Wochendings.

Nicht erschrecken – ich weiß, es sieht hier ein bisschen anders (mMn BESSER!) aus, aber ich verspreche abgesehen davon hat sich nichts geändert. Mir war einfach mal wieder nach was anderem und da müsst ihr jetzt mit durch – oder ihr hört auf, meinen Blog zu besuchen…^^

#Offlinegeplauder

Es ist unfassbar, wie schnell zwei Wochen Urlaub rum gehen und es ist einfach nur mies, wenn man nach 5 Minuten auf der Arbeit am Montag danach feststellt, dass man am besten gar keinen gemacht hätte. Es ist immer irgendwie das gleiche und ich bin die Diskussionen langsam wirklich leid, aber ich verstehe einfach nicht, wie man sich so vehement weigern kann, selbst mal ein bisschen mehr zu machen, damit nicht alles für einen übrig bleibt, sondern jeder halt nur ein bisschen mehr hat. Aber gut, es nützt nichts, denn es wird sich nicht ändern und ja, ich könnte kündigen und mir einfach was neues suchen. Das sagt sich aber auch nur so leicht, wenn man selbst nicht in der Situation ist, denn das Problem ist nicht die Firma oder die Arbeit – das Problem sind einzelne Menschen, die einem, aus welchen Gründen auch immer, das Leben schwer machen und die trifft man überall. In der Relation gesehen ist es das dann schon wieder nicht wert, sich überhaupt darüber aufzuregen, zumal die Personen, die all das beurteilen müssen und deren Meinung letztendlich die entscheidende ist, genau wissen, was abläuft. Das wiederum hab ich auch diese Woche zu spüren bekommen – im positiven Sinn.

In meinem Urlaub war ich aber auch nicht ganz untätig und habe nach mittlerweile doch fünf Monaten die Rohfassung meines (Nano-)Romans beendet. Und bevor ihr jetzt anfangt, Beifall zu klatschen – es sind nur ~70.000 Wörter, es braucht noch viel Arbeit und es ist – verglichen mit den Autoren in meinem Umfeld – quasi nichts. Aber hey, wofür Laura, Bianca und Mona jeweils ein Jahr brauchen, brauche ich eben 10, was mich irgendwie zur Donna Tartt unter uns macht und das ist auch ganz cool^^

#Bookstagram

Irgendwann werde ich „A Little Life“ bestimmt beenden. Es sind nur noch 200 Seiten, eigentlich mit viel gutem Willen an einem Abend zu schaffen, aber ich kann das nicht. Ich halte es einfach nicht aus. Ich weiß nicht, wie einem Menschen so viel Unglück geschehen kann, ich weiß nicht, wie Hanya Yangihara das macht, dass man ihr es abnimmt und es nicht als overdone abtut und ich weiß nicht, wie man das emotional wegstecken kann, denn ich hab mitunter sehr daran zu knabbern. Eine Stelle war so schrecklich, dass ich beinahe in die Ecke geschmissen hätte, nur um dann doch weiterzulesen, weil ich den Gedanken nicht ertragen konnte, nicht zu wissen, wie es ausgeht. Ihr seht das Dilemma?

Außerdem beendet habe ich „Alles, was ich am Strand gefunden habe“ von Cynan Jones, sowie „Der Club“ von Takis Würger (Rezension kommt am Montag). Lange Zugafahrten eignen sich ja wunderbar zum Lesen – oder halt für Hörbücher, deswegen habe ich „Robin – Die Wende“ auch tatsächlich noch im März beendet, nur um festzustellen, dass der dritte und letzte Teil nicht wie erwartet Ende März, sondern erst Ende April kommt. Das ist doof, aber nicht zu ändern. Und wenn ihr nicht wisst, wovon ich rede, könnt ihr das hier nachlesen.

#WahnsinnInSerie

Ich muss kurz 2-3 Worte zu Greys Anatomy loswerden (ja, ich schau das immer noch und alle, die nicht auf Stand der US-Ausstrahlung sind und nicht wissen wollen, wie es weitergeht, schauen jetzt bitte kurz weg) – Alter, was haben mich die letzten Folgen emotional fertig gemacht. Nach der letzten Staffel hab ich fast nicht mehr daran geglaubt, aber vor allem die Folge mit Jackson & April war für mich sehr heftig. Jackson hat seinem Vater genau das gesagt, was ich vermutlich auch sagen würde, wenn ich die Gelegenheit bekäme^^ Und was Maggie angeht… die Folge kam zu einem blöden Moment, weil ich mir just in der Woche Sorgen um meine Mutter machen musste (alles gut, btw – wie wir jetzt wissen). Das dazu. Und ich hoffe, ich hab niemanden gespoilert…^^

Dann habe ich natürlich auch 13 Reasons Why gesehen (wer nicht?) und wollte eigentlich was dazu schreiben, aber das hat Laura schon getan, deswegen spare ich mir das fürs erste. Ich kann den Hype darum nicht ganz nachvollziehen, was vermutlich mit daran liegt, dass ich das Buch damals gelesen habe und der Inhalt an sich jetzt kein Schocker mehr war, aber vielleicht auch einfach an der Tatsache, dass wir alle irgendwie ein Stück Hannah Baker sind. Schlimmer noch, wir sind alle auch jemand von den anderen. Und diese Erkenntnis ist zumindest für mich eben nicht neu. Das eigene Handeln hat numal Konsequenzen und du kannst nie wissen, was es vielleicht in deinem Gegegnüber anrichtet. Aber unterm Strich ist es eine gut gemachte Serie, die sich einfach jeder anschauen sollte, wenn aber auch vor allem wenn man das Buch noch nicht kennt.

Danach bin ich in ein kleines Loch gefallen und musste was blödes schauen – meine Wahl fiel auf „The Royals“ – und jetzt kann ich damit leider nicht aufhören, weil ich Tom Austen so toll finde und… ja, ich weiß, ich hör schon auf. Verurteilt mich nicht! (Und gebt mir vernünftige Empfehlungen, vielleicht komme ich dann da wieder raus!)

„Confess“ nach dem gleichnamigen Roman von Colleen Hoover ist derweil gestartet, aber natürlich kann man es hier nicht ansehen, wäre ja auch zu schön gewesen. Netflix, tu was!

#Woanders

Ich liebe den Samstag, vor allem deswegen weil ich da ausschlafen und anschließend beim Kaffee ganz gemütlich durch die Timeline scrollen kann und all die Beiträge auch gleich lesen kann. Wie beispielsweise Petzis Samstagskaffee, das mich dann wiederum auf zig andere Blogs führt. Oder sie weckt in mir den Wunsch, mich plötzlich für unseren Garten zu interessieren. Naja, für den Anfang reicht vielleicht auch ein Kräuterrondell in der Kücher, wir wollen es ja nicht übertreiben. Miss Bookiverse gibt uns einen kleinen Einblick in ihr Reading Journal und auch wenn ich schon unzählige solcher Beiträge angesehen habe, ist das der erste, der bei mir den Wunsch weckt, eins anzufangen. Toll gemacht! Shiku hat einen tollen Artikel „Über das schmutzige Anderssein“ geschrieben, den ich euch hier nochmal ans Herz legen will, weil er gar nicht oft genug geteilt werden kann. Fabian fragt, warum wir als Blogger eigentlich in den Pukten, die letztendlich zählen, immer die Fresse halten – und er hat Recht. Dani mag keine Mängelexemplare lesen (ich übrigens auch nicht^^) und deswegen fand ich den Text so witzig^^ Weil – kaufen tu ich sie tatsächlich auch immer wieder. Auf ihrem Blog hat Mara noch mal alles vom blauen Sofa zusammen gefasst – prima, denn ich war tatsächlich im Gegensatz zu ihr gar nicht da. Anabelle hat diese Woche eine neue Reihe auf ihrem Blog gestartet (bitte lass es eine Reihe werden!), die vor allem denen helfen soll, die sich in kleinen Grammatikfragen unsicher sind und immer wieder die gleichen Fehler machen. Grammatikfragen, noch so ein Komposita (da, schaut, ich hab schon was gelernt!). Und ich freue mich drauf, damit noch mehr Wissen aufzufrischen. Rebecca erklärt euch an sieben einfachen Punkten, was euren Blog für sie lesenswert macht  und zum Abschluss verweise ich euch nochmal an die Mädels von Herzpotenzial, einfach deshalb, weil ich deren Monatsrückblick so gerne lese und ihr, falls ihr das nicht schon lange tut, auch tun solltet.

#UndSonstSo

Letzten Freitag konnte man Tickets für die LitBlogCon in Köln kaufen – und ich hab tatsächlich eins abbekommen. Wenn ich es jetzt noch hinkriege, ein Hotel und den Zug zu buchen, werde ich da sein^^ Wer von euch kommt auch? Für alle, die noch nicht wissen, was NetGalley genau ist oder was man da machen kann, gibts jetzt hier eine Übersicht. Hier gibts noch mal den Beitrag von Lena Falkenhagen zur Cosplay-Diskussion rund um die Leipziger Buchmesse und der ist einfach alles, was man dazu lesen muss.

#InOtherNews

Elena Ferrante goes HBO und wenn ich das richtig verstanden habe, in Originalsprache und mit Untertiteln… mal schauen, wie das so wird. Joss Whedon macht einen Batgirl-Film, ich bin gespannt, frage mich aber trotzdem langsam, wie ich all dem hinterher kommen soll. Es gibt einen ersten Trailer zur Heath Ledger-Dokumentation, die im Mai zum ersten Mal ausgestrahlt wird (vermutlich ab Juni auch auf deutschen Streamingportalen zu erwerben). Und im Oktober erscheint dann eine „A Darker Shade of Magic“ Special-Edition mit Kurzgeschichten und FanArt sowie vielem anderen Schnickschnack. Ich überlege noch, aber wahrscheinlich kann ich wieder nicht nein sagen…

Und irgendwie war das ganz schön viel für so wenig Woche und deshalb lass ichs jetzt gut sein und wünsch euch ein schönes Wochenende – macht es euch fein! <3 (Und wenn ihr Lust habt, kommentiert gerne – ich freu mich^^)

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Once a Gilmore, always a Gilmore.

Ich glaube, wenn man einmal mit den fasttalking-Girls warm geworden ist, hört das nicht mehr auf. Es geht nicht weg und eigentlich will man das auch gar nicht. Und jetzt war es dann soweit – endlich neue Folgen, endlich wieder Sherman-Palladino, endlich wieder Kaffee, Junk-Food und sechs Stunden am Stück Spaß. Nach Hause kommen, Füße hoch, wohlfühlen.

Und ich weiß, ich hab mir lange Zeit gelassen mit meiner Meinung, was vor allem daran liegt, dass ich niemanden spoilern wollte. Es geht mir so dermaßen auf den Geist, dass überall sofort jeder seine Meinung – und sei sie auch noch so clever verpackt – in die Welt pusten muss. Lasst euch eins gesagt sein: Ihr seid nicht clever. Und es nervt. Selbst ein Name und ein Emoji verraten den Leuten, die im Thema sind, mehr als genug. Ich will um Himmels Willen niemandem verbieten, darüber zu reden, aber gerade Twitter ist nicht die beste Diskussionsplattform, weil man all dem, was man nicht sehen will, eben nicht so leicht aus dem Weg gehen kann. Ist ein bisschen nervig, dass man das immer und immer wieder sagen muss…

Aber wie dem auch sei – hier auf dem Blog steht es euch frei, den Text zu lesen oder weg zu klicken, überlegt es euch gut, denn hier werde ich spoilern^^ Nachdem jetzt immer wieder Leute gefragt haben „Uuuuuund? Wie fandest duuuus?“ fühle ich mich verpflichtet, doch ein bis zwei Sätze dazu zu verlieren – oder halt über 3.000 Wörter.

Das Wiedersehen

Alles beginnt mit einem Voice-Over der prägnantesten Sätze aus sieben Staffeln Gilmore Girls und ganz ehrlich, allein dabei hatte ich schon einen Kloß im Hals. Niemals hätte ich gedacht, dass es nochmal soweit kommt uns wir nochmal zurück nach Stars Hollow kommen, umso schöner ist es unsere beiden Mädels zusammen am Gazebo sitzen zu sehen. Klar, alles wirkt etwas glänzender, neuer, vielleicht auch ein bisschen größer, aber doch auch vertraut. Der Anfang an sich wirkt dann ein bisschen gestellt, aber wer will da schon so genau sein? Gleichzeitig taucht aber auch die erste große Frage auf…

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Wer ist eigentlich Paul?

Rory hat einen Freund, das kommt relativ schnell zur Sprache und für eine Millisekunde denke ich: Jawohl, da ist endlich der Kerl, der passt. Nur um dann festzustellen, dass er‘s doch nicht ist, da sich offenbar nicht mal Rory richtig dran erinnern kann, schon mittlerweile zwei Jahre mit ihm zusammen zu sein. Es passt zu Rorys aktueller Lebenssituation, einen Freund zu haben um eben einen Freund zu haben, jemand, der einem das Gefühl gibt, dass man wenigstens diese eine Sache geregelt kriegt. Und doch wirkt es einfach absolut falsch. Rory ist 32, nicht 22; darauf komme ich aber später nochmal zu sprechen. Und dass er nicht für immer ist, sehen wir schon allein daran, dass er uns nicht vorgestellt wurde, wenn nicht an der Tatsache, dass sich niemand an ihn erinnern kann und er ständig irgendwo vergessen wird.

Der unerfüllte Kinderwunsch

Kann mir bitte jemand erklären, warum Luke und Lorelai von jetzt auf gleich in einer Fertilitätsklinik landen und darüber diskutieren, ob Luke mit einer Leihmutter tatsächlich Sex haben muss oder ob das auch irgendwie anders funktioniert? Ich würde es echt gerne wissen, denn das impliziert, dass sie in den letzten zehn Jahren nicht einmal darüber geredet haben, was wiederum total realitätsfern wäre. Und Paris? Ich liebe Paris, in jeder einzelnen Szene, und wir wussten alle, dass sie sich zwischen Medizin und Jura entscheiden würde müssen. Aber dass sie dann so ein Feld beschreiten würde? Was ist aus dem Wunsch, Krebs zu heilen geworden? Oder der Weltherrschaft? Ich fand diese ganze Szene einfach unnötig und sehr, sehr seltsam. Abgesehen davon kann ich mir Lorelai und Luke jetzt nicht mehr als Eltern eines Babys vorstellen. Früher war das vielleicht mal eine Option, aber jetzt wirkt es einfach deplatziert und regelrecht als ob man hätte Zeit füllen müssen.

Die Therapie

Wenn Emily Gilmore in T-Shirt und Jeans vor mir stünde und mir einen Vortrag über Marie Konde halten würde, würde ich ihr wohl auch eine Therapie vorschlagen. Vor allem, wenn sie zudem eine Familie in ihrem Haus leben lässt, die mehr Kinder hat als man zählen kann. Funfact: Habt ihr die Haushälterin erkannt? Wenn nicht, schaut hier.  So grundsätzlich fand ich das aber alles sehr süß und vor allem Emilys Entwicklung hat mir gefallen. Wie sie die DAR-Ladys zurecht weist und später im Walmuseum den Vortrag hält? Große Klasse! Die Therapie an sich allerding hat wieder einmal gezeigt, dass Lorelai und Emily einfach gar nicht aufeinander eingehen und das simpelste Gespräch in einem Streit endet. Dann war da diese Sache mit dem Brief und plötzlich saß Lorelai alleine da. Und es macht mich umso trauriger, dass Lorelai jetzt, wo sie alles hat, was sie immer wollte, so dermaßen traurig ist.

Goodbye Richard

Gemessen an meiner eigenen Traurigkeit über den Tod von Edward Herrmann kann ich mir unmöglich vorstellen, wie es denen gehen muss, die ihn tatsächlich kannten. Dementsprechend hatte ich aber auch große Sorgen, ob es gelingen würde, seine Abwesenheit angemessen darzustellen. Unbegründet, denn wirklich jede Szene, die das behandelt hat, hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Wirklich jede. Selbst als Lorelai am Ende das Richtige Portrait sieht, was eigentlich witzig gedacht war… unfassbar gut gemacht. Sei es nun die Trauerfeier oder Lorelais Anruf bei Emily – Richard war trotz oder gerade wegen seiner Fehler ein großartiger Charakter und sie haben einen das spüren lassen.

Rory on the Road

„I feel very lost these days. I have no job, I have no credit, I have no underwear“ war der Satz, der mich schon im Trailer fast mehr berührt hat als alles andere. Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn unsere großen Pläne zu Staub zerfallen und wir einfach nicht wissen, was wir als nächstes tun sollen. Das ist das Leben, das ist normal, das ist so, bevor man wieder aufsteht und was Neues anpackt. Allerdings ist auch das etwas, was nicht so ganz zu Rory zu passen scheint. Bisher ist ihr immer alles zugeflogen. Klar, sie hat hart gearbeitet, aber sie bekam, was sie wollte und jetzt läuft es eben nicht mehr rund. Aber eigentlich ist eine solche Krise typisch für die Zeit nach dem Studium, nicht zehn Jahre später. Mit 32 wünsche ich mir von ihr, dass sie reifer ist, als sich für einen Job zu bewerben, den sie nicht will – das alles ohne sich vorzubereiten – und dann noch pissig zu sein, weil es nicht geklappt hat. Ja, Mädchen, was genau erwartest du denn? Wo ist die Rory, die entgegen dem Rat von ihrem Freund für ein Online-Magazin geschrieben und damit Erfolg hatte? Weil sie es für richtig hielt und weil sie es konnte. Wo ist das Mädchen, dass sich trotz der Pleite bei Huntzberger und all ihren Zweifeln aufgerappelt hat und überall um einen Job gekämpft hat? Die brauchte kein Lucky Dress – die konnte und war sich für nichts zu schade. Und von dem Wookie will ich gar nicht erst anfangen…

Jess – there and back again…

Als Jess zurückkam hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, das jetzt alles gut werden kann. Und das liegt nicht daran, dass ich eins seiner Fangirls bin, ich glaube nur einfach, dass es ihm gut getan hat, seinen eigenen Weg außerhalb von Stars Hollow zu gehen – ohne Rory. Ihre Beziehung hätte damals keine Zukunft gehabt und das wissen beide, weshalb sie immer noch Freunde sind. Jess ist zudem der einzige, der Rory die Wahrheit ins Gesicht sagen kann, ohne dass sie trotzig wird. Sie hört ihm zu und sie nimmt ihn ernst. Wegen ihm beginnt sie, dieses Buch zu schreiben, wegen ihm sagt sie sich (unbewusst) von Logan los und wegen ihm sucht sie wieder einen Weg. Jess ist dür Rory sowas wie Luke für Lorelai war – eine sichere Bank und ein guter Freund. Gut möglich, dass er sie auch in Zukunft unterstützen würde, absolut unbestreitbar sind die Gefühle für sie, die er noch immer hat. Allein der letzte Blick durchs Fenster sagt mehr, als es tausend Worte könnten. Und abgesehen davon: Auch Jess hat sich entwickelt. Sein Verhalten gegenüber Luke, aber auch Lorelai, ja selbst Kirk spricht Bände. Jetzt bleibt nur die Frage, ob er eben auch auf Rory warten wird.

Die London-Logan-Sache

What the fuck, Rory? Ernsthaft… ich mochte Logan wirklich, aber irgendwann reicht’s dann auch mal. Sie war bereits die andere Frau und wusste, dass ihr das nicht gefällt. Und sie weiß eigentlich, dass sie Logan nicht will – uneigentlich halt nicht. Es ist einfach nicht okay und das Logan das einfach so mitmacht oder am Ende noch so vorgeschlagen hat, spricht auch Bände. Zudem betrügt sie auch noch ihren Freund, den sie ja ohnehin nicht will und wo hat sie eigentlich das Geld her, ständig nach London zu fliegen? Teurer Spaß, bei dem ich davon ausgehe, dass Logan ihn ihr finanziert, geau wie er ihr das Haus zum Schreiben geben will und ich weiß einfach nicht, wie man als eigenständige Frau sowas tun kann, mal ganz abgesehen davon, dass sie sich in Staffel sieben gegen ihn entschieden hat. Und wo wir gerade davon sprechen…

Staffel 7 oder: Lass uns das einfach mal ignorieren.

Ich verstehe das – die Palladinos waren pissig und nicht zufrieden mit dem, was Staffel 7 gebracht hat, schon allein deswegen, weil sie nicht dabei waren. Das ist aber kein Grund, alle wesentlichen Ereignisse zu ignorieren.  Luke und Lorelai gehören zusammen, aber wie genau haben sie wieder zusammen gefunden? Konnten sie ihre Probleme wirklich beiseitelegen? Was wurde auch Rorys Obama-Wahlkampagne? Ich würde behaupten, wenn man zwei Jahre mit dem nächsten US-Präsidenten durchs Land zieht und darüber schreibt, gewinnt man viele Kontakte, die man später auch nutzen kann. Damit man eben nicht mit 32 ziellos in seinem alten Kinderzimmer sitzt. Weiterhin hat sie sich vielleicht nicht direkt gegen Logan entschieden, aber indem sie seinen Heiratsantrag nicht angenommen hat, gegen das, wofür er steht. Und sie wusste, warum sie das tut. Wenn sie jetzt doch dazu zurückgeht – was sagt das wohl über sie aus?

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Das Musical

Nein. Einfach nein. Ich sehe keinen Sinn darin, es ist nicht cool, es hat keinen Spaß gemacht das anzusehen, es ist viel zu lang und am allerallerwichtigsten: Es ist ein Stars Hollow-Musical, Himmelherrgott! Miss Patty und Babette singen immer, überall und die ganze Zeit… es ist ein Unding und gegen die Gesetzte von Stars Hollow, dass weder die beiden noch Kirk in die Sache involviert sind.

The Life and Death Brigade

Ja, der Auftritt war ganz nett, für meinen Geschmack aber auch zu lang und zu viel – vor allem zu viel Logan, der ja, wir erinnern uns, eigentlich gar nicht mit Rory zusammen sein will, weil er ja verlobt ist und eigentlich auch die Veranstaltung nicht gerockt hat, das war nämlich Finn. Vielleicht hätte Rory sich damals einfach gleich Finn aussuchen sollen. Was mir hier komplett gefehlt hat: Der Zauber, den diese Geheimgesellschaft gerade in In omnia paratus versprüht. Später ging’s eigentlich nur noch um die beste Party und den größten Suff und hier halt auch.

The book or the movie?

Lorelais Tribut an Wild, der mit der Musicalnummer anfing, sie zu Luke brachte, der vollkommen hilflos zusehen musste, wie sie in die Wildnis abhaut, in dem Telefonat mit Emily und mit einem der längsten Monologe gipfelt und in einem längst überfälligen Heiratsantrag endet, war perfekt. Diese ganze Storyline beschreibt genau das, wofür ich diese Serie liebe und weshalb Staffel 8 alles in allem doch ganz gut bei mir wegkommt. Das entschuldigt fast alles, nur eben nicht das Musical.

Hey, nice to see you…

Ich bin grundsätzlich sehr froh, dass man am Ende doch so viele liebgewonnene Charaktere wiedersehen konnte. Ich wüsste tatsächlich nicht, dass ich irgendwen wirklich vermisst hätte, stattdessen ist mir einfach die Art der Auftritte ein bisschen sauer aufgestoßen. Dean wiederzusehen war so eine Sache, Sookie eine andere. Auch Lane kam mir ein bisschen zu kurz und zu blass vor, dafür war Paris umso präsenter und der absolute Knaller. Dass sie und Doyle nicht mehr zusammen sind, ist irgendwie schade. Ihre Beste Szene ist in Chilton, als sie sich vor Tristan im Bad versteckt, obwohl sie vor einem Wiedersehen mit ihm absolut nichts zu befürchten hätte. We’ve all been there, Paris. Christophers Auftritt macht nur Sinn, wenn man das Ende kennt und ganz ehrlich? Ich hatte immer Verständnis für ihn und ich mochte ihn, bis zu dieser Szene jetzt. Allein dieses kurze Gespräch mit Rory hat ihn mir auf ewig versaut. Jackson war halt mal da. Michelle hatte ich sehr vermisst und mich gefreut, dass er immer noch ein guter Freund für Lorelai ist. Schade, dass er ausgerechnet jetzt auf den Trichter kommt, dass Stars Hollow ihm eigentlich zu klein ist.

 Das Ding ist halt, dass ich durchaus verstehe, dass es nicht leicht ist, diese Anzahl an Schauspielern unter einen Hut zu bekommen, vor allem, wenn es tatsächlich so war, dass es a) recht kurzfristig war und b) viele der Schauspieler nur an einem Tag da sein konnten. I get it, sie haben versucht das Beste draus zu machen und die Story drum herum zu bauen. Aber das ist mit nicht genug, weil es zu oft zu lieblos wirkte.

Witzig ist allerdings die Zahl der Gaststars, die sich heimlich, still und leise eingeschlichen haben. Vielleicht sind die Zusammenhänge nicht jedem bekannt, aber dafür umso mehr die Gesichter.

Die Hochzeit

Ja, ich habe das mit Alice im Wunderland verstanden, aber warum? Warum?? Es war wie ein zweites Musical, nur ohne Gesinge (ok, das war gut) aber so seltsam, weil Michelle da war, aber Sookie nicht. Und Jess eben auch nicht, dafür Lane. Und überhaupt… die Idee war cool, die Umsetzung irgendwie mies. Einziges Highlight der ganzen Sache: Kirk screwing things! <3

The last four words…

Es wurde so viel spekuliert… seit Jahren sind diese letzten vier Worte ein Mythos, der unter allen Fans umher geistert – jeder wollte sie wissen. Und jetzt wo wir sie endlich kennen, gibt’s die, die es total scheiße finden und die, die irgendwie nicht so recht wissen, was sie damit anfangen sollen. Ich habe noch von keinem gehört, der damit zufrieden wäre.  Ich verstehe den Gedanken dahinter, der Kreis schließt sich und Rory ist eben trotz allem doch irgendwie wie ihre Mutter – und dann eben wieder doch nicht. Aber es fühlt sich hier als Ende einfach falsch an. In einer anderen Geschichte hätte es funktioniert, so aber fühle auch ich mich leicht veräppelt.

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Was ich anders gemacht hätte…

Zunächst mal hätte ich Staffel 7 nicht ignoriert. Es ist nun mal passiert und ich verstehe, wenn man damit nicht zufrieden ist – bin ich ja selbst nicht – aber es gehört nun mal doch zur Geschichte und zur Entwicklung der Personen. Man muss das nicht mögen, vor allem Amy Sherman-Palladino muss das nicht mögen, aber schon allein im Interesse der Fans wäre es einfach fair gewesen, es eben nicht zu ignorieren. Dann wiederum hätte ich eben direkt nach der Obama-Sache angesetzt – Rorys Ziellosigkeit, ihr Verhalten und auch das Ende passen einfach besser zu jemandem mit 22 anstatt zu einer 32jährigen. In dem Fall hätte auch das Ergebnis ihrer London-Logan-Sache Sinn ergeben. So erwachsen und reif wie sie früher für ihr Alter war, ist sie jetzt schlicht und ergreifend nicht mehr und es ist schade, wenn eine Figur, die man so sehr mochte, so demontiert wird. Ist euch außerdem mal aufgefallen, dass sie sich noch nie von einem ihrer Kerle getrennt hat? Sie war nie diejenige, die in dem Punkt die Entscheidung getroffen hat, sie hat es einfach nur hingenommen. Sie hätte Logan mehr als einmal vor die Wahl stellen können, aber das wollte sie gar nicht. Sie ist ein Fähnchen im Wind und nicht mehr das Mädchen, mit dem ich mich identifiziert habe.

Ich habe das Gefühl, dass in diesen zehn Jahren, die wir ohne die Gilmore Girls waren, einfach nichts passiert ist, außer dass Richard gestorben ist. Das wirkt einfach so falsch und komisch…

Generell hätte ich mir, wäre ich Sherman-Palladino, mehr Zeit genommen. 90 Minuten zu füllen ist schon eine Aufgabe, vor allem wenn so schnell gesprochen wird und statt einfach mal 20 Minuten Musical einzubauen, hätte ich mich auf eine gute Story beschränkt und versucht, mehr Handlung einzubauen. Oder, wenn die Story das nicht hergibt, das anders aufgebaut. Melissa McCarthy hatte genau einen Drehtag zur Verfügung, Jared Padalecki war, so munkelt man, zu teuer für mehr als diese eine Szene. Wenn aber doch alle so unfassbar heiß auf dieses Revival waren, wie es im ATX-Panel (sehr sehenswert übrigens) den Anschein hatte, dann frage ich mich, warum man da nicht versucht hat, mehr möglich zu machen, es liebevoller zu gestalten und einfach alles reinzulegen, was geht, denn schließlich ist es ja das Ende, oder?

Das Ende oder ein neuer Anfang?

Natürlich steht nach den letzten vier Worten die Frage offen, ob und wenn ja, wie es weitergeht. Ich für meinen Teil gehe fest davon aus, dass es weitergeht, denn wenn es das finale Finale gewesen wäre, hätte man es perfekt gemacht. Man hätte Sookie für mehr als einen Tag geholt und im Vorfeld nicht schon so getan, als sei es nicht schlimm, wenn sie hier nicht dabei ist. Man hätte keine Kosten und Mühen gescheut und alles richtig gemacht. Klar gehts um Geld – dass das kein reines Liebhaberprojekt gewesen ist, das ist auch mir klar. Schließlich will ja Netflix auch was davon haben. Aber ich unterstelle jetzt einfach mal, dass man ein insgesamt besseres Ergebnis für alle Fans bekommen hätte, wenn man sie einfach hätte machen lassen – und wenn es dann eine Staffel mit 22 Folgen geworden wäre, wäre es auch gut gewesen. Weiteres Indiz ist die Tatsache, dass Netflix die vier Folgen als Staffel 1 bezeichnet und nicht als Event (was logischer gewesen wäre). Und zu guter Letzt: die letzten vier Worte. Stellen wir uns mal vor, Rory hätte in diesen vier Folgen erkannt, dass Logan eben doch nicht der Mann fürs Leben ist und Jess wieder getroffen. Jess, der sie schon so oft auf Spur gebracht hat und der dann vielleicht mit ihr zusammen auf Lukes und Lorelais Hochzeit gegangen wäre. Und vielleicht hätten die beiden entdeckt, dass sie jetzt endlich zusammen passen und gut füreinander sind. Vor dem Hintergrund wären diese letzten vier Worte gar kein Cliffhanger und überhaupt keine Diskussion darüber nötig. Aber das würde halt auch bedeuten, dass Rory sich ihrem Alter entsprechend verhalten müsste…

Was bleibt?

Nach dem Schauen hatte ich ein riesiges Bedürfnis nach gutem Scotch und den originalen sieben Staffeln. Das sagt eigentlich schon alles, denn es ist das Bedürfnis nach Trost von Jess und dem Gefühl, das ich bei den neuen Folgen jetzt vermisst habe. Ich bin froh, dass wir sie bekommen haben und ich sie gesehen habe. Ich bin froh, wenn sie neue Fans anlocken und begeistern und ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mir nicht noch mehr wünsche. Aber unterm Strich bin ich jetzt, wo ich die neuen Folgen kenne, mit den alten doch sehr glücklich.

 

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Where you lead, I will follow…

Es ist soweit – in 10 Tagen, wissen wir endlich, ob Lorelai und Luke wieder zusammen kommen, wie Emily Richards Tod verkaftet und wie es mit Rory weitergeht… Die Gilmore Girls kommen zurück und ich könnte nicht glücklicher sein.

Ich war in dieser Woche unfassbar traurig, dass ich nicht zum Netflix-Event nach Berlin konnte, das wären vermutlich mehr Glücksgefühle gewesen, wie zwei Buchmessen auf einmal hätten produzieren können. Und den dazugehörigen Stream habe ich mir vor lauter Frust erst gestern ansehen können, das hätte ich live auf keinen Fall ertragen. Aber was macht all das so besonders? Warum schafft es eine Fernsehserie, die Massen derart zu begeistern und das damals wie heute? Wieso gibts einfach kein Entkommen von den Girls?

Alles auf Anfang…

Angefangen hat für mich alles vor ungefähr zwölf Jahren. Ich war mitten im Abitur und kam Nachmittags um 16 Uhr nach Hause. Erstmal Kaffee und den Fernseher an, runterkommen und abschalten war die Devise und eines Tages waren sie da plötzlich – eine Mutter, die irgendwie versuchte, als alleinerziehende das Leben zu meistern und ein Mädchen, dass mindestens genauso beherzt Bücher las, wie sie Kaffeetassen leerte. Und ich war sofort dabei, denn ich erkannte mich wieder.

Keine Kleinstadt, aber ein Dorf mit ebenso schrullig-fantastischen Einwohnern. Meine Mutter, die mich ebenfalls alleine großzog und nebenbei ihr Leben meistern musste, aber doch immer versuchte, auch eine Freundin oder zumindest eine Vertraute zu sein. Die Großeltern, die nicht alles verstanden, was ich so trieb, aber mich immer unterstützen würden, komme was wolle. Und die große Liebe zu Filmen, Musik und allem anderen voran: Büchern!

„I live in two worlds.  One is a world of books.“

Jeden Mittag eine neue Folge zu sehen, war tatsächlich nach Hause kommen für mich. Solange die Serie lief, war es fast eine Sucht, keine Folge zu verpassen und dieses Ritual beizubehalten, genau zu verfolgen was passiert und dabei zu bleiben. Und ich war so pissig, als die neuen Staffeln dann plötzlich ins Abendprogramm verfrachtet wurden und es nur noch eine Folge pro Woche gab! Ich habe bis heute keinen eigenen Fernseher und niemand, außer vielleicht meiner Mutter, hat verstanden, wieso ich jeden Dienstag Abend um die Fernbedienung gekämpft habe, als ginge es um mein Leben. Es ist unglaublich schwer in Worte zu fassen, was mir diese Serie gegeben hat und ich verstehe ehrlich gesagt immer noch nicht, warum nicht jeder schon lange genau so ein großer Fan ist wie ich. Aber, und das ist ja auch schön, es kommen fast täglich neue hinzu, die sie Serie jetzt für sich entdecken und ich hoffe, es hört nicht auf.

Rory oder Lorelai – welches Girl steckt in dir?

Früher hätte ich immer gesagt, dass ich eher Rory bin. Nachdem ich jetzt nochmal alles gesehen habe, und erwartet hatte, dass ich mich eher mit Lorelai identifizieren würde, bin ich allerdings überhaupt nicht mehr sicher. Klar, verschiedene Wesenszüge von Rory, aber auch von Lorelai entdecke ich in mir wieder, aber nichts passt so ganz. Dafür sind mir Lorelais Probleme heute näher als damals und ich verstehe sie mitunter besser. Fakt ist aber letztendlich: Ich mag sie beide und möchte keine missen. Und selbst wenn heute viele sagen, dass dieses Mutter-Tochter-Verhältnis zu eng ist, finde ich, dass die beiden den Spagat zwischen Freundschaft und Verantwortung ziemlich gut meistern und am Ende doch immer das richtige Maß finden.

In welchem #Team spielst du?

Wenn ich mich für Rory und einen ihrer Boys entscheiden muss, fällt die Wahl eindeutig auf Jess. Das hab ich hier schonmal näher beschrieben, grundsätzlich finde ich einfach, dass er sie am meisten fordert, ihr aber auch gleichzeitig den nötigen Freiraum lässt, damit sie sich selbst verwirklichen kann. Aber letztendlich ist ja nicht gesagt, dass es nicht noch einen ganz anderen Typen für sie geben könnte. Eigentlich will ich nur eins, nämlich dass Rory glücklich wird.

„You will meet an annoying woman today. Give her coffee and she will go away.“

Bei Lorelai sieht das ähnlich aus, auch wenn sich da die Frage fast erübrigt. Ich glaube, sie braucht Luke, um am Ende wirklich glücklich zu sein. Der Mann, der eine Erinnerung an die erste Begegnung acht Jahre aufbewahrt, kann eigentlich gar nicht der falsche sein, da kann selbst die überraschend aufgetauchte Tochter nichts dran ändern. Und wenn doch, würde mich das wirklich verärgern.

Was wünscht du dir von den neuen Folgen?

Ich wünsche mir vor allem das Gefühl wieder. Da sowohl Cast als auch Team die selben sind, habe ich da kaum Bedenken, dass das Wiedersehen wunderbar wird. Ich hoffe, dass die Geschichte in den vier neuen Folgen wirklich erzählenswert ist und es hier nicht nur darum geht, noch bessere Pointen zu setzen oder gewollt witzig zu werden. Ich hoffe wirklich, dass in diesen vier Folgen alles Mögliche an Liebe drin steckt und man merkt, dass es diesen Abschluss braucht. Beim ersten kurzen Teaser war ich diesbezüglich skeptisch, beim Trailer allerdings musste ich tatsächlich ein paar Tränchen verdrückten, weil es wirklich wieder da war.

„Gilmore Girls – Ein neues Jahr“ startet am 25. November 2016 auf Netflix.

Gilmore Girls – 100 Seiten

Wer jetzt noch schnell ein bisschen Motivation braucht oder die sieben Staffeln in den nächsten zehn Tagen nicht nochmal schafft, aber das Gilmore Girls-Feeling schon aufleben lassen will, dem möchte ich Karla Pauls „Gilmore Girls – 100 Seiten“ aus dem Reclam Verlag ans Herz legen. Es ist tatsächlich das einzige deutsche Buch, das einen perfekten Überblick bietet und sowohl blutigen Anfängern wie auch Hardcore-Fans gefallen wird.

Ich bin – zwangsläufig – ein bisschen befangen, weil ich Karla sehr mag, aber seit ich von diesem Projekt wusste, hatte ich nicht eine Sekunde lang Zweifel, das es gut werden würde. Als ich es dann vor ein paar Tagen zum ersten Mal in der Hand hielt und zu lesen begann, war ich sicher – hier schreibt ein Fan für Fans und alle, die es noch werden wollen. Es gibt einen Überblick über die wichtigsten Personen und Beziehungen, gute Charekterisierungen und eine Lageplan von Stars Hollow. Und wenn man dann mal drin ist, kann man sich mit Rorys Reading List oder der Musik in der Serie befassen. Als Sahnehäubchen finden sich am Ende die besten Zitate aus der Serie.

Es geht natürlich um Liebe, Freundschaft und Familie und es ist schwer, in all den Punkten keine Seite zu favorisieren – Karla schafft das aber zumindest im Buch auf wundervolle Weise und hebt klar die Vor- und Nachteile der jeweiligen Beziehungen vor. Auffallend dabei für mich ist die pointierte Sprache, bei der kein Wort zu viel, aber alles gesagt und noch dazu wunderschön treffend ausgedrückt ist.

Einzige Kritik am Buch von meiner Seite: Es ist einfach viel zu kurz. Ich weiß, das Konzept der Reihe sieht nur 100 Seiten vor, aber ganz ehrlich – über sieben Staffeln kann man einfach wesentlich mehr schreiben und zumindest ich für meinen Teil würde es auch lesen wollen. Platztechnisch wurde versucht, so viel wie möglich unterzubringen, das ist zwar gerade im Fall der Reading List auch recht hübsch geworden, allerdings etwas unübersichtlich. Aber das ist letztlich Jammern auf hohem Niveau.

+ Kurzbeschreibung

»Gilmore Girls sehen ist wie nach Hause kommen«, twittert ein Fan und spricht damit einer ganzen Generation aus der Seele. Denn die Serie um Mutter und Tochter Lorelai und Rory Gilmore vermittelt wie kaum eine andere das Gefühl, Teil eines turbulenten und liebevollen Alltags zu sein.

Im November 2016 startete die 8. Staffel. Für Karla Paul Anlass genug, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, Darsteller und Charaktere zu porträtieren, Stars Hollow mit seinen Bewohnern vorzustellen und überhaupt viele charmante Details über die Serie zusammenzutragen, kurz: um den Fans ein Buch zu schenken.

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat, dem empfehle ich dieses Fan-Gespräch zwischen Karla und Anette und den Live-Stream zur Buchpremiere am 20. November. Und halt sowieso und überhaupt das Buch.

100  Seiten – Gilmore Girls

Taschenbuch: 100 Seiten
Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (11. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3150204453
ISBN-13: 978-3150204450

Wochendings.

#Offlinegeplauder

Ich hab jetzt keine Lust mehr auf schlechte Nachrichten. Deswegen habe ich beschlossen, mich auf die Guten zu konzentrieren^^ Katzenbabys zum Beispiel, denn meine Tante hat wieder einen Wurf in der Scheune gefunden. Ihr dürft jetzt Wetten abschließen, wie lange es wohl dauert, bis ich nachgebe, denn sie sind grau-getigert und unfassbar süß! (Was ich im Übrigen bisher nur auf Fotos gesehen habe, denn wenn ich hinfahre, ist es vorbei mit der Zurückhaltung. Bisher war ich für 4 Tage erfolgreich. To be continued…) Was mich auch gerade sehr glücklich macht: Schmetterlinge, Bienen und Hummeln mit der Kamera jagen.

Sonst ist soweit alles beim Alten – same old, same old… der nächste Urlaub wird kurz, aber er ist in erreichbarer Nähe – das ist gut. Gut war auch das Eis, das man mir diese Woche ausgegeben hat <3

#Bookstagram

Wochendings_Bookstagram

Ich komme nicht zum Lesen. Und ich hab auch keine Lust zum Lesen. Das ist insofern scheiße, weil ich ich nicht wirklich weniger Bücher kaufe – allein heute kommen schon wieder drei… (Eins davon ist die Illustrierte Neverwhere-Ausgabe – ich finde, ihr solltet das wissen) Aber ich kann mich gerade einfach nicht von den Gilmore Girls losreißen. Jede freie Minute geht dafür drauf.  Infolgedessen hänge ich immer noch an Wir waren keine Helden, Wédōra und Was auch immer geschieht, dass ich unbedingt nochmal lesen muss. Bei meiner GR-Challenge bin ich mittlerweile wieder behind… läuft, halt rückwärts und bergab, aber läuft – wie man so schön sagt^^

#WahnsinnInSerie

Und hier kommen wir also zu meinem aktuellen Lieblingsthema… Staffel 4 Folge 21 und wenn dieser Post online geht, wahrscheinlich Staffel 5 Folge 5 oder so… je nach dem wie der Freitagabend läuft. In dieser Woche hab ich außerdem einen sehr langen Text darüber geschrieben, wieso #TeamJess die einzig richtige Wahl ist. Und um die Freunde zu komplettieren: Die neuen Folgen der Gilmore Girls sind ab dem 25. November auf Netflix. Dauert halt noch, aber bis dahin kann ich vielleicht doch noch zwei, drei Bücher lesen^^ Zu Game of Thrones gibts auch Neuigkeiten, allerdings keine wirklich guten. Staffel 7 kommt wetterbedingt erst später – jetzt, wo der Winter endlich da ist, macht es natürlich keinen Sinn im Hochsommer zu drehen, was wiederum bedeutet, dass der Dreh später abgeschlossen sein wird und die 7. Staffel somit irgendwann im Sommer 2017 an den Start geht. Das alleine finde ich jetzt nichtmal so tragisch – viel schlimmer finde ich, dass die zwei verbleibenden Staffeln jeweils nur 7 Folgen haben werden. Ich meine, hier könnte man echt bestimmt mit wenig Aufwand was machen, sodass das Schema beibehalten wird.

#ThePowerOfBlogs

Vor nicht allzulanger Zeit machte ein Hashtag auf den Twitter die Runde, den die fantastische Sarah ins Leben gerufen hat – #ThePowerOfBlogs. Dabei ging es vor alle darum, unter Bloggern mal ein bisschen Liebe zu verteilen, sich daran zu erinnern, warum man eigentlich angefangen hat, zu bloggen und was man damit schon erreicht hat. Eine schöne Idee, die hoffentlich nicht im Sande verläuft, sondern immer mal wieder auftaucht. Auslöser dafür waren unter anderem die unsäglichen Diskussionen über Blogger vs. Feuilleton und wasweißichnichtalles. Fabian hat seinen Standpunkt zu den jüngsten Ereignissen, aber auch so generell in Worte gefasst, und weil ich das genauso unterschreiben könnte, sag ich einfach nichts weiter dazu. Mara hat, ähnlich wie ich ein Faible für Widmungen, die Gewohnheit, auf schöne Zitate zu achten, die Büchern vorangestellt sind. Ein paar hat sie auf ihrem Blog gesammelt – ich schätze, mit der Zeit werden es mehr werden^^ Simone hat ein cooles Interview mit Ju Honisch geführt, indem es unter anderem auch um ebooks als 2. Chance für Backlisttitel geht. Meiner Meinung nach ein spannendes Thema und ein guter Weg, um nicht mehr lieferbare Titel wieder ind Gespräch zu bringen bzw. überhaupt wieder verfügbar zu machen. Karlas Buchtipps aus dem ARD-Buffet gibt es wie immer natürlich auch online. Laura sucht für ein neues Projekt ein paar frische Augen, die an die Leseprobe rangehen. Wenn ihr Lauras Bücher mögt und euch de Beschreibung zusagt – bewerbt euch!

#Listopia

EpicReads_BookNerdCharts_02

10 Dinge übers Lesen, die wird bei den Gilmore Girls gelernt haben || 6 Books to Help You Through Grieving || 10 Shocking Final Lines From Classic Books || 14 Heartbreaking Quotes About Breakups From Books || 8 Magical Things Every Book Lover Has Wished For || 11 Lies All Readers Have Told || 14 Thoughts You Have When Someone Tries To Talk To You While You’re Reading || 7 Harry Potter Places Every Potterhead Needs To Visit || 10 Times You Fell In Love With Sirius Black || 10 Celebrities Who Are Great At Recommending Books || The 10 Coolest Innovations For Book-Lovers, Because Reading Is Serious Business || Extremely Accurate Charts for Book Nerds

#UndSonstSo

Es war ComicCon, die größte überhaupt, nämlich in San Diego. Eines Tages bin ich bestimmt auch mal da – ich glaube da ganz fest dran! Bis jetzt allerdings muss ich mich mit den Panels per Video begnügen (ist vielleicht auch besser, so kriegt man ja doch mehr mit). Es gab unter anderem einen neuen Wonder Woman-Trailer sowie die Nachricht, dass die Birds of Prey einen Comic-Reboot bekommen – yay! (Hier gibts außerdem das komplette Wonder Woman Panel) Der letzte Teil der Divergent-Trilogie bzw. der vierte Film halt, wird es nicht in die Kinos schaffen, das wurde in der letzten Woche bekannt gegeben. Ich persönlich finde das ja tatsächlich ein bisschen witzig, weil – ganz ehrlich – es geschieht ihnen recht. Nicht nur, dass das letzte Buch sowieso von Grund auf doof war, nein, man muss die komplette Reihe auch noch total lieblos verfilmen. Da hilft auch eine Kate Winslet nicht. Doppelt doof ist, dass deswegen vermutlich für den letzten Teil auch noch die Schauspieler wechseln, einfach weil die Verträge fürs Kino ausgelegt waren und das Fernsehen für Shaileen, Theo und Ansel ein Rückschritt wäre. Mein bescheidener Tipp: Lasst es einfach ganz, damit wäre allen geholfen. Fällt vermutlich eh niemandem mehr auf… Stephenie Meyer schreibt ein neues Buch, wer hätte das gedacht? Ich bin… ja, weiß nicht. Es reizt mich jetzt nicht so und ich hab eigentlich auch wenig Lust und Motivation, mich damit zu befassen. Ich werde mal abwarten, was andere so sagen. Sony hat die Filmrechte zu Victoria Schwabs This Savage Song gekauft. Das muss natürlich gar nix heißen, aber es ist schon cool, dass für mittlerweile bereits zwei (?) ihrer Projekte Filme in Planung sind. Ich weiß gar nicht, ob es zu A Darker Shade of Magic auch was geben soll, aber in jedem Fall zu Vicious ist da was in Planung. Die Verfilmung von Before I Fall (Lauren Oliver) hat endlich ein Erscheinungsdatum – am 7. April 2017 ist es soweit. Ich hab das Buch tatsächlich noch nicht gelesen, hoffe aber, dass ich das in diesem Jahr noch nachholen kann. Vor alle freue ich mich aber, dass Zoe Deutch die Hauptrolle hat. Es gibt außerdem einen neuen Trailer zu Girl on the Train. The Bell Jar von Sylvia Plath wird auch verfilmt – und zwar mit Dakota Fanning als Esther Greenwood (perfekt!) und Kirsten Dunst als Regisseurin (eh, what?). Nun gut, sie ist nicht die erste Schauspielerin, die sich hinter der Kamera austoben will. Mal sehen, wie das wird. Hier gabs außerdem noch einen Artikel zu Donna Tartts Goldfinch-Film, aber so wahnsinnig viel steht noch nicht fest. Es wird also noch eine Weile dauern, bis der in die Kinos kommt.

Habt eine gute Woche! <3

#TeamJess? Yes!

Ich habe noch nie einen Hehl darum gemacht, dass ich seit seinem ersten Auftreten bei den Gilmore Girls von Kopf bis Fuß in Jess Mariano verknallt war. Das mag zum einen daran liegen, dass Milo Ventimiglia, der Jess spielt, eben optisch genau meinem Typ entspricht. Ein weiterer Grund ist sicherlich, dass Jess in der Serie liest, gute Musik schätzt und einen Scheiß darauf gibt, was andere Leute von ihm denken. Dass das nicht wirklich objektiv ist, ist mir auch klar. (Achtung, falls ihr GG tatsächlich noch nicht gesehen haben wolltet – hier folgen Spoiler!)

Jetzt ist es so, dass ich die Gilmore Girls zuletzt gesehen habe, als die Serie im Fernsehen lief. Das ist knapp 10 Jahre her, ich bin ein bisschen älter geworden und meine Ansichten haben sich verändert. Als ich also anfing, GG vor kurzem auf Netflix zu schauen, hatte ich ein bisschen Angst davor, dass sich meine Meinung zu Jess ändern würde.

Ich hatte vergessen, wie lange es dauert, bis er tatsächlich in Stars Hollow auftaucht und ich hatte außerdem vergessen, wie selten seine Auftritte in den sieben Staffeln insgesamt sind, denn in meinem verklärten Kopf gehörte er immer dazu, war immer da. Aber ja, als er dann endlich auftaucht, hat er nichts besseres zu tun, als zuerst Luke und Lorelai vor den Kopf zu stoßen, um dann auf Rory zu treffen, ihr ein Buch zu klauen und sang- und klanglos zu verschwinden. Nicht nett. Kurze Zeit später gibt er es ihr aber wieder, nachdem er es gelesen und seine Gedanken dazu aufgeschrieben hat… Bei einigen Bücherfreunden wäre das der Untergang einer Freundschaft noch bevor sie begonnen hat, aber Rory, so mies wie sie das vielleicht auch finden mag, kann nicht aufhören, über ihn nachzudenken. Dann komm die Präsentkorbversteigerung, bei der Jess Dean überbietet – kein feiner Zug. In solchen Momenten ist eigentlich Zurückhaltung angesagt, aber so ist Jess nicht. Und genau das ist ein Punkt, warum man ihn mögen muss. Er möchte Zeit mit Rory verbringen und sie kennen lernen und hier ist seine Chance. Die Situation wird nicht problematisch, weil Jess Dean überboten und Rorys Präsentkorb ersteigert hat, sie wird zum Problem, weil Rory tatsächlich mit Jess gehen will. Sicher, sie stützt sich auf die Tradition und dass es sich eben so gehört, mit dem Gewinner der Versteigerung den Inhalt des Korbes zu verzehren, aber ganz ehrlich: Niemand würde ihr einen Vorwurf machen, wenn sie einfach sagt „Dean ist mein Freund und auch wenn du jetzt den Korb hast, gehe ich mit meinem Freund“. Das tut sie aber nicht. Jess auf der anderen Seite tut nichts, um sie zu überreden oder gar zu zwingen. Er lässt ihr die Wahl, ob sie nun mit ihm kommt oder nicht, ist und bleibt ihre Entscheidung.

Dieser Nachmittag bringt den entscheidenden Umschwung. Während die beiden ungestört Zeit miteinander verbringen können, reden sie und lernen sich kennen. Jess ist gegenüber Rory im Gegensatz zu anderen Leuten mitteilsam und offen, so wiederum lernt Rory Jess keinen wie kein anderer. Und sie beginnt ihn zu verstehen. Es ist ja nun auch nicht so, das er ein mieser Kerl wäre…

Wer kann es ihm denn wirklich übel nehmen, das er ist wie er ist, wenn man seine Geschichte kennt? Seine Mutter lernen wir erst später kennen, nachdem alles in die Binsen gegangen ist, aber auch aus Erzählungen von Luke wissen wir bereits, dass Liz ebenso wie Lorelai recht jung Mutter wurde. Sie war mit der Situation – wie viele Mütter – überfordert und allein, denn Jimmy hat sich mal eben abgesetzt, wie Väter das so oft tun. Alleine mit Kind muss es sich so angefühlt haben, als sei ihr Leben jetzt vorbei, demnach ist es nur verständlich, dass sie sich ein paar Freiheiten zurückgeholt hat, als Jess alt genug war, auch alleine klarzukommen. Das muss man nicht gut finden, aber man kann sie verstehen. Und man kann auch Jess verstehen, der sich seine Freiheiten einfach nimmt, denn es kümmert ja sowieso keinen wirklich. Als Liz letztendlich völlig überfordert ist, schickt sie ihren Jungen von New York aufs Land zu seinem Onkel Luke, der jetzt zusehen soll, wie er Jess wieder auf Spur bringt.

Natürlich funktioniert das nicht – dafür ist es bereits viel zu spät und ganz ehrlich, für Jess gibt es in Stars Hollow nichts. Gar nichts. Was genau könnte diesem Jungen den Halt geben, den er so dringend braucht? Die Zeit, eine Richtung und den passenden Weg zu finden? Nichts und niemand. Nichtmal Rory. Doch es ist Rory, die es zumindest ein bisschen erträglicher macht. Rory ist die einzige Person, der sich Jess zumindest ein bisschen öffnet. Es ist auch Rory, die versehentlich verletzt wird, als sie mit Jess unterwegs ist. Bei diesem Autounfall hatte niemand Schuld, es war kein Vorsatz, es ist einfach passiert – und doch schießt sich die ganze Stadt auf Jess ein, denn mit Dean wäre das ja nie passiert. Er wird daraufhin nicht weggeschickt, er flieht, denn er hat den einzigen Mensch, der ihm etwas bedeutet, verletzt. Er ist wütend, vor allem auf sich selbst. Aber er hält den Kontakt zu Rory. Sie telefonieren und treffen sich sogar in New York, als Rory zu ihm fährt, weil sie die ständigen Vorwüfe gegen ihn nicht aushält. Das ist vor allem deswegen von Bedeutung, weil Rory komplett auf ihren Bauch hört und nicht nur die Schule schwänzt, sondern dadurch auch die Abschlussfeier ihrer Mutter verpasst. Und das ist so gar nicht Rorys Art.

Und dann plötzlich kommt er zurück. Einfach so, am Tag von Sookies Hochzeit und eigentlich ist damit alles klar. Er will es versuchen, er will in Stars Hollow sein, er will bei Rory sein. Und Rory küsst ihn. Sagt nichts. Und haut für den Sommer nach Washington ab. Als sie zurückkommt, tröstet sich Jess bereits mit Shane, denn letztendlich ist Rory ja auch noch mit Dean zusammen. Richtig glücklich ist aber keiner von beiden mit diesem Zustand. Nach einigem Hin und Her kommen die beiden letztendlich doch zusammen – kaum jemand hätte noch dran geglaubt, und doch fühlt es sich richtig an. Alles scheint gut zu sein, aber im Hintergrund brodelt es bereits. Schule ist für Jess ein rotes Tuch – lieber arbeitet er, um Geld zu verdienen, und auch sonst interessiert ihn außer Rory nicht viel. Für Rory ist er genau dann ein guter Freund, wenn er da ist und sich ganz auf sie konzentrieren kann, aber das ist nicht oft. Es ist schwierig. Und es hält natürlich nicht lange. Nachdem Jess‘ Vater auftaucht und er sicher keinen Highschool-Abschluss bekommt, verschwindet er. Wortlos. Ohne eine Erklärung für Rory. Das ist scheiße.

Ich habe diesen Text damit angefangen, dass ich ein Teil von #TeamJess bin und es immer bleiben werde, aber ich gebe zu, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Zukunft für die beiden gab. Das Rory ihm nicht nachtrauert und ihr Leben weiterlebt, ist richtig. Aber wenn ich mich am Ende zwischen Dean, Logan und Jess entscheiden muss, fällt meine Wahl auf Jess.

Dean war der perfekte erste Freund – lieb, nett, zuvorkommend, er hat nie Druck auf Rory ausgeübt. Er war großartig und wäre Jess nicht um die Ecke gekommen, wären die beiden vielleicht heute noch zusammen. Oder wahrscheinlich nicht, aber entscheidend wäre dann gewesen, dass ihre gemeinsame Zeit ein anderes Ende genommen hätte. Denn früher oder später wäre er zum Problem geworden. Dean hat alles hingenommen, was in Verbindung mit Rory in seinen Weg kam: die Tanzveranstaltung in Chilton, den Debütantinnen-Ball, Rorys Mom und ihren Traum, nach Harvard zu gehen. Er hat sie geliebt, keine Frage. Und doch hat er nie ganz verstanden, was all das für Rory bedeutet. Heimlich, still und leise hat er sich gewünscht, dass Rory irgendwann, wenn Schule und Studium vorbei sind, zurück nach Stars Hollow kommen und eine gute Ehefrau für ihn sein wird. Eine, die Essen für ihn kocht und zusammen mit ihm in dieser Kleinstadt lebt. Eine wie Lindsay eben.

Dabei meine ich nicht, dass Dean ein schlechter Mensch ist, er hat nur einfach keine Ambitionen für mehr. Er ist zufrieden und glücklich so wie alles ist. Er könnte studieren, klar, er versucht es sogar, aber er braucht es nicht für den Plan, den er vom Leben hat. Er ist sich nicht zu schade für harte Arbeit und er arbeitet gerne mit seinen Händen. Das ist kein Verbrechen. Aber es reicht auch nicht für immer. Früher oder später wäre der Punkt gekommen, an dem Dean gewollt hätte, dass Rory für ihn zurücksteckt und vielleicht wäre auch das eine Weile gut gegangen. Aber eben nicht für immer.

Was mich allerdings noch mehr an ihm stört, ist die Tatsache, dass er Lindsay heiratet, obwohl er Rory noch liebt. Das ist keine Erkenntnis, die ihm erst am Junggesellenabschied in Lukes Wohnung kommt – er weiß das schon länger. Genaugenommen reibt er Rory seine Beziehung mit Lindsay richtiggehend unter die Nase, wohl auch, um sie zu einer Reaktion zu zwingen. Später dann verlangt Lindsay, dass Dean den Kontakt zu Rory abbricht – was er natürlich nicht tut und dann passiert, was vielleicht passieren musste: Rory hat ihr erstes Mal nicht mit Jess, bei dem man davon ausgegangen wäre, dass er es drauf anlegt, sondern mit Dean. Später dann sind die beiden nochmal zusammen, aber Dean versteht Rory nicht mehr, ihre Leben passen nicht mehr zusammen…

Logan hingegen war da eine andere Hausnummer. Nicht unbedingt perfekt, aber er hat sich Mühe gegeben. Er hat sich nie verstellt, nie vorgegeben, ein anderer zu sein und Rory nie was vorgespielt. Er hat sie unterstützt, war für sie da und ist trotzdem nebenbei seinen eigenen Weg gegangen. Er hat ihr Möglichkeiten gegeben, sich auszuprobieren, ohne sie zu beeinflussen. Er hat ihr die Wahl gelassen, auch wenn er seine Meinung gesagt hat. Ein guter Kerl, der sie geliebt hat. Ich war eine ganze Zeit lang #TeamLogan, denn ganz ehrlich – wer hätte diesen Kerl nicht gerne? Was er aber nicht geschafft hat, war sie zurück an die Uni zu bringen. Er hätte es gekonnt, aber er hat es nicht versucht. Er hat ihr nicht gut zugeredet oder sie daran erinnert, dass es ihr Traum war. Und trotzdem ging es irgendwie weiter. Es war okay, bis zu dem Punkt, an dem er um ihre Hand angehalten hat, obwohl er genau wusste, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit nein sagen würde. Da hilft es auch nichts, dass er vorher alle Regeln befolgt hat – ein Blick auf Rory hätte genügt, um zu sehen, dass sie noch nicht so weit ist. Und damit war es für ihn vorbei. Wer stellt eine lebensverändernde Frage, deren Antwort er kennt und weiß, dass er sie nicht mag?

Und das bringt mich wieder zu Jess. Jess, der trotz allem versucht hat, Karten für den Stars Hollow High Abschluss-Ball zu besorgen, weil Rory so gerne hinwollte. Jess, der erst spät gemerkt hat, dass Rory das Beste ist, was ihm passieren konnte und ab da so sehr um sie gekämpft hat. Jess, der sie an ihre eigenen Worte erinnert hat, nämlich, dass sie alles sein kann, was sie sein will und das Yale die beste Option ist, wenn sie bei ihren Träumen bleiben will.

Er hat seinen eigenen Weg gefunden und er hat nie was anderes getan, als Rory das selbe tun zu lassen. Er hat sich nicht in die Harvard-Yale-Diskussion eingemischt. Erst, als Rory ihre Entscheidung getroffen hatte, sagt er, dass Yale nicht weit von Stars Hollow ist – er stellt also nichtmal in Frage, dass sie sich weiterhin sehen. Jess, der, als er wieder nach Stars Hollow kam, um sein Auto zu holen, Rory bewusst aus dem Weg gegangen ist und als sie ihn zur Rede gestellt hat, nur eine einzige Antwort hatte: I love you. Und damit wollte er nicht sagen „Komm zu mir zurück!“, er wollte nur, dass sie es weiß. Er wusste, dass er sie nicht hätte glücklich machen können, also ist er verschwunden. Er wusste, dass es dafür keine Entschuldigung gibt. Er wusste, dass er zu diesem Zeitpunkt keine Chance mehr hatte, das Ganze wieder gut zu machen. Aber er wollte, dass sie weiß, was er empfindet.

Rory hatte drei wundervolle Freunde. Jeder von ihnen war für einen wichtigen Punkt in ihrem Leben bedeutsam und durch alle drei ist sie gewachsen. Wenn allerdings in den neuen Folgen ab 25. November auf Netflix (aber das wusstet ihr ja schon^^) erneut die Frage aufgeworfen werden sollte, welcher der drei „the one for the long run“ ist, fällt meine Wahl auf Jess. Ich glaube, nach all dieser Zeit und allem, was beide mittlerweile erreicht haben, sind sie endlich bereit füreinander.

Wochendings.

#Offlinegeplauder

Wenn die letzte Woche nicht direkt aus der Hölle kam, weiß ich es auch nicht… und damit meiner ich nichtmal all das, was in der Welt so passiert ist, sondern erstmal nur das persönliche Umfeld.

Eigentlich hätte das letzte Wochenende episch und total cool werden sollen, weil ich nach Stuttgart zur ersten Comic Con Germany wollte. Ich wollte ein paar nette Tage mit Laura und Nicole verbringen, Katja und Annie treffen, Spaß haben, Sachen kaufen, Bellamy aus The 100 und Grant Ward aus Agents of S.H.I.E.L.D. sehen… stattdessen saß ich für 17 km zurückgelegte Strecke zwei Stunden im Zug, nur um dann wieder zurück nach Gießen zu fahren und festzustellen, dass diesen Bahnhof am Freitag wohl kein Zug mehr Richtung Frankfurt verlassen würde. Das war ziemlich scheiße. Weil das mit fast allen Zügen der letzten Stunde so gemacht wurde, waren dementsprechend viele Menschen an dem doch eher kleinen Bahnhof. Problem: Die wollten alle irgendwo anders hin

Per WA hab ich, zumindest wenn ich denn mal Netz hatte, versucht, auf der einen Seite mit Laura zu kommunizieren, wie ich vielleicht doch noch nach Stuttgart komme, auf der anderen Seite habe ich versucht, irgendwie wieder aus Gießen wegzukommen, weil: Zug? No way. Mein Auto allerdings stand ja in Wetzlar, von wo ich auch gefahren bin… Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hab mir für 35€ ein Taxi genommen (das mich für 120€ auch nach Frankfurt gefahren hätte), das mich zu meinem Auto bringt, und bin nach Hause gefahren, um dann da festzustellen, dass das kurze Unwetter mit den golfballgroßen Hagelkörnern unserem Keller unter Wasser gesetzt hat.

Tja, man kann halt nicht immer nur kein Glück haben, manchmal kommt auch noch Pech dazu^^ Dieses Konzept hat sich erfolgreich in der letzten Woche durchgesetzt mit IT-Problemen auf der Arbeit und Kompetenzgerangel mit einem Kollegen. Deswegen freue ich mich jetzt auf ein Wochenende ohne irgendwas, bitte, danke, gern geschehen! :D

#Bookstagram

Aktuell lese ich wieder gefühlt 28 Bücher gleichzeitig, so zum Beispiel immer nch „Die Interessanten“ von Meg Wolitzer und „The Girls“ von Emma Cline. Außerdem sollte ich dringend mit „Wir waren keine Helden“ von Candy Bukowski anfangen, weil ich mich darauf einfach schon sehr freue. Außerdem gestern erschienen: „Was auch immer geschieht“ von Bianca Iosivoni. Geiler Scheiß, lest das!

#WahnsinnInSerie

Mittlerweile habe ich die Pilotfolgen von „The Interestings“ (yay) und „The Last Tycoon“ (nayay) gesehen. Erstere hat mich auf jeden Fall motiviert, das Buch weiterzulesen, bei letzterer bin ich nicht so sicher, ob das so cool wird. Aber für Matt Boomer würde ich dem ganzen bei einer zweiten Folge noch eine Chance geben.

Dann war da diese Woche noch das GoT-Finale und es war einfach großartig. Staffel 6 war insgesamt einfach nur großartig, weil es genau die richtige Mischung aus Action und politischem Plot war. Jetzt wieder ein Jahr warten zu müssen, ist natürlich Mist, aber mit den Erkenntnissen aus dem Finale komme ich in diesem Jahr eindeutig besser klar als letztes Jahr^^ (HBO hat übrigens eine sehr coole Infografik über die familiären Verbindungen veröffentlicht)

Und außerdem: Mein Leben hat wieder einen Sinn – die Gilmore Girls sind zurück! Seit gestern treiben sich die beiden schnellsprechenden, kaffesüchtigen Mädels mit allen 7 Staffeln auf Netflix rum und bevor es jetzt dann bald weitergeht, muss ich die einfach nochmal alle schauen. Für die nächsten 6.930 Minuten habe ich also genug zu tun. Rein rechnerisch könnte ich das in einer Woche schaffen. Hm!

#Listopia

5 Foreshadowing Books || 5 Books that Pushed Me into Adulthood || 5 Books to watch out for in July || The 12 Most Anticipated YA Books To Read in July || Around the World in 80 Books: A Global Reading List ||100 Must-Read Works of Speculative Fiction in Translation || 5 of the Strangest Books Ever Written || The 12 Books You Have to Read Before Summer Is Over || The 75 Best Books of the Last 75 Years

#UndSonstSo

Bastille haben ihr neues Album angekündigt – Wild World kommt im September und ich hoffe so sehr, dass es fabulös wird! Fantastisch ist der Soundtrack zur sechsten Staffel Game of Thrones – alleine Light of the Seven ist so episch, dass ich jedes mal Gänsehaut kriege *.*  Speaking of Game of Thrones… hier gibts ein paar Cocktail-Rezepte, die von der Serie inspiriert wurden. In einem Essay aus seinem Buch The view from the cheap seats schreibt Neil Gaiman, wie Batman ihn dazu gebracht hat, Comics zu lesen <3  Und hier gibts ein Interview zum neuen TOR-Imprint vom Fischer Verlag.

Habt eine bessere Woche als ich, okay? Okay! <3