Always be yourself unless you can be Wonder Woman.

Es ist also endlich soweit – Wonder Woman bekommt ihren eigenen Kinofilm, was nun wirklich überfällig war. Ab dem 15. Juni können wir hier in Deutschland auch endlich mitjubeln, wenn sich die Amazone über die Leinwand kämpft. Mich nervt’s ja schon ein bisschen, dass die halbe Welt knapp zwei Wochen früher in den Genuss kommt und so die Erwartungen wegen all der positiven Reviews ins unermessliche schnellen, aber wer weiß? Vielleicht ist all das ja sogar berechtigt.

Sehr wahrscheinlich sogar, denn der Film ist überagend gestartet und hat ein unfassbar gutes Rating auf Rotten Tomatoes. Die Fortsetzung wurde bereits bestätigt. So viel zu fight like a girl.

Wonder Woman ist eine Heldin, die im Vergleich zu Oracle oder Black Canary wirklich jeder kennt. Sie ist eine von vielen weiblichen Heldinnen im DC-Universe und doch die prominenteste. Selbst wenn man nie einen Comic gelesen oder die Serie gesehen hat, ist sie präsent. Wir alle wissen, dass sie sowohl mit Superman als auch Batman angebandelt hat und wenn uns das alles nichts sagt, dann kennen wir zumindest ihr knappes Outfit oder die Version, die Summer in O.C. California zur Freude von Seth getragen hat. Warum also hat es so fucking lange gedauert, bis sich jemand der Sache annimmt?

Ohne dass ich den Film gesehen habe, würde ich einfach mal ganz blauäuigig behaupten: Weil man es richtig machen wollte. Dabei ist es nicht mal der erste Versuch. 1996 wurde ein Film unter der Regie von Ivan Reitman geplant, aber wieder verworfen. Drei Jahre später war Sandra Bullock unter einem anderen Regisseur als Wonder Woman im Gespräch (okay, das hätte ich auch gern gesehen), 2001 kam das nochmal auf, aber wieder nicht zu Stande. 2005 wollte man bei Warner Bros., dass Josh Whedon den Film macht, aber auch dieses Projekt scheiterte. Und nun ist es mit Patty Jenkins eine Frau, die es endlich geschafft hat, die Amazonenprinzessin auf die große Leinwand zu bringen. Musste wohl so sein.

Wonder Woman ist Teil des DC Extended Universe, das mit Man of Steel und Batman vs. Superman sowie Suicide Squad bereits einen soliden Grundstein für viele weitere Verfilmungen geschaffen hat. Bereits in Batman vs. Superman hat Wonder Woman einen ersten Auftritt und lässt einen kleinen Einblick auf den weiteren Verlauf der Geschichte zu. Suicide Squad hingegen teasert die Justice League an, die ebenfalls noch dieses Jahr im Kino zu sehen sein wird. Letztendlich wird Wonder Woman nun von der israelischen Schaupielerin Gal Gadot verkörpert, Chris Pine spielt Steve Trevor, produziert wurde der Film unter anderem von Deborah und Zack Snyder und bietet mit einer Spieldauer von 141 Minuten viel Platz für die Geschichte.

Storytechnisch will ich noch nicht zuviel verraten, falls ihr euch überraschen lassen wollt, aber ich hab mich schonmal ein bisschen über die Handlung informiert und ich glaube, das wird richtig, richtig gut. Falls ihr vor dem Film noch schnell selbst was lesen wollt oder hinterher richtig einsteigen wollt, habe ich natürlich ein paar Tipps für euch:

The Legend of Wonder Woman

Schon allein weil DC das Ehepaar nach dieser einen Ausgabe gefeuert hat, obwohl eine zweite bereits geplant war, sollte man dieses Buch kaufen, was das Zeug hält. Oder man unterstützt de Liz und ihr Lady Powerpunch-Projekt. So oder so sollten Frauen in dieser Branche unterstützt werden, denn gerade die weibliche Sicht spielt bei Geschichten mit einer Frau in der Hauptrolle eine nicht unentscheidende Rolle.

Zum Comic selbst sei gesag, dass The Legend of Wonder Woman sich zum ersten Mal Dianas Kindheit und Jugend widmet – offenbar etwas, das auch im Film zu tragen kommt. Ich fand die Geschichte und die Zeichnungen sehr süß und hab mich gern damit beschäftigt, auch wenn ich nicht alles gut fand. Es ist nicht mein Lieblingscomic, aber wenn ihr vor oder nach dem Film nur einen lest, dann diesen.

Wonder Woman – The New 52

Meine bisher liebsten Wonder Woman Comics sind ganz klar die der The New 52-Reihe. Brian Azzarello hat mit Blood, Guts, Iron, War, Flesh & Bones eine Geschichte geschaffen, die ihres gleichen sucht. Mit War-Torn, A Twist of Faith und Ressurection wurde sie von Meredith Finch abgeschlossen und letztendlich ein neuer Weg für Greg Rucka geöffnet (dazu aber später mehr).

Hier ist es so, dass wir wirklich tief in die Mythologie der einzelnen Götter gehen. Wonder Woman ist als Tochter von Zeus selbst ein Halbgott und versucht, das Leben eines weiteren Bastards von Zeus zu retten – dabei wird sie später selbst zum Kriegsgott und kämpft, vor allem mit sich selbst, um ihre Ideale aber auch um den Olymp. Eine für mich perfekte Reihe und zusammen mit der Grundgeschichte von de la Liz wohl die grobe Handlung des Films. Warum allerdings Meredith Finch auch nur 3 Ausgaben machen durfte, ist mir unbegreiflich.

Wonder Woman – Rebirth

Mit Rebirth fängt Greg Rucka nach The New 52 wieder von vorne an und das im ganz großen Stil. Ich mag diese neue Geschichte sehr gern, auch wenn ich nach 2 Ausgaben noch nicht ganz weiß, wo sie hinführen wird. Das ist vielleicht eher was für nach dem Film, wenn man weiterlesen will, aber bisher mag ich es sehr gerne und freue mich auf alles, was da kommt.


Zur Geschichte

Es war ein Mann, genaugenommen sogar ein Psychologe, der sich 1940 in einem Interview über das unausgefüllte Potential im Superhelden-Genre äußerte und damit letztendlich die Aufmerksamkeit eines Comic-Verlages auf sich zog. William Moulton Marston, eben jener Psychologe, wurde als Berater angeheuert, ganz nebenbei hatte er den Wunsch, seinen eigenen Superhelfen zu entwerfen. Die Idee, aus diesem Helden eine Heldin zu machen, kam letztendlich von seiner Frau. Marston skizzierte Wonder Woman als die ideale Anführerin: die Art Frau, die die Gesellschaft beherrschen sollte.

„Not even girls want to be girls so long as our feminine archetype lacks force, strength, and power. Not wanting to be girls, they don’t want to be tender, submissive, peace-loving as good women are. Women’s strong qualities have become despised because of their weakness. The obvious remedy is to create a feminine character with all the strength of Superman plus all the allure of a good and beautiful woman.“

Für Wonder Woman stehen Frieden und Liebe eindeutig vor Gewalt und Krieg, trotz all ihrer gottgleichen Fähigkeiten. Sie kann sich natürlich durchsetzen, kämpfen und letztendlich auch töten, aber sie versucht zumindest immer, den friedlichen Weg zu gehen. Gloria Steinem machte sie zum Covergirl ihres Magazins Ms., um sich dagegen aufzulehnen, dass die meisten weiblichen Superhelden zur Jungfrau in Nöten werden sobald ein Mann auftaucht. Ganz im Gegensatz zu Wonder Woman, die sich von Anfang an selbst durchsetzen kann und die Männer in ihrem Leben nicht als das non plus ultra ansieht, sondern einen gleichwertigen Partner. Weiterhin ist sie ein Vorbild und vielleicht auch ein kleines Aushängeschild für die LGBT+ Community. Sie hat es nicht nötig, einen Stempel aufgedrückt zu bekommen, denn sie liebt andere für das, was sie sind und das ist genug.

In 2016 wurde Wonder Woman kurz zur UN-Botschafterin; nur zwei Monate später wurde sie auf Grund einer Petition wieder abgesetzt, da sie kein realistisches Vorbild sei und außerdem mit ihrer Kleidung ein falsches Bild vermitteln würde. Für mich ist das Drama darum nicht ganz nachvollziehbar, zumal es letztlich wohl mehr eine DC-Werbekampagne zum 75. Geburtstag von Wonder Woman war als alles andere. Und dennoch ist und bleibt sie gerade für junge Mädchen ein gutes Vorbild.

Wonder Woman ist die Superheldin, mit der ich am meisten anfangen und von der ich nicht genug bekommen kann. Sie zeigt, dass Frauen für sich und einander einstehen können und nicht mit ausgetreckten Ellebogen nach unten treten müssen, wenn es zusammen besser geht.

Und wenn ihr jetzt immer noch nicht genug habt…

Zum Film gibt es diesen wundervollen Bildband mit etlichen Hintergrundinformationen. Ein Muss für wirkliche Fans und alle, die auf die Art von Hintergrundinformation stehen. Außerdem gibts noch eine Wonder Woman-Anthologie, die Anfang des Jahres erschienen ist und die ersten und wichtigsten Geschichten rund um die Amazonenprinzessin enthält. Ganz besonders gespannt bin ich auf die Interpretation von Leigh Bardugo, die die junge Diana als Prinzessin der Amazonen in Warbringer zeichnet. das Buch erscheint am 29. August – zunächst leider nur auf englisch.

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Monatsabschluss: Mai

Monatsabschluss201605

+ Gelesen

A Court of Thorns and Roses – Sarah J. Maas
So bin ich nicht – Annelise Mackintosh
Too Late – Colleen Hoover
Verliebt in Mr. Daniels – Brittany C. Cherry
Milk and Hones – Rupi Kaur
Jane & Miss Tennyson – Emma Mills
The Hook Up – Kristen Callihan
The Friend Zone – Kristen Callihan
The Score – Elle Kennedy
A Court of Mist and Fury – Sarah J. Maas – abgebrochen
Einfach Beste Freundinnen
A Gathering of Shadows – V. E. Schwab
Heir of Fire – Sarah J. Maas – abgebrochen
Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert – Joël Dicker
When We Collided – Emery Lord
Wonder Woman #7 – Meredith Finch

Ich bin schon so spät damit, dass ich gar nicht alle Bücher gefunden habe, so schnell wollte ich das Foto fertig kriegen^^ Ist aber nicht schlimm, sie hätten vermutlich eh nicht drauf gepasst *hust* Ich hab mich ganz an meinen eigenen Regeln orientiert und bin lesetechnisch vielleicht ein ganz kleines bisschen eskaliert… oO Aber es gab ja auch genug Feiertage.

Meine Rezensionen habe ich euch wie immer verlinkt, falls ihr eine verpasst haben solltet. Zu dem Buch von Anneliese Macintosh hat Sandy eine Rezension geschrieben, die schaut ihr euch am besten an, wenn ihr mehr über das Buch wissen wollt. Milk & Honey ist ein wundervoller Gedichtband. Wenn ich es schaffe, schreibe ich dazu nochmal extra was.

Was habt ihr gelesen & worauf freut ihr euch im Juni?

Wonder Woman #7 – War Torn – Meredith Finch & David Finch

WonderWoman_WarTorn

+ Kurzbeschreibung

Please welcome the new superstar creative team of writer Meredith Finch and artist David Finch! As this new epic begins, the fate of the Amazons is about to be revealed, major new characters will be introduced and a new villain will arrive with enough power to defeat the combined might of Wonder Woman and her Justice League teammates! Don’t miss the start of this story that guest stars Swamp Thing! It will define what it takes for Diana to fulfill her destiny as Wonder Woman!

+ Rezension

Ist jetzt vielleicht ein bisschen doof, weil ich die ersten Teile alle nicht rezensiert habe, dann aber mit Band 7 einsteige, aber es muss einfach sein. Nachdem ich letztens „Wonder Woman – Earth One“ nämlich so verrissen hab, hat „War Torn“ jetzt alles, was „Earth One“ gefehlt hat.

Noch kurz zu #1-6 – die haben mir ausnahmslos gefallen. Die Zeichnungen sind super und die Geschichten spannend; Diana wird als das dargestellt, was sie ist: eine moderne junge Frau, die den Blick für das wesentliche nicht verloren hat und deren Handlungen von ihren Werten bestimmt werden. Bei Band 7 wechselt das Team, was zum einen zur Folge hat, dass die Zeichnungen anders sind – mir gefallen sie noch besser – zum anderen gibt es auch Überschneidungen mit „Justice League“. Dianas Verhältnis zu Superman aber auch das zu Batman spielen eine Rolle und das nicht mal unbedingt auf sexueller Ebene sondern einfach zwischenmenschlich. Sie sind Freunde und sie sind füreinander da. Während Clark die stützende Schulter bietet, kritisiert und hinterfragt Bruce dort, wo es angebracht an und bietet Diana auch damit eine Stütze. Hinzu kommen diverse Scherze, die die Stimmung auflockern.

WonderWoman_WarTorn1

Die Geschichte spielt sich nach all den Veränderungen in den ersten Teilen eher im Hintergrund ab – Diana hat alle Hände voll zu tun, denn sie ist jetzt nicht nur die Anführerin der Amazonen, sondern auch der Gott des Krieges und nebenbei noch Mitglied der Justice League. Aber auch Wonder Woman kann immer nur an einem Ort sein und dementsprechend bleibt viel angefangen, wird aber nicht zu Ende gebracht. Das bietet Potential für ihre Gegner, die mit Donna Troy eine bessere Wonder Woman ins Spiel bringen und als Anführerin der Amazonen einsetzen wollen. Diana lässt sich das natürlich nicht einfach so gefallen…

WonderWoman_WarTorn2

Vielleicht liegts nur daran, dass ich den letzten Wonder Woman Comic so schlecht fand, aber mit „War Torn“ hatte ich wirklich großen Spaß und freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil.

Wonder Woman #7

Taschenbuch: 160 Seiten
Verlag: DC Comics; Auflage: 01 (24. Mai 2016)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1401261639
ISBN-13: 978-1401261634