Sommerbücher

Der Sommer hat sich schon angekündigt, der Urlaub steht vor der Tür und alles, was dafür noch fehlt, ist die richtige Lektüre. Ich weiß natürlich nicht, wie’s euch geht, aber gerade im Sommer greife ich lieber zu leichter, spaßiger Lektüre. Selbst dann, wenn das Wetter nicht so mitspielt, mag ich Bücher, die am Meer spielen und das Sommergefühl zumindest zwischen den Seiten spürbar ist. Und ein paar davon würde ich euch gerne vorstellen – vielleicht ist ja noch ein Last Minute-Tipp für euch dabei.

Sommerschwestern – Judy Blume

Das Buch ist 1999 zum ersten mal im Original erschienen, etwa zu dem Zeitpunkt habe ich es auch gelesen. Lange war es auf deutsch nicht mehr zu haben, erst als im letzten jahr ein anderes Jud Blume-Buch erschien, wurde es wieder aufgelegt.

Unter all den Kindern in der Schule sucht sich Caitlin ausgerechnet Victoria als Freundin aus und läd sie für die Sommerferien nach Marthas Vineyard ein. Niemand versteht so recht wieso, aber zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft und selbst wenn sich das im Alltag nicht unbedingt hält, bleiben sie doch immer Sommerschwestern. Als Caitlin Jahre später heiratet, bittet sie Victoria, ihre erste Brautjunger zu werden und auch wenn beide länger keinen Kontakt hatten, will Victoria verstehen, was zwischen den beiden so schief gelaufen ist und fährt.

Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen Vergangenheit und Gegenwart, bis sich ganz am Ende ein komplettes Bild ergibt. Es passiert nicht unbedingt das, was man erwarten würde, wer also neben einer schönen Geschichte auch ein bisschen Spannung verträgt, hat hier sicher seinen Spaß.

Summer Sisters
Sommerschwestern

Die Schatten von Race Point – Patry Francys

Ich beschreibe es immer als eine moderne Version der Dörnenvögel, auch wen mir klar ist, dass das verdammt unsexy klingt. Das Ding ist aber, das man so sofort weiß worauf man sich einlässt.

Hallie Costa wächst am Cape Cod als Tochter eines Arztes auf. Als ein Mord die Gemeinde erschüttert und den kleinen Gus Silva ohne seine Mutter zurücklässt, nimmt sich Hallie diesem zusammen mit ihrem Freund Neil an. Aber dann geschieht etwas, dass Gus und Hallie auseinander treibt. Erst jahre später taucht jemand auf, der der Geschichte eine ganz neue Wendung geben kann.

Okay, es ist wirklich dramatisch. Sehr, sehr dramatisch und vielleicht einen Ticken zu nah an der Tränendrüse, aber manchmal braucht man das. Manchmal muss das einfach sein und die Stimmung von Cape Cod tut ihr übriges. Die Geschichte zieht sich über mehrere Jahrzehnte, wird aber dennoch nicht langweilig.

The Orphans of Race Point
Die Schatten von Race Point

Sommer in Maine – J. Courtney Sullivan

Ein Buch, das ich eigentlich nur wegen dem Amazon-Algorhitmus gekauft habe und bei dem ich gar nicht wusste, auf was ich mich einlasse. Es ist ein eher ruhiges Buch, zumindest von der Erzählweise, aber am Ende hat es die Geschichte in sich.

Für die Kellehers ist ihr Haus in Maine eine Zuflucht und ein Ort der Ruhe. Jeden Sommer kommen sie zurück, doch in diesem Sommer stehen Veränderungen an. Vier Frauen, drei Unterschiedliche Generationen und eine Menge unausgesprochener Dinge, die zwischen ihnen liegen.

Ich mochte die Stimmung einfach sehr gern. Jede der Protagonistinnen hat ihre eigene Geschichte und ihre Eigenheiten – nicht alles kann man nachvollziehen, muss man aber auch nicht. Wer einen schönen Familienroman sucht, der am Meer spielt, ist hier vollkommen richtig.

Sommer in Maine
Maine

Die Interessanten – Meg Wolitzer

Vielleicht nicht unbedingt ein richtiges Sommer-Buch, aber zumindest das Feriencamp trägt dazu bei.

Sechs Teenager treffen sich in einem Sommercamp und werden zu einer Unzertrennlichen Gruppe, bis ein Geheimnis sie wieder auseinander treibt. Sie alle sind Künstler, Kreative und Freigeister. Zentrales Thema ist die Freundschaft, aber auch Neid und Missgunst spielen eine entscheidende Rolle.

Es ist vielleicht kein leichtes Buch und möglicherweise kommt das Sommergefühl ein bisscchen zu kurz, aber es bschäftigt und fordert und manchmal möchte man das ja auch.

The Interestings
Die Interessanten

All die süßen Lügen – Rebecca Wild

Hier dann jetzt was jugendlicheres… Als ich All die süßen Lügen zum ersten Mal gelesen habe, hat es mich umgehauen. Seitdem habe ich es noch dreimal gelesen, einfach weil es mir so gut gefallen hat.

Jaclin kehrt nach ihrem achtzehnten Geburtstag zurück nach Serena Hills, um sich an dem Menschen zu rächen, der dafür verantwortlich ist, dass sie ohne ihren Vater in einer Pflegefamilie aufwachsen musste. Ihr Jugendfreund Ian unterstützt sie dabei, doch nicht alles läuft nach Plan, denn im Spiel und in der Liebe ist bekanntlich alles erlaubt.

Es ist eine Mischung aus Ocean’s Eleven und Revenge mit der richtigen rise Nerdfaktor sowie ausreichend Cat-Content. Es macht schlicht und ergreifend Spaß. Leider nur als eBook-only erhältlich.

All die süßen Lügen

Meine geniale Freundin – Elena Ferrante

Mich persönlich konnte Elena Ferrante jetzt nicht so überzeugen, aber ich sehe wohl ein, dass dieses Buch sehr viel italienisches Flair vermittelt und gerade das macht ja auch sehr viel Urlaubsfeeling aus.

Meine geniale Freundin ist die Geschichte zweier Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und trotzdem eine Verbindung haben, die ihresgleichen sucht. Während die eine ihren Weg geht und sich ihren Traum, Schriftstellerin zu werden erfüllt, bleibt die andere gefangen und trifft kalkulierte Entscheidungen zum Wohl ihrer Familie.

Eine Geschichte, die für mich einfach zu langatmig erzählt wurde. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass viele andere großen Spaß damit haben.

Meine geniale Freundin

The Girls – Emma Cline

Das Buch hat im letzten Jahr ziemlich für Furore gesorgt, aber es soll ja Leute geben, an denen sowas auch vorbei geht.

Evie fühlt sich allein und ungesehen, bis sie sich mit einer Gruppe Mädchen anfreundet, die nicht freier sein könnten. Unfrisierte Haare, ausgefranste Klamotten und Partys auf der abgelegenen Ranch von Russel. Ein Hauch von Freiheit, der für Evie bisher unbekannt war, bis etwas geschieht, das sie für immer verändert.

Es geht dabei um die Manson-Morde, auch wenn es nie so offen gesagt wird. Deswegen findet sich neben jugendliche-verträumter Sommerstimmung eben auch eine Prise Thriller und Nervenkitzel.

The Girls
The Girls

Solange wir lügen – E. Lockhart

Ein Jugendbuch auf Martha’s Vineyard, das es in sich hat. Ich würde mich von dem Begriff Jugendbuch nicht allzusehr beeinflussen lassen, denn wie immer kann das natürlich jeder lesen, den es interessiert.

Es geht um eine Familie, die ihre Sommer gemeinsam mit allen Kindern auf Martha’s Vineyard verbringt, die Jugendlichen stehen im Vordergrund. Im letzten Sommer ist es etwas passiert, aber man weiß nicht genau was. Was folgt, ist ein kleines Verwirrspiel mit einer riesigen Wendung.

Ich hab damals, als ich es gelesen habe, geahnt wo es hinführen wird, was für mich ein bisschen die Spannung rausgenommen hat. Trotzdem ist es ein schönes Sommerbuch.

Solange wir lügen
We were liars

Lieblingsmomente – Adriana Popescu

Das Buch war ein Geschenk von einer lieben Freundin, ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet und war vollkommen begeistert, als ich es durch hatte. Es geht natürlich um Liebe, Freundschaft, Wünsche und Träume sowie die schönen Momente.

Zwischen Layla und Tristan funkt es sofort, dabei sind beide in einer Beziehung. Das hält sie aber nicht davon ab, Freunde zu werden und viele Lieblingsmomente miteinander zu teilen. Es ist einfach ein richtiges Feel-Good Buch.

Ich sehe ein, dass dieses Beziehungsding den ein oder andere vielleicht abschreckt, aber es wird gut und vernünftigt gelöst, niemand wird betrogen. Und falls ihr danach nicht genug habt, gibts auch noch einen zweiten Teil.

Lieblingsmomente
Lieblingsgefühle

Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam – Jennifer Gooch Hummer

Falls ihr auch im Sommer mal ein bisschen weinen wollt, ist das das richtige Buch für euch. Jennifer Gooch Hummer erzählt die Geschichte eines Sommer, die einen auch lange danach nicht mehr loslässt.

Apron muss mit vielem fertig werden – ihre Mutter ist gestorben und jetzt hat ihr Vater eine neue Frau. Langsam aber sicher wird ihr alles zu viel, aber ihr Ferienjob im Blumenladen lenkt sie ab. Aber auch dort ist die Welt nicht in Ordnung und Apron muss ein weiteres mal mit einem Verlust klarkommen, bekommt aber auch neue Hoffnung.

Nur selten hat mich ein Buch so sehr berührt wie dieses, noch dazu behandelt es gerade für ein Jugensbuch ein sehr wichtiges Thema. Wenns also auch ein bisschen trauriger sein darf – das ist es.

Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam

Shotgun Lovesongs – Nikolas Butler

Ich bin mir nichtmal mehr sicher, ob es nur im Sommer spielt, aber ich verbinde es damit und das reicht ja eigentlich auch schon, um als Sommerbuch zu zählen, oder?

Es geht um die Geschichte von Fünf Freunden, die sich über die Jahre entwickelt und zeigt, welchen Wert gute Freunde haben. Es geht durch dick und dünn, Freude und Leid und man mag es einfach nicht aus der Hand legen.

Ich mochte dieses Buch so gerne und würde es am liebsten jedem und immer in die Hand drücken.

Shotgun Lovesongs


Und jetzt seid ihr dran – was sind eure liebsten Sommerbücher? Was könnt ihr empfehlen, was wollt ihr diesen Sommer lesen? Ich bin neugierig…^^

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[Gelesen] Commencement (J. Courtney Sullivan)

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+ Kurzbeschreibung

Assigned to the same dorm their first year at Smith College, Celia, Bree, Sally, and April couldn’t have less in common. Celia, a lapsed Catholic, arrives with a bottle of vodka in her suitcase; beautiful Bree pines for the fiancé she left behind in Savannah; Sally, preppy and obsessively neat, is reeling from the loss of her mother; and April, a radical, redheaded feminist wearing a “Riot: Don’t Diet” T-shirt, wants a room transfer immediately. Written with radiant style and a wicked sense of humor, Commencement follows these unlikely friends through college and the years beyond, brilliantly capturing the complicated landscape facing young women today.

+ Rezension

Über das Buch hab ich mir ehrlich gesagt keine großen Gedanken vor dem Kauf gemacht – es stand da halt als ‚Kunden kauften auch‘ bei einem anderen Buch, das ich bestellt habe, es klang nett und dafür, dass ich die erste Hälfte am Donnerstag komplett im Wartezimmer gelesen habe, wars super – leicht zu lesen, nette Geschichte, sympathische Protagonisten – was will man mehr?

Freundschaften, die im College geschlossen werden, halten für immer, heißt es in vielen amerikanischen Büchern und Filmen und genau davon erzählt dises Buch. Es sind vier Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber eben gezwungen sind, Zeit miteinander zu verbringen und das nach einer Weile nicht nur gern tun, sondern zu Besten Freundinnen werden. Die Geschichte spielt 4 Jahre nach ihrem Collegeabschluss, aber es gibt immer wieder rückblickende Gedanken aus den einzelnen Erzählperspektiven, sodass man am Ende eben doch die ganze Geschichte hat.

Die eigentliche Geschichte war, abgesehen vom Ende, ziemlich gut. Wenn die Charaktere spannend genug sind, brauch ich auch gar nicht so viel Handlung und die vier Mädels bringen weiß Gott genug Probleme mit, um das Buch zu füllen. Ich hätte mir öfter gewünscht, dass unliebsame Wahrheiten eher ausgesprochen worden wären und dass die einzelnen Mädels die Meinungen ihrer Freundinnen eher zu schätzen gewusst hätten (allen voran April) – schließlich ist es a das, was eine Freundschaft auch ausmacht.

Das Ende war mir zu dramatisch und es hat mir nicht gefallen, dass April dadurch so schlecht wegkommt. Überhaupt sind die Charaktere bei näherer Betrachtung sehr klischee-behaftet und flach – jeder stellt einen Typ Mädchen dar, aus dem die jeweilge Person zwar versucht, auszubrechen, es aber nicht schafft. Bree könnte stärker gegen ihre Familie und Freunde rebellieren und ihnen einfach zeigen, dass sie lesbisch ist, statt es nur zu sagen, Sally kann einem einfach nicht glaubhaft machen, dass sie glücklich ist und Celia… Celia kann einfach nicht aufhören, alles irgendwie ins Lot bringen zu wollen – außer ihrem eigenen Leben.

Das Buch ist in jedem Fall eine leichte Lektüre (zB wenn man krank ist), aber ich würde es nicht ganz oben auf die Wunschliste setzen.

Commencement ★★★☆☆

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Vintage (11. Mai 2010)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0307454967
ISBN-13: 978-0307454966

 

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Meine Wundervolle Buchhandlung – Petra Hartlieb || The Weird Sisters – Eleanor Brown || Glow – Ned Baumann || Commencement – J. Courtney Sullivan || The Iron Trial – Holly Black & Cassandra Clare

Eigentlich hätte ich ja gemessen an dem, was ich in den letzten Wochen gelesen habe, gar nichts kaufen dürfen. Nunja, Wer hält sich schon an Regeln? An The Iron Trial hab ich mittlerweile schon keine Erwartungen mehr, Commencement und The Weird Sisters sind mehr oder weniger gekauft worden, weil sie schon so lange auf dem Wunschzettel standen. Glow musste wegen dem Fuchs sein und weil die Story so unfassbar irre gut klingt, Meine Wundervolle Buchhandlung war eine Vorbestellung… das Jahr der Bücher über Bücher uns so^^ Bei Sandra hab ich dann in letzter Minute noch ein Lesezeichen zu Kai Meyers Seiten der Welt gewonnen – wenn ich schon das Buch nicht bekommen habe xD

Ach, und dann gans noch ein eBook auf das ich mehr als auf alles gefreut habe – The Vault of Dreamers von Caragh M. O’Brien. Ich habs diesmal bewusst als eBook gekauft, weil ich die Birthmarked-Trilogie in der PB-Ausgabe nie vollständig kriegen werde und das Cover finde ich jetzt auch nicht sooo berauschend.