Wochendings.

Nicht erschrecken – ich weiß, es sieht hier ein bisschen anders (mMn BESSER!) aus, aber ich verspreche abgesehen davon hat sich nichts geändert. Mir war einfach mal wieder nach was anderem und da müsst ihr jetzt mit durch – oder ihr hört auf, meinen Blog zu besuchen…^^

#Offlinegeplauder

Es ist unfassbar, wie schnell zwei Wochen Urlaub rum gehen und es ist einfach nur mies, wenn man nach 5 Minuten auf der Arbeit am Montag danach feststellt, dass man am besten gar keinen gemacht hätte. Es ist immer irgendwie das gleiche und ich bin die Diskussionen langsam wirklich leid, aber ich verstehe einfach nicht, wie man sich so vehement weigern kann, selbst mal ein bisschen mehr zu machen, damit nicht alles für einen übrig bleibt, sondern jeder halt nur ein bisschen mehr hat. Aber gut, es nützt nichts, denn es wird sich nicht ändern und ja, ich könnte kündigen und mir einfach was neues suchen. Das sagt sich aber auch nur so leicht, wenn man selbst nicht in der Situation ist, denn das Problem ist nicht die Firma oder die Arbeit – das Problem sind einzelne Menschen, die einem, aus welchen Gründen auch immer, das Leben schwer machen und die trifft man überall. In der Relation gesehen ist es das dann schon wieder nicht wert, sich überhaupt darüber aufzuregen, zumal die Personen, die all das beurteilen müssen und deren Meinung letztendlich die entscheidende ist, genau wissen, was abläuft. Das wiederum hab ich auch diese Woche zu spüren bekommen – im positiven Sinn.

In meinem Urlaub war ich aber auch nicht ganz untätig und habe nach mittlerweile doch fünf Monaten die Rohfassung meines (Nano-)Romans beendet. Und bevor ihr jetzt anfangt, Beifall zu klatschen – es sind nur ~70.000 Wörter, es braucht noch viel Arbeit und es ist – verglichen mit den Autoren in meinem Umfeld – quasi nichts. Aber hey, wofür Laura, Bianca und Mona jeweils ein Jahr brauchen, brauche ich eben 10, was mich irgendwie zur Donna Tartt unter uns macht und das ist auch ganz cool^^

#Bookstagram

Irgendwann werde ich „A Little Life“ bestimmt beenden. Es sind nur noch 200 Seiten, eigentlich mit viel gutem Willen an einem Abend zu schaffen, aber ich kann das nicht. Ich halte es einfach nicht aus. Ich weiß nicht, wie einem Menschen so viel Unglück geschehen kann, ich weiß nicht, wie Hanya Yangihara das macht, dass man ihr es abnimmt und es nicht als overdone abtut und ich weiß nicht, wie man das emotional wegstecken kann, denn ich hab mitunter sehr daran zu knabbern. Eine Stelle war so schrecklich, dass ich beinahe in die Ecke geschmissen hätte, nur um dann doch weiterzulesen, weil ich den Gedanken nicht ertragen konnte, nicht zu wissen, wie es ausgeht. Ihr seht das Dilemma?

Außerdem beendet habe ich „Alles, was ich am Strand gefunden habe“ von Cynan Jones, sowie „Der Club“ von Takis Würger (Rezension kommt am Montag). Lange Zugafahrten eignen sich ja wunderbar zum Lesen – oder halt für Hörbücher, deswegen habe ich „Robin – Die Wende“ auch tatsächlich noch im März beendet, nur um festzustellen, dass der dritte und letzte Teil nicht wie erwartet Ende März, sondern erst Ende April kommt. Das ist doof, aber nicht zu ändern. Und wenn ihr nicht wisst, wovon ich rede, könnt ihr das hier nachlesen.

#WahnsinnInSerie

Ich muss kurz 2-3 Worte zu Greys Anatomy loswerden (ja, ich schau das immer noch und alle, die nicht auf Stand der US-Ausstrahlung sind und nicht wissen wollen, wie es weitergeht, schauen jetzt bitte kurz weg) – Alter, was haben mich die letzten Folgen emotional fertig gemacht. Nach der letzten Staffel hab ich fast nicht mehr daran geglaubt, aber vor allem die Folge mit Jackson & April war für mich sehr heftig. Jackson hat seinem Vater genau das gesagt, was ich vermutlich auch sagen würde, wenn ich die Gelegenheit bekäme^^ Und was Maggie angeht… die Folge kam zu einem blöden Moment, weil ich mir just in der Woche Sorgen um meine Mutter machen musste (alles gut, btw – wie wir jetzt wissen). Das dazu. Und ich hoffe, ich hab niemanden gespoilert…^^

Dann habe ich natürlich auch 13 Reasons Why gesehen (wer nicht?) und wollte eigentlich was dazu schreiben, aber das hat Laura schon getan, deswegen spare ich mir das fürs erste. Ich kann den Hype darum nicht ganz nachvollziehen, was vermutlich mit daran liegt, dass ich das Buch damals gelesen habe und der Inhalt an sich jetzt kein Schocker mehr war, aber vielleicht auch einfach an der Tatsache, dass wir alle irgendwie ein Stück Hannah Baker sind. Schlimmer noch, wir sind alle auch jemand von den anderen. Und diese Erkenntnis ist zumindest für mich eben nicht neu. Das eigene Handeln hat numal Konsequenzen und du kannst nie wissen, was es vielleicht in deinem Gegegnüber anrichtet. Aber unterm Strich ist es eine gut gemachte Serie, die sich einfach jeder anschauen sollte, wenn aber auch vor allem wenn man das Buch noch nicht kennt.

Danach bin ich in ein kleines Loch gefallen und musste was blödes schauen – meine Wahl fiel auf „The Royals“ – und jetzt kann ich damit leider nicht aufhören, weil ich Tom Austen so toll finde und… ja, ich weiß, ich hör schon auf. Verurteilt mich nicht! (Und gebt mir vernünftige Empfehlungen, vielleicht komme ich dann da wieder raus!)

„Confess“ nach dem gleichnamigen Roman von Colleen Hoover ist derweil gestartet, aber natürlich kann man es hier nicht ansehen, wäre ja auch zu schön gewesen. Netflix, tu was!

#Woanders

Ich liebe den Samstag, vor allem deswegen weil ich da ausschlafen und anschließend beim Kaffee ganz gemütlich durch die Timeline scrollen kann und all die Beiträge auch gleich lesen kann. Wie beispielsweise Petzis Samstagskaffee, das mich dann wiederum auf zig andere Blogs führt. Oder sie weckt in mir den Wunsch, mich plötzlich für unseren Garten zu interessieren. Naja, für den Anfang reicht vielleicht auch ein Kräuterrondell in der Kücher, wir wollen es ja nicht übertreiben. Miss Bookiverse gibt uns einen kleinen Einblick in ihr Reading Journal und auch wenn ich schon unzählige solcher Beiträge angesehen habe, ist das der erste, der bei mir den Wunsch weckt, eins anzufangen. Toll gemacht! Shiku hat einen tollen Artikel „Über das schmutzige Anderssein“ geschrieben, den ich euch hier nochmal ans Herz legen will, weil er gar nicht oft genug geteilt werden kann. Fabian fragt, warum wir als Blogger eigentlich in den Pukten, die letztendlich zählen, immer die Fresse halten – und er hat Recht. Dani mag keine Mängelexemplare lesen (ich übrigens auch nicht^^) und deswegen fand ich den Text so witzig^^ Weil – kaufen tu ich sie tatsächlich auch immer wieder. Auf ihrem Blog hat Mara noch mal alles vom blauen Sofa zusammen gefasst – prima, denn ich war tatsächlich im Gegensatz zu ihr gar nicht da. Anabelle hat diese Woche eine neue Reihe auf ihrem Blog gestartet (bitte lass es eine Reihe werden!), die vor allem denen helfen soll, die sich in kleinen Grammatikfragen unsicher sind und immer wieder die gleichen Fehler machen. Grammatikfragen, noch so ein Komposita (da, schaut, ich hab schon was gelernt!). Und ich freue mich drauf, damit noch mehr Wissen aufzufrischen. Rebecca erklärt euch an sieben einfachen Punkten, was euren Blog für sie lesenswert macht  und zum Abschluss verweise ich euch nochmal an die Mädels von Herzpotenzial, einfach deshalb, weil ich deren Monatsrückblick so gerne lese und ihr, falls ihr das nicht schon lange tut, auch tun solltet.

#UndSonstSo

Letzten Freitag konnte man Tickets für die LitBlogCon in Köln kaufen – und ich hab tatsächlich eins abbekommen. Wenn ich es jetzt noch hinkriege, ein Hotel und den Zug zu buchen, werde ich da sein^^ Wer von euch kommt auch? Für alle, die noch nicht wissen, was NetGalley genau ist oder was man da machen kann, gibts jetzt hier eine Übersicht. Hier gibts noch mal den Beitrag von Lena Falkenhagen zur Cosplay-Diskussion rund um die Leipziger Buchmesse und der ist einfach alles, was man dazu lesen muss.

#InOtherNews

Elena Ferrante goes HBO und wenn ich das richtig verstanden habe, in Originalsprache und mit Untertiteln… mal schauen, wie das so wird. Joss Whedon macht einen Batgirl-Film, ich bin gespannt, frage mich aber trotzdem langsam, wie ich all dem hinterher kommen soll. Es gibt einen ersten Trailer zur Heath Ledger-Dokumentation, die im Mai zum ersten Mal ausgestrahlt wird (vermutlich ab Juni auch auf deutschen Streamingportalen zu erwerben). Und im Oktober erscheint dann eine „A Darker Shade of Magic“ Special-Edition mit Kurzgeschichten und FanArt sowie vielem anderen Schnickschnack. Ich überlege noch, aber wahrscheinlich kann ich wieder nicht nein sagen…

Und irgendwie war das ganz schön viel für so wenig Woche und deshalb lass ichs jetzt gut sein und wünsch euch ein schönes Wochenende – macht es euch fein! <3 (Und wenn ihr Lust habt, kommentiert gerne – ich freu mich^^)

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Realitätsgewitter – Julia Zange


+ Kurzbeschreibung

»Das kann nur Julia Zange: Alle zehn Jahre ein Buch schreiben, das man nicht mehr vergisst!« Maxim Biller

Marlas Leben ist ein einziges Realitätsgewitter. Wenig Sex, viel iPhone. Viel Bewegung, wenig Sicherheit. Sehr globalisiert, aber immer noch ganz schön deutsch. Marla funktioniert perfekt. Sie hat immer die richtige Maske auf. Doch plötzlich bekommt ihr hochglänzender Panzer kleine Brüche. Plötzlich ist da eine schwere Traurigkeit, die langsam von ihrem Bauch nach oben spült. Um nicht zu ertrinken, macht sie sich auf den Weg zurück in ihr Heimatdorf. Und landet schließlich auf Sylt. Eine Reise ins Erwachsenwerden und zu sich selbst.

„‘In der Nordsee ist nichts gefährlich!‘, sagt er. Und rennt Richtung Strandkörbe. Ich ziehe mich ganz aus und gehe vorsichtig ins Wasser. Die Wellen werfen mich fast um.“

+ Rezension

Ich muss ja sagen – wenn ich den Blurb von Maxim Biller vorher und nicht erst beim Schreiben der Rezension gesehen hätte, weiß ich nicht, ob ich das Buch gewollt hätte. In der letzten Vorschau ist es mir jedoch gleich – nicht zuletzt wegen des Covers – sofort ins Auge gestochen. Katze halt – und für schwarze bin ich sowieso anfällig^^

Mit nur knapp 160 Seiten ein eher kurzes Buch, bei dem aber jeder Satz sitzt. Mit nur wenigen Worten, aber vielen treffenden Sätzen zeichnet Julia Zange Marlas Leben sehr genau und auch wenn ich im Grunde mit dem ziellosen Leben einer Mitwanzigerin, die sich voll und ganz auf das Geld ihrer Eltern verlässt, nicht viel anfangen kann, so kam ich nicht umhin, mit Marla mitzufühlen, als alles über ihr zusammenbricht. Sie hat etwas an sich, dass man sie in den Arm nehmen will, um ihr zu versichern, dass alles gut wird.

Sprachlich mit ganz großem Kino bricht die Realität über Marla hinein und schickt sie auf eine Reise zu ihrer Familie, aber auch zu sich selbst. Rohe Gefühle reißen tiefe Wunden, die sich nur langsam wieder zu schließen beginnen, als Marla scheinbar endlich eine Richtung findet und alles doch ein bisschen okay ist.

Ein kurzes, tolles und noch dazu sprachlich gewaltiges Buch. Wer Sarah Kuttners 180 Grad Meer oder Anne Köhlers Ich bin gleich da mochte, wird Realitätsgewitter von Julia Zange lieben.

Realitätsgewitter

Gebundene Ausgabe: 157 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag; Auflage: 1 (14. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3351036582
ISBN-13: 978-3351036584

Vielen Dank an netgalley.

The Girls – Emma Cline

+ Kurzbeschreibung

Evie Boyd is desperate to be noticed. In the summer of 1969, empty days stretch out under the California sun. The smell of honeysuckle thickens the air and the sidewalks radiate heat.

Until she sees them. The snatch of cold laughter. Hair, long and uncombed. Dirty dresses skimming the tops of thighs. Cheap rings like a second set of knuckles. The girls.

And at the centre, Russell. Russell and the ranch, down a long dirt track and deep in the hills. Incense and clumsily strummed chords. Rumours of sex, frenzied gatherings, teen runaways.

Was there a warning, a sign of things to come? Or is Evie already too enthralled by the girls to see that her life is about to be changed forever?

TheGirls

+ Rezension

The Girls ist ein Buch, an dem man in diesem Sommer kaum vorbeikommt. So scheint es zumindest, denn das Cover lächelt einen von überall her an. Es mag geschicktes Marketing sein, es kann aber genauso einfach daran liegen, dass das Buch einfach gut ist.

Anders als erwartet beginnt das Buch mit einer Erwachsenen Evie, die im Haus eines Freundes untergekommen ist und unverhofft ein Wochenende mit dessen Sohn und und seiner Freundin verbringen muss. Dabei kommt nicht nur Evies Vergangenheit zur Sprache, sie beginnt auch jenen schicksalhaften Sommer 1969 gedanklich noch einmal zu durchleben.

Der Leser weiß nicht, was damals geschehen ist – nur, dass es etwas Schlimmes war und Evie einer Art Sekte angehört hat, ohne wirklich dazuzugehören. Erst durch ihre Erzählungen erfährt man nach und nach wie sie sich mit den wilden, sonnengebräunten Mädchen angefreundet hat und wie sie Russel kennen gelernt hat. Wie sie auf der Ranch ihre ersten sexuellen Erfahrungen gesammelt hat und wie sie ihre beste Freundin verloren hat. All das und noch viel mehr, was dazu führte, dass Evie am Ende jenes Sommers eine andere war wie vorher.

Eigentlich müsste diese Geschichte total langweilig sein, denn der Leser bekommt sie wirklich nur erzählt, statt tatsächlich dabei zu sein. Vieles davon sind allein Evies Gedanken, sowohl die von damals auch die, die sie heute dazu hat. Und im Grunde passiert im Verlauf des Buches auch kaum etwas nennenswertes. Und doch – man kommt nicht davon los, man kann nicht aufhören zu lesen und zum Ende zu kommen, um endlich zu wissen, was passiert ist. Ein bisschen mystisch, ein bisschen verträumt, dabei aber auch roh und voller Gewalt. The Girls erzählt eine Geschichte, von der man sich nur schwer losreißen kann.

The Girls

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Chatto & Windus; Auflage: 01 (16. Juni 2016)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1784740454
ISBN-13: 978-1784740450

Und auf deutsch:

The Girls

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (25. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446252681
ISBN-13: 978-3446252684
Originaltitel: The Girls

Danke an netgalley!