bis sie endlich veröffntlicht werden.

Wie oft erscheint in deinem Blog ein Beitrag?

In der Regel zweimal die Woche, es sei denn, ich habe wirklich viel Zeit – sowohl zum Lesen als auch zum Schreiben.

Bloggst du regelmäßig und hast feste Tage bzw. Abstände in denen Beiträge erscheinen?

Jein. Wenn ich viel habe, versuche ich trotzdem nur jeden zweiten Tag etwas zu veröffentlichen, sonst kann das ja keiner alles lesen. Einmal wöchenlich mache ich meinen Wochenrückblick (meist Samstags) und einmal im Monat den Monatsabschluss – da kann es dann schonmal eng werden, weil die eben zu festen Terminen erscheinen.  Ich bin aber allgemein kein großer Freund, Beiträge sehr lange im Voraus zu planen.

Hast du einen festen Tag, an dem du Blogbeiträge schreibst und dich um deinen Blog kümmerst?

Meist am Wochenende. Manche Rezensionen wollen sofort raus, die schreibe ich dann auch sofort, weil das schnell geht; andere Sachen brauchen mehr Zeit und die nehme ich mir dann eben am Wochenende.

Hast du mehrere Beiträge fertig verfasst als Entwurf, oder veröffentlichst du jeden Beitrag sofort?

Ich lese ca. 3 Bücher in der Woche, d.h. im schlimmsten Fall schreibe ich an einem Samstag z.B. 3-4 Rezensionen, mache die entsprechenden Bilder und plane die für die kommende Woche. Oder eben auch nicht, wenn ich zum Beispiel mal keine Lust habe. Bei besondere Blogbeiträgen überlege ich mir natürlich, wann ich die am besten veröffentliche, andere müssen aber auch mal sofort raus. Es ist ein Mischung aus grobem Plan und Spontanität.

Hast du Hilfsmittel, wie einen Planer, eine App oder irgendein Gadget?

Ich hab mir Anfang des Jahres einen Blogplaner gekauft, aber lose Zettel und PostIts dominieren immer noch mein Bloggerdasein. Ich komme so langsam in das Alter wo ich jede Idee aufschreiben muss *hust* und meist hab ich alles dabei, nur eben den Blogplanner nicht. Um Statistiken zu führen ist er aber ganz gut, wenn man denn was einträgt. (Funfact: Seit Ende Januar habe ich natürlich nichts mehr eingetragen…)

Schreibst du deine Beiträge direkt in WordPress bzw. der Blogsoftware, oder zuerst auf Papier oder in anderer Software?

Ich schreibe sie im Texteditor grob runter, dann lese ich drüber, formuliere um oder neu und prüfe Rechtschreibung und Grammatik in Word. Anschließend kommt der Text erst in WordPress um ihn zu formatieren. Ich kann nicht verstehen, wieso es immer noch Leute gibt, die in der Blogsoftware schreiben… spätestens wenn einem das einmal ohne Zwischenspeicherung abgeschmiert ist, hat man dazu doch keine Lust mehr.

Schreibt du die Beiträge auf einmal, oder in mehreren Schritten?

Das kommt drauf an, das hab ich ja in einer der oberen Fragen schon erklärt.

Hast du schon einmal einen Beitrag komplett verworfen, weil du mit der Qualität nicht zufrieden warst?

Ja, öfter. Wenn es nicht läuft, läuft es nicht. Dann lieber nicht veröffentlichen, als was rauszuhauen, mit dem man nicht voll zufrieden ist.

Wo schreibst du deine Beiträge (z.B. immer auf dem iPad Pro in der Badewanne)? Gibt es ein Bild von deinem „Blogarbeitsplatz“?

Am Laptop in meinem Lesesessel vor dem Fernseher. *husthust* Ich würde ja ein Bild machen, aber ich hab nicht aufgeräumt…^^

Bloggst du alleine oder mit anderen zusammen?

Alleine. Mein Blog, meine Party.

Machst du für deine Beiträge eigene Fotos? Wenn ja, welche Rolle spielen sie für dich und wie bereitest du sie auf? Wie viel Zeit investierst du für deine Fotos?

Ich lebe nach dem Minimalprinzip. Es muss möglichst schnell und möglichst einfach ein möglichst gutes Foto rauskommen. Ich habe weder Zeit noch Lust noch ausreichend Kenntnis, um stundenlang irgendwelche Bilder zu bearbeiten. Ich nehme das Buch und nehme es aus verschiedenen Perspektiven auf; das Bild, das mir am besten gefällt wird genommen und vielleicht noch ein bisschen optimiert (z.B. mit PicMonkey) – fertig. Mittlerweile benutze ich ja wenigstens die Kamera, früher war es nur das Handy (das können auch schöne Bilder werden, müssen aber nicht zwangsläufig).

Besprichst du auch Rezensionsexemplare und wie gehst du damit um?

Selten bis gar nicht. Ich fordere von mir aus gar nichts an, manchmal antworte ich auf eine Verlagsmail, wenn das Buch ohnehin auf meiner Wunschliste steht, aber auch eher nach dem Motto ‚Ich würde mich freuen, aber wenn nicht ist auch ok‘. Ich würde sie gerne als Anerkennung für gute Zusammenarbeit sehen, in der Realität sind sie für mich aber mit Stress und Erwatungsdruck verbunden.

Wie wichtig sind für dich Social Media Kanäle und wie viel Zeit und Aufwand verbringst du, sie zu pflegen?

Ich bin auf den Social Media Kanälen nicht aktiv, um meinen Blog zu promoten, sondern weil es mir Spaß macht. Klar, neue Blogbeiträge teile ich auch über Twitter, aber das sind vllt. 5% von dem was ich insgesamt über Twitter von mir gebe. Viel wichtiger ist mir da der generelle Austausch und nicht der Blog. Die FB-Seite zum Blog habe ich eigentlich nur, weil ich weiß, dass manche eben deine FB-Seite liken um nichts zu verpassen, anstatt deinen Blog in den Feedreader zu packen. Aber so wahnsinnig viel bringt mir die nicht und ich bin da auch nicht so sehr bestrebt, die mit Content zu füllen um mehr Leser zu bekommen.

Wie viel Zeit investierst du in technische Anpassungen und Pflege deines Blogs?

Kaum bis gar nichts. Ich habe generell sehr wenig Ahnung davon, weswegen ich meinen Blog auch nicht selbst hoste und nur auf fertige Themes zurückgreife. Ich schaue dann zwar, dass alles funktioniert, kann damit dann aber auch recht lange recht gut leben, weil ich es eh nicht ändern kann^^

Was recherchierst du, bevor du ein Buch rezensierst?

Die Buchdaten. Viele Autoren, die ich lese, verfolge ich generell und habe somit hier und da ein bisschen Hintergrundwissen. Manchmal lasse ich was aus einem Artikel einfließen, den ich gelesen habe, aber ich informiere mich nicht zwanghaft über irgendwas.

Machst du auch einmal eine längere Pause vom Bloggen?

Definiere lange? Ich habe noch keine klassische Blogpause eingelegt, aber es gibt immer mal Phasen, in denen ich mehr oder weniger blogge. Das ist aber ganz normal; der Blog ist schließlich nicht mein Job und manchmal bleibt einfach keine Zeit. Aber ich hab noch nie dran gedacht, dass ganze aufzugeben.

Beeinflussen dich andere Blogger oder Verlage über Themen oder Bücher zu schreiben? Wie groß ist dieser Einfluss?

Manchmal werde ich gefragt, ob ich zu dem Buch, dass ich gerade lese, eine Rezension schreibe; manchmal mache ich einen Hype mit (Shades of Grey…), aber es muss mir halt auch was dazu einfallen oder ich muss die Lust haben. Oft schreckt es mich auch einfach ab, wenn sich gefühlt alle auf ein bestimmtes Buch stürzen. Wenn Verlage ihre Bücher sehr stark bewerben macht mich das eher skeptisch.

Wie entscheidend ist für die die Aktualität eines Buches? Schreibst du lieber über aktuelle Bücher oder ist der Erscheinungszeitpunkt egal?

Das ist mir egal. Ich lese, wozu ich Lust habe und wenn das Sturmhöhe ist und ich dazu was schreiben will, dann mach ich das.

Wenn ihr Lust habt, Tobis Fragen auch zu beantworten, findet ihr hier den Beitrag.