Viele Wege führen nach Waringham…

… aber welchen soll ich nehmen, wenn ich damit anfangen will?

Das ist immer ein bisschen das Problem, wenn ich versuche, jemanden von dieser Buchreihe zu überzeugen. Die Bücher sind unheimlich dick, es gibt gleich fünf davon (+ Der König der purpurnen Stadt, der ja auch irgendwie damit zu tun hat) und kaum jemand hat Lust, sich durch Bücher (inklusive erweiterter Ausgabe), Hörbücher (gekürzt + ungekürzt) sowie die Hörspiele durchzuarbeiten. Aber da kann ich helfen, denn ich kenne sie alle. Ich habe alle Bücher gelesen, mehrmals; alle Hörbücher durchgehört und mich mit den Hörspielen beschäftigt.

Warum ich die Reihe so liebe, habe ich übrigens hier schonmal erklärt. Lasst euch nicht gleich abschrecken, nur weil ihr vielleicht keine Historischen Romane mögt – die mag ich nämlich eigentlich auch nicht. Eigentlich…

Fangen wir also an…

Als erstes hab ich euch ein kleines Flowchart gebastelt, mit dem ihr rausfinden könnt, welches Medium für euch am ehesten in Frage kommt? Bereit? Los geht’s!

(Ja, da steht zweimal Hörspiel, nein, ich will euch nicht verarschen. Ich erkläre das weiter unten unter dem Punkt Hörbücher.)

Die Bücher

Die Reihenfolge ist wie folgt:

(Der König der purpurnen Stadt)
Das Lächeln der Fortuna
Die Hüter der Rose
Das Spiel der Könige
Der Dunkle Thron
Der Palast der Meere

Man beachte hierbei, dass Der König der purpurnen Stadt nicht direkt Waringham zugeordnet wird, allerdings spielen Gervais of Waringham und Geoffrey Dermond darin eine nicht unwichtige Rolle – sie sind die Väter von Robin of Waringham und Mortimer Dermond, um die es im Lächeln der Fortuna geht. Es passt also chronologisch davor und eignet sich als sanfter Einstieg (es ist auch ein bisschen dünner als der Rest), ist aber auch nicht notwendig, um in Waringham klarzukommen.

Außerdem gibt es zwei (!!) Ausgaben vom Lächeln der Fortuna, zum einen die normale, ursprünglich erschienene und eine erweiterte Ausgabe, die vor ein paar Jahren nochmal zusätzlich veröffentlicht wurde. Der Hintergrund dazu: Als Gablé Das Lächeln der Fortuna schrieb, stürzte ihr PC ab – der Klassiker – und das Manuskript war, zumindest in Teilen, verloren, eine Sicherung nicht mehr auffindbar. Was also tun? Neu schreiben natürlich, und so kam es zur ursprünglich veröffentlichen Fassung. Vor ein paar Jahren allerdings ist ihr – auf welchem Weg auch immer – die verloren geglaubte Sicherung wieder in die Hände gefallen und der Verlag hat sich dazu entschieden, diese als erweiterte Ausgabe zu veröffentlichen. Die Unterschiede zur normalen Ausgabe sind minimal, abgesehen von den letzten ca. 200 Seiten, auf denen ein paar Charaktere auftauchen, die es in der normalen Ausgabe nicht gibt und die Handlungsstränge bekommen, die in den weiteren Bänden natürlich nicht weiterverfolgt werden, weil es sie in der normalen Ausgabe nicht gab. Die erweiterte Ausgabe ist also nur ein netter Zugewinn für Fans, aber kein Muss.


Die Hörbücher

Hierfür braucht man gute Nerven und einen langen Atem… wie ich gerade gesehen habe, gibt es Band 1-3 nämlich nur als gekürztes Hörbuch. Ich persönlich hab damit schlechte Erfahrungen gemacht und bin einfach nicht begeistert davon, wenn man zum Teil wahllos Sachen streicht. Die Bände 4 und 5 hingegen sind in voller Länge verfügbar und das sind pro Hörbuch mal eben >30 Stunden. Das muss man dann schon auch wollen.

Detlef Bierstedt (aka die Stimme von George Clooney) macht das sehr gut, aber gekürzte Hörbücher kann und mag ich einfach nicht empfehlen.


Die Hörspiele

Vorweg dazu: Die Höspiele sind exklusiv von audible produziert, es führt also kein legaler Weg am großen, bösen A vorbei.

Für mich sind sie aber die beste Mischung aus selber lesen und hören und möglicherweise der einfachste Einstieg für alle, die sich von >1.000 Seiten zu lesen überfordert fühlen, denen aber ein vorgelesener Text zu monoton ist. Verschiedene Sprecher interpretieren hier den Text in den Dialogen, die Erzählstimme ist weiterhin die von Detlef Bierstedt und hinzu kommen die passenden Hintergrundgeräusche – wie man das von Hörspielen eben so kennt.

Beachten sollte man, dass die Romane hier jeweils dreigeteilt sind, außerdem sind noch nicht alle erschienen. Dementsprechend ergibt sich folgende Reihenfolge:

(Der König der purpurnen Stadt)
(Jonah – Die Lehrjahre || Jonah – Der Aufstieg || Jonah – Das Imperium)

Das Lächeln der Fortuna
Robin – Die Flucht || Robin – Die Wende || Robin – Die Rückkehr

Die Hüter der Rose
John – Die Brüder || John – Der Handel || John – Der Verrat

Das Spiel der Könige
Julian – Königstreue

Ich gehe stark davon aus, dass nach und nach auch die weiteren Teile erscheinen werden, einfach weil die Reihe so erfolgreich ist, versprechen kann man das aber natürlich nicht. Auch hier gilt wie bei den Büchern (s.o.): Der König der purpurnen Stadt ist kein Muss. Die Geschichte ist aber in sich abgeschlossen und wenn man danach keinen Bock mehr auf mehr hat, hat man nichts verloren. Wenn man aber direkt mit Robin einsteigt, fällt das aufhören danach natürlich schwerer – schließlich will man dann auch wissen, wie es mit seinen Söhnen weitergeht. Gekürzt ist hier wenn überhaupt nicht viel – mit den je drei Teilen kommt man auch auf 30-40 Stunden – und selbst wenn fallen die Kürzungen hier nicht auf, weil die Geschichte in sich logisch umgesetzt ist.


Super – und wo fange ich jetzt an?!

Ich würde mal ganz wagemutig sagen – am Anfang. Wenn ihr allerdings rebellisch veranlagt seid, sucht ihr euch einfach die Zeit raus, die euch am meisten interessiert. Heinrich VIII? Dann ist es der Dunkle Thron. Francis Drake? Der Palast der Meere. Die Rosenkriege? Das Spiel der Könige. König Edward und der Schwarze Prinz? Das Lächeln der Fortuna. Oder doch der Hunderjährige Krieg und Jeanne d’Arc? Dann halt die Hüter der Rose. Und wer lieber englisch hört… auch da kann geholfen werden, die sind aber noch nicht ganz so weit wie auf deutsch.

Alle Unklarheiten beseitigt?

Lasst es mich wissen, wenn ihr jetzt noch Fragen habt – oder auch einfach, wenn ihr angefangen habt und euch die Geschichte gefällt <3

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Über Fortunas Launen…

Als ich am Samstag vor meinem Geburtstag letzte Woche im Badezimmer stand und die Waschbecken geschrubbt habe, hatte ich mein Handy in der Tasche meines Kaputzenpullis und die Kopfhörer auf den Ohren. Eigentlich war ich gerade live dabei, wie Jonah Durham Rupert Hillock endlich all das heimzahlen wollte, was er ihm über all die Jahre angetan hatte und ganz nebenbei wurden die Waschbecken sauber. Und plötzlich fiel mir etwas ein…

Es ist eine Ewigkeit her und vermutlich erinnere ich mich nur so genau, weil es eben an meinem Geburtstag war. Eine gute Freundin meiner Mutter schenkte mir, unter anderem, ein Buch, noch dazu ein sehr dickes. „Das Lächeln der Fortuna“ stand auf dem Cover, das ich unschlüssig anstarrte. Ein Danke kam mir über die Lippen, währenddessen erklärte die Freundin meiner Mutter, wie sie auf dieses Buch gekommen war. „Weil du dicke Bücher magst. Und Pferde. Die Buchhändlerin hat gesagt, das würde dir gefallen.“

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War das echt ihr ernst? Das konnte sie nicht ernst meinen. An sich war das ja nicht falsch – gegen dicke Bücher hatte ich gar nichts, schließlich hielten die ein bisschen länger und ja, Pferde mochte ich. Früher mal. In den Geschichten vom Ponyhof Kleines Hufeisen und der Wendy, aber ich bin nie geritten, hatte nie ein Pferd und abseits von Geschichten aus Büchern auch überhaupt keinen Bezug dazu. Und überhaupt – woher nahm die Buchhändlerin, die mich überhaupt nicht kannte, die Gewissheit, dass mir dieses Buch gefallen würde?

Ich bedankte mich nochmal, in der Hoffnung, dass es glaubwürdig klingen würde, legte das Buch zu den übrigen Geschenken und beschloss, dass es vermutlich niemandem auffallen würde, wenn ich es einfach nicht las.

Etwa eine Woche später stand wieder eine Familienfeier an – diesmal allerdings eine, bei der ich nicht mehr tun musste, als Kuchen essen und nett lächeln, den Rest der Zeit war mir langweilig. So furchtbar langweilig, dass ich kurz davor war, schlechte Laune zu bekommen und mir nicht zu helfen wusste. Fernsehen war keine Option und ich hatte nichts zum Lesen. Wobei, doch. „Das Lächeln der Fortuna“ lag noch immer auf dem Aquarium im Wohnzimmer, wo ich es nicht weggeräumt hatte. Lust darauf hatte ich immer noch keine, aber, so ging mir auf, es wäre tatsächlich besser, eine Weile in einem blöden Buch zu lesen und damit beschäftigt zu sein, als mich meiner miesen Laune weiter hinzugeben und früher oder später auch allen anderen damit auf den Nerv zu gehen. Ich nahm es also vom Aquarium herunter, legte mich auf die Couch und schlug es auf.

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Am Ende des Tages hatte ich die ersten dreihundert Seiten weggelesen und war vollkommen gefangen zwischen Schwertern im englischen Mittelalter, Ränkeschmieden und der ungeheuerlichen Geschichte um Robin of Waringham – oder besser gesagt dessen, was nach dem Tod seines Vaters davon übrig geblieben war. Es dauerte nicht lange und ich hatte das Buch durch – und begann es noch am gleichen Tag wieder von vorne. Ich war so begeistert, dass ich plötzlich nur noch Bücher von Gablé lesen wollte – was dann auch zum Problem wurde, weil es kaum welche gab. Ein paar Krimis, ja, aber das war wirklich nichts für mich. Außerdem wollte ich ja mehr über das Mittelalter wissen. Aber es gab nichts. Verdammt. Also, zumindest keine Fortsetzung. „Das zweite Königreich“ und „Der König der purpurnen Stadt“ waren zwar schon erschienen, aber nicht als Taschenbuch (und es sollte ja im Regal passen!) und abgesehen davon hatte das ja gar nichts mit Robin of Waringham zu tun und konnte deswegen nur blöd sein.

Aber das war es nicht. Sicher, es gab keinen Robin mehr und auch keinen Duke of Lancaster, aber König Edward und der schwarze Prinz waren auch okay, genauso wuchs mir Jonah ans Herz. Später kamen dann Caedmon, Aliesa und Edward der Bekenner dazu. Und dann folgten schließlich weitere Waringham-Romane, die zwar auch keinen Robin mehr hatten, dafür aber Raymond, in den ich über alle Maßen verliebt war. Dann kam Julian, den mochte ich nicht so sehr, die Geschichte um ihn herum dafür umso mehr. Nicholas erinnerte mich dann wieder ein bisschen an Jonah, was nicht zuletzt an seiner Schwärmerei für die Prinzessin lag und zu guter letzt kamen dann noch Isaac und Eleanor, die ihren ganz eigenen Charme mitbrachten und eine neue Ära einläuteten.

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Ich kann nicht sagen, was genau es ist. Ich lese sonst keine Historischen Romane, sie können mich einfach nicht packen. Es sind auch nicht die Pferde, mit denen habe ich immer noch keinen Vertrag (und es würde vermutlich auch ohne funktionieren). Aber als letztlich jemand fragte, zu welchem Feel-Good-Buch ich immer wieder greife, wenn ich etwas brauche, das mir ein vertrautes Gefühl gibt, kam Gablé wie von selbst als Antwort. Je nach Stimmung greife ich das passende, meistens ist es jedoch „Das Lächeln der Fortuna“ oder „Die Hüter der Rose“. In 2015 war Rebecca Gablé auf der Frankfurter Buchmesse und ich bin sonst echt kein Fangirl, aber dort musste ich hin. Dank Mandy habe ich sogar ein Foto (auf dem ich ausnahmsweise tatsächlich lächle – es muss also ein wundervoller Moment gewesen sein!). Sie fragte mich, wieso um alles in der Welt ich „Die Hüter der Rose“ mitgeschleppt hatte, es sei doch so dick und ich brachte nur ein Wort über die Lippen: Raymond. Danach mussten wir beide Lachen.

Ich könnte ewig so weiter machen, aber das wird euch wohl kaum dazu bringen, die Bücher zu lesen. Und trotzdem sitze ich heute hier und schreibe diesen Beitrag, weil ich gerade den letzten Teil von Jonah beendet habe und mich wohl ab Morgen dem ersten Teil von Robin widmen werde, nachdem ich meine Hörbuch-Guthaben in die Hörspielversionen investiert habe. Das wird ein längeres Projekt und ich werde mal wieder warten müssen. Vielleicht, wohlmöglich ganz sicher, werde ich irgendwann in der Zwischenzeit wieder eins der Bücher zu Hand nehmen und nochmal lesen.

Ich hatte bis zu diesem Moment letzte Woche, als ich putzend am Waschbecken stand, vergessen, wie all das angefangen hatte, wie lange das schon so geht und das ich immer wieder in mich hinein lächeln muss, wenn ich an diese Geschichten denke oder mich damit beschäftige. Hätte man mich damals zu meinem Geburtstag in die Buchhandlung mitgenommen oder mir einen Gutschein geschenkt – ich hätte mir Gablé wohl nie ausgesucht. Die Buchhändlerin hatte – aus mir unbegreiflichen Gründen – tatsächlich recht, auch wenn das wohl nicht absehbar war. Aber so ist das manchmal. Manchmal findest du ein Buch, und ein andermal findet das Buch dich.

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Falls ich jetzt doch den ein oder anderen anfixen konnte – was ich natürlich hoffe – liste ich hier gern nochmal die bereits erschienenen und auch kommenden Bücher auf. Besonder empfehlen kann ich für Neulinge tatsächlich die Hörspiele, ich glaube, so kommt man am besten rein und abgesehen davon empfinden es die meisten wohl als sehr angenehm, wenn Detlef Bierstedt (die deutsche Stimme von George Clooney) die Geschichte erzählt. Zumindest ging mir das so.

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Waringham-Saga

Das Lächeln der Fortuna || Die Hüter der Rose || Das Spiel der Könige || Der dunkle Thron || Der Palast der Meere

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Jonah

Die Lehrjahre || Der Aufstieg || Das Imperium

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Robin

Die Flucht || Die Wende || Die Rückkehr

Weitere Historische Romane von Rebecca Gablé:

Die Siedler von Catan || Das zweite Königreich || Hiobs Brüder || Der König der purpurnen Stadt || Das Haupt der Welt || Die fremde Königin

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[Gelesen] Der Palast der Meere – Waringham #5 (Rebecca Gablé)

+ Kurzbeschreibung

London 1560: Als Spionin der Krone fällt Eleanor of Waringham im Konflikt zwischen der protestantischen Königin Elizabeth I. und der katholischen Schottin Mary Stewart eine gefährliche Aufgabe zu. Ihre Nähe zur Königin schafft Neider, und als Eleanor sich in den geheimnisvollen König der Diebe verliebt, macht sie sich angreifbar. Unterdessen schleicht sich ihr fünfzehnjähriger Bruder Isaac in Plymouth als blinder Passagier auf ein Schiff. Nach seiner Entdeckung wird er als Sklave an spanische Pflanzer auf der Insel Teneriffa verkauft. Erst nach zwei Jahren kommt Isaac wieder frei – unter der Bedingung, dass er in den Dienst des Freibeuters John Hawkins tritt. Zu spät merkt Isaac, dass Hawkins sich als Sklavenhändler betätigt – und dass sein Weg noch lange nicht zurück nach England führt …

+ Rezension

Ich hasse historische Romane. Das ist nicht unbedingt die beste Voraussetzung, um einen oder gar mehrere zu lesen, aber es ist nunmal wie es ist. Die Rahmenhandlung steht unwiderbringlich fest und bietet keinen großen Überraschungen, sie sind unendlich lang und meistens finde ich die erfundenen Personen auch nicht so wirklich spannend. Allerdings bin ich dann vor fünfzehn Jahren auf Robin Fitzgervais (aka Waringham) getroffen – and that has made all the difference^^

Seither habe ich jedem neuen Waringham-Teil entgegen gefiebert und so natürlich auch dem „Palast der Meere“. Vorweg muss ich sagen, dass ich (die historische) Elisabeth leider nie mochte, viel lieber hätte ich eigentlich über Mary gelesen, aber Rebecca Gablé hat mich noch nie enttäuscht, und außerdem gilt meine unerschütterliche Liebe des Waringhams. Natürlich muss ich also wissen, wie es mit denen weitergeht. Dass ich für das Buch nun doch fast einen ganzen Monat gebraucht habe, lag einfach daran, dass ich es genießen wollte, denn auf das nächste Gablé-Buch werde ich jetzt wieder ewig warten müssen.

Im Zentrum der Geschichte stehen Isaac of Waringham und Eleanor, seine Halbschwester. Nachdem deren Neffe Lappidot an den Pocken erkrankt, soll Isaac von London nach Waringham zurückkehren und seinen Platz als Erbe der Waringham einnehmen – doch Isaac denkt gar nicht daran. Nichts ist ihm mehr zuwider als das höfische Gehabe, viel lieber will er seine Freiheit genießen. Die einzige Lösung für ihn scheint es, sich an Bord eines Schiffes zu schleichen und so lange auszuharren, bis dieses weit genug auf See ist, um nicht mehr umzukehren. Mit ihren Kontakten als Auge der Königin kann Eleanor die Spur ihres Bruder bis zum Hafen von Plymouth verfolgen, doch auf See ist Isaac auch für sie verloren.

Zunächst mal mochte ich die Tatsache, dass die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt wird: Durch Eleanor erfahren wir, was bei Hofe vor sich geht und lernen Elisabeth sowie auch Robin Dudley kennen, Isaac hingegen zeigt uns zunächst Spanien, danach die ganze Welt, denn natürlich ist er einer der wenigen Waringham, den die See nicht krank, sondern zum Schwärmen bringt. So bekommt man alles mit, was vor sich geht und hat noch den Bonus, das schwierige Geschwisterverhältnis tiefer zu ergründen, denn Eleanor scheint kein gutes Haar an Isaac lassen zu wollen und Isaac weiß, dass er seiner Halbschwester nichts recht machen kann. Zudem hatten beide Seiten für mich einen spannenden Nebencharakter – Isaac ist mit keinem geringeren als dem Piraten John Hawkins unterwegs und Eleanor unterhält  eine besondere Beziehung zu Gabriel Durham, dem König der Diebe.

Historisch begleiten wir Elisabeth bis in die letzten glücklichen Jahre ihrer Regierungszeit, tatsächlich regierte sie aber noch ein bisschen weiter, nur eben nicht mehr ganz so erfolgreich. Ihre Beziehung zu Robin Dudley spielt auch im Roman eine große Rolle, allerdings fand ich sie im Buch weit besser dargestellt als z.B. im Film „Elisabeth“ (mit Cate Blanchett und Joseph Fiennes). Den habe ich übrigens gesehen, während ich das Buch noch am Lesen war, und war leicht verwirrt – aber der Film verdreht eben auch einige historische Fakten. Ich bin weiß Gott kein Experte und kenne auch genug Leute, die Gablé eben nicht lesen, weil es ihnen nicht faktisch genug ist, aber allein aus den Nachwörtern und den Erklärungen der Autorin geschlossen, würde ich behaupten, dass sie sehr wenig hinzudichtet und wenn doch, dann eben nur da wo die Fakten wirklich schwammig sind.

Dennoch ist meine Meinung zum Buch ein bisschen zwiegespalten. Ich mochte die beiden Perspektiven und eigentlich fand ich alles, was aus Isaacs Sicht kam, interessant, habe mich aber dennoch immer wieder nach den Kapiteln mit Eleanor gesehnt. Bei denen wiederum war ich froh, wenn die eigentliche Hauptperson, also Elisabeth, nicht zugegen war, was natürlich schwierig ist, wenn Eleanor ihre wichtigste Spionin ist. Ich glaube oder fürchte viel mehr, es ist dann jetzt auch einfach mal gut mit Waringham. Es gibt zig Nebencharaktere der Familie, über die ich wahnsinnig gerne mehr lesen würde, aber so einen wie Raymond oder Nick wird es nie wieder geben.

Letztendlich muss man selbst rausfinden, ob man das mag oder nicht. Ich für meinem Teil bin froh um jedes Waringham-Buch, das es gibt, weil ich damit zumindest ein bisschen was aus dem historischen Bereich lese. „Der Palast der Meere“ ist nicht mein neuer Liebling der Saga geworden, aber ich möchte ihn auch nicht missen.

Der Palast der Meere

Gebundene Ausgabe: 960 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Ehrenwirth); Auflage: 1. Aufl. 2015 (10. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 343103926X
ISBN-13: 978-3431039269

Monatsabschluss: September

 

+ Gelesen

Cocktails – Pamela Moore
Oona & Salinger – Frédéric Beigbeder
Die jungen Leute – J. D. Salinger
Meine Schreibmaschine und ich – Thomas Glavinic
Nachts – Mercedes Lauenstein

+ Comics

The Wicked + The Divine #1 – The Faust Act
The Wicked + The Divine #2 – Fandemonium
Wonder Woman #4 – War

Gefühlt hab ich viel mehr gelesen, aber das liegt wohl daran, dass sowohl „Der Palast der Meere“ als auch Knausgards „Sterben“ noch nicht beendet sind. Ebenso lese ich immer mal wieder an Stephen Kings „Das Leben und das Schreiben“ und „After You“ von Jojo Moyes musste ich natürlich auch sofort anfangen. Allerdings hab ich auch die komplette letzte Woche mit einem Manuskript verbracht, das eilig war.

Ich kann meinen Urlaub nächste Woche schon kaum noch erwarten, um endlich all die Bücher lesen zu können, die sich so angesammelt haben und mich mal länger als eine halbe Stunde am Stück mit einem Text beschäftigen zu können. Außerdem ist Buchmesse und im Oktober warten auch wieder wahnsinnig viele Neuerscheinungen. Ich hoffe, ich kann mich demnächst mal aufraffen, wieder mehr zu bloggen – da hättet ihr dann auch was von ;)

Wochendings.

#Offlinegeplauder

Oh je, der letzte Wochenrückblick ist schon ewig her… Zumindest Auri gehts prima, mit großer Vorliebe (und zu meinem Leidwesen) schläft sie am liebsten auf meiner frischgewaschenen Wäsche. Unserer anderen Katze Laya gehts leider nicht ganz so gut. Auf Twitter hatte ich schon kurz gesagt, dass sie sich den Schwanz direkt am Ansatz gebrochen hat – wodurch genau kann keiner sagen – aber dadurch sind eben auch die Nerven im Beckenbereich angeschlagen, was es dem Tier schwer macht, selbstständig aufs Klo zu gehen. Der Schwanz wird sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr erholen und muss abgenommen werden. Bevor das aber passiert, muss die Blase funktionieren, deswegen freuen wir uns neuerdings über jedes Tröpfchen^^ Nichtsdestotrotz ist das jetzt vier Wochen her und es hat sich nichts verschlimmbessert. Aktuell wünschte ich, die Katze könnte reden und sagen, was das Beste für sie ist, denn natürlich soll sie nicht leiden, aber man möchte halt auch nicht zu früh aufgeben. Fakt ist nämlich auch: So wie es aktuell ist, kann es nicht ewig bleiben.

Ansonsten hangele ich mich immernoch zwischen Arbeit und irgendwelchen Terminen, zu denen ich meine Mutter fahren muss, hin und her. Ernsthaft – wer macht Termine für die Krankengymnastik für samstags morgens um 8:40 Uhr? Wie lange sie noch zu Hause sein wird, ist noch nicht ganz klar – es wird besser, aber gut ist es eben auch noch nicht.

Das klingt jetzt alles nicht so rosig und ganz ehrlich, ich würde euch auch lieber erzählen, dass alles toll und bombe ist. Aber alles hat irgendwann ein Ende und vielleicht hab ich dann nächstes Jahr mal die Chance auf einen richtig coolen Urlaub (London? Laura, hast du Lust?), viel Zeit für mich und das Schreiben *hust*.

#Bookstagram

Ich versuche mich gerade schon wieder an drei (vier… „Nachts“ liegt auch immer noch hier rum) Büchern: „Heir of Fire“ von Sarah J. Maas müsste eigentlich mal dran glauben, aber Celaena und ich finden irgendwie nicht richtig zusammen. Für „Der Palast der Meere“ hatte ich noch keine richtige Muße – das ist halt nun auch mal ein ziemlicher Klopper, aber jetzt ist ja Wochenende. Und dann möchte ich endlich rausfinden, was er mit diesem Knausgård auf sich hat (den ich übrigens nicht unsexy finde).

#Zitat

Cocktails

#Woanders

Ich hab im Moment eine kleine Blogflaute, was zum einen daran liegt, dass ich selbst kaum was blogge, zum anderen aber auch daran, dass ich kaum was interessantes entdecke, wenn ich meinen Feedreader überfliege. Das mag zum großen Teil an mir liegen, das will ich gar nicht bestreiten. Fündig werde ich im Moment sehr häufig bei Mara – von Longlist über Shortlist bis Knausgård ist alles dabei und ich lese alles sehr gerne. Aber bei Mara lest ihr ja bestimmt längst selbst^^ Simone erzählt vom Umziehen mit Büchern und warum sie in nächster Zeit doch öfter zum eBook greifen wird – und ich kann sie absolut verstehen. Aktuell frage ich mich auch immer öfter, ob ich dieses oder jenes Buch wirklich als Printbuch brauche und meistens lautet die Antwort nein. Mona hat ein Video gedreht, dass sich nicht nur auf Youtuber sondern mühelos alle Lebensbereiche anwenden lässt und spricht mir damit voll aus dem Herzen.

Dann waren da noch die Herbstleseliste der 50 Bücher, die demnächst verfilmt werden, für die Schreibenden unter uns die Manuskriptprüfung in 20 Sekunden sowie die 120 hilfreichsten Websites für Autoren – da hab ich aber selber noch nicht reingeschaut. Weiterhin gab es eine Zusammenstellung der nachträglichen Harry Potter-Fakten, die JKR über ihren Twitter-Account bekannt gegeben hat und einen Artikel Mitte August, der eine Lanze für die Fantasy bricht. Und wer von euch nach New York fährt – hier gibt es euren Nerd-Guide.

#Netzfundstück

Für die Harry Potter-Nerds unter uns gibts von Tor.com einen Artikel darüber, dass James Potter sich eben geändert hat, um Lily rumzukriegen, sondern weil das Leben eben so ist wie es ist. Das Lily sich daraufhin für ihn interessiert hat, war ein schöner Nebeneffekt. Den kompletten Text könnt ihr hier lesen.

Außerdem hab ich einen netten Artikel über die versprochenen Zwillinge aus Game of Thrones gefunden (Achtung – Spoiler!), in dem vermutet wird, dass nicht nur Jon ein Nachkomme von Lyanna und Rhegar ist, sondern dass es ein zweites Kind gab. Klar, das ist Spekulation, aber ich find die Theorie soooo gut, dass ich sie glauben möchte. Und abgesehen davon: Jon Snow ist ganz sicher nicht tot!

#Sommerbuchhighlight

Mein Top-Sommerbuch in diesem Jahr war „Die Schatten von Race Point“. Ich möchte es immer noch ausnahmslos jedem in die Hand drücken und hoffe, dass es danach jeder so lieb hat wie ich. Lest es, ihr werdet es nicht bereuen und falls doch (seeeeeehr unwahrscheinlich) lese ich ein Buch, dass ihr mir aufs Auge drückt. Deal?

[Dies & Das] Highlights aus den Verlagsvorschauen #1

Ich gebs zu – ich bin noch nicht sehr weit gekommen. Nachdem ich Random House durch hatte, war auch irgendwie die Luft raus, das sind einfach zu viele Verlage, zu viele PDFs, die nicht richtig laden oder sich nicht richtig anzeigen lassen und dann auch auf 150% nicht richtig lesbar sind. Das nervt! Da lob ich mir Verlage wie Lübbe, die eine blätterbare Live-Vorschau haben. Am liebsten wäre mir allerdings echt fast Papier zum draufkritzeln und mit PostIts markierbar. Oder ein Gesamtkatalog (online)  an einer zentralen Stelle (und nicht kompliziert versteckt unter den Übergriffen „Presse“, „Bücher“ oder „Handel“), sortierbar nach ET, Verlag und Genre – und ggf. gleich der Möglichkeit, das Buch zu bestellen oder sich zu merken – DAS WÄRE TOLL! Aber, wie auch immer…

Bastei LÜBBE (Ehrenwirth, Eichborn, One, …)

Gablé überall!

Wäre ich nicht schon einer der größten Rebecca Gablé-Fans – spätestens jetzt wäre es an der Zeit, einer zu werden. Nicht genug damit, dass im September „Der Palast der Winde“, der fünfte Teil der Waringham-Saga erscheint. Nein. Zum „Lächeln der Fortuna“ erscheint im Januar (noch eine) Sonderausgabe, die nicht nur optisch ganz hübsch ist, sie ist auch limitiert und kostet nur 5 €. Kauft das, lasst euch anfixen, ihr werdet es nicht bereuen. Und wenn ihr dann noch nicht genug kriegen könnt, gibts natürlich auch noch den Waringham-Schuber mit allen bisher erschienenen Teilen im Taschenbuch.

 

Und sonst so…

Jay Crownover fand ich als leichte sexy-schmeksy-Lektüre super, bietet sich an, wenn man was über heiße Typen mit Tattoos lesen will. Fitzek ist eh klar – das klingt auch so, als könnte es mir mal wieder gefallen. Maddie #3 ist schon lange überfällig – ich weiß nicht, ob das noch was für mich ist, aber viele warten wohl drauf. Gaiman und Palmer – yay! Let’s get lost fand ich persönlich nicht so toll, aber es ist ein nettes Sommerbuch.

Hanser

Da ist jetzt leider so gar kein MUSS-Buch für mich dabei. Margos Spuren kommt für den Film passend im Design vom Schicksal und beim Rest warte ich mal eure Meinungen ab bzw. entscheide spontan in der Buchhandlung.

Dumont

Hier hab ich kaum was für mich gefunden – die beiden sind allerdings ganz oben auf der Liste. Meg Wolitzer les ich vielleicht auf englisch, vielleicht aber auch nicht, weil die deutsche Ausgabe so wunder-wunderschön ist.

Und damit ich euch nicht überfordere, kommt der Rest erst in den nächsten Tagen… ;) Was habt ihr euch so rausgepickt?