Lord of Shadows (The Dark Artifices #2) – Cassandra Clare

Zu meiner Rezension von Lady Midnight (The Dark Artifices #1) gehts hier.

Kurzbeschreibung

Emma Carstairs has finally avenged her parents. She thought she’d be at peace. But she is anything but calm. Torn between her desire for her parabatai Julian and her desire to protect him from the brutal consequences of parabatai relationships, she has begun dating his brother, Mark. But Mark has spent the past five years trapped in Faerie; can he ever truly be a Shadowhunter again? And the faerie courts are not silent. The Unseelie King is tired of the Cold Peace, and will no longer concede to the Shadowhunters‘ demands. Caught between the demands of faerie and the laws of the Clave, Emma, Julian, and Mark must find a way to come together to defend everything they hold dear-before it’s too late.

Rezension

Okay, ich hoffe ihr alle habt Lady Midnight gelesen, denn man kann einen zweiten Band nicht rezensieren, ohne den ersten zu spoilern. Falls nicht, könnt ihr jetzt noch umdrehen oder aber, und das wäre Möglichkeit drei, es ist euch egal. Auch dann will ich euch nicht aufhalten. Aber ich wollte zumindest mal gewarnt haben^^

Lord of Shadows setzt zwei Wochen nach den Geschehnissen aus Lady Midnight an. Malcolm Fade ist tot, versunken im Meer und mit ihm das Schwarze Buch. Emma hat sich von Julian, ihrem Parabatai, getrennt und spielt ihm vor, jetzt mit seinem Bruder Mark zusammen zu sein. Sie tut das vor allem, um Julian zu schützen, aber natürlich tut sie ihm damit weh. Und ganz nebenbei fällt die Cohort ins Institut ein, um den Mord an Fade aufzuklären.

Um das Buch zu mögen muss man natürlich grundsätzlich schonmal ein Fan von Cassandra Clare oder den Shadowhunters sein, alles andere macht keinen Sinn. Und wer das alles doof finden will, findet genug. Nur ist es eben für die Fans gerade das Erwartbare, dass auch mich immer wieder zu den Büchern greifen lässt. Natürlich steht eine unmögliche Liebesgeschichte im Vordergrund und natürlich fallen pathetische Sätze, die man im echten Leben nicht mal mit viel Alkohol ertragen könnte. Und trotzdem ist es schön.

Es ist schön zu sehen, wie diese Geschichte über mittlerweile 13 Bücher ineinander greift und sich selbst ergänzt, ohne sich zu sehr zu wiederholen. Clare hat sich hier ein eigenes Universum geschaffen und mittlerweile sehe sogar ich ein, dass es dumm wäre, damit aufzuhören. Es bietet einfach zu viele Möglichkeiten, um langweilig zu werden. Und selbst wenn, sind da ja immer noch die Charaktere…

Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag Julian einfach sehr, sehr gerne. Er ist so ganz anders als Jace oder Will und gerade das braucht es eben auch. Es muss nicht immer der sarkastische, talentierte und unfassbar gutaussehende Protagoist sein. Manchmal reicht es schon, wenn er einfach alles für seine Familie tun würde, so wie Jules. Für seine Geschwister und auch für Emma würde er alles tun und schreckt vor fast nichts zurück. Emma ist ihm da ein Stück weit ähnlich, nur liegt der Unterschied eben auch klar auf der Hand: Emma hat nichts mehr zu verlieren, aber jede Entscheidung, die Juian trifft, hat Auswirkungen auf seine jüngeren Geschwister. Dass er dabei manchmal über die Stränge schlägt und sogar Emma Angst macht, wirkt auf den ersten Blick verstörend, aber es zeigt eben auch: Egal wie gut man glaubt, jemanden zu kennen – sein wirkliches Gesicht sieht man erst in Extremsituation.

Das Schöne an dem Buch ist allerdings auch gleichzeitig das Furchtbare. Ich mag die Vielfalt der Charaktere, denn neben Julian und Emma geht es eben auch um Christina, Mark, Kieran und Kit sowie Julians jüngere Geschwister. Nur wird es manchmal ein bisschen viel, gerade wenn alle am selben Ort sind oder eine Thematik die nächste quasi abklatscht. So gibt es mit Mark einen Charakter, der Bi ist; ein weiterer ist (zumindest andeutungsweise) schwul und einen Transgender-Charakter gibt es auch. Das ist grundsätzlich sehr löblich, weil divers, aber es ist eben auch sehr, sehr viel Input. Schlussendlich kommen dann auch noch die Charaktere dazu, die man aus den vorhergehenden Reihen bereits kennt.

Mit all den Charakteren lässt sich allerdings auch die Handlung an mehrere Orte gleichzeitig verlegen. So finden wir uns zwar natürlich in Los Angeles, allerdings auch in London, Cornwall und schließlich in Idris wieder. Das ist schon sehr spannend.

Das Ende ist tatsächlich furchtbar und ich weiß nicht, wie man das aushalten soll, bis 2019 auf die Auflösung zu warten. Zudem ist es sehr realistisch, wenn man bedenkt, welche politischen Umbrüche gerade in der realen Welt stattfinden und wie Revolutionen oder Aufstände entstehen- Stichwort: Cohort. Diese Gruppe ist neu und hat es wirklich in sich – und das nicht auf lustige Weise.

Es gibt Tote, allerdings niemand wirklich wichtiges, was halt auch wieder… doof ist. Es ist, als würde Clare sich nicht trauen, jemanden umzubringen und wenn sie es dann doch tut, muss es ausgerechnet der eine sein, der hätte helfen können, die Lage etwas entspannter zu machen. Nur, das er eben nicht der einzige ist. Julian und Emma hätten auch zu fast jedem anderen mit ihrem Parabatai-Problem gehen können – haben sie aber nicht.

Letztendlich ist es schwer, jemanden zu einem zweiten Teil zu überzeugen. Was ich allerdings sagen kann ist, dass The Dark Artifices auch für diejenigen ein perfekter Einstieg in die Shadowhunter-Welt sind, die die bisherigen Bücher nicht gelesen haben. Man braucht sie nicht zwingend für das Vorwissen, wird sie danach aber vielleicht noch lesen. Aber irgendwie muss man ja die Wartezeit überbrücken, ne?

Lord of Shadows (The Dark Artifices #2)

Taschenbuch: 699 Seiten
Verlag: Simon & Schuster Childrens Books (23. Mai 2017)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1471116654
ISBN-13: 978-1471116650
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Lord of Shadows: Die Dunklen Mächte 2 erscheint am 9. Oktober 2017.

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Lady Midnight – Cassandra Clare

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+ Kurzbeschreibung

It’s been five years since the events of City of Heavenly Fire that brought the Shadowhunters to the brink of oblivion. Emma Carstairs is no longer a child in mourning, but a young woman bent on discovering what killed her parents and avenging her losses.

Together with her parabatai Julian Blackthorn, Emma must learn to trust her head and her heart as she investigates a demonic plot that stretches across Los Angeles, from the Sunset Strip to the enchanted sea that pounds the beaches of Santa Monica. If only her heart didn’t lead her in treacherous directions…

Making things even more complicated, Julian’s brother Mark—who was captured by the faeries five years ago—has been returned as a bargaining chip. The faeries are desperate to find out who is murdering their kind—and they need the Shadowhunters’ help to do it. But time works differently in faerie, so Mark has barely aged and doesn’t recognize his family. Can he ever truly return to them? Will the faeries really allow it?

+ Rezension

Die ersten Infos zu den Dark Artifices bekam ich 2012 auf einer Lesung von Cassandra Clare, bei der ich ein Interview für Fantasy-Fans mit ihr geführt habe. Das ist jetzt ganze vier Jahre her. Vier Jahre, in denen ich mir immer wieder unsicher war, ob ich mit den Shadowhunters nicht vielleicht lieber Schluss machen sollte oder eben doch weitermachen will. Eine kleine Hassliebe, wenn man so will, denn einerseits will man nicht immer das gleiche lesen, andererseits – wieso verdammt nochmal nicht? Cassandra Clare hat sich diese Welt ausgedacht. Niemand sonst wird diese Geschichten schreiben, wieso also nicht sie?

„City of Heavenly Fire“ ist vor zwei Jahren erschienen. Das war Grund genug, die komplette Reihe in diesem Jahr nochmal zu lesen, weil ich einfach nicht mehr genau wusste, was passiert ist und sehen wollte, ob ich danach wirklich Lust auf „Lady Midnight“ habe (hatte ich dann tatsächlich). Man kann „Lady Midnight“ aber auch ohne jegliches Reihen-Vorwissen lesen. Die Charaktere hat man zwar schonmal gesehen, wenn man die vorherigen Reihen kennt, aber richtig kennen lernt man sie eben erst hier. Die Geschichte an sich hängt nicht mit den vorherigen Teilen zusammen, baut aber in Teilen darauf auf. Grundsätzlich würde ich empfehlen, die Bücher in der Reihenfolge zu lesen, in der sie erschienen sind (und zwar alle), aber wer keine Lust hast, vor „Lady Midnight“ erstmal neun andere Bücher zu lesen (was ich verstehen kann), verpasst auch nichts tragisches.

Die Geschichte spielt zeitlich 5 Jahre nach den Geschehnissen aus TMI, allerdings mit dem Institut von Los Angeles an einem anderen Ort. Die Herondales und Lightwoods sind mehr oder weniger außen vor, denn „Lady Midnight“ (und die folgenden Bücher aus The Dark Artifices und The Last Hours) wird sich mit den Familien Carstairs und Blackthorn beschäftigen. Grundproblematik ist die Tatsache, dass es Parabatai verboten ist, eine Liebesbeziehung einzugehen, was für Emma und Jules zum großen Problem wird. Natürlich weiß keiner so genau, warum es verboten ist, was das ganze noch komplizierter macht – einfach wär ja auch langweilig. Dementsprechend ist das ganze Buch natürlich hoch-emotional, romantisch bis zum geht nicht mehr und am (vorläufigen) Ende sehr herzzerreißend. Aber das ist nicht alles…

Im Focus steht außerdem Julians Familie, die unter den Geschehnissen aus TMI sehr gelitten hat und dessen Oberhaupt aus mehreren Gründen nun der noch minderjährige Jules ist. Seine ältere Schwester Helen lebt (unfreiwillig) im Exil; Mark wurde von den Seelie verschleppt und gehört seitdem der Wild Hunt an, bis er zurückkommt, um eine Mordserie mitaufzuklären. Aber natürlich fällt ihm das Zusammenleben mit seinen Brüdern und Schwestern sehr schwer, da die Zeit in Faerie anders vergeht und er seine Mühe hat, wieder in die gewohnten Abläufe reinzufinden. Gerade die Familienkonstellation und die damit verbundenen Probleme machen die Geschichte besonders. Außerdem ist es mal ganz erfrischend, nicht von jemandem zu lesen, der seine Kräfte erst noch entdecken muss, sondern von Leuten die damit aufgewachsen sind. Ach hier gibts übrigens gleichgeschlechtliche Paare, sowie People of Color, sofern da jemand Wert drauf legt.

Fans der Mortal Instruments kommen mit „Lady Midnight“ voll auf ihre Kosten und treffen alte Bekannte wieder, während Neu-Leser die Chance haben, die Shadowhunter in einer moderneren Umgebung kennen zu lernen (Avenger-Referenzen ftw!) und vielleicht dabei auf die Vorgeschichte neugierig werden. Alles in allem hat Cassandra Clare das Rad natürlich nicht neu erfunden, aber eine neue Geschichte in einer bekannten Umgebung konstruiert, die durchaus lesens- und empfehlenswert ist.

Lady Midnight (The Dark Artifices #1)

Gebundene Ausgabe: 720 Seiten
Verlag: Margaret K. McElderry Books (8. März 2016)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1442468351
ISBN-13: 978-1442468351
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

(erscheint am 17. Mai 2016 auch auf deutsch)

Und dann ist sie plötzlich da, diese Leere.

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Man vermisst sie, die liebgewonnen Charaktere, nachdem man die letzte Seite gelesen und den Buchdeckel zugeschlagen hat, das Buch sanft ins Regal stellt und sich die Reihe in ihrer Gesamtheit ansieht und weiß, dass man viele schön, traurige, lustige, kuriose, dramatische, herzzerbrechende, eklige und spannende Momente mit ihr verbracht hat. Dass man 5 Jahre investiert hat, von einem aufs andere Buch zu warten, von einem zum andere Cliffhanger zum nächsten zu springen und jedes neue Buch beinahe am Erscheinungstag komplett verschlungen hat, nur um dann wieder und wieder warten zu müssen. Und jetzt ist es einfach vorbei.

Die Rede ist natürlich von den Mortal Instruments von Cassandra Clare. Nachdem ich 2009 mit dem ersten Buch angefangen habe, war noch nicht absehbar, dass es 6 (bzw. 9) Teile werden, mit denen ich mich auseinaner setzen muss. Die Rede war von 3 und weil ich so spät war, konnte ich sie alle zusammen kaufen und hintereinander weg lesen und das war gut so. Für mich hätte es auch einfach dabei bleiben können, aber Cassie tut, was sie nuneinmal tut – sie schreibt für ihre Fans. Und die Fans wollten immer und immer mehr.

Das Problem dabei ist, dass die Geschichte auch einfach gut ist. Klar nervt es mich, wenn sich plötzlich zwei verschiedene Reihen (Mortal Instruments und Infernal Devices) überkreuzen und man gezwungen ist, beide Reihen zu lesen um den Gesamtzusammenhang zu verstehen. Und natürlich ist ist es irgendwie unnötig, so viele Make-Out Szenen in ein Buch zu packen, in dem es eigentlich um was ganz anderes geht oder wenn man sich einfach weigert, von den Fans liebgewonnene Charaktere umzubringen, obwohl es de Plot glaubwürdiger machen würde, einfach weil man die Fans nicht verägern will. In City of Heveanly Fire merkt man deutlich, dass sich Cassie an der ein oder anderen Stelle durch Game of Thrones hat inspirieren lassen – nur dass ‚alle tot‘ hat sie sich irgendwie nicht getraut^^

Ich bin (als Fan) natürlich froh, dass meine Lieblinge weitestgehend noch leben, aber wie immer mit Cassie bleibt diese komische Stimmung, eine kleine Leere, die nur bis zum nächsten Buch anhalten wird. Es folgen The Dark Artifices und The Last Hours, zwei Trilogien, die wieder im Wechsel erscheinen, die wieder ineinander übergreifen und die die Geschehnisse nach The Mortal Instruments bzw. nach The Infernal Devices behandeln. Und dann kommt auch noch The Wicked Powers, eine weitere Trilogie, die nach den Dark Artifices spielt und angeblich die Shadowhunter-Sache beenden soll. Selbst wenn sie es schafft, von diesen 9 Büchern ab jetzt jedes Jahr eins zu veröffentlichen (und das ist noch fraglich, weil sie ja auch noch 4 Magisterium-Bücher mit Holly Black schreiben muss), befinden wir uns im Jahr 2023. Ich bin dann 35. Und ich fürchte, genau wie Cassie auch, werde ich den Shadowhuntern wohl nie wirklich Leb wohl sagen können.

Je länger ich darüber nachdenke, umso wütender werde ich, denn ich wünsche mir wirklich ein Ende, aber ich weiß auch genau, dass ich bei der nächsten Trilogie nicht nein sagen kann. Dafür hat sie bereits gesorgt, als sie Julian und Emma in City of Heavenly Fire vorgestellt hat und auch The Last Hours wird nicht an mir vorüber gehen, denn es behalndelt unter anderem Wills Kinder. Und dabei hatte ich mir wirklich ein Ende gewünscht…

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