Was, wenn wir fliegen – Kim Nina Ocker

Kurzbeschreibung

Eine Trapezkünstlerin lässt sich fallen …

Sophie war Luftartistin – bis zu einem tragischen Sturz. Danach hatte sie sich geschworen, nie wieder an einem Trapez zu turnen. Als bei einem Zirkus ein Mädchen für alles gesucht wird, bewirbt sich Sophie spontan und bekommt prompt den Job – von ihrer Vergangenheit erzählt sie jedoch nichts. Ihr altes Leben geheim zu halten wird allerdings schwieriger als gedacht. Denn plötzlich steht Bo vor ihr: ein charmanter Feuerkünstler, den sie von der Artistenschule kennt. Langsam kommen sich Sophie und Bo näher, und sosehr sie es auch versucht, sie kann seiner Anziehung nicht widerstehen. Doch ihre Vergangenheit scheint sie einzuholen – Denn jemand will um jeden Preis verhindern, dass Sophie wieder auf der Bühne steht.

Rezension

Normalerweise mache ich das nicht. Ich rezensiere keine Bücher von Freunden, einfach weil ich da nicht unbefangen rangehen kann und ja oft ohnehin im Entstehungsprozess schon eingebunden bin, sodass ich das Ergebnis nur gut finden kann. Bei Kim ist das aber nicht so. Wir sind halt schon irgendwie Freunde, aber ich wusste über dieses Buch tatsächlich vorher gar nichts und jetzt, wo ich es gelesen habe, will ich es einfach jedem empfehlen. Ob ihr das jetzt ernst nehmt oder nicht, bleibt euch überlassen. Ich versuche einfach, meine Lobeshymne so gut wie möglich zu begründen.

Zunächst mal geht es irgendwie um Zirkus, das lassen schon Cover und Klappentext vermuten und das war für mich letztendlich auch der Punkt, weswegen ich es unbedingt lesen wollte. Einen New Adult-Roman mit Zirkus-Flair hatte ich noch nicht, gibts glaube ich auch nicht und ich war gespannt, wie es Kim schafft, die magische Atmosphäre eines Zirkuszeltes auf einer Buchseite einzufangen. Das ist ihr wunderbar gelungen. Ein großes Plus gibt’s noch dafür, dass der Zirkus ein reiner Artistenzirkus ist – es gibt mit Ausnahme einer Hundenummer keine Tiere (spielt für viele vielleicht keine Rolle, aber ich find’s großartig!).

Aus einer Schnapslaune heraus bewirbt sich Sophie dann als Mädchen für alles bei dem Zirkus und wird trotzt ihrer ungewöhnlich formulierten Bewerbungsmail tatsächlich zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das ganze ist so humorvoll dargestellt, das man gar nicht anders kann, als mit einem Grinsen im Gesicht zu lesen. Dass sie dann aber auch die Courage beweist, tatsächlich hinzugehen, zeugt von wahrer Größe. Außerdem spricht es dafür, dass sie ihre Leidenschaft eben doch nicht einfach so aufgeben kann.

Alle Charaktere im Buch sind äußerst liebevoll gestaltet – jeder hat seine Eigenheiten, Ecken und Kanten, aber fast alle sind zudem äußerst liebenswert und bisweilen ein wenig schrullig – typisch Zirkusvolk eben. Besonders Bo sticht dabei hervor, und das nicht nur, weil er eben der Love Interest ist, sondern hauptsächlich deswegen, weil er sich nicht wie ein Arschloch verhält, sondern Sophie wirklich hilft. Er pusht sie bis an ihrer Grenzen, lässt ihr aber auch genug Freiraum, damit sie sich selbst entfalten kann. Zwischen den beiden kracht es oft gewaltig, hauptsächlich aber, weil Sophie nicht genug Vertrauen hat, sich komplett fallen zu lassen.

Und während Sophie immer mehr Gefallen am Zirkusalltag findet, fangen die anonymen Emails wieder an, bei ihr einzutrudeln. Das ganze geht soweit, dass andere Zirkusmitglieder in Gefahr gebracht werden.

Was, wenn wir fliegen ist eine wunderschöne Geschichte über Träume, Schuld, Reue und Liebe und zeigt einmal mehr, dass New Adult auch mit deutschem Setting bzw. deutscehn Charakteren funktionieren kann. Absolute Leseempfehlung für Fans des Genres!


Was, wenn wir fliegen

Format: Kindle Edition || Dateigröße: 1239.0 KB || Seitenzahl der Print-Ausgabe: 368 Seiten || Verlag: beHEARTBEAT by Bastei Entertainment; Auflage: 1. Aufl. 2018 (1. März 2018) || Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l. || Sprache: Deutsch || ASIN: B0787BM8FJ
Taschenbuch: 368 Seiten ||Verlag: Bastei Lübbe Ag; Auflage: 1. Aufl. 2018 (1. März 2018) ||Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3741300853 ||ISBN-13: 978-3741300851 ||Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahre

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Meant to be – Claudia Balzer

Kurzbeschreibung

Nichts kann die Vergangenheit ungeschehen machen, aber du kannst deine Zukunft selbst bestimmen

Lexis Welt ist die Musik. Da ist sie sicher, kennt sich aus und kann ihre Vergangenheit so gut es geht vergessen. Mit Menschen hat sie es nicht so, scheut ihre Berührungen mehr als alles andere auf der Welt. Doch dann tritt Luke in ihr Leben. Gemeinsam sollen sie einen Song für das Plattenlabel, das Lexi gemeinsam mit ihrem Onkel führt, schreiben. Und so sehr es Lexi vor der Zusammenarbeit graut, so sehr ist sie überrascht, dass sie Lukes Brührungen nicht fürchtet, sondern sogar genießt. Aber ihre Vergangenheit holt Lexi unaufhaltsam ein und sie weiß nicht, ob sie Luke vollends vertrauen kann.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Rezension

Als mich Claudia angeschrieben und gefragt hat, ob ich dieses Buch vorab lesen will, habe ich sofort zugesagt. Normal mache ich das nicht, ohne genau zu überlegen, ob es wirklich was für mich ist, ob ich es lesen will und ob es mir gefällt – aber hier hat es einfach sofort gefunkt. Das hätte bös in die Hose gehen können, ist es aber zum Glück nicht.

Schon mit dem Prolog war ich angefixt. Claudia Balzer kann nicht nur schreiben, sie schafft es mit nur wenigen Sätzen die Beziehung zwischen Lexie und ihrem Onkel so haargenau auf den Punkt zu bringen, dass man fühlt, wie nah sich die beiden sind. Überhaupt ist das ganze Buch von Gefühlen durchzogen, die man kaum in Worte fassen kann. Die Geschichte ist wie eine warme Decke, die sich über dich legt und dir sagt „Entspann dich. Es ist vielleicht nicht alles gut, aber es wird wieder. Schau einfach, was kommt.“

Obwohl ich anfangs dachte, die Musik wäre für mich das große Plus des Buches spielt sie im Nachhinein nur eine untergeordnete Rolle. Die eigentlichen Texte haben mich kaum interessiert (allerdings gibts hinten im Buch ein Songbook mit allen Texten in voller Länge – großes Plus!), viel mehr war es der Prozess des Schreibens und die Liebe zur Sache, die mich in ihren Bann gezogen hat.

Überhaupt ist dieses Buch seit langem eins, in dem die Charaktere herrlich normal und nicht überzogen sind. Und auch wenn der Fokus auf den Protagonisten liegt, schafft es Claudia Balzer auch von allen übrigen Charakteren ein gutes Bild zu zeichnen.

Mehr als einmal bin ich an Sätzen hängen geblieben und hätte am liebsten die Hand triumphierend in die Luft die Luft gestreckt und laut gerufen „So soll das sein und nicht anders!“ – nämlich immer dann, wenn die beiden Protagonisten abseits der gängigen Norm in NA-Roman gehandelt und einfach mal gesagt haben, was Sache ist. Es mag ein Liebesroman sein, aber Liebe heilt eben nicht und der Traummann ist nun mal nicht die Lösung aller Probleme. Er macht die Sache bestenfalls leichter, es ist aber nun auch so, das wenn man bereits Probleme hat, die Sache mit der Liebe nur zu einem zusätzlichen wird.

Und doch schaffen es die beiden gemeinsam, aus dieser Sache rauszukommen. Sie nehmen sich Zeit, um das notwendige Vertrauen aufzubauen, sie gehen respektvoll miteinander um und schießen nie über das Ziel hinaus.

Es ist ein ruhiges und langsames Buch, untypisch für das Genre und vielleicht für viele auf den ersten Blick zu unsexy, aber genau deshalb ein großer Gewinn. Es hat mich von vorne bis hinten überzeugt und das will was heißen.


Meant to be

Format: Kindle Edition || Dateigröße: 886.0 KB || Seitenzahl der Print-Ausgabe: 300 Seiten || Verlag: Forever (5. März 2018) || Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l. || Sprache: Deutsch || ASIN: B079Y7G6HQ

Taschenbuch

Taschenbuch: 300 Seiten ||Verlag: Forever (6. April 2018) ||Sprache: Deutsch ||ISBN-10: 395818961X || ISBN-13: 978-3958189614

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[Gelesen] November 9 (Colleen Hoover)

 

+ Kurzbeschreibung

Fallon meets Ben, an aspiring novelist, the day before her scheduled cross-country move. Their untimely attraction leads them to spend Fallon’s last day in L.A. together, and her eventful life becomes the creative inspiration Ben has always sought for his novel. Over time and amidst the various relationships and tribulations of their own separate lives, they continue to meet on the same date every year. Until one day Fallon becomes unsure if Ben has been telling her the truth or fabricating a perfect reality for the sake of the ultimate plot twist.

Can Ben’s relationship with Fallon—and simultaneously his novel—be considered a love story if it ends in heartbreak?

+ Rezension

Dieses Buch ist was für dich, wenn…

… du Colleen Hoover magst.
… du nichts gegen ein bisschen viel Drama hast.
… du auf angehende Autoren in Bücher stehst.

Dieses Buch ist nichts für dich, wenn…

… du schon mit anderen Büchern von Hoover Probleme hattest.

Das gesagt, leg ich jetzt los und führe das ein bisschen weiter aus, eventuell werde ich dabei ein bisschen spoilern und deswegen dachte ich, ich fasse das vorher schon mal kurz zusammen^^

Die Idee klingt ein bisschen wie von „Zwei an eienm Tag“ abgekupfert und am Anfang dachte ich das tatsächlich auch, aber sie hat die Kurve gekriegt. Nach einem unfassbar witzigen Fake-Date, bei dem Ben Fallon aus einer misslichen Lage rettet, verbringen die beiden den Tag zusammen und beschließen dann, jeden weiteren 9. November miteinander zu verbringen, bis sie 23 sind – das sind 5 Jahre. Aber, und das ist der Punkt, an den übrigen 364 Tagen im Jahr haben sie keinen Kontakt.

Die beiden haben wie gewohnt eine gute Chemie, es macht Spaß ihren Gesprächen zu folgen und mitzuerleben, wo das hinführt. Trotz der zwei Perspektiven, erfährt man gerade genung, um sich seine eigenen Gedanken machen zu können, aber zu wenig, um gleich alles zu wissen.

Ich mochte, wie Ben Fallon aus der Reserve gelockt hat und ihr kleine Aufgaben für jedes Jahr gegeben hat, aber auch, wie sehr er ihr gezeigt hat, dass sie ihm was bedeutet. Von der anderen Seite betrachtet hat Fallon in dem Jahr, in dem sie sich in New York treffen wollten, die beste Entscheidung für beide treffen wollen und erwachsen gehandelt – etwas das Ben immer wollte, aber in diesem Moment nicht sehen konnte.

Ein Hoover-Buch wäre nicht von Hoover, wenn es nicht die übliche Portion Dramatik in sich hätte. Wenn ich sie also lese, weiß ich, worauf ich mich einlasse und bisher bin ich damit ganz gut gefahren. Die Auflösung hier war wirklich heftig und an einem gewissen Punkt hatte ich keine Ahnung, wie sich das auflösen soll, damit es doch noch ein Happy End gibt.

Was mich an diesem aber gestört hat ist die Tatsache, dass sich hier ein wichtiger Punkt aus „Confess“ wiederholt den ich da schon nicht ganz so großartig fand und der hier tatsächlich besser passt, ABER es wiederholt sich halt. Und das nervt mich, denn ich finde, da hätte irgendwer einschreiten und was sagen müssen, denn das hätte man auch anders lösen können. Stichwort: Kollege Zufall. Oder Schicksal. Oder irgendwas in der Art.

Kurz noch zu dem Datum: Der 9. November spielt für beide bereits vorher eine große Rolle und ich mochte die Tatsache, dass sich ein Tag mit schlechten Erinnerung für beide in einen guten gewandelt hat. Abgesehen davon ist es einfach eine schöne Idee, wenn auch ein bisschen unrealistisch.

Aber letztendlich… was kann man an einem Buch wirklich schlecht finden, in dem der Kerl ein Roman über das Mädchen schreibt, weil es ihn mit seiner Art und seinem Wesen verzaubert hat? Was kann man einem Protagonisten übel nehmen, wenn er extra Liebesromane liest, um dem Mädchen einen Kuss zu geben, der bookworthy ist? Und wem kann man eine Entscheidung übel nehmen, die nur mit der Absicht getroffen wurde?

Vielleicht ist „November 9“ nicht das Beste Buch von Hoover, aber bisher mein Liebstes.

November 9

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Atria Books (10. November 2015)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1501110349
ISBN-13: 978-1501110344

[Gelesen] Together We Heal (Chelsea M. Cameron)

 

 + Kurzbeschreibung

Trish Grant is not a romantic. Okay, so she may read her share of romance novels, but that doesn’t mean she thinks that some fellow with a six pack is going to ride up on a horse and sweep her (literally) off her feet. Romance like that just isn’t for her. It belongs on the page.

Max Greene noticed Trish at his cousin’s funeral, of all places. She was hard to miss with her citrus-colored hair, violet contacts and fiery attitude.

Trish is just as captivated by Max. He makes her laugh, which is rare, and it doesn’t hurt that he rocks blue hair and isn’t put off by her resting bitch face.

On the outside, their relationship seems sweet and perfect, but that’s a lie. To say that Trish’s childhood was rocky is an understatement. She’s a mess of scars and hangups and is convinced that there’s no way Max is going to stick around. He’s determined to prove to Trish that she’s a girl worth loving, flaws and all.

Will she let Max in? Or will she give up her potential fairytale to protect her already-scarred heart from further damage?

+ Rezension

Ein Satz mit X, das war wohl nix – so oder so ähnlich könnte man das sagen. Ich würde so gut wie alles von Chelsea kaufen, aber mit ihren letzten zwei Büchern hat sie mich mehr enttäuscht als glücklich gemacht.

Das liegt nicht zwangsläufig an den Geschichten sondern vielleicht auch an der Art und Weise wie sie schreibt. Wer ihr auf Twitter folgt und ein bisschen eins und eins zusammen zählt, kann sich ausrechnen, dass „Together We Heal“ in gerade mal 2-3 Wochen entstanden ist und das merkt man halt auch.

Trish gibt als Charakter einiges her, zumindest weiß man das aus den vorhergehenden Büchern, aber in „Together We Heal“ fehlte ihr für mich eindeutig die Tiefe. Ihre Probleme sind natürlich von ernsthafter Natur, aber ich verstehe zum Beispiel nicht, warum man, wenn man dem anderen nicht vertrauen kann oder will und gleichzeitig davon überzeugt ist, dass man sowieso nur eine begrenzete Zeit miteinander verbringt, eine Beziehung eingeht, noch dazu eine ohne Körperkontakt. Kurz gesagt: Trish ist ziemlich kaputt und der einzige, der davon weiß (ihr Bruder) hat andere Sorgen als die Probleme seiner kleinen Schwester.

Dann wäre da noch Max, der nach meinem Dafürhalten eben auch einen Haufen Probleme hat, wenn auch anderer Natur. Was mich hier mehr als alles andere gestört hat, war die Tatsache, dass das zum Ende hin schlicht unwichtig war. Es gab keine Auseinandersetzung, geschweige denn eine Lösung, nur ein ‚Ich gehe jetzt in Therapie und dann wird alles gut‘. Dabei hat er die gar nicht nötig – er müsste einfach nur mal ein offenes Gespräch mit seinen Eltern führen, ohne gleich auszurasten.

Aber zurück zur Geschichte um Trish: Der Grund für ihr Verhalten ist schlimm und schwerwiegend, ihr Verhalten an sich aber für mich nicht nachvollziehbar. Weiterhin ist das ‚große Problem‘ für mich einfach nur… unwichtig. Es wirkt so deplaziert und geplant, dass es – selbst wenn es für aktuelle Diskussionen wichtig ist – einfach nicht passt. (Achtung Spoiler: Sie fühlt sich zu Männern UND Frauen hingezogen.)

Man hätte einfach viel mehr aus der Geschichte und den Charakteren herausholen können, aber in 2-3 Wochen Schreibzeit bleibt eben keine Zeit für tiefgehende Dialoge oder eine spannende Handlung – da muss dann oberflächliches Geplänkel und viel, viel heißer Sex helfen. Naja, oder eben auch nicht.

Together We Heal

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2705 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 273 Seiten
Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Englisch
ASIN: B0141SWSAQ

[Gelesen] Behind your Back (Chelsea M. Cameron)

 + Kurzbeschreibung

To get to him, I need to use her.
I’ll play her like a violin and have her falling in love with me before she even knows what’s happening.
It will be easy. I’ve done it before and I’ll do it again.
She’s just a girl.
A tool to get what I want.
When I’m done with her I won’t think twice about walking away.
At least, that was what I thought.
Until I met her.

+ Rezension

Mit dieser Geschichte hat sich Chelsea M. Cameron an ein (für sie) halbwegs neues Genre gewagt. Halbwegs, da sie damals mit Fantasy angefangen hat, dann über New Adult zu Erotik kam und sich jetzt eben an Romantic Suspense versucht – Romance kann sie ja schon ziemlich gut. Ich kenne und schätze sie nur wegen ihrer NA-Romane und würde mir wünschen, dass das mehr Leute so sehen; gerade die, denen Hoover zu dramatisch ist. Mit Romantic Suspense kann ich sonst eher weniger anfangen, aber zum einen wusste ich das vorher nicht und zum anderen lass ich mich auch gern mal überzeugen.

Quinn Brand arbeitet mit dem Geld anderer und macht das ziemlich gut – zumindest vordergründig. Hintenrum geht es um etwas ganz anderes. Mit seiner Bande heißer Jungs ist er sowas wie Robin Hood, der reiche Arschlochtypen um einen Teil ihres Vermögens erleichtert, weil sie irgendwann Mist gebaut haben und damit davon gekommen sind. Soweit, so nobel. Logisch, dass er dabei irgendwie das Vertrauen seines Ziels gewinnen muss und logisch, dass das oft nur geht, in dem man sich in dessen Familie einschleicht. Gut also, wenn das Opfer eine Tochter hat, an die man sich langsam aber sicher ranmachen kann. Blöd, wenn man sich dann aber in sie verliebt.

Saige Beaumont ist so eine Sache für sich – ich war nicht ganz sicher, was ich von einer Frau halten soll, die sich beim ersten Date in eine kleine Gasse zerren und mal eben so nehmen lässt, aber auch sie ist mir ans Herz gewachsen. Weil sie anders ist. Weil sie nicht versucht, die brave Tochter zu sein. Und es im Endeffekt doch ist.

Klar, heiße Sexszenen kommen hier nicht zu kurz, aber ich finde, Chelsea kann das im Gegensatz zu vielen anderen wirklich gut. Außerdem legt sie viel Wert darauf, dass Frauen sich anständig behandeln lassen und auch mal Widerworte geben, wenn ihnen was nicht passt. Etwas geheuchelt fand ich hingegen dieses ganze ‚Das ist nur ein Job, ich werde mich nicht in sie verlieben‘ als es schon längst passiert war. Kein Mann, dem die Frau nichts bedeutet, würde solche Anstalten machen, ihr Herz zu gewinnen. Pro-Tipp: Mir hätte er ja nur von seiner Katze erzählen müssen.

Behin your Back ist Teil 1 einer Dilogie und endet – wer hätte das gedacht – mit einem fiesen Cliffhanger, der hoffentlich in Band 2 aufgelöst wird. Allzulange müssen wir darauf nicht mehr warten, der kommt nämlich schon am 9. Juni. Ich an eurer Stelle würde daher einfach noch mit dem Lesen warten, bis beide Teile erhältlich sind – für 99 Cent kann man den ersten aber auch ruhig schon mal kaufen.

Behind your Back

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3743 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 267 Seiten
Gleichzeitige Verwendung von Geräten: Keine Einschränkung
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Englisch
ASIN: B00Y7THT7M

[Gelesen] Confess (Colleen Hoover)

+ Kurzbeschreibung

At age twenty-one, Auburn Reed has already lost everything important to her. In her fight to rebuild her shattered life, she has her goals in sight and there is no room for mistakes. But when she walks into a Dallas art studio in search of a job, she doesn’t expect to find a deep attraction to the enigmatic artist who works there, Owen Gentry.

For once, Auburn takes a chance and puts her heart in control, only to discover that Owen is keeping a major secret from coming out. The magnitude of his past threatens to destroy everything important to Auburn, and the only way to get her life back on track is to cut Owen out of it.

To save their relationship, all Owen needs to do is confess. But in this case, the confession could be much more destructive than the actual sin.

+ Rezension

Colleen Hoover hat mehr als einmal bewiesen, dass sie großartige Liebesgeschichten schreiben und realistisch darstellen kann, ohne zu kitschig zu werden, wenn man mal von „Point of Retreat“ und „This Girl Is“ absieht, die ich aber auch noch recht gut fand. Allerdings merkt man eben auch, dass sie sich von Buch zu Buch steigert und so halte zumindest ich „Confess“ für ihr bisher bestes Buch. Wer das Buch nur wegen der Liebesgeschichte liest, wird vermutlich enttäuscht werden, wer aber bereits darauf gefasst ist, dass man sich bei Hoover am besten überraschen lässt, macht hier ganz sicher nichts falsch.

„Confess“ ist ein Buch, das nicht nur durch seine Geschichte interessant ist, sondern auch durch die Besonderheiten, die es mitbringt. Es geht um den Künstler Owen Mason Gentry (O.M.G.), der anonyme Bekenntnisse von Menschen sammelt – die können diese Geheimnisse, Dinge, die sie keiner anderen Person je erzählen würden, auf einen Zettel schreiben und anonym in eine Art Briefkasten werfen. Owen liest sie und lässt sich davon inspirieren – so entstehen letztendlich seine Bilder, von denen jedes zu einem bestimmten Bekenntnis gehört und dieses auch als Namen trägt. Aber da es total langwelig wäre, die Bilder nur zu beschreiben, hat sich Colleen Hoover den Künstler Danny O’Conner mit ins Boot geholt, dessen Bilder sie nicht nur benutzt, sondern die sich auch im Buch finden. Im Text ist immer eine kleine Abbildung in Schwarz/weiß – in der Mitte des Buches finden sich die 6 wichtigstens Bilder je vollständig auf einer Seite in Farbe abgedruckt. Ich habe keine Ahnung von Kunst und beurteile sie deswegen vollkommen subjektiv nach ‚gefällt mir‘ und ‚gefällt mir nicht‘ – und die Bilder gefallen mir sehr.

Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass die im Buch verwendeten Bekenntnisse nicht ausgedacht sind, sondern von Hoovers Lesern stammen. Manche sind traurig, andere beänstigend, manche wiederum verstörend und wieder andere lassen einen doch noch an das Gute im Menschen glauben. Allein diese beiden Punkte machen das Buch für mich sehr real, denn wie schon bei „Maybe Someday“ und der Musik von Griffin Peterson, die auch im Buch vorkommt, habe ich hier einen realen Bezug.

Aber auch sonst ist dieses Buch definitiv lesenswert. Es dauert zwar eine gefühlte Ewigkeit bis man vom Anfang des Buches zu dem Punkt kommt, an dem man tatsächlich den Sinn des ganzen versteht, aber immerhin ist der Weg dorthin so geschrieben, dass man gar keine Wahl hat, als das Buch eben nicht aus der Hand zu legen, weil man wissen muss, wie es weitergeht.

Ich persönlich finde, dass die Probleme mit denen Auburn und Owen zu kämpfen haben, sehr gut nachvollziehbar und auch nicht übertrieben sind. Gut möglich, dass Colleen Hoover das Genre New Adult damit langsam aber sicher in eine neue Richtung treibt, denn bei ihr geht es schon lange nicht mehr nur um leidenschaftliche Liebesbeziehungen, sondern um ernste Probleme von Jungen Erwachsenen. Ich möchte nicht spoilern und die Überraschung für diejenigen verderben, die unvoreingenommen an das Buch gehen wollen, deswegen werde ich all die Themen, die im Buch behandelt werden, in den Tags verschlagworten. Wer neugierig ist, kann sich das ansehen, ansonsten: lest das Buch!

Confess

Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Atria Books (10. März 2015)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1476791457
ISBN-13: 978-1476791456