Jack – Anthony McCarten

Kurzbeschreibung

Er ist nur noch ein Abglanz seiner selbst und säuft sich in Florida zu Tode: Jack Kerouac, Idol der Beatniks, der einst das Leben seines Freundes Neal Cassady ausschlachtete, um es zum Kultroman der 1950er Jahre zu verdichten. Da steht aus heiterem Himmel eine Literaturstudentin vor seiner Tür. Ihr Traum: als seine erste Biographin sein Leben aufzuschreiben. Jack weigert sich und lässt sich doch von Jans Bewunderung zu einem Blick zurück verführen. Ein Trip, aus dem keiner der Beteiligten heil herauskommt.

Rezension

Ich sah das Buch, las Jack Kerouac und es war um mich geschehen. Und vielleicht war das der Fehler. Aber ich fühlte mich dennoch bestätigt, als ich kurz nach dem Kauf Tinas lobende Worte las. Fakt ist, begeistern konnte es mich nicht wirklich, allerdings hab ich jetzt genug Motivation, um endlich On the road zu lesen.

Die Geschichte ist gut – eine junge Literaturstudentin macht sich auf, um eine Biografie über ihr Idol zu schreiben, doch von dem einstigen Helden der 50er ist nicht mehr viel übrig. Und obwohl es bisher niemand geschafft hat, so nah an ihn heranzukommen, erhält Jan zumindest eine Chance. Was folgt, ist eine spannende Abfolge von Ereignissen, geschickt in drei Teile aufgeteilt.

Ganz anders verhält es sich aber mit der Schreibweise. Auf den ersten 50 Seiten war ich kurz davor, das Buch einfach wegzulegen, weil ich dieses Geschwafel nur schwer ertragen konnte. Ist es denn wirklich so schwer, sich klar auszudrücken?

Davon abhalten konnte mich einzig und allein die Tatsache, dass das Buch nicht sehr lang ist und der zweite Teil eine unverhoffte Wendung versprach – die mir außerordentlich gut gefallen hat. Ab da wurde es tatsächlich besser, wenn auch nicht super gut. Und dann kam der dritte Teil und ich fühlte mich ein bisschen verarscht. Ich meine, ich vestehe, was er damit erreichen wollte und warum er zu dieser Wendung gegriffen hat, aber es ist immer ein bisschen ärgerlich, wenn eine von Anfang an unsympathische Protagonistin einem ans Herz wächst und man dann am Ende feststellen muss, dass die erste Intuition doch die richtige war.

Jetzt ist das natürlich alles Fiktion, ein bisschen was wäre wenn, angereichert mit wenigen tatsächlich existierenden Textschnipseln, die es in Briefen zu lesen gab. Der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte allerdings ist erfunden.

Alles in allem konnte mich das Buch leider nicht wirklich überzeugen. Ich fühle mich dem guten, alten Jack nicht näher als vorher.


Jack übersetzt von Gabriele Kempf-Allié & Manfred Allié

Gebundene Ausgabe: 256 Seiten || Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (28. Februar 2018) || Sprache: Deutsch || ISBN-10: 3257068565 || ISBN-13: 978-3257068566 || Originaltitel: American Letters
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Natürlich hätte ich die LBM nicht zum Bücher kaufen gebraucht und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich vor und nach der Messe fast ebensoviel angesammelt habe, wie währenddessen…

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